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Der Israelit · 1932-08-25 · Heft 35 (25.8.1932) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
73 (1932)
Issue
Heft 35 (25.8.1932)
Date
1932-08-25
Page
– (sequence 15)
Language
German
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25. August 1932 Der Israelit Nr. 35 Seite 15 noch Geduld!) Diese Abkürzung kann man nämlich auch vokalisieren und dann spricht man sie „Schatz" aus. Fällt Euch etwas ein, das ähnlich klingt? Der Name Katz natürlich und schaut mal an, der ist auch wirklich ebenfalls aus einer Abkürzung entstanden, nämlich p"a - pax pa- Wird Euch nun klar, was ich meine? Nicht nur die Namen von '"in und b"aizn und ähnliche find aus dem Zusammenziehen von Anfangsbuchstaben entstanden, auch Herr Katz und Fräulein Brüll verdanken den Abkürzungen ihren Namen, pax pkennen wir schon (mm wißt Ihr auch, warum Familie Katz fast immer zu den Kohanim zählt) und Brüll ist vielleicht asb mim 'a p. Manche jüdische Namen die mit „B" beginnen, lassen sich dementsprechend zerlegen. Auch daß Herr Segal ein Levr sein wird (=^io 'ib po) und daß einer der Vorfahren von Herrn Schah ein Chason war, seht, das kann man auch aus den Abkürzungen lernen. Ich hoffe, es hat Euch auch interessiert — wer noch etwas dazu wissen möchte, soll mich nur ansragen! Richtige (oder fast richtige) Lösungen sandten ein: Nathan Carlebach, Frankfurt a. M., Rudolf Bertenthal und Emanuel Süßmann, Montreur; M. Lewkowitz. Regensburg; Zerline Carlebach, Baden b. Wien,' Heinz Kaufmann, Tauberbijchofsheim; Arnold und Oskar Lewin, Frankfurt a. M.; Lothar Blumenthal, Fulda; Klara Roth, Berlin; Ralph Hallemann, Fürth; Raphael Benj. Sänger, Frankfurt a. M., Jakob Freimann, Frankfurt a. M., David Wilder, Dresden. Rätsel. Willst Du meinen Namen erraten, Wisse: daß in ihm 4 Buchstaben enthalten. Der 3. gleicht dem 1. an Zahl, Der 4. wie der 2. aber zweimal. Damit Du mit der Lösung aber sicher bist, Merke: daß der 2. zehnmal so groß wie der 1. ist. In -pn ist er zwar bloß als „Eigenschaft" zu lesen; Doch als Lehrer eines Kommentators ist er berühmt gewesen. I. Künstlinger, 14 Jahre. Sprechsaal. Zur Aufklärung für Schächtgegner! Auf dem Lande kann man oft die Beobachtung machen, daß die Schächtgegner, nicht so tierfreundlich sind, wenn es gilt, zum pekuniären Vorteil der Landwirte männliche und weibliche Jungschweine zu kastrieren, um diese desto leichter mästen zu können. Hier liegt in der Tat im wahren Sinne des Wortes Tierquälerei vor, um die sich unsere Tierschutzvereine längst hätten kümmern müssen. Die Tiere werden hierbei nicht betäubt. Nicht tierärztlich vorgebildete Männer über dieses Handwerk mit Messern aus, die weder sterilisiert noch sonst irgendwie hierfür präpariert werden, dabei dauert diese Operation mmütenlang, so daß die Tiere blau werden. Ja, oft konnte ich 'Bet 'der Kastrierung von 'Ebern• beobachten, daß die Tiere vor Schmerz sich derart aufbäumten, daß 5—6 Männer, die auf dem Tiere knieten, nötig waren, um diese grausame Prozedur zu Ende zu führen. In welch drastischem Gegensatz dazu steht unsere heilige Lehre inbezug auf Vorbereitung und Durchführung des Schächtaktes. Dabei fällt keinem der Judengegner ein. wie roh er sich an den armen Tieren versündigt. Diese Schilderung reiht sich würdig an die gleichfalls furchtbare Tierquälerei an, die in den Treibjagden liegt, bei denen doch die Tiere oft stundenlang zu Tode gehetzt werden; oder oft schwer verletzt in irgend einer Waldecke unter qualvollen Schmerzen verenden müssen. Vielleicht dienen diese Beispiele den Behörden bei erneuten Anträgen der „humanen" Judenfeinde zum Nachdenken. Bernh. Prager. Esrogim. Seit Jahren wird die Einfuhr von Palästina-Esrogim in Deutschland seitens der Größhändler gepflegt und hat im vergangenen Jahre bereits die Hälfte des benötigten Quantums überschritten. Die jüdischen Händler in Palästina besitzen alle den erforderlichen Hechscher des Rabbinats. Aus Corsica werden seit vielen Jahren überhaupt keine Esrogim eingeführt. Was die Esrogim aus Corfu anbelangt, so wachsen auch da keine Esrogim. Der Name ist dadurch entstanden, weil in früheren Jahren die Esrogim, welche in Parga und Ehimara in Albanien wachsen, die Insel Corfu passierten und vom Rabbinat in Corfu mit einem Hechscher versehen wurden. Diese sogenannten Corfu-Esrogim gelten in den Augen der größten Rabbinen bezüglich Kaschruth als vollständig einwandfrei. Im übrigen dürfte der Gesamtbetrag der sogenannten Corfuer - Esrogim keine 20 000 Dollar erreichen, sodaß bei einem evtl. Jssur der Schaden, den die ca 100 000 M Griechenland ansässigen Juden als Folge erleiden würden, viel höher einzuschätzen wäre. I. R. Die „schöne Frucht" von Erez Jisrocl. Zur Unterstreichung Ihrer so beherzigenswerten Darlegung in Nr. 34, möchte ich noch darauf Hinweisen, daß ja auch heute noch viele Griechen die gleiche feindliche Gesinnung gegen die Juden immer wieder betätigt haben. Deshalb konnte ich bei vielen die volle Bereitwilligkeit feststellen, und endgültig die Konsequenzen der einfachsten Selbstachtung wahr zu machen und nur noch Erez Jsrael-Esrogim zu benützen. Wenn es auch Manchen leid sein dürste, den altgewohnten rma aia.a durch die zweifelsohne äußerlich allerschönsten „Corfuer" nicht mehr zu pflegen, so möge diese an die altbekannte Tatsache erinnert werden, daß der „Würzburger Raw ^pixt" zeitlebens nur „Calabrefer" ,benützte, trotzdem diese die unschönsten sind, weil die allein ihm die Gewähr dafür boten, gegen jedenwaama vvn geschützt zu sein. Nun haben wir aber heute in den durch ava.a garantierten Erez Jsrael-Esrogim nicht allein die alle anderen Gesichtspunkte weit überragende zweifelsfreie mava-Sicherheit, sondern auch die Qualität und der amn haben sich bei unseren echten, rein „jüdischen" Esrogim durch die sorgfältige Kultur mächtig verbessert, so, daß Jedermann mit ihnen des Hochgefühles des imstei ^p m restlos sich erfreuen kann. ' Leopold Mosbachcr. Vermischtes. Berlin, 16. August. Die Chewra Kadis ch a der A d a ß I i s r o e I zu Berlin beabsichtigt, demnächst in den Parterre-Räumen ihres Krankenheims im kleinen Rahmen ein Altersheim zu errichten. Interessenten erhalten aus Anfrage vom Vorsitzenden der CH. K. Herrn I. Geis, Berlin N 4, Jnvalidenstr. 127 Auskunft. Berlin, 16. August. Von der Hauptstelle für jüdische Wandersürsorge, wird uns geschrieben: Anfang Juli wurde,, wie bereits berichtet, Landwerk Neuendorf, bei Fürstenwalde, Spree, als erste jüdische Arbeiterkolonie von der Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge eröffnet. Beim Verein „Jüdische Arbeitshilfe", der die Anmeldungen entgegennimmt, hat sich eine sehr. große Anzahl langfristig Erwerbsloser aller Kategorien (Handwerker, Gärtner, Kaufleute, Akademiker, gelernte und ungelertne Arbeiter usw.) aus dem ganzen Reich gemeldet, von denen vorläufig leider nicht mehr als etwa 40 ausgenommen werden konnte. Es handelt sich insbesondere um Jugendliche, die in Neuendorf in Gärtnerei, Landwirtschaft, Tischlerei, Schlosserei, Schuhmacherei, Stellmacherei usw. beschäftigt werden. Die Anzahl der Aufgenommenen soll nach Möglichkeit bald erhöht werden. Unter den Aufgenommenen befindet sich auch eine Gruppe des Freiwilligen Arbeitsdienstes aus Berlin, die vom Jüdischen Arbeitsnachweis zusammengestellt wurde und für die auf Grund der Bestimmungen über den Freiwilligen Arbeitsdienst das Reich die Kosten trägt. Sobald mit dieser Gruppe einige Erfahrungen vorliegen, ist beabsichtigt, auch aus anderen Landesteilen Gruppen des Freiwilligen Arbeitsdienstes aufzunehmen. Dies wird umso eher möglich sein, da die neusten Bestimmungen über den Freiwilligen Arbeitsdienst fast allen Erwerbslosen, insbesondere Jugendlichen bis 25 Jahren die Förderung des Reiches zubilligen. Es wird hier ausdrücklich betont, daß Aufnahmen nur nach vorheriger schriftlicher Zusage durch Verein „Jüdische Arbeitshilse", Berlin, Charlottenburg 2, Kantstraße 156 möglich ist. Dieser Hinweis ist umso dringlicher, da viele Erwerbslose aus verschiedenen Gemeinden Deutschlands sich sofort nach Bekanntgabe der Eröffnung des Landwerks, einzeln und in Gruppen auf den Weg gemacht haben, um direkt im Landwerk Neuendorf Ausnahme zu finden. Dies hat die Feststellung des Kostenträgers außerordentlich erschwert, die Aufnahme also nicht beschleunigt, sondern verzögert und' auch sonst zu erheblichen Schwierigkeiten für alle Beteiligten geführt. Schleiden (Eifel), 15. August. Als ein Simchas Taurohfest mit all seinem fröhlichen Ausklang, konnte der feierliche Akt bezeichnet werden, der sich am vergangenen Freitagabend in unserem hiesigen, von schattenspendenden Höhenzügen umgebenen Eiselkurort vollzog. Angeregt durch die g'ttbegnadete Schönheit der Natur Schleidens und seiner Umgebung und die würzige heilkräftige Luft hatte sich vor etwa vier Jahren ein kleiner eng begrenzter Kreis gesetzestreuer Kölner unseren Platz zu ihrem Wochenende auserwählt, nachdem der Verein für die jüdischen Interessen Rheinlands die Aufsicht über die Pension des Herrn Lehrer Fernbach übernommen hatte. Die offensichtlichen hervorragenden Erfolge der in dem in etwa 350 Meter hohen Eiselstädtchen von den Strapazen der Woche Erholungssuchenden zogen immer weitere Kreise an. Durch die zielbewußte tatkräftige Anregung _ und das unermüdlich bewunderungswürdige Wirken des Herrn Moritz Isaak aus Köln, der hierin durch die Herren B. Lewertoff und Herrmann Kahn aus Köln unterstützt wurde, entwickelte sich während der Sommermonate ein reges jüdisches Leben und wurde ein regelmäßiger G'ttesdienst eingerichtet, an dem auch alle die Kurgäste teilnehmen, welche nicht auf gesetzestreuer Grundlage leben. Durch dreijähriges Sammeln von Geldmitteln, welche sich aus den kleinsten Beträgen zusammensetzten, wurde es möglich, in diesem Jahre eine Sefer Tauroh durch Verinittlung des allseits bekannten und bewährten Kölner Saufers, Herrn Sterngucker, anzuschaffen, das vor einigen Wochen beim Vereinsrabbiner, Herrn Dr. Wolf zu Ende geschrieben und nunmehr zu Schabbos Nachamu seiner Bestimmung übergeben wurde. Zahlreiche Gäste fanden sich zu dieser Festlichkeit ein. Am Freitagabend wurden die Hakofaus gemacht, bei denen der als Gast in Schleiden weilende Lehrer Erünewald aus Duisburg-Hamborn in hervorragender Weise die Funktion des Vorbeters ausübte. Die sich an das Abendgebet anschließende Festesmahlzeit durfte nicht nur als besonders ° hochwertige Leistung der Familie Fernbach bewertet werden, sie wurde auch gewürzt durch Tischreden. Herr Moritz Isaak begrüßte alle Gäste, die an der schönen Feier teilnahmen und gab unter Einfügung schöner und geistreicher Gedanken seiner Freude und seinen Dank darüber Ausdruck, daß es den Bemühungen der Kurgäste gelungen sei, zum ersten Mal in der Eifel ein solches Fest der Tauroh begehen zu können. Herr Rabbiner Dr. Wolf schloß sich in formvollendeter Weise den Ausführungen des Herrn Isaak an, ausgehend von dem Verse: „Dem Brunnen, welchen die Fürsten und Edlen des Volkes gegraben hatten", zollte er 'Dank und Anerkennung, all den Männern, die in selbstlosem hingebungsvollem Wirken den Brunnen mit dem lebendigen Schätze der Tauroh in dem sonst an Taurohgeist armen Eifelörtchen erschlossen haben und beendete seine Rehe mit dem Wunsche, daß von dieser Weihestunde aus die Strahlen der Tauroh auch auf die ganze Eifel ausstrahlen möge. Der als East zufällig hier weilende Herr Oberrabbiner Dr. Altmann aus Trier und sein Sohn, Herr Rabbiner Dr. Altmann aus Berlin, priesen sich glücklich, Zeuge und Teilnehmer eines solchen Festes zu sein. Auch diese beiden Herren verschönten den Abend durch philosophische Auslegungen des Schabbosgedankens. Der Vorsitzende des Vereins für die jüdischen Interessen Rheinlands, Herr Nathan Kahn aus Köln, nahm Veranlassung, namens und im Aufträge des Vereins für die jüdischen Interessen Rheinlands den Schöpfern der Feststunde seinen herzlichsten Dank in humorvoller, geistreicher Weise auszusprechen. Herr Salo Meyer aus Düsseldorf beschloß die Reihe der Redner, indem er namens des oben genannten Vereins für die dem Verein geschenkte Sefer Tauroh dankte und einen flammenden Appell an die anwesenden Gäste richtete Geld für die Vereinskasse zu spenden und auch in Freundeskreisen für die geldliche Förderung der guten Sache des Vereins zu werben. Men. 14. Aug. Im Dr. Krüger-Heim in Wien ll, Malzgasse 7, wird eine einjährige Koch- und Haushaltungsschule mit erweitertem Lehrplan für allgemeine Bildung eröffnet. Unterrichtsgegenstände: Kochen und hauswirtschaftliche Uebungen, Weihnähen und Kleidermachen, Gesundheitslehre, Kinder- und Krankenpflege, hauswirtschaftliches Rechnen, Kalkulation und Buchführung im Haushalt, deutsche Sprache, Staatsbürgerkunde, Ernährungslehre und Lebensmittelkunde, Servierkunde, Blumen- und Gartenpflege, Gymnastik, Ethik und Hygiene des jüdischen Haushaltes, Exkursionen in Horte und Kindergärten, Kranken- und Altersheime, in maschinelle Nahrungsmittelbetriebe, in industrielle Betriebe und Besichtigung der Sehenswürdigkeiten des alten und neuen Wien. Der Unterricht in den jüdischen Fächern wird im Rahmen der Beth Jakob-Unterrichtsanstalt erteilt. Teilnahme an den englischen und französischen Sprachkursen, die regelmäßig im Heime abgehalten werden, für die Jnternistinnen inbegriffen. Die zu den dreimal wöchentlichen Kochübungen verwendeten Nahrungsmittel werden von den Schülerinnen eingekauft und verzehrt. Der Einkauf wird von den Schülerinnen gemeinsam auskalkuliert, aufgeteilt und bezahlt. Internat mit streng rituellem Haushalt. Auskünfte Sr. E. Herr Rabbiner Dr. Joel P o l - l a k, Wien kl, Große Pfarrgasse 3. Montreur, 21. August. Der Zeit Rechnung tragend, die energisch fordert, daß jedes junges Mädchen einen Beruf habe, ist dem T ö ch t e r p e n s i o n a t Marcus eine Sonderabteilung zur Ausbildung von Beth Jakob- Lehrerinnen angegliedert worden. Da die politische Lage jüdische Schulen nötig macht, ist dieser Berus aussichtsreich. Dle Ausbildung richtet sich nach dem Programm des Beth Jakow Schulwerkes, dem die französische Sprache als Hauptfach mit hinzugefügt wird. Die Prüfung findet im Pensionat statt. Der Preis für das Internat und den Unterricht ist aufs Niedrigste bemessen. Wochenkalender. tom 27. Aug. - 3. Sept. 1B32 I u>nt 25. Ab - 2. Elul 5892 1 »av tp > Aug 27 28 nsio vann l'aaa» n»a Samstag Sonntag an 25 26 nb ab Mittworb abends 7 U. Min. Montag 29 27 rb Dienstag 30 28 ab Mittwoch 31 29 ob pp TID3 Dl’ Donnerstag g- 1 30 ib van E?ma m Freitag ID 2 r. rb van »tna 'a Samstag 3 2 I nb ö’tJÖlP i

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