Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 73 (1932)
- Issue
- Heft 38 (15.9.1932)
- Date
- 1932-09-15
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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15. September 1932 Der Israelit Nr. 38 Seite 11 röte von Speisen und eine Menge von Köchen sind bei ihm beschäftigt — wenn er befiehlt, so kann das Mahl schnell fertig sein. Sie begannen sogleich dymit, sich zu säubern und zu putzen und die täglichen Kleider mit ihren Festgewändern zu vertauschen. So waren sie fertig gerüstet für den Fall, daß der König sie rufen sollte. Nicht so die dummen Diener des Hofes. Sie blieben bei ihrer Arbeit und dachten: Noch ist das Mahl ja nicht bestellt und in der Zeit, in der das Essen gekocht und gerichtet wird, können wir uns noch schnell umziehen und für das Festmahl vorbereiten. Aber plötzlich ließ der König alle seine Diener rufen und zum Mahle bitten! Fein geschmückt in ihren sauberen Gewändern erschienen da die Klugen, die sich rechtzeitig gerüstet hatten. Und wie schämten sich die Duminen, die in ihren schmutzigen Arbeitskleidern kommen muhten und nicht mal die Zeit mehr finden konnten, sich zu säubern! Aergerlich betrachtete der König die häßliche Kleidung der Dummen und sprach: „Früh genug lud ich Euch ein zu meinem Gastmahl Wenn Ihr es nicht der Mühe wert fandet. Euch zur rechten Zeit dafür zu rüsten, so braucht Ihr auch nicht teilzunehmen an unserem Festessen. Ihr könnt stehen und Zusehen, während meine klugen Diener, die sich schnell und eifrig vorbereiteten auf das königliche Mahl, mit mir in Freuden an der reichen Tafel sitzen werden!" ernannt. Als Israelit hat er sich seiner Stammesgenossen in hingebender Weise angenommen und lebhaften Anteil am jüdisch-religiösen Leben bewiesen. Für alle, die Professor Wreschner gekannt haben, bedeutet sein Hinscheiden einen überaus schmerzlichen Verlust. Vermischtes. München, sandte dem . Auflösung der Rätsel. . 1) ivjr’jw» (ohne "S") itfsrw* 2) 7\"h /n*D nw - i"2i imö D’üpn ■w nnn inaDv 3) - in» oy -V» n d1? ö a a i ’ia V» iD$nm 13. Sept. Direktor Georg K a r e s k i Völkischen Beobachter" folgende Berichtigung nach Z 11 des Pressegesetzes: ,^Die in der 252. Ausgabe des „Völk. Beob." vom 8. September 1932 enthaltenen Mitteilungen über ein von mir der Brüsseler Zeitung „Le Soir" gegebenes Interview sind falsch. Wahr ist, daß ich dieser Zeitung ein Interview überhaupt nicht gegeben habe, und daß die mir in den Mund gelegten Aeußerungen von mir nicht getan worden find. Damit entfallen alle daran geknüpften Schlußfolgerungen." Dazu bemerkt der „Völk. Beob.": „Auch Herr Kareski wird nicht bestreiten wollen, daß auf dem Internationalen Jüdischen Kongreß in Genf die „Hitler-Gefahr" eine ausschlaggebende Rolle gespielt hat. Er wird ebenso wenig leugnen wollen, daß unsere grundsätzlichen Be hauptungen über die Einflußnahme des Weltjudentums auf die innerdeutsche Politik etwa falsch seien. Ob gerade Herr Kareski oder irgendein anderer dieses Geheimnis gelüftet hat, spielt schließlich keine Rolle. Jedenfalls i st es gelüftet!" Ob wahr oder gelogen, es ist so! Bezeichnend für antisemitische Wahrheitsliebe! Vermählung: Erna Worms, Karlstadt a. M., mit Max Strauß, Griesheim bei Darmstadt, am 18. September in Würzbuig, Hotel Katzmann. Silberne Hochzeit: Naftali Königshöser und Frau, geb. Jakobsohn, Plauen i. 23., Krausenstraße 12, 21. Ellul — 22. September. 75. Geburtstag: Frau Hannchen Strauß, geb. Goldschmidt, aus Hochstadt feiert am 11. September in voller Gesundheit und Arbeitskraft ihren 75. Geburtstag. 4) „B"' 5) '2 'Y'D ,,W> •ra ’siwa nsn h ’i 3; n .mstw i*an»D tcsd ],idd ds?d 'mi *ra nma:ö Personalien. Regen: bürg, 7. Sept. Am Ws n"i hat Herr Lehrer Mos. Lewkowitz die durch die Berufung des Herrn Hauptlehrers M. Sonn nach Regensburg freigewordene Neligionslehrerstelle angetreten. Beim Sabbatmorgeng'ttesdienst dankte Herr Lehrer Lewkowitz für das einmütige Vertrauen, das man ihm entgegenbrachte und hob die durch seine Berufung bewiesene Opferfreudigkeit der Gemsindemitglieder hervor. Zürich. 12. Sept. Man schreibt uns: Auf dem Israelitischen Friedhof Friesenberg b. Zürich fand am Mittwoch Vormittag bei gewaltiger Beteiligung die Beisetzung des im 67. Lebensjahre verstorbenen Professors Dr. Arthur Wreschner, der an der Universität Zürich und an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Psychologie gelehrt hatte, statt. Beide Hochschulen waren an der Trauerfeier durch zahlreiche Dozenten vertreten, überdies erschienen die Vertreter des Korporationenverbandes und der Gesumtstudentenfchaft in Vollwichs mit ihren umflorten Bannern, Um von ihrem vorzüglichen Lehrer Abschied zu nehmen. Nachdem Rabbiner Dr. L i t t m a n n einige gehaltvolle Worte gesprochen, ergriff im Namen der Trauerfamilie Rabbiner Dr. Wreschner, Bad Homburg, das Wort, um in einer herzlichen Ansprache der hohen Eigenschaften des entschlafenen Bruders zu gedenken. Obwohl Professor Wreschner durch und durch ein Wissenschaftler mar, konnte und wollte er die Bindung an die Religion und Tradition seiner Ahnen nicht preisgeben, vielmehr baute sich sein ganzes Leben auf dieser Grundlage aus. — Dann übermittelte Professor Frey tag Dank und Gruß der Un' .ersität und der E. T. H. und der gesamten Kollegenschaft. Er hob ferner hervor, daß des Verstorbenen wissenschaftliche Entwicklung eine Einheit bildete, in deren Mittelpunkt die von ihm in hervorragender Weise gelchrte Psychologie stand, zu deren Vertiefung er sich «uch seiner umfassenden medizinischen Kenntnisse bediente. Nicht nur als Dozent, sondern auch als Verfasser zahlreicher wissenschaftlicher Werke, und vor allem als Experimentator schuf er sich einen weit über die Grenzen der Schweiz hinausreichenden Ruf. — Im Namen des Deutschen Hilfsvereins, dem der Verstorbene als Vorstandsmitglied angehörte, sprach R.-A. Dr. H i r t' warme Worte des Gedenkens. Hatte doch Professor Wreschner im Dienste dieser charitativen Institution große Arbeit geleistet. Den Bedürftigen offenbarte sich sein grundgütiger Charakter: wo Hilfe nottat, war. er der erste, der zu helfen und zu lindern bereit war. Ueber das Leben Prof. Wrefchners, der 1866 in Breslau geboren wurde und einer Familie entstammte, aus der zahlreiche Rabbiner hervorgegangen find, sprach zum Schluß noch Rabbiner Dr. Littmann. Zuerst besuchte Wreschner, der eine ausgesprochene Begabung für die Wissenschaft an den Tag legte, das Rabbinerseminar in Berlin, um dann an der Universität Berlin Medizin und Philosoph M studieren und in beiden Disziplinen erfolgreich zu doktorieren. 1900 habilitierte er sich an der Universität Zürich, 1903 an der Eidgenössischen Technischen Hochschule. Seine Vorlesungen begegneten starkem Interesse, und so wurde er 1910 zum außerordentlichen Professor Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Samstag morgen nach Schul im Hörfaal: Dinim, Herr Dr. E. Posen — nachmittags % Stunde vor Mincho im Veremslokal Mikro, Herr Dr. W. Hofmann. — 4 Uhr (ebenso Sonntag 8.30 Uhr vorm.) im Vereins lokal Gemoro. Herr I. Soffer. Sonntag morgens nach Schul (ebenso Mittwoch), cik "n, Herr Red. S. Schachnowitz. — Vormittags 9.15 Uhr (ebenso Dienstag 6.30 Uhr) Gemoro. — nachm. 6.30 Uhr im Vereinslokale Vortrag des Herrn S. Schachnowitz über „Rabbi Chajim Sonnenfeld, ein Kapitel des lebendigen Muffar". Montag (auch Donnerstag) nach Schul: Mischna Mit gliederlernen. — abends 7 Uhr (auch Mittwoch) Ge moro Herr Rabbiner Dr. Iof. Vreuer. — abends 8.15 Uhr. (auch Donnerstag) Gemoro Herr Dr. E. Posen Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mischna. Herr Dr. E. Posen. Von Montag bis Freitag morgens nach Schul im Sitzungszimmer Gemoro. Herr Dr. S. Ehrmann. Sonntag, Dienstag und Mittwoch abends 8.15 Uhr, im Vereinslokal Schaßlernen. Herr Herz Halpern. Iahrzeiksstiflungen. Montag, 19. September: Jacob Marburger-Stiftung. Liwjalh Chen. Samstag nach Mincho (5.15 Uhr), im Hörsaal Friedberger Anlage, Vortrag des Herrn S. Schachnowitz: Bekenntnisse." Llgudistische Lchülergemeinschafl (A. S. G.). Der nächste Ausspracheabend findet am Sonntag, 18 September, 20.30 Uhr, im Heim (Schwanenstraße 12) Katt. Es spricht Herr Ernst Holzer über: „Gleichberechtigung". Orrsg,.^^ heg jüdischen Frauenbundes Frankfurt a. 2N. Arbettssitzur/g." MontaZ/' ^September 10 Uhr Langt'sir. 3: Abendzusommenkunft. »Eptember 20 30 Uhn Gebetzeiten. »larr’D nntf Freitag abend 6.05 | Samstag naswn 6.45 1 Samstag morg. 8.00 Samstag nachm. 1.00 u. 5.00 Samstag abend 7.25 Wochengottesdienst: Morgens 6.15 Nachmittags 6.00 Tefillin-Legen am Morgen 5.05 Der Baalebattim-Schiur des Herrn Gemeinderabbiners v/> findet statt: Sonntag Vormittag Va9 Uhr, Dienstag und Donnerstag Abend um A/29 Uhr im Rabbinerhause Fichtestraße. Thema: -n-o pwiip 'on rno’tn pw in« iy._ Wie selbstverständlich ist es der Frankfurter jüdischen Hausfrau, daß sie jederzeit ->^--Milch sowie Rahm und Weichkäse usw. beziehen kann. Ein großer Verdienst mit darum, daß dies 'heute so selbstverständlich wurde, trägt der Gründer der Firma A. R 0 t h s ch i l d , M 0 l k e r e ia r t i k e l, Kolonialwaren, Lebensmittel, S a n d w e g 6e (siehe Inserat), Herr Isaak Rothschild s. A., der sein Geschäft am 2 0. September 1 882, also vor 5 0 Jahren, gründete. Wohlbekannt ist der heutigen Hausfrau jedenfalls der jetzige Inhaber der obigen Firma, Herr Abraham Rothschild, der das Geschäft am 1. Juli 1910 übernahm und ihm zu seiner heutigen Beliebtheit oerhals, gestützt aus das Geschästsprinzip: Sauber, billig, prompt! Wir wünschen der Firma weitere Jahre des guten Gedeihens und einen sich immer mehr ausdehnenden Kundenkreis. Das Leipziger Pelzwaren - Haus A. Grünes, Frankfurt a. M., Gr. 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