Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 73 (1932)
- Issue
- Heft 40 (29.9.1932)
- Date
- 1932-09-29
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Nr. 40 . cm ...... 29. September 1932 fjftßttf fU?t K. SU«, bfctt 28. Elul 5692 Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Abonnement ab Juli 1839: Deutschland IM Mark monatlich; Ausland: Vterteljahrpreise (entsprechend dem deutschen Inlandspreis zuzüglich Kosten des Streifband-Versandes) Deutsch-Lsterreich: Schilling 6.—; Amerika 1 Dollar; England 4 sh.; ab 1 Juli Frankreichs Fr.; Belgien ab 1.7.37. Belga8. Holland 3fl.; Italien ab 1.1.38.18Lire; Iugo» slavien 88 Din.; Litauen 7ÄV Lit.; Rumänien ab l. 7. 27. 150 Lei; Polen 4 deutsche Gold, mark zum Tageskurs oder 7 Zloty; Schweiz 3 Fr.; Tschecho-Slowakei 33 Kronen; Nngarn Pengo S ab 1. Juli 1937; Dänemark 3.S9 Krön.; Norwegen 3.80 Krön.; Schweden 3.80 Krön. Einzelnummer vierzig Goldpfenntge. Der Israelit erscheint teden Donnerstag. Inserate 8V Doldpf. für die stebengesp altene Nonpareille-Zeile. Abonnenten zahlen bei Stellengesuchen und Famtlienanzeiaen nur 40 Pf. Die 78 mm breite Reklamezeile: letzte Textseite 3.— Mk., vorletzte Textseite 2.50 Mk.; Ehiffregebühr in Höhe eines dopp. Fernbriefportos. Rabatt nach Tarif. Bet laufenden Inserataufträgen tarifm. Preiserhöhung jederz. Vorbehalt. Jnferatenannahme durch den Verlag des Israelit T. m. b. H., Frankfurt a. M , Nschneigrabenstratze 7, Tel. .Hansa 31084 sow. durch siimtl. Annoncen-Txped. d.Jn» und Auslands. Alleinige Jnferatenann. für Franks. Gefchäftsanz.: Jul. Schmidt, Ostendftratze 83 Tel. 48868. Platzvorschr. ohne Berbindlichk. Zahlungen direkt an den Verlag aus Postscheckkonto Frankfurt (Main) Nr. 19813. — Außerdem Warschau Nr. 190787. — Postscheckamt Zürich Nr. VIII7354. — Postscheckamt Amsterdam Nr. 34869 Der Gerichtsstand für alle aus Abonnements oder aus Inseraten an: Postsparkasse Wien Nr.79605.—Postsparkassenamt Budapest Nr. 18434.—Postscheckkonto — Postscheckamt Prag Nr. 79.060 — Rumänische Kreditbank Bukarest und ihre sämtl. Filialen stch ergebenden Zahlungsverpflichtungen ist Frankfurt a. M. 3ES Gericht und Rechtfertigung. Zu Rosch haschono 5693. Von B. C. in F. Hoch und erhaben ist der Thron des Weltenrichters. vor ihn treten die Erniedrigten und fühlen sich erhoben, vor ihn tritt Israel freudig und der Hilfe gewiß am ersten Tage des Jahres. Wit siegesfrohem Sange feiert unser altgeheiligter Brauch diesen Tag, und wir zählen ihn zu den festlich gehobenen Womenten des Jahres. An ihm lesen wir aus der Thora den Brief unseres Adels, den Opfergang Iizchoks, dessen Segen uns, Jahrtausende überdauern ließ. An ihm stoßen wir auf G'ttes Geheiß in das Horn des Jubels, des. Jubels über die Allherrschaft G'ttes, der Freude über fein Königtum und Seinen Sieg über alles Böse. An ihm würzen wir unser Wahl mit Vorzeichen und Andeutungen des Süßen und Lieblichen, das wir für unser Leben im Jahre erbitten. An ihm lobpreisen wir dankend und bittend G'tt in Hymnen und Psalmen, der uns bis heute geleitet und der uns allezeit zu schützen verheißen hat: (Ies. 55, 22). &r‘ „Denn G'tt ist unser Richter, G'tt unser Gesetzgeber, G'tt unser König; Tr, Tr wird uns helfen". I. Ruft uns der Allgütige vor Seinen Richterthron, so folgen wir in diesem Jahre bereitwilliger als in-manchem vorigen. Auch wer stch selber schuldbeladen weiß, tritt vor G'ttes Gericht heute mit Wünschen und Fragen. Tr fragt mit David (ps. 7, 4—6): „G'tt, mein G'tt, wenn ich das getan — wenn Unrecht an meinen Händen ist, — wenn ich dem mir Wohlwollenden Böses vergolten und meinen Bedränger grundlos beraubt habe, — darf ein Feind meine Seele jagen und meine Lhre in den Staub zerren für ewig." Cs ist wohl niemand unter uns, der keines Undankes gegen Wohlwollende, keiner Unredlichkeit im ganzen täglichen Leben und keiner Regung von Schadenfreude im ganzen Jahre stch schuldig bekennen müßte, völlig im rechtlichen Vorteile aber wissen wir uns alle gegen jene verblendeten, die mit Undank unsere Mtarbeit am Wohle des gemeinsamen Vaterlandes und am Aufstiege seiner Kultur lohnen, Lug und Trug über uns verbreiten und über unsere heilige Thora, ihre Gesetze und Rechte Schimpf und Schande häufen. Völlig im rechtlichen Vorteile wissen wir uns gegen alle diese; nur an Zahl und Gewalt allein sind sie uns überlegen. Zahl und Gewalt aber haben vor G'ttes Richterthron gar keine Bedeutung. Und ständen wir Tiner gegen Tausende — G'ttes Recht ist nicht mit dem Stär- Verlag des Israelit u. Hermen G. m. b. H. Neuerscheinung: Mensch und Prophet im'. derzeit Von Oberrabbiner Dr. A. Altmann Preis RM. 0,50 Ferner erschienen soeben: Die drei großen Propheten Jesajas, leremiia und Jecbesket Von Oberrabbiner Dr. Josef Carlebach in Altona 133 Seiten in steifer Broschur RM. 3.— in gediegenem Leinwandband RM. -4-— Zwischen Ruinen u. Aufbau inErez Jisroel Eindrücke einer Erez Jisroel-Reise mit der Palästine-Centrale der Agudas Jisroel von 8 Schachnowitz 77 Seiten, steif broschiert, RM. 0.50 Die sexuelle Not in jüdischer Schau Von Dr. med. Jacob Levy 82 Seiten, steif broschiert, RM. 0.50 Lebenskampf und. Eine Erkenntnis und Aufrüttelung von Oberrabbiner Dr. Altmann 29 Seiten, steif broschiert, RM. 0.50 Zu beziehen durch alle besseren Buchhandlungen, sowie auch direkt vom Verlag gegen Überweisung der Beträge auf Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr. 19802. Porto innerhalb Deutschlands für die Propheten RM. 030 für die kleinen Broschüren RM. 0.10, für alle vier kleinen Broschüren zusammen RM. 0.15. keren. Und wären in unseren eigenen Augen wir (Job 33,-53) mit tausend Sünden beladen und an uns selber nur eine Tugend als Fürsprecher gegen tausend Ankläger, — G'tt ist mit dem Linen und spricht uns frei und ermutigt durch den Linen unsere ganze Seele. — G'tt ist unser Richter. Und so auch nach außen. Lr fragt nicht nach links oder rechts, nach Vielem oder Wenigem, nach Bedeutenden. oder Unbedeutenden, nach Lachern oder ver-- lachten; er fragt nur nach dem Rechte. Heil dem, der mit David stch im Recht gegen seine Bedränger weiß! Die Synagogen wurden bedroht und beworfen, die Beter verfolgt und' belacht, — und hier drinnen beten wir, daß vor G'ttes Thron die g a n z e Welt Gnade finde am Tage des Gerichtes, — lassen mit Roach, dein Vater der Welt, die Sprüche erbarmenden Gedenkens beginnen und sehnen für alle Wenschen, ob uns feindlich oder freundlich, den Regenbogen der Versöhnung und des Friedens herbei, des Friedens, der ein Rame G'ttes ist, G'ttes, der (ps. 29, 16—10) „zur Sintflut thront und Frieden seinem Volke gibt." II. G'tt ist aber unser Richter und Rechtfertiger nur, weil Lr unser Gesetzgeber ist. Auch wer sein Gesetz im ganzen Jahre täglich verletzt, ja wer es gänzlich hinter sich geworfen, — in diesen heutigen Tagen des Jahresanfangs zieht es uns alle. — ausnahmslos in den lieblichen Bann des G'tteshauses. Ls zieht uns, den Posaunenschall zu vernehmen, mit dem eg gegeben wurde. Und wir — wir kommen alle und hören diesen Schall — heute n i ch t. Die größere Heiligung des Sabbats verbietet die Ausübung des Thocagcbots des Schofarblasens. Das Schofar über eine Straße zu tragen wäre, eine so schwere Lntheiligung des Sabbat, daß, um sie unmöglich zu machen, das Schofargcbot am dies- ' jährigen ersten Roschhäschono ruht. Am Sabbat ist dieser bloß ein Tag des Gedenkens des Terua- Tones. Als König der g'ttlichen Feste gebietet ihm der Sabbat Schweigen. Ob wir an das Horn des Widders denken, den Abraham statt seines Sohnes opferte, damit Opferwille der Hauptcharakterzug seiner Rachkommenschaft bleibe, — ob an dem Schofarklang des Sinai, von dessen Gipfel G'tt uns sein Wort verkündigte, —• ob an das Horn des Schreckens vor dem Jerichos Wauern stürzten und vor dem einst aller Frevel auf Crden gleich Rauch verfliegen soll, — das alles steht zurück vor der unveränderlichen, ewigen Ruhe des Sabbat. Weit in den Alltag hinaus leuchtet es, tief in unsere Seele hinein schenkt er uns Leben. Der Tag, an dem wir durch Unterlassen jeder werkarbeit die Schöpfung dem Schöpfer nur in die Hände geben, — ja, der Tag, an welchem 1944 5160511