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Der Israelit · 1932-09-29 · Heft 40 (29.9.1932) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
73 (1932)
Issue
Heft 40 (29.9.1932)
Date
1932-09-29
Page
– (sequence 9)
Language
German
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29. September 1932 Der Israelit Nr. 40 Seite 9 Es läge deshalb nm allgemeinen Interesse zur Fördening des Verständnisses für die Gebete, wenn der Verlag durch zahlreiche Vorausbestellungen bei den jüdischen Buchhandlungen auf das bezeichnete Buch in Stand gesetzt würde, bis zum nächsten Jahre wieder eine Neuauflage erscheinen zu lassen. Hierzu sollten Rabbiner und Lehrer durch Hinweise beitragen und ebenso jeder in seinem Freundes- und Bekanntenkreis darauf hinwirken, daß Vorausbestellungen erfolgen. Das Buch eignet sich auch oanz besonders als Geschenk für Bar-Mizwoh-Knaben. " G. E. Personalien. Vaisingen, 22. September. Am 23. September durste Herr Hirsch Benedikt seinen 87. Geburtstag feiern. Der geistig und körperlich noch rüstige Jubilar ist das älteste Mitglied der hiesigen Gemeinde, und wünschen wir ihm im Kreise seiner Familie einen gesegneten Lebensabend. Butzbach, 22. September. Vor kurzem feierte unser Gemeinde-Mitglied, Herr Louis Engel, seinen 75. Geburtstag. Der Vorstand der Gemeinde gratulierte dem Jubilar und überreichte ihm einen Sessel, mit dem Wunsche, daß es ihm noch recht lange vergönnt sein möge, in Ruhe und Frieden zu leben. Herr Engel, welcher dem traditionellen Judentum angehört, hat sich in unserer Gemeinde große Verdienste erworben. Er fehlt bet keinem G'ttesdienst, auch als Chasan hat er sich der Gemeinde immer unentgeltlich zur Verfügung gestellt und immer im Sinne der Thora gehandelt und als Beispiel gewirkt. Vor einem halben Jahre traf ihn ein schwerer Verlust mit dem Tode seiner Gattin. Möge er lange unserer Gemeinde erhalten bleiben. Diemerode, Bez. Cassel. Am 12. Elul verschied nach kurzem Kranksein Viktor Falken stein im Alter von 87 Jahren. Er war noch einer von den wenigen, die an den Feldzügen 1866,- 70 und 71 mit gekämpft haben. Die am 22. Elul stattgefundene legte ein beredtes Zeugnis ab von der großen Beliebtheit, deren sich der Verstorbene in nächster und weiter Umgegend erfreute. Ein Mann von seltener Herzensgüte und Bescheidenheit, Friedensliebe und G'ttesfurcht, füllte er sein Leben mit Bemühungen für Thauro und Mizwaus aus. Sein Kampf galt der Erhaltung seiner kleinen Gemeinde. Lange sorgte er, daß Minjan war. Die letzten Jahre seines Lebens war es ihm aber nicht mehr vergönnt, die Gebete TiaM zu verrichten. Ein sehr zahlreiches Trauergefolge begleitete die irdische Hülle zum Bes Aulom, wo der Lehrer der Nachbargemeinde Sontra, Herr Wiesenfelder, in bewegten Worten dem allgemeinen Schmerze Ausdruck gab. Sein unauffälliges Wirken wird ihm bei allen Jehudim und Andersgläubigen ein bleibendes Andenken bewahren. Möge »"am den tiefbetrübten Angehörigen Trost spenden. rraxjn Eubigheim i. Baden, 21. September. Am 19. Elul wurde unter ungewöhnlich starker Beteiligung der Einwohnerschaft und der zahlreich von auswärts Erschienenen Frau Fanny Reich geb. Freudenberger im Alter von 83 Jahren zu Grabe getragen. Die Entschlafene war eine Patriarchin von allseitiger Verehrung und Beliebtheit, welche schon bei Lebzeiten mit der Krone des guten Namens geschmückt war. Vor dem Trauerhause und am Grabe brachten Herr Bez.-Rabbiner Ereilsheimer, Mosbach (Baden) und Herr Lehrer W. Wertheimer,, Buchen, als Schwiegersohn in bewegten und ergreifenden, aber auch wohltuenden Worten des Trostes und Dankes all das zum Ausdruck, was alle fühlten, die diese Frau kannten. Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren. ..-ra^n Vermischtes. Berlin, 27. September. Im Anschluß an die in der letzten Nummer des Israelit veröffentlichte Notiz über die Entwicklung und die Tätigkeit der Ehewra Kadischa, Groß- Berlins und ihres rührigen rabbinischen Leiters, Rabbiner Dr. Link, dürfte es interessieren, die Stellungnahme der Ehewra Kadischa zu den neuerlichen, in ihrer Tendenz der Förderung der Leichenverbrennung g ü n st i g e n Beschlüssen des Gemeindevorstandes kennen zu lernen. Die Ehewra hat, um jeden Zweifel hierüber auszuschließen, in ihre Satzung die Bestimmung ausgenommen, daß sie allen Juden Berlins zur Verfügung steht, ihre Mitwirkung jedoch in allen denjenigen Fällen versagt, in denen nicht die vorgeschriebene Erdbestattung gesichert ist. Ottensoos, 25. September. Am Sabbat tra:» 's verabschiedete sich Herr Bez.-Rabbiner Dr. Mannes- Schwabach von unserer Gemeinde, nachdem er diese 31 Jahre lang in vorbildlicher und hingebungsvollster Weise betreut hatte. Trotz anders gerichteter Beeinflussungsversuche entschied sich unsere Kehillo mit den Nachbargemeinden Hüttenbach und Forth, sich wiederum einem gesehestreuen Rabbinate anzuschließen. Die Wahl fiel auf Herrn Bez.-Rabbiner Dr. Munk-Ansbach, der, allseits herzlich begrüßt, am inm na® zum ersten Male hier seines Amtes waltete. Der nunmehr auf eine fünfzigjährige Berufsarbeit zurückblickende, um Richtung und Zusammenhalt unserer Kehillo sehr verdiente Lehrer Alexander Gutmann wurde von dem scheidenden Raw durch Verleihung des geehrt. Über 25 Jahre altbewährtes Haus- und Ernrorbenritt-l bei Oitfeuztia, Ischias, ko pf-, Nerve« u. Erkältungsschmerzen Ermüdung, Strapazen, Sport. Karmelltergeist Amo! in allen Apotheken und Drogerien. München, 25. September. Ganz entgegen der Entwicklung in Bayern, die einer Zusammenlegung der Klein- Nabbinate zustrebt, errichtet die Gemeinde T r e u ch t - l in gen mit dem 1. Oktober ein selbständiges Rabbinat. Treuchtlingen war bis zum Jahre 1873 ein besonderes Rabbinat zuletzt unter Rabbiner Skutsch. In jenem Jahr schloß sich Treuchtlingen an die Person des Rabbiner Wißmann des damaligen Rabbiners des Distriktsrabbinnts Schwabach, an. Unter dessen Nachfolger Rabbiner Dr. Mannes blieb der Status quo, daß Treuchtlingen rechtlich nicht zum Distrikts-Nabbinat Schwabach. als solchem gehörte. Als mit dem 1. Juli das Distrikts-Nabbinat Schwabach aufgelöst wurde, schlossen sich fast alle Gemeinden entweder an das Rabbinat Ansbach oder nach Nürnberg an. Treuchtlingen, das in gemeindepvlitischer Hinsicht energisch seine kulturellen Interessen wahrt, beschloß nun in Anbetracht der — jedenfalls in Treuchlingen — Tradition gewordenen Anhänglichkeit und Entgegenkommen zu ihrem Rabbiner von neuem ein selbständiges Rabbinat Treuchtlingen unter dem ihnen lieb gewordenen Rabbiner Dr. Mannes zu errichten. So zeigt sich wieder einmal, daß eine Gemeinde, der Jüdischkeil nicht nur Deckmantel des Selbstvorteils ist, vieles auch gegen den Willen übergeordneter Organe durchsetzen kann. Neustadt (Kr. Kirchhain), 20. September. Am 18. September wurde unsere renovierte Synagoge im Beisein der Gemeindeangehörigen und vieler geladener Gäste dem G'ttesdienst übergeben. Rach einleitender Liturgie durch Herrn Lehrer Weil ergriff Herr Provinzial- Rabbiner Dr. Cohn, Marburg, das Wort zu einer Weiherede. Dann sprachen Bürgermeister a. D. Dr. Grün, Kirchhain, als - Vertreter der Kreisverwaltung, Beigeordneter Reppler, Neustadt, der besonders auf die Tätigkeit des Gemeindeältesten Salli Levi, der in seiner fast 10 jährigen Amtstätigkeit, neben der Synagogenrenovierung, den Bau einer Leichenhalle nebst Wirtschaftsraum für die Volksschule, die Jnstandssetzung des Friedhofs durchgeführt hat, ohne die Gemeinde zu belasten. Herr Bürgermeister Dr. Bicker, Neustadt, sprach, als Vertreter der Stadt, der jüdischen Gemeinde die besten Glückwünsche aus. Herr Eemeindeältester Salli Levr betonte in der Schlußansprache die Freigebigkeit der Gemeindemitglieder und, sprach allen Teilnehmern der Feier seinen Dank aus. Mit dem Vortrag eines Liedes durch Herrn Lehrer Weil schloß die eindrucksvolle Feier in der prächtig hergerichteten Synagoge. PHONK Leben£ver$idierungsge£dlS(±iM PHÖ3MIX i n Wien gegr. 1882 VertragsgesellscIiaSi der Agudas Jisroel Versieherungsbestand 1,7 Milliarden Goldmark Weltorganisation Zweitgrößte private Lebensversicherungs-Gesellschaft des europäischen Kontinents Arbeitsgebiet 19 Staaten - ein bedeutsamer Risikoausgleich! Direktion für das Deutsche Reich, München, Giselastraße 21, Berlin W 9, Friedrich-Ebertstraße 2/3 FAMIUENSCHUTZ Erste jüdische Familienversicherung auf gemeinnütziger Grundlage Empfohlen u. a. durch: Den Vorstand des Landesverbandes gesetzestreuer Gemeinden, Halberstadt Den Vorstand der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen «Judentums Den Rat des Preußischen Landesverbandes - Den Rat des Bayrischen Landesverbandes Den Vorstand der «Jüdischen Gemeinde zu Berlin * Den «Jüdischen Frauenbund - Den Reichsbund «Jüd« Frontsoldaten Niedrigste Monatsbeiträge, hohe Leistungen, günstige Bedingungen! V er langen Sie unser Angebot! FAMILIENSCHUTZ Gemeinnütziger Verein für Hinterbliebenenfürsorge der Mitglieder der jüdischen Gemeinden e. V. Berlin-Charlottenburg 2, Kantstraße 458

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