Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 73 (1932)
- Issue
- Heft 39 (22.9.1932)
- Date
- 1932-09-22
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Der Israelit 22. September 1932 22. Seite 2 Nr. 39 rikas zerstreut, daß es ihrem geliebten und verehrten Rebben vergönnt ist, dem Zuge seines Herzens zu folgen, in der Nähe des io rmia nvs bov Vn Lauernde Wohnstätte zu nehmen. Getrieben von der Sehnsucht seiner G'tt nahen Seele, die das rni-2-Lcid, den m'2L7 pibo so tief wie kaum ein anderer empfindet, wird er unser Führer an heiligster Stätte werden. Ein Leben, nur seinem G'tte und der Thauro geweiht, hat damit wunderbarste Krönung erhalten. Zu Patsch geboren, sein Vater ein Neffe des Maram Schick, lernt er als junges Kind in Bonphad bei Rabbiner Mosche Pollak, dem Verfasser des nva im, noch zu einer Zeit, als dessen Vater die Ieschiwo führte, Rabbi Seckel Pollak, ein Talmid des Chafani Sofcr. Als der junge Bochur später in die Preßburger ' Ieschiwo eintritt, erregt seine gemessene von Frühreife zeugende Natur, seine den Jahren weit vorauseilende ll'vv vxi' und die nicht zu übertreffende mann im Lernen das Erstaunen seiner Umgebung. Schon als jung verheirateten Mann rühmt ihn der Größte seiner Zeit, der Mader Eaon, sein Schwiegervater, als v"-?2 D’poisi und überträgt ihm die Leitung seiner Ieschiwo. Mit 27 Jahren ergeht an ihn der Ruf, Führer, der neu gegründeten Kehillo in Galanta zu werden. Mitten in einem heißbrennenden Kampfe zweier Richtungen geht der junge Raw, von einer kleinen Schar von Treuen gestützt, ruhig und sicher seinen von seiner Aufgabe allein diktierten Weg und baut in kurzer Zeit dort eine Ieschiwo aus, die der Kehillo Glanz und Weltruf verschafft. 26 Jahre ist es der Galantaer Kehillo vergönnt, die bedeutendste Ieschiwo Ungarns in ihren Mauern zu bergen. Im Jahre 5681 wird er nach Hust an die Stätte des Maharam Schick berufen. In der Schule des Chasam Sofer ist der Huster Raw gereift, in diesem ursprünglich in Deutschland heimischen alten Derech von Thauro und nnm, der weit entfernt ist von jeder Art von Mystizismus, wie er in seiner in sich gekehrten Weltfremdheit nimmermehr Führergestalten zu erzeugen vermag, aber auch fern der entgegengesetzten Richtung, die den Mittelpunkt der jüdischen Erziehung in die Kultur der Umwelt verlegt. Getreu dem Vorbild der vergangenen Größen, der Rischaunim und Acharaunim, haben Ungarns den natürlichen Nährboden für die Entwicklung einer harmonisch-jüdischen Persönlichkeit einzig allein im jüdischen Kulturgut, in Thauro und Jiro gesunden, 'j?i>x m ds? mnn D*aa ganz, ungeteilt seinem G'tte zu gehören, das war immer das jüdische Erziehungsprogramm, das war die Wegrichtung, die des jüdischen Frankfurt großer Sohn dem Lande seines Wirkens gab. Persönlichkeiten von ungehemmter sittlicher Kraft, von ungebrochener Größe, oas ist Ungarns Stolz seit des Chasam Sosers Zeit. So steht vor uns das Bild dieses ungarischen Godaul. ein starker b2v> die Welt mit größtem Verständnis. mit gespanntester Aufmerksamkeit verfolgend, aber nirgendwo anders wurzelnd als im unerschütterlichen Glauben an die g'ttliche Kraft der . pMwv Kraft schöpfend, im unmittelbaren Erleben des E'ttdienens, des E'ttnahestehens, das der Tefillo ihren urmächtigen Sinn verleiht. Solches Leben und Erleben jüdischen Seins hat seine Wirkung auf die Generation nicht verfehlt. Auf der unentbehrlichen Grundlage des alten jüdischen rna'an haben Ungarns Gedaulim die Jugend zu den Quellen der Thauro geführt. So ist auch das Gemoro-Lernen auf den Jeschiwos in Galanta und Hust nicht ein Sondersach, das dem Intellekt Spielraum und Betätigung gibt, es ist eilt Teil, ein integrierender Teil der in Worten nicht zu schildernden Awaudaus Hakaudesch, die der große Meister seinen Schülern vorlebt, und seine Tefillo, aller Künste entbehrend, aber wie sichtbar aus den tiefsten Urkräften einer großen Persönlichkeit quillend, ist seinen Bachurim so deutlicher Leitstern ihres Lebens, wie die Worte seines täglichen Mussürschiurs. Sein ii»bn yn, ber seiner Ieschiwo den weltberühmten Namen schafft, ist so ganz Ausdruck seiner Persönlichkeit/ die frei von aller Eitelkeit, das Forum der Öffentlichkeit meidend, nichts anderes sucht als den Weg der d’jiipxi zu gehen, ihre Schittos klarzulegen, jedem Buchstaben ihrer Worte Sinn und Gehalt zu geben und den Talmidim die Ehrfurcht vor jüdischen Großen als unerläßliche Voraussetzung ihres Lebens einzuprägen. Das klare Auge, das über Welt und Leben, von Schein und Lüge nicht getäuscht, so weisen Bescheid gibt, kennt auch die Seele seiner Jünger in ihren feinsten Nuancen und jeder wird auf seine Weise den rechten Weg gewiesen. Die Kenntnis der tiefsten Wurzeln der Menschenseele gibt dem großen Erzieher auch Verständnis für menschliche, für kindliche Schwächen, sie gibt dem strafenden Worte die Milde, die den Sieg über die widerstrebende Jugend erleichtert. Die Menschenkenntnis formt aber nicht nur den großen Erzieher, sie ist auch die Schöpferin der großen Menschenliebe, die dem ungarischen Godaul Postulat seiner Jüdischkeit ist. Für seine heilige Thauro wird er sich immer in freudiger Bereit-) schaft ivia sein, es werden ihn die sogenannten Gesetze irgend welcher Art von Menschenrücksicht von den ehernen Prinzipien seiner Elaubenstreue nicht um Haaresbreite zu rücken vermögen. Aber er wird sich der Unmenschliche feit nie und nimmer als Waffe im heiligen Kampfe bedienen. Es bürgt die innere Harmonie der jüdischen Persönlichkeit eines solchen Zaddik a priori für das jederzeitige Einsseins von sittlichen und religiösen Forderungen. Der Thauro hakdauscho, den jüdischen Lebensformen die von unseren Weisen s. A. oft geforderte äußere Anmut, den äußeren Glanz und erst recht sittliche Schönheit, sittliche Reinheit zu geben, das ist dem Huster Raw immer innerstes Bedürfnis und grundlegende Forderung gewesen. Was hier glühende Liebe einem Talmid eingegeben hat, für den Kleister zu zeugen, wird uns das Litö des neuen geistigen Führers der Jerusalemer (Orthodoxie deutlich einprägen. Als wird er nunmehr bald uns allen in der Golah Lehrer und Wegweiser sein, wöge mit ihm, da ein leidreiches Fahr zu Ende geht, im neuen Jahre eine neue Aera aufblühen für das Heilige Land und für das Volk in der Diaspora, das zum heiligen Lande als zum Urquell 'feines geistigen Lebens, zum Ziele seiner letzten Hoffnung hinblickt. •ja« si'X narm rvi*nV ‘ijdp /kn Erneuern Sie sofort beim Postboten die Bestellung auf den „Israelit“ für den Monat Oktober Wird dies versäumt, so tritt eine Unterbrechung der Zusendung ein, ohne daß wir selbst Kenntnis davon erhalten. Für verspätete Bestellungen rechnet die Post einen Aufschlag von 20 Pfg. Verlag desIsraelitG.m.b.H,, Frankfurt a.M. Wochenrundschau. „Jtaüonal^ o zialistis ch e G ed anken" Gibt es auch solche? Wan könnte nach den neuen Vorgängen, bei der von den U. S. geschaffenen Ungewißheit, ob eine „gestürzte Regierung" den Reichstag aufgelöst, oder ein „aufgelöster Reichstag" die Regierung gestürzt hat, nach allem, was man in den letzten Tagen an Verworrenheiten erlebte, auf den Gedanken kommen, daß es so etwas wie „nationalsozialistische Gedanken" gar nicht gibt. Und wo cs keine Gedanken gibt, kann man sich auch „keine Gedanken darüber machen", wieso man sich heute schützend vor ein Parlament stellt, das man gestern, wie die Regierung mit allem, was dazu gehört, als „Iudenrepublik" verhöhnt und verpönt hat; warum man nunmehr mit einer Parole (gegen nationalen Herrenklub) in den neuen Wahlkampf geht, die gestern noch als marxistische und kommunistische Zauberformel galt, wo nichts ist, . > . Und wo keine Gedanken auch keine großen Bedenken. Tiber nun gibt es dennoch „nationalsozialistische Gedanken". Der Wiener Strafrechtslehrer, Professor Dr. G l e i s p a ch , brachte sie auf der Tagung der Kriminalisten in Frankfurt a. RI. dieser Tage zur Sprache, oder versuchte, es wenigstens zu tun. Gleispach ist bekannt als Vertreter und Lektor der Hitlerideologie auf der Wiener Universität, ist auch gewissermaßen Schutzpatron des wilden Hochschulantisemitrsmus in (Oesterreich. In Frankfurt proklamierte er eine „neue Geistesrichtung" und „ganz neue Rechtsanschauungen und staatspolitische Grundlagen", die mit dem Ansteigen des Rationalsozialismus in Erscheinung treten und von der Strafrechtsreform berücksichtigt werden müssen. Fremde Rechtsgedanken seien anszuschaltcn und an deren Stelle deutsche Rechtsgedanken, auch wenn sie veraltet sind, wieder einzuführen. Das freie Ermessen des Richters würde sich nunmehr nicht zuletzt an der Erhaltung der völkischen Eigenart zu orientieren haben. Zu den idealen Rechtsgütern gehören „Ehre und Würde der deutschen Rasse". Rassenvermischung oder Beihilfe dazu müssen schwer bestraft werden. Wohl bekam der Herr Professor sowohl vom Vorsitzenden, Professor K o h l r au s ch , wie von anderen die verdiente Abfuhr. Aber schon die Tatsache, daß Rlänner von der Bedeutung eines Professor An der Zeitenwende. Von Rabbiner Dr. 2TI. Lewin in Hamburg. Im brausenden Strome der Zeit zerrinnt nun wieder eine Jahreswelle. Eine neue taucht aus, und ihr Schicksal wird das jeder anderen sein. Alles fließt, und nichts ist beständig denn der Wechsel. Doch kennen wir den festen Pol in der Erscheinungen Flucht. Wir schauen Ihn in der Höhe, der uns trägt und hält. Das gibt unserni Dasein Halt und Stütze und läßt uns auch an der Wende der Zeiten sprechen: invx"n riyn 'i xvx 'aa ’iix 'i „Ellt __ ist mein Licht und mein Heil, vor wem soll ich mich fürchten. Der Herr meines Lebens Schutzwehr, vor wem soll ich zagen?" Ach, es war ein Jahr voller Sorgen und Nöte, voller Kämpfe und Enttäuschungen, und nicht nur der einzelne hat. dieses Schlußfazit zu ziehen. Mehr ist es noch die seelische Not, die uns niedergebeugt, daß wieder wach wurden die Unholde der Unduldsamkeit und des Fanatismus, die mit uns ihr frevelhaftes Spiel trieben und Israel allenthalb niederzuringen suchten! Wir sind aber doch, wir leben und weben, wir wähnen G'ttes Wort an uns gerichtet: 'j?Vx 'i nnaa *p22?£ — 'pba 'i usi> dd*>2 dv d’2X2 onx Ihr steht da heute alle vor dem Ewigen eurem G'tte — auf daß du geschlossen eintretest in den Bund des Ewigen deines E'ttes — 'pbxb -f? rn.i' xirn axt> iV dim in« a'pn um dich sich heute zum Volke aufzurichten, und daß er sich dir als G'tt erweise wie er dir verheißen, ww er zuschwor deinen Vätern Abraham, Jizchak und Jakob." Ewig dauernd wie Sonne, Mond und alle Himmelkörper, die ewigen Zeugen der g'ttlichen Allmacht, ist der Sinaibund, den G'tt in seiner Liebe mit Israel geschlossen. Er ist die Gewähr für die Ewigkeit unseres Bestandes und für dis Erfüllung der Verheißung: 'xn 02 ni>2rr „Meine Pfeile verschieße ich wider sie" — das will sagen avx am pa ’xn Meine Pfeile enden, sie aber enden nicht." Israel bleibt trotz aller Anfechtungen seiner Feinde und Widersacher, wenn es nur treu festhält an seiner Bestimmung. Ein Gleichnis wenden die Alten an. Ein Held panzert sich mit einem festen Schild. Sein Gegner schleudert unablässig Pfeile gegen ihn. Einmal hören diese auf, und jener ist widerstands-! fähig geblieben. piais ^aipaa am pi>2 piivm pX2 pnv'n pr bo ^xiv' *]# p'Xi So hält auch Israel stand allen Leiden und Gefahren die über es kommen, wenn es gewappnet ist mit dem Schild seiner Thora. Was könnte uns auch sonst Hoffnung gewähren, Mut und Zuversicht einflößen für die Zukunft, der wir entgegengehen, wenn nicht uns das Bewußtsein aufrichtöte, daß wir für die erhabenste Idee leiden, daß wir ringen und kämpfen, um mit unserm Sein und mit unserer Geschichte zu bezeugen — das Weltgericht G'ttes, der da ist und bleibt der Schöpfer und Meister des Alls und der Vater und Richter der Menschheit! Welch' beglückende Verheißung bietet uns da das jesajanische Wort voll Beseligung und Hochgefühl: tvwab Dn^> 'rni iipv' »V du2 nan »ajr ibk’i Er sprach: Sie sind gleichwohl mein Volk — Kinder — sie werden es nicht verleugnen! Und er ward ihnen zum.- Befreier avvin i'2a ix (ii>) xl> qdix ^22 In all ihrer Drangsal war Ihm selber Bedrängnis, und der Bote seines Antlitzes hat sie befreit 1020x2 ,a^ix ■>»' b: axv2'i 0^x2 xin in^aroi in seiner Liebe und in seiner Milde hat er sie selbst erlöst, er Hub sie, er trug sie durch alle Tage der Ewigkeit!" Israel sündig oft genug und verkennt seine Bestimmung und weicht von dem Pfade, den ihm G'tt gewiesen. Aber dann ermannt es sich und findet den Weg zurück zu Pflicht und zu Aufgabe. Ueber diese Einkehr und Rückkehr freut sich der Allgütige und spricht voll Wohlgefallens über Israel das beseligende Wort, das uns an den himmlischen Vater mit den Banden der Liebe und Treue kettet: npt?> xi> ann nan ’as? dx „Sie sind doch mein Volk." Mögen sie auch geschwankt und gefehlt haben, — „sie sind doch Kinder, die sich nicht verleugnen." In diesem Hochgefühl wächst uns das Vertrauen zu unserm Volkstum und zu dem edlen Kern der in Israel immer wieder triebfähig wird und der besondere Gnade des Höchsten sich würdig erweist. ant> vn ynmai> das wird ihnen zur Hilfe" zum Quell der Kraft und zum ewigen Jungbrunnen der Widerstandsfähigkeit. Nun zweifeln wir nicht, versagen wir nicht. Mag sich unser Schicksal gestalten wie immer. Was Israel erlebt, seine Erfahrungen und seine Geschehnisse sind Meilensteine auf dem Wege zur endgiltigen Erlösung. Israels Befreiung ist an den Sieg des G'ttesgddankens auf Erden gebunden. Sein Schicksal ist, wenn man es so ausdrücken darf, das der ri2'2v der Herrlichkeit G'ttes inmitten der Menschenkinder. Das ist nun der Trost, den uns der Prophet förmlich als Höhepunkt aller Tröstungen, die er uns nun wieder an den Sabbaten zum stimmungsvollen Ausklang des Jahres gespendet hat, gewährt ix MO xb amx ^22« In all ihren Bedrängnissen ist auch Ihm eng, — oder vielleicht R K ö luN'e q_ cmlten dien setzen, Me ö Mc ölt Dc 101 i« scher c fulfucc D Di ® c m dr'v Zt heran, bisher Jestar Cibcra nach ‘ fortan r i u tr B> auf it n e n f dessen sorgte banse halle dort z nicht, im Kl das Diese „Wir gemeii die d ihrer sungie teste l schilde unwü gan jetzt b. feiern meind amte W llremc eher l koinnn durch einma auch Liebe Sein Höhen Mit versich äußere Wort Ist a äußere es sch vermit Zukun seiner und ) unzerr der 2 Jahr für gi Leopo des l MM1X, chot Buchst hätte '121 ni?> schrieb pIDD'jb