Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 73 (1932)
- Issue
- Heft 52 (22.12.1932)
- Date
- 1932-12-22
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2450704-2450754--79274-2537015- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 52 Seite 7 . 22/ Dezember 1932 D e x. ,3 sra e 1 i t find, so wird die Behörde das Geld .an sich nehmen. Es istaber bekannt, daß eine Tochter in' Polen lebtso. wäre' 'es notwendig, 'daß die jüdischen Zeitungen diese Nachricht bekannt geben, damit die Erben sich melden. Genaue Auskunft erteilt M a r c u s , Buchhandlung, Harburg-Wbg^ 1, Bremerstraße 58, ebenso die Israel.' Gemeinde.DerVerstorbene wohnte 32 Jahre in Lüüebürg. Leipzig, 16. Dez. Die Agudas Jisroel- Frauen gruppe eröffnete ihre Winterarbeit mit einem Dortrag des Herrn Wolf S. Jacobson, Berlin, Mitglied des Präsidiums der Agudas Jisroel. Vor äußerst zahlreichem Publikum, entwickelte der Referent die gegenwärtige Weltlage und nahm Gelegenheit, die Organisationsform', die Ideologie und das Arbeitsgebiet der Agudas Jisroel darzuftellen. Ausgezeichnete Worte wurden hierbei zur Frage der Kindererziehung, die auch weltanschaulich eindeutig und klar sein müsse, der geistigen Führung des jüdischen Volkes, der Verbrüderung von Ost und West gesprochen. Die eindringliche und begeisternde Art des Redners fand ein lebhaftes Echo bei den Zuhörerinnen. Zahlreiche Neuanmeldungen waren das praktische Ergebnis des Abends. Der Vorschlag des Referenten, die Verbundenheit unserer Gruppe mit der Welt-Agudo durch eine Legatversicherung zugunsten des Keren Hathora zu dokumentieren, fand begeisterte Aufnahme. Es ist durch tatkräftige Mitarbeit aller Mitglieder-gelungen, eine Versicherung von je Mk. 1000 zugunsten des Keren Hathora und Beth Jakauw abzuschließen. Am 15. November eröffnete Herr Dr. Lipschütz mit einem einleitenden Vortrag seinen Dinim-Schiur über Schabbos, der regelmäßig alle vierzehn Tage stattfindet und lebhaftem Interesse bei unseren Damen begegnet. Es nehmen ca. 40 Damen. daran teil, die durch Fragen und Bemerkungen zeigen, wie gern sie sich beteiligen. Auch unsere Diskussionsabende und die Koheleth- Vorträge von, Frau Merkin erfreuen sich großer Beliebtheit. Unsere Gruppe, die noch nicht einmal ein ganzes Jahr besteht, zählt über hundert Mitglieder und zeigt, daß auch in Leipzig, wenn, wirklich gearbeitet wird, ein guter Boden für die Ideen der Agudas Jisroel ist. Kiel, 16. Dez. Am Sonntag, den 27. November war Herr Rabbiner Rabinow, Leiter der Jeschiwah in Hamburg, einer Einladung des Beth-Hamidr-asch, Kuooperweg 50, zu einem Vortrag gefolgt. Anlaß hierzu gab ein v«>sn vi»v, den die Herren W. B. E h rm a n n und S. P e t e r s e i l nach 6 jährigem gemeinsamem und 'eifrigem Lernen vollbrachten. Nach Beendigung der n-n rao» nahm der ehrwürdige East das Wort zu einem fast zweistündigen Vortrag über das Chinuch-Wesen. Eingeleitet durch halachische Darlegungen verstand, der Redner es, mit zündenden Worten die zahlreich Erschienenen zu begeistern. Auch bei der hieran anschließenden S'udoh, zu der auch das Beth-Hamidrasch eingeladen war, sprach Herr Rabbiner Rabinow, nachdem Herr Peterseil einige nun 'im vorgetragen hatte. Wiesbaden, 11. Dez. In der Frauen-Arbeitsgemeinschaft der Altisrael. Kultusgemeinde hielt Frau Dr. Ehrmann, Frankfurt einen sehr lehrreichen Vortrag über die „Pflichten der jüdischen Frau", der auf hohem Niveau, stand und allseitigen Beifall fand. Anschließend berichtete sie auch über ihre Erlebnisse in Erez Jisroel und Amerika. Frau Rabbiner Ansbacher, die den Abend leitete, dankte der Rednerin in herzlichen Worten. Mayen, 18. Dez. Am Sabbat n^v'i 'a, beging die Ehewrah Kadischah-Bachurim das Fest ihres 100 jährigen Bestehens. Beim Festg'ttesdienste am Sabbat morgen sang der Synagogenchor einige von Herrn Lehrer Levi eigens hierfür eingeübte Gesänge. Vom Vorstand der Gemeinde war das Aufrufen zur Thora für die Mitglieder der Ehewrah reserviert. Herr Lehrer Levi gab dann in formvollendeter Predigt einen Bericht über Gründungszeit und Gründer der Ehewrah und brachte aus deren Statuten, dieselben? sind aus dem 'Jahre 1835, einige interessante Einzelheiten. Mit dem Lernkaddisch schloß die eindrucksvolle Feier. Abends um 8 Uhr versammelte sich die Gemeinde fast vollzählig zu einem Festabend im Sterngartensaale. Der Jüdische Jugendbünd und viele ändere hätten sich in den Dienst des Festes gestellt und brachten hier auf das Fest bezügliche Vorttäge und humorvolle Gesänge zum Vortrag. Am Sonntag morgen begaben sich die Mitglieder der Ehewrah'zum Friedhof, wo sie nach einer kurzen Ansprache an den Gräbern der Gründer des Vereins Gebete sprachen. Köln, 15. Dez. Die Repräsentantenversammlung beschloß die Erhebung eines Steuerzuschlages in Höhe einer halben Monatssteuer, also von 4,25 Prozent 'zu Gunsten des Wohlfahrtsamtes. Hamborn- 16. Dez. Der I ü d i s ch e F rauenverein in Hamborn begann seine diesjährige Winterarbeit. Der erste Abend wurde von einem Referat von Frau Jenny Grunewwald ausgefüllt über das Thema„Die Frau im Judentum". Die' Referentin entwarf ein Bild der Frau nn alttestamentlichen Schrifttum und schloß ihre Ausführungen mit einer kritischen Betrachtung über die Frau der Gegenwart. An den Vortrag schloß sich eine lebhafte 'Diskussion, in welchre Frau Grünewald den Beweis ihres großen jüdischen Wissens erbrachte. Beifall und Dank lohnte die hochm'teressante Darstellung. "Rosenberg O.-S., 15. Dez. 'Äm 10. Dezember sprach Herr . Bezirksrabbiner Dr. F e i n b erg, Groß-Streh- JUj O.-S.-, vor gyt. besuchter Versammlung über das Thema: >,Die Anschauungen des Judentums über die Wertschätzung der Arbeit". Mit Bibel- und Talmudstellen mies' der Vortragende nach,' daß zu allen Zeiten das Judentum jegliche Arbeit hochgeschätzt hat und entkräftete den Vorwurf unserer Gegner, der Jude sei für körperliche Arbeit nicht zu haben. In der Aussprache' rügte Preoiger Lewin das mangelnde Interesse in den Kleingemeinden .für den Handwerkerberus und die Landwirtschaft. Er bat u. a. das Rabbinat, auch dahin zu wirken, daß sabbathhaltende Firmen nur jüdische Angestellte beschäs- Basel, 15. Dez. Am 27. November 1932 fand die ordentliche Generalversammlung der Israelitischen Religionsgesellschaft Basel, statt. Aut Veranlassung des Präsidenten Herrn Jakubowitsch erstattete der Vize-Präsident, Herr Generalkonsul Sally Guggenheim, den Jahresbericht, welcher von der Generalversammlung zur Kenntnis genommen wurde. Anstelle des wegenstarker beruflichen Inanspruchnahme zurückgetretenen Vorstandsmitgliedes H. Rene Lehmann wurde Herr Direktor I. .Grünstem zum Sekretär der I. R. G. gewählt. Das Amt des Beisitzers entfiel durch Wahl auf Herrn G. Plaut. Auf Auttag der Verwaltung beschloß die Generalversammlung nach Anhören mehrerer halachischer Gutachten einstimmig, die Statuten, der J.R. G. dahin zu ergänzen, daß . künftig auch passive Mitglieder — Männer und Frauen — ausgenommen werden können, .welchen das Recht zusteht, sämtliche tttuellen Institutionen der I. R. G. zu benutzen. Die Generalversammlung nahm ferner davon Kenntnis, daß Herr Rabbiner Dr. Pinchas Kohn »"J. infolge anderweitiger starker Inanspruchnahme im Interesse der jüdischen Allgemeinheit an der Ausübung des Rabbinats der I. R. E. behindert ist. Die Generalversammlung wählte Herrn Rabbinats- Assesor Schochet, welcher .das Amt eines Rabbiners seit Jahresfrist in dankenswerter Weife interimistisch verwaltete, zum Rabbiner der I. R. G: Durch Annahme .dieser Wahl durch Herrn Rabbiner Schochet »"3' gewinnt die I. R. G. einen Rabbiner, welcher sich sowohl durch hervorragende halachische als auch akademische Bildung auszeichnet. Amsterdam- 16. Dez. Laut dem Jahresbericht der aschkenasisch-jüdischen Gemeinde in Amsterdam für das Jahr 1931 zählt diese Gemeinde 62 443 Mitglieder. Die religiösen Schulen der aschkenäsischen Gemeinde waren Ende Dezember 1931 von 1896 Schülern besucht. 389 Eheschließungen und 15 Ehescheidungen wurden im Berichtsjahre durch das Rabbinat vollzogen. London, 16. Dez. Die Universität hat unter großen Feierlichkeiten den durch die Munifizenz von Gustav Tuck gestifteten Neubau für die M o c a t t o - B i b l i o - thek, verbunden mit einem Museum und großem Vortragstheater. eingeweiht. Die von den verschiedenen Würdenträgern der Universität, gehaltenen Reden betonten die engen .Beziehungen, die von jeher zwischen der jüdischen Gemeinschaft Londons und der Universität bestanden hätten und die auch in dieser neuen Leistung jüdischer Wohlfahrtsgesinnung zum Ausdruck kommen. Tuck, der Vorsitzender der jüdischen Literaturgesellschaft in England ist, hat die vorzugsweise Benutzung der neuen Lokalitäten durch diese Gesellschaft Vorbehalten. Im übrigen stehen sie den Zwecken der Universität zur Verfügung. Briefkasten. I. S. in Die Vorttäge und Kurse sind nicht schriftlich niedergelegt. Erstere werden nach kurzen Aufzeichnungen gehalten, letztere in Form von Aussprachen geleitet. Gruß! Lehrer M. K. in A. 1) Über diese Frage hatten wir voriges Jahr im Israelit ausgedehnte Aussprache. 2) Eine Megillah kann vom isiv-genau so ausgebes. sert und instand gesetzt werden wie eine rro- 3) Jahrgänge 1891 besitzen wir. Vesten Dank, 0. L. in (ö. Die Berechnung der Tekuphah ist von der Länge des Sonnenjahres abhängig, das wir mit 365 Tagen 6 Stunden annehmen. Da auf diese Weise der Stundenüberschüß nach 4 Jahren zu einem Tag anwächst, rückt die Tekuphah im Datum um einen Tag weiter. Diese Ordnung wäre eine unveränderliche, wenn auch der bürgerliche Schalttag niemals unterbrochen würde. Pachdem dieser, Schalttag jedoch in den nicht durch 400 teilbaren Jahrhunderten wegfällt (z. B. 1900), muß von da ab das Datum der Tekuphah sich konstant um einen Tag verschieben^^' Die N)oche. Sijutn hagodaul der Chewroh-Schaß, Ostendstr. 18. . Wie in voriger Nummer bereits kurz mitgeteilt, indet der alljährliche -i-nnoi'v der obengenannten Chewroh- Schatz dieses Mal — es ist dies rryn die 15. Sijumfeier w’i 'b 'x m».' am 1.. Januar in der Frankfurt-Loge, Eschersheimer Landstraße 27 statt. Da am. gleichen Tag der Orthodoxe Rabbiner- Verband Deutschlands seine Tagung in Frankfurt a. M. abhält und sämtliche hier anwesenden Herrn Rabbinen in dankenswerter Weife Gäste der Sijumfeier sein werden, so. beginnt die Feier etwas früher wie sonst und zwar präcise 3 Uhr nachmittags. Es ist dem Vorstand der Chewroh-Schaß gelungen, für die Abhaltung des pin eine allbekannte talmudische Kraft, Herrn Rabbiner Dr. M. Schlesinger »~i. zu gewinnen. Kundgebung der Freien Vereinigung. Die jüdische Oeffentlichkeit ist in den letzten Wochen öfters im „Israelit" auf den tulturellen Fünfjahrplan zur Bekämpfung der Religion in .Sowjet-Rußland aufmerksam gemacht worden. Es ist dabei betont worden, daß weit über Sowjet-Rußlands Grenzen hinaus die G'ttlosenpropaganda eine schwere Gefahr für die Judenheit darstellt. Es ist daher lebhaft zu begrüßen, daß die Freie Vereinigung für die Interessen des orthdoren Judentums am Dienstag. den 3. Januar 1933 8.30 Uhr abends in der Frankfurt-L oge eine Kundgebung über das Thema: „Die G'ttlosenpropaganda und das Judentum" veranstaltet, bei welcher die Herren Dr. Kindermann, Rabbiner Dr. P. Kohn und Herr Redakteur' S ch a chil o w i tz referieren werden. Angesichts der Bedeutung des Themas sind auch Nichtmitglieder der Freien Vereinigung (Damen und Herren) zum Besuche der Veranstaltung höfl. eingeladen. Der Spiel, und Unterhattungsabend zu Gunsten der S. R. Hirfch-Schule. Der vom Ausschuß zur Erhaltung der S. R. Hirschschule veranstaltete große Spiel- und Unterhaltungsabend zu Gunsten der Schule am 23. ds. Mts. abends 8 Uhr in sämtlichen Räumen der Frankfurt-Loge findet reges Interesse in allen Kreisen der Freunde unserer Schule. Bei den Bemühungen der Veranstalter, allen Teilnehmern an diesem Chanukka-Abend einige gemütliche Stunden zu bereiten, dürfte diesem einen vollen Erfolg sichern. Nur noch wenige Karten sind bei Frau Ludwig Strauß, Palmstraße 9, evtl, an der Abendkasse zu 1 Mk. zu haben. Verein Mekor Chajim E. V., Frankfurt a. IN., Langestraße 18. Aus Anlaß des Chanuka veranstalten wir am Freitag, den 23. Dezember, 1. Tag Chanuka, abends 6 Uhr im Vereinslokal, Langefttaße 18, eine gemütliche Zusammenkunft. zu der wir Mitglieder und Freunde, insbesondere junge Leute herzlichst einladen. Für geistige wie körperliche Genüsse ist bestens vorgesorgt. Am Sonntag nachmittag fällt der übliche Vortrag wegen Chanuka aus. Chanukah-Festkonzerl. In dem am Dienstag, den 27. Dezember, pünktlich abends 3.15 Uhr, stattfindenden Chanukka-Konzert wird Hauptkantor Levi im zweiten Teil des Programms drei. Kompositionen des in England lebenden Samuel Almann zu Gehör bringen und zwar „Rabbi Elasar" „Hu hojo amcr" aus den Pirke Omans, und „al ele, w'al ele" aus den Kinans, ferner eine neue Komposition von Dymont,. „Golus-Marsch" betitelt. B e nno Ziegler wird „adauschem, adauschem" von Löwensteiner und als zweites Kaddisch ein im modernen St'll geschriebenes Werk des jüdischen in Paris lebenden Komponisten Ravel singen. Die Abendkasse im Saalbau ist ab 7 Uhr geöffnet. Unabhängiger Verein israelitischer Lehrer im Volkssiaale Hessen. Am Sonntag den 1. Januar 12933 vormittags 11 Uhr findet im Hörsaale der Synagoge der Jsraelitilschen Religionsgesellschast, Friedberger Anlage 5-6, die diesjährige Generalversammlung statt. Aus der Tagesordnung stehen folgende Punkte: 1. Begrüßung und Rechenschaftsbericht für 1931 und 1932. 2. Rechnungsablage. 3. Vorstandswahl. 4. Referat des Herrn Kollegen Dick, .Michelstadt i. O., „Sozialethik und jüdische Jugend". 5. Statutenänderung. 6. Anträge und Verschiedenes. Aus Rücksicht auf das hochinteressante Thema des Herrn Bick wird vollzähliges Erscheinen aller Mitglieder erwartet umsomehr, als auch andere wichtige Dinge zur Erörterung kommen. Reisekosten. (Sonntagssahrkarten) werden erseht. Sijumfeier der Schüler von R. Iakob S. Posen Zu einer Sijumfeier versammelten sich am 19. Kislev (Sonntag, 18. Dezember) die Schüler von Rabbi Jakob S. Posen die nach sechs Jahren vor? 'on zu Ende gelernt haben. Einer der-iip'v-Teilnehmcr hielt einen geistvollen rnn und sagte int Namen aller aus, auch weiterhin im Sinne des leider zu früh Heimgegangenen mmV o»ny $nip »an zu sein. Auch in den während der tadellos arrangierten, den Zeitoerhältnissen angepaßten mwo gehaltenen r>iv"N der Sijumteilnehmer, wie der Herren Jelen, Dr. Ellinger, Silbermann und Oelbaum, wurde dieses Gelöbnis ausgesprochen, und der als Gast anwesende Herr Halpern meinte, daß die Fortsetzung der o’W’P das schönste Denkmal sei, daß o'TB^n ihrem Nebben b-xt, setzen können. Solo- und gemeinsame Gesänge umrahmten die nix» mijm- Mil der neuen nviv 'v» ist bereits begonnen worden. Jnteresseuten, die daran teilnehinen wollen, sei mitgeteilt. daß allwöchentlich dreimal, Montag, Donnerstag und Schabbos um 3.30 bezw. 3.30 Ilhr im R. Jakob- Posen-Zimmer, Hermesweg 5—7, 2. Stock gelernt wird. Chanukahfeier für Kinder in der Frankfurt-Loge. Wie schon gemeldet, veranstalten am Donnerstag, den 29. Dezember, 3.30 Uhr mittags in der Frankfurt