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Der Israelit · 1932-09-15 · Heft 38 (15.9.1932) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
73 (1932)
Issue
Heft 38 (15.9.1932)
Date
1932-09-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
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15. September 1932 Nr. 38 Frankfurt a. ffl., den 14. Elul 5692 rrDer Israeli - . ain> wni ii iih iiiHirirrifliffffB>r-B-fimm~MT—rwiiiimii in iiiimrTnrnn-irrrnrnmnTTTr----— []| Ein Cenfralorgan fOr das orthodoxe Judentum |[0V Wb 3 61 Dearündek Don Dr. Ppfimrnrn in Matrix « n a Begründet von Dr. Lehmann in Mainz« mm w m Abonnement ab Juli 1939: Deutschland 1.30 Mark monatlich; Ausland: Btertelj ahrpreise (entsprechend dem deutschen Inlandspreis zuzüglich Kosten des Streifband-Bersandes) Deutsch-Lsterreich: Schilling 6.—; Amerika 1 Dollar; England 4 sh.; ab 1 Juli Frankreich 28 Fr.; Belgien ab 1.7.37. Belga 8. Holland 3 fl.; Italien ab 1.1.38.18 Lire; Jugo» slavien 88 Din.; Litauen 7.60 Lit.; Rumänien ab 1. 7. 37. 130 Lei; Polen 4 deutsche Toldmark zum Tageskurs oder 7 Zloty; Schweiz 5 Fr.; Tfchecho-Slowakei 85 Kronen; Ungarn Pengo 5 ab 1. Juli 1937; Dänemark 8.80 Krön.; Norwegen 8.60 Krön.; Schweden 3.50 Krön. Einzelnummer vierzig Goldpsennige. Der Israelit erscheint jeden Donnerstag. Inserate 60 Toldpf. für die fiebengesp altene Nonpareille-Zeile. Abonnenten zahlen bei Stellengesuchen und Familienanzetgen nur 40 Pf. Die 76 mm breite Reklamezeile: letzte Textsette 3.— Mk., vorletzte Textseite 360 Mk.; Ehiffregebühr in Höhe eines dopp. Fernbriefpoctos. Rabatt nach Tarif. Bei laufenden Inserataufträgen tarifm. Preiserhöhung jederz. Vorbehalt. Inseratenannahme durch de« Berlag des Israelit T. m. v. H.» Frankfurt a. M, Rechnetgrabenstraße 7, Tel. Hansa 31084 sow. durch fämtl. Annoncen-Exped. d. In» und Auslands. Alleinige Inferatenann. für Franks. Eeschäftsanz.: Jul. Schmidt. Ostendflraße 83 Tel. 46868. Platzoorfchr. ohne Berbindltchk. Zahlungen direkt an den Berlag auf Postscheckkonto Frankfurt (Main) Nr. 19803. — Außerdem an: Postsparkasse Wien Nr. 79605. — Poftsparkaflenamt Budapefl Nr. 18434. —Postscheckkonto Warschau Nr. 190757. — Postscheckamt Zürich Nr. VIII72Ö4. — Postscheckamt Amsterdam Nr. 34889 — Postscheckamt Prag Nr. 79.080 — Rumänische Kreditbank Bukarest und ihre sämtl. Filialen Der Gerichtsstand für alle aus Abonnements oder aus Inseraten sich ergebenden Zahlungsverpflichtungen ist Frankfurt a. M. Ziel und Wege der heutigen Rabbinerausblldung. Von Rabb. Dr. Alofes Auerbach in Berlin.*) Das Ziel der Rabbinerausbildung ist die in sich gefestigte jüdische Persönlichkeit, die auf andere religiös zu wirken imstande ist. Die Voraussetzungen hierfür sind mannigfaltig. Eine jede ist Teilziel, ohne dessen Crreichung das Idealbild des Rabbiners unvollkommen wäre. Das fehlen oder auch die mangelhafte Erfüllung der Voraussetzungen nehmen oder beschränken die Fähigkeit, als Rabbiner zu wirken. Nicht alle Voraussetzungen sind für alle Länder die gleichen, besonders ihr Ausmast ist bei verschiedenen Verhältnissen verschieden. Unsere Betrachtung soll sich in erster Linie auf Deutschland und weiter auf die Staaten der westeuropäischen Kultur beziehen. Die Drundforderung, die an jeden Rabbiner gestellt werden' must, Ist -tief innerliche Religiosität, der feste Glauben an das'ständige g'ttliche Wirken auf die Gesamtheit und jedes Einzelwesen nmwnn wrnsni engverbunden' mit Ehrfurcht vor der g'ttlichen Majestät und hingebungsvolleu. Liebe .sowie die Ueberzeugung vom g'ttlichen Ursprung der schriftlichen und mündlichen Lehre min in own p min mm in nnantp und von der Integrität der uns überlieferten Thora und der Wahrheit der Worte der Propheten und der Heiligen Schriften mmn ^aw traram mm Vaun um nwaV ruiru xm urpn mxan -nm erawani Auf dieser Grundlage muß die Ueberzeugung von der unbedingten Verbindlichkeit des Thoragesetzes und der feste Wille, all' seine Gebote zu erfüllen, beruhen, kurz gesagt: der Rabbiner must ein wirklicher ET' und sein, ein im wahrsten Sinne des Wortes g'ttesfürchtiger und gläubiger Iehudi. Reben dem Glauben das wissen. Die Lehren des G'ttesgefetzes must er gründlich kennen. Um die Kenntnis.verbreiten zu können, must vor allem er selbst sie besitzen. In jahrelangem Lernen und Forschen must sie ihm und er ihr zu eigen geworden sein. Der wann, der berufen ist, auf allen Gebieten des Lebens Entscheidungen im Geiste der Thora zu fällen, er must in die Tiefe des Thorawissens eingeörnngen fein. weil der Rabbiner zu allen Dingen des Lebens Stellung zu nehmen hat, must , er das Leben und feine Bedingungen kennen. Eine gründliche Allgemeinbildung ist unbedingte Voraussetzung. Die. Kultur der *) Rede zur Eröffnung des Sommersemesters 5692 (1932) des Berliner Rabbinerseminars. Umwelt, mit der der Jude durch zahllose Fäden verbunden ist, must dem Führer nicht nur bekannt sein. Notwendig ist eine wirkliche Vertrautheit mit ihr, die ihn befähigt, ihre Werke zu schätzen, werte und Unwerte mit kundigem Blick und wirklichem Verständnis zu beurteilen, zu wissen, was von ihrder Bildung des jüdischen Menschen gut ist, was zu bekämpfen ist. Darüber hinausgehenö, soll der Führer im Judentum eine gründlich wissenschaftliche Durchbildung besitzen. Erst sie befähigt ihn, auf den einzelnen Gebieten des Wissens selbständige Urteile zu fällen, von allergrößter Wichtigkeit ist die wissenschaftliche Durcharbeitung der jüdischen Wissensgebiete. Die Anwen- Glückwunsch- Inserate für n^trn 40! ermäßigt um Größe 1 Größe 2 HSZ jetzt K. 3.- MJ^isfzlM.4.50 Größe 3 lefit.ll. 6.- Die Beträge wolle man auf Postscheckkonto Nr. 19 802 überweisen, den Text durch Postkarte einsenden. Texte, die bis zum 27. September in unserem Besitze sind, werden in der Rosch-ha-schono- Nummer, später eintreffende in der darauffolgenden veröffentlicht. Frankfurt a. Al. Die Anzeigen-Verwaltung des Israelit düng wissenschaftlicher Methoden, die planmäßige Benutzung der Resultate der wissenschaftlichen Forschung auf so vielen verwandten Gebieten gibt neue Gesichtspunkte und Verständnis für ureigene jüdische wissensbczirke, deren neue Erschließung mit Mitteln, die unsere Zeit uns bietet, nicht nur erlaubt, sondern notwendig ist. Wissenschaftliche Schulung verbunden mit gründlicher Kenntnis aller jüdischen Wissensgebiete und vor allem die feste Ueberzeugung von dem g'ttlichen Ursprung der'Thora und dem übernatürlichen Charakter der Ueberlieferung ermöglicht die begründete Stellungnahme zu vielen Fragen, die scheinbar den Glauben an die Grundwahrheiten des Judentums zu erschüttern drohen. Cs sind dies Fragen, die man nicht leichthin, ohne Kenntnis ihrer Bedeutung zurückweisen darf, die aber den gründlich gebildeten überzeugungstreuen jüdischen Führer oft zum Nachdenken, nie zum Zweifel bringen können, weil er ihre Tragweite überschauen, aber sie auch in ihrem Verhältnis zur G'tteslehre beurteilen kann. Glauben und Wissen sind die wichtigsten Voraussetzungen für den religiösen Führer. Unentbehrlich ist aber die Fähigkeit, auf andere zu wirken. Ein Unwissender darf nicht Rabbiner sein; deshalb ist aber noch nicht jeder Thoragelehrte zum Rabbiner geeignet, pädagogisches wollen und Können sind die wichtigsten Mittel, Thoraliebe und Thorawissen zu verbreiten. Der Rabbiner must Lehrer sein aus innerstem Antrieb, Lehren must ihm die eigentlichste Betätigung fein, ohne die ihm fein Leben nicht erfüllt ist. Doch auch die Liebe zum Lehren genügt nicht. Der Lehrer' must die pädagogischen Probleme seiner Zeit kennen, und die Technik des Unterrichtes beherrschen. Insbesondere der Klassenunterricht, der für viele deutsche Rabbiner wichtigste Amtspflicht ist, erfordert gründliche theoretische und praktische Ausbildung in der allgemeinen Crziehungslehre und auf den Cinzelgebieten des Religionsunterrichtes. Als Reaktion gegen zeitweilige Uebcrfchätzung der predigt begegnen wir nicht selten einer ganz unberechtigten Unterschätzung der rednerischen Betätigung des Rabbiners. Sic ist aber oft das erste Mittel, Fernstehende zu beeinflussen, sie näher heranzuziehcn. Ein wertvolles Wort der predigt kann Samenkorn fein für späteres Wachsen und.iReifen. Aufgabe des Rabbiners ist es, auch außerhalb des G'tteshaufes in der Oeffentlichkeit und im Familienkreise durch fein Wort religiöses Gefühl zu erwecken und zu stärken. Gute Schulung ist auch für den talentierten Redner nicht zu entbehren. ]; ii: : j; ■Ii r > ' j j

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