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Der Israelit · 1932-10-27 · Heft 44 (27.10.1932) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
73 (1932)
Issue
Heft 44 (27.10.1932)
Date
1932-10-27
Page
– (sequence 11)
Language
German
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De v Israelit Nr. 44 Seite 11 27. Oktober 1932 Personalien. Fürth (Bayern), 1V. Oktober. Wie alljährlich versammelten sich am nai» naw die Mitglieder der orthodoxen Synagoge in der Neusynagoge, um nach altüberlieferter Weise den Mussar-Worten unseres Raws, Herrn Rabbiner Dr. Breslauer, zu lauschen. Aber die Zahl der Zuhörer war diesmal wesentlich größer. Galt es doch, den langjährigen treuen Beamten der Israelitischen Kultusgemeinde Fürth, Herrn Kantor und Lehrer Bernhard Gutmann. in dieser Stunde anläßlich seines Eintretens in den Ruhestand zu ehren. Ge-/ gen Ende seiner Droscho feiert der Herr Rabbiner den pflichttreuen Beamten als Muster und Vorbild seines Standes, als den Mann,, der in Treue und Pünktlichkeit Tag um Tag im G'tteshause seinen Dienst versieht und alle Mitglieder der Gemeinde, deren Abgesandter er ist, durch Freud und Leid ihr ganzes Leben hindurch begleitet. Für die „Schaumre Haüaß" dankte er Herrn Kantor Gutmann für die wertvollen Dienste, die er in 28jähriger Tätigkeit als n*i>v -nas geleistet hat und wünschte ihm das Beste für se-inen ferneren Lebensweg. Nach Beendigung der Droscho richtete in Vertretung des Synagogenkommissärs Herr Josef F e l s e n st e i n namens aller Besucher der Neusynagoge von Herzen kommende Worte, des Dankes und der Anerkennung an den aus dem Amte Scheidenden. Er hob besonders hervor, daß durch seinen Nachfolger sein Chasonus sich auch weiterhin in der Neusynagoge erhalten wird, was ihm ein Beweis der Anhänglichkeit seiner Gemeinde sein solle. Innerlich bewegt und freudig erregt über die unerwartete Ehrung, ergriff Herr Kantor Gutmann das Wort und dankte zunächst Herrn Rabbiner Dr. Breslauer, dann der Gemeinde und ihren Vertretern und vor allem der g'ttlichen Vorsehung, die ihm während seiner Amtszeit stets beigestanden hat. Mit einem „Mi Schebeirach" für die ganze Gemeinde schloß er seine schlichte und eindrucksvolle Rede. Beim nachfolgenden Minchoh-G'ttesdienst wurde das Aufrufen und der Mi Schebeirach des Herrn Kantor Gutmann feierlich gesungen. Möge ihm ein glücklicher «nd befriedigender Lebensabend beschieden sein. r»-v» Dieburg (Hessen), 25. Oktober. In der Frühe des av>, etwa um die Zeit, da man in der Synagoge^ die ergreifenden Piutim von mi und vsi sprach, hauchte Frau Selma Kaufmann, die Gattin des seit über 50 Jahren dort weilenden und amtierenden Lehrers David K., nach langem, schwerem, in Geduld und Ergebung getragenem Leiden ihre reine Seele aus. Dem bekannten Hause Möller in Hamburg entstammend, war sie eine aufrechte und gute Jüdin im vollsten Sinne des Wortes, ihr ganzes Leben hingegeben der Erfüllung von nnxa der Ausübung von Awaudoh miay und G'milus Chesed. Es fiel ihr nicht schwer, sich von der Weltstadt aus in dem viel kleineren, ganz andere Aufgaben an sie stellenden Dieburg zurechtzufinden. Ihr mit so viel Güte ausgestattetes Herz, der ihr eigne Takt und vor allem' ihre eiserne Willenskraft wiesen ihr den zu beschreitenden Weg und halfen ihr, in kürzester Frist das verwaiste Haus ihres Mannes, das sie als i"n n»« mit ihrer Liebe und Fürsorge beseelte, zum Mittelpunkte wahrhaft jüdischen Lebens und weitreichender Gastlichkeit zu machen. Ob ihres gütigen Wesens, dank ihrer steten Hilfsbereitschaft erfreute sie sich allgemeiner Beliebtheit bei allen Teilen und Schichten der Einwohnerschaft, was sich nicht zum wenigsten während ihres langen Krankseins, besonders aber bei ihrer am Tage nach 3-' erfolgten swap in erhebendster Weise kundtat, als zahlreiche nichtjüdische Miteinwohner, darunter auch die Geistlichkeit, ihr die letzte Ehre erwiesen. Das Andenken dieser npir gereiche dem bba zum Segen! n-’axm. Oberseemen, 25. Oktober. Am Simchastauroh ist Samson Sichel im Alter von 79 Jahren von uns gegangen. Von der großen Wertschätzung, die er überall genoß, legte die große Beteiligung bei seiner Beerdigung Zeugnis ab. Herr Lehrer Bauer aus Gedern schilderte in ausführlicher Rede Einzelheiten aus dem Leben des Verstorbenen. Er war ein Mann von Bescheidenheit, Friedensliebe und G'ttesfurcht. Vis vor kurzem nahm er an allen G'ttesdiensten teil und ließ sich nicht nehmen, alle Fasttage zu halten. Sein unauffälliges Wirken wird ihm bei allen, die ihn kannten, ein bleibendes Andenken sichern. Möge »-n den tiefbetrübten Angehörigen Trost spenden v-arw- Konlgrbach, 24. Okt. Am 1. November sind es 25 Jahre, daß Herr Abraham S r o g als pn und vniv hier fungiert. Durch sein schönes Oren hat er es verstanden, sich die Zufriedenheit und Achtung der ganzen n^nj» zu erwerben. Wir wünschen dem Jubilar auf seinem ferneren. Lebensweg alles Gute zu seinem und der Gemeinde Wohl. Oektingen, 17. Okt. Frau Ww. Recha B a d m a n n in Oettingen in Bayern, Schwester des Geheimrats Dr. Elie^er Rosenbaum b~ti, begeht am 29. Oktober ihren 7 0. Geburtstag. . vVia?- Altenstädt i. H.. 25. Okt. Am 28. Oktober begeht Herr Hermann Goldschmidt in seltener Frische und Rüstigkeit seinen 8 0. Geburtstag. Von wahrer Frömmigkeit und G'ttesfurcht erfüllt, ein aufrichtiger Jude alten Schlages, war er stets darauf bedacht, sein Haus zu einem echt jüdischen zu gestalten, welches gewissermaßen Mittelpunkt der hiesigen alten Gemeinde geworden ist. Noch heute versieht er mit größter Genauigkeit an jedem Schabbos das heilige Amt eines mip byz. Erst vor wenigen Jahren war es ihm vergönnt, an der Seite seiner wackeren Gemahlin im Kreise seiner weitverzweigten Familie das Fest der goldenen Hochzeit zu begehen. Möge '*.i ihm fernerhin segnend zur Seite stehen und ihn noch lange die Früchte seiner Lebensarbeit genießen lassen. v-yia». Neohof b. Fulda, 26. Okt. In der Nacht zu Jomkippur verstarb hier Frau Lehrer R o t s ch i l d nach vorangegangener kurzer Krankheit im Alter von 70 Jahren. Sie war die würdige Gatin des ihr etwa vor einem Jahrzehnt entrissenen, von der hiesigen Gemeinde, der Lehrerschaft und dem Fuldaer Raw b-iv an dessen Tau roh- Schiurim für Lehrer er stets mit großer Sachkenntnis und Freude teilgenommen hatte, hochgeschätzten Mannes. Ihm hatte sie durch ihre. verständnisvolle Mitarbeit zu segensvoller Wirksamkeit in der Gemeinde mitverholfen und so wuchs sie später noch stärker in die Rolle einer treuen fürsorgenden Beraterin und Helferin, deren edle Wesenszüge sich unserer ganzen Gemeinde tief eingeprägt haben, hinein. Ihre seltene Herzensgüte, stete Hilfsbereitschaft, gefestigte und g'ttesfürchtige Gesinnung prägte sie nicht nur dem Charakter ihrer Kinder auf, und ihr echtes Gemilus-Chesed führte auch dazu, daß bei ihrem Tode manche Gemeindemitglieder das Empfinden hatten, daß sie eine Mutter verloren hätten und auch viele Nichtjuden Tränen wirklichen Schmerzes vergossen. Die Beerdigung erfolgte unter starker Beteiligung der Nachbargemeinden. n-asun Vermischtes. Mosbach i. Baden, 26. Okt. Unter dem Vorsitz des Herrn Bezirksrabbiners Greilsheimer trat am Mittwoch, o-»an zum ersten Mae die neugebilbete Be - zirkskommission zur Förderung des geistigen und religiösen Lebens in den Landgemeinden des Kreises Mosbach zusammen. Einstimmige' Annahme fand der Beschluß, daß sofort mit der Winterarbeit begonnen werden soll. Unter Heranziehung aller arbeitsfreudigen Kräfte, insbesondere der Jugend aus den Landgemeinden, soll eine solche „Kulturaktion" in Angriff genommen werden. Es sollen vor allem häufige Vortrage religiösen, politischen, sozialen Inhalts — umrahmt von geselligen, insbesondere Jugendveranstaltungen — von geeigneten Persönlichkeiten gehalten werden. Hierzu stellt die Mannheimer Gemeinde in dankenswerter und selbstloser Weise ihre verfügbaren Kräfte aus den Jugendbünden zur Verfügung. (Streich-, Blasorchester, Sing-Spielschar der Jüngeren und Aelteren, Sprechchöre) und vor allen Dingen auch eine Anzahl Red. ner. Man erwartet von diesen Bestrebungen Befreiung der Gemeinden von ihrer Vereinsamung, mehr jüdisches Leben und nicht zuletzt mehr und regere Beziehungen der Nachbargemeinden zu einander und einen festeren Kontakt zu den Großgemeinden. Laut Kommissionsbeschluh ist eine größere Veranstaltung in Mosbach für den Monat November n-'« in Aussicht genommen. Brückenau, 11. Okt. Der hiesigen Gemeinde wurde hohe Ehre zuteil. Herr Rabb. Dr. V amberge r) nun im Ruhestand in Bad Kissingen lebend, wählte sich unseren Kreis als Aufenthalt an den vergangenen d'xtu d->b’- Das herzliche Verhältnis, das ihn in den 30 Jahren feiner Amtstätigkeit mit unserer Gemeinde verband, fand hierdurch neue Nahrung und Kräftigung. Auf besonderen Wunsch unserer Gemeinde reichte uns Herr Dr. B. aus dem reichen Schatze seines Thorawissens einige wertvolle Gaben. Am Vorabend des n~i erfreute er uns durch «in« sinnige Deutung des dreifachen Schofarklangs, im Anschluß an.Hannas Gebet > > - '3'ix by 's ani 'na ’jnp nan 'na ’aV und bereitete so die rechte Stimmung vor für ein inniges Abendgebet. An den in unserer Gemeinde bestehenden n'-mrv beteiligte sich Her Dr. B. mit sichtlicher Freude. In der n^'»a-Stunde des gestrigen Tages ergriff Herr ' Rabbiner nochmals das Wort zu einer kurzen, zu Herzen gehenden Ansprache, um dann in inniger Weise dasni"*> Gebet vorzubeten. Möge er uns als nri» r^a erhalten bleiben. »-yia» i Iowa-LUy, 27. Sept. Wie hier üblich, wurde das neue Universitätsjahr durch einen sogenannten Vesper- G ' t t e s d i e n st eingeleitet, der aus musikalischen Darbietungen, Vorlesung von Psalmen und einer Festrede besteht. In diesem Jahre fand die Feier in dem prächti- - gen Saale der Iowa Memorial Union statt und es nahmen daran mehr als 1500 Personen, meist Professoren und Studenten teil. Die Festrede hielt Prof. Moses Jung von der an der Universität bestehenden „Schule der Religion" über das Thema „Bleibende Werte". Er legte dar, wie übexall in der Welt, auch in Amerika, der Gedanke durchdringe, daß Geschicklichkeit, Erfolg im Beruf und ein rein zweckhaft gerichtetes Studium nicht das höchste sei, weil es nicht zur Heranbildung wahrhafter Persönlichkeiten führen könne. Hierzu seien vielmehr allein die bleibenden Werte des auf die Erkenntnis des Uebersinnlichen gerichteten religiösen Gedankenlebens geeignet. Briefkasten. W. A. Betrag für Spende weitergegeben. Akoni in A-. Betrag für Rußland-Spende etngegangen. IS. in «J*. Es ist leider nicht möglich, Ihnen den Namen des Einsenders zu nennen. Hk. in Urag. Mit dem Worte sollte angedeutet werden, daß jüdische Geschäfte leider oft antisemitische Praktiken anwenden. Damit erledigt sich Ihre Beanstandung von selbst. Glasender in Karlsruhe. Einen Nachruf auf Israel Daruch b'st finden Sie in der heutigen Nummer, f« daß sich weitere Veröffentlichungen erübrigen. 31. 3*. 18. Elul 5623. Esch Original-Dauerbrand-Oefen Nieder« Preise! Zahlungs-Erleichterung 1 Hilfe lir eine\ . Die hier noch wohnenden fünf jüdische» Familien möchten ihre ehrwürdige Synagoge aus dem Jahre 1699, die immer baufälliger wird, um jeden Preis erhalten. Uns fehlen aber hierzu die Mittel aus eigener Kraft. Wir richten an alle unsere Glaubensgenossen die herzliche Bitte, uns bei diesem g'ttgefälligen Werke zu helfen und Beiträge an den Unterzeichneten Gemeinderepräsentanten zu senden. > S. Kahn, Rieneck (Ufr.), Postscheck Nürnberg 86227. nV? npian Erstkl. Ehen vermittelt streng reell und gewissenhaft mit Erfolg. Offerten mit Rückporto erbeten unt. 636 an d. Erp. MATTE LEVI ZWEITER TEIL l Responsen zu Orack Chajim uad Jore Dea Rabbiner Dr. MARCUS HOROVITZ s. A. Aua seinem handschriftlichen Nachlaft herassfefteben rc* Rabbiner Dr. Jakob fiorovitx Umiaag 18 Bogen Folie Vorzngeprela fSr Btaiallaajta, die bia nun 30. November 1932 in meinest Besitz« sind: Iftr daa braachiart« Exemplar.RM. 0.— ffir daa in Lola an gebundene Exemplar RM. 7.— Nack Ablaai der oben angegebenen Fritt erhöht sich der Preis: iftr daa broschierte Exemplar auf . . . RM. 7.30 iftr daa gebundene Exemplar auf . . . RM. 9.— J. KJUIFFMII VERLAG - FRANKFURT LII. SckiUarstraase 19 BLUMENHANDLUNG GEORG BOCK-VOGEL nur Eschersholmer Landstraßei Ecke Bockenheimer Anlage Telefon Zeppelin 52334 Blumenspenden-Vermittlung nach dem In - und Ausland der »»lene Heiwsckwucfc! 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