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Der Israelit · 1932-12-22 · Heft 52 (22.12.1932) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
73 (1932)
Issue
Heft 52 (22.12.1932)
Date
1932-12-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
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22. Dezember 1932 Nr. 52 Frankfurt a. M., den 21. Kislew 5693 Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. aw——> n » —l^—1 Abonnenrent ab Jutt 1829: Deutschland 1.38 Marl monatlich; Ausland: Vterteljabrpreife (entsprechend dem deutschen Inlandspreis zuzüglich Kosten des Streifband-Versandes) Deutsch-Ssterreich: Schilling 8.—; Amerika 1 Dollar; England 4 sh.; ad 1 Juli Frankreich 38 Fr.; Belgien ab 1.7.27. Belga 8. Holland 3 fl.; Italien ab 1.1.38.18 Lire; Iugo» slavie« 83 Di«.; Liiaue« 7.50 Sit.; Rumänien ab l. 7. 27. 150 Lei; Polen 4 deutsche Goldmark zum Tageskurs oder 7 Zloty; Schweiz 5 Fr.; Tschecho-Slowakei 35 Kronen; Ungarn Pengo 5 ab 1. Juli 1837; Dänemark 3.50 Krön«; Norwegen 3.50 Krön. ^Schweden 3.80 Krön. Einzelnummer vierzig Goldpsennige. Der Israelit erscheint jeden Donnerstag. Inserate 50 Goldpf. für die stebengesp alten« Nonpareille-Zeile. Abonnenten zahlen bet Stellengesuchen und Famtlienanzetgen nur 40 Pf. Die 75 mm breite Reklamezeile: letzte Textseite 3.— Mk., vorletzte Textsette 3.50 Mk.; Thtffregebühr in Höhe eines dopp. Fernbrtefportos. Rabatt nach Tarif. Bei laufenden Inserataufträgen tarifm. .Preiserhöhung jederz. Vorbehalt. Jnseratenannahme durch de« Berlag des Israelit G. m. o. tz., Frankfurt a. M , Rechneigrabenstraße 7, Tel. Hansa 31084 sow. durch fämtl. Annoncen-Exped. d.Jn- und Auslands. Alleinige Inferatenann. für Franks. Geschäfts»»;.: Jul. Schmidt. Ostendstraße 83 Tel. 45868. Platzoorschr. ohne Perbtndlichk. iahlungen direkt an den Verlag auf Postscheckkonto Frankfurt (Rarn) Nr. 18813. — Äagecvem an: Postiparkasse Ären Nr.7260ö. —Postiparkaisenant Budapest Nr. 18434. — PostsHeckkonto Sarschau Nr. 190757. — Postscheckamt Zürich Nr. VIU7351. — Postscheckamt Amsterdam Nr. 34889 — Postscheckamt Prag Nr. 79.060 — Rumänische Kreditbank Bukarest und ihre sämtl. Filialen Der Gerichtsstand für alle aus Abonnements oder aus Inseraten stch ergebenden Zahlungsverpflichtungen ist .Frankfurt a. M. Hammer und Banner. Lange Zeit stritten die Philologen darüber, ob das Wort Ul aff a b i vom aramäischen apa „Kammer" kommt, oder die Initialen des Satzes aus der Schrift 'n 'Ka rpas •>», den die Krieger auf ihrer <fahne trugen, bedeutet. Bis man zuletzt dahinter gekommen ist, daß das gar kein philolvgenstreit ist, daß es hierbei .nicht um die Linguistik und Etymologie geht, sondern um Grundpfeiler der Lebens- und Geschichtsauffassung. Die <frage ist: Banner oder Kammer? Line Schicksalsfrage, so oft sie aktuell wird. Die ersten Träger dieses Helöennamens gaben wohl den Philologen auf beiden Seiten recht. Sie schwangen den Hammer und entfalteten die <fahne; wuchtig sauste der Hammer nieder, da es galt von Hast und Gewalt aufgerichtete Schranken zu sprengen, harmonisch klang der Hammerschlag des Aufbaus (des Wiederaufbaus) im Staat und Heiligtum, weil darüber die ^fahne ausgebreitet war, aus der in goldenen Lettern Mahnung und Memento leuchteten: „Ueber allen Mächtigen und aller Macht steht groß, unvergleichlich, und unerreichbar G'tt! . . . In der späteren Cpigonenzeit werden, — und damit war das Schicksal von Staat und Heiligtum besiegelt — Lanner und Hammer auseinandergerissen. Die Machthaber unter den letzten Makkabäern, die im verbrecherischen Bruderkrieg den Römer ins Land rufen, die „ Hammer inä nncr " im letzten jüdischen Kriege, kurz vor dem Untergange, sie tragen wohl die Initialen des '"aa» auf ihrer IAdbinöe, tragen aber die Devise nicht in ihrem Herzen. Die Hand schwingt den Hammer, das Herz ist leer, das Gehirn ausgehöhlt. Die Makkabäerfahne mit der goldenen Inschrift heben andere vom Boden auf und verkriechen sich mit ihr, scheu und schüchtern, aber mit der Kraft der großen jüdischen Zukunft, in die abseitigen Lehrhallen, jenseits vom Kampsgetriebe, jenseits vom Säbelgeklirre und harten Wettrennen um die Macht. Hilel und Schamai bleiben in ihren Werkstätten des Geistes, wo das jener Tag und Rächt -licht erlischt) von Rom und seinem Beauftragten in Judäa, Herodes, genau so unbeachtet, wie später Rabbi I o ch a n a n b e n S a k k a i in seiner Dorfschule zu I a b n e von D e spasian und Titus unbehelligt bleibt. jahne und Banner waren gerettet, aber der Hammer konnte ihnen, wie zur ersten Makkabäerkritischen Augenblicke den eigenen Ham mer mehr als den römischen. Und die Geschichte bat ihnen recht gegeben. soiorl hoben wurde, ö i e s e nicht erreichen, dafür aber um' zertrümmern, Mauern und Menschen, nicht aber Buch so sicherer, die eigene jahne z e c r e i f> c n |un6 Banner. Die welthistorische Auseinandersetzung u n ö z e rschme t t e r n m ü st t e. Die Hüter des zwischen R oin und Jerusalem hatte recht eigent- Geistes, Männer der großen Perspektive, fürchteten in; Üd; schon ihr Cnde und ihren vorläufigen Abschluß erreicht, als sich der Widerstreit auf die zwei judäischen (Ortschaften L ä s a r e a und I a b n e festhakte. Jetzt, nachdem der Römer den Rahmen des Staates zerschmettert, den Zaun, der ihm ein Hindernis auf dem Wege zur Weltherrschaft war, niodergeriffeu hatte, war der kurze Weg von Casarea nach Iabne u n - gleich weiter und länger als jener geographisch lange von Rom nach I e r u s a l e m. Line Welt, ein (Ozean lag dazwischen, und keiner von beiden Teilen dachte daran, diesen (Ozean zu überschreiten. Im stillen Winkel konnte der Garten des jüdischen Geistes, von den römischen Machthabern unbeachtet, unbegriffen, unbehelligt, blühen und gedeihen und Früchte reifen — auch für Rom selbst. Israel, das alte, weife, vielerfahreue Dolk sollte in der Gegenwart von jener Synthese „Hammer und Banner", aus der Spätere im Irrwahn eine A n t it h e s e machten, mancherlei lernen. Was hat sich im Grunde viel in der Geschichte geändert? Auch heute noch sehen die Dölker, im Besitze der Macht, ganz wie damals, in Palästina nichts anderes als einen weg zum (Orient, Schlüssel zur beim Postboten die Bestellung auf den „Israelit" für den Monat Januar Wird dies versäumt, so tritt eine Unterbrechung der Zusendung ein, ohne daß wir selbst Kenntnis davon erhalten. Für verspätete Bestellungen rechnet die Post einen Aufschlag von 20 Pfg. Verlag des Israelit G.m.b.H., Frankfurt a.M, Der eigene Hammer, der alles jüdische Den ken, Lun uüd Trachten an die jaust und die Macht Dorherrschaft im (Osten. Geht es auch nicht mehr, wie _ t „ damals, mit Sturmböcken und Brandfackeln, so ist festbannen wollte^ der die Dorratskammern in Brand noch heute so, daß jene nach außen gerichtete Machtsetzte, um dgs Dolk auf die Bastillen zu zwingen, -Politik, sofern wir uns selbst bescheiden und von der junge Hirn er aus den Lehrhaujern herausholte, ^Machtgelüsten freihalten und nicht „den Römer zur um sie für i.eu Kampf einzukleiden und wehrhaft j unserer eigensten Anliegen anrufen," machen, dieser Hammer, der die In n C111 0 r c ö c r ^unser Ligenes und Heiliges, das,' was uns Heiligen Stadt in feiner Gewalt batte und dem letzten Retter höchstens im Leichensarge der Dersteinerung die Pforte aufschlost, dieser Hammer bedrohte das Dolk in der Seele, im Herzpunkt. Denn er stieß b e w u st t gegen den früheren Derbündeten, gegen die Makkabifahne, vor ... Der r ö m i sich e Hammer dagegen sauste zunächst an der jahue vorbei. Ueber seinen eigenen Legionen, panzern, Sperren und Harnischen sah der Römer das Banner, unsichtbar wie her G'tt, dessen Rame es trägt, gar -nicht. Roms Hammer wollte nur niederbrecheii und nieherreisten und einen Weg freimachen nach dem V ri ent, über Judäa, über Leichenhügel, über blutgefärbte Seen und Ströme natürlich, nicht aber über Buch..und. Schrift, über geistige Trümmer.. Richt einmal an den Hallen des Zeit, nicht mehr dienen. Einmal weil es die Hammer-j Tempels lag ihm so viel, wenn nicht einer der Sol- Rlänner selbst nicht wollten, dann aber weil die Ban-! daten, wer weist, aus welchen dämonischen Unterherträger jetzt wohl einsahen, daß der Hammer, der! gründen, die Brandfackel. in. die Mauern geworfen jetzt gegen die unerhörte Wacht der Legionen erhätte. Der römische Hammer konnte Festungswerke Anrecht, und Anspruch aus Lrez Israel sichert, uns selbst zur ungestörten pflege und zweckdienlichen, zukunftverheistenden Ausgestaltung gern überlassen. Und wenn wir beute, vielleicht wie kaum in einer anderen Periode unserer Geschichte seit Uehemja, den Hammer des Aufbaus in Palästina schwingen, und das Land der Dergangenheit und Zukunft mählich auch als Land der j ü d i s ch c n Gege n w a r t vor unseren Augen ersteht, wer wollte stch da der himmlischen Musik im Takte dieser Hammerschläge entziehen! Allein in grandioser Lichtschrift leuchtet uns oic Mahnung aus der über dem Hammer sclnvebenden Makkabäerfahue: „Wer ist wie Du unter den Mächtigen G'tt?! ..." Cin G'ttesstaat erhob sich auf dieser heiligen Lrde, zerstört wurde später ein Staat nur, weil er ohne G'tt war. Aufgebaul soll der G'ttesstaat werden — mit Hammer u n d mit Banner, mit apa und mit 'n 'Ka *]iaa 1

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