Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 73 (1932)
- Issue
- Heft 34 (18.8.1932)
- Date
- 1932-08-18
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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18. August 1932 Der Israelit Nr. 34 Seite 11 Vermischtes. Pethach-Tikwah, 4. Aug. In. der letzten Sitzung der Kolonieverwaltung wurde mit großer Mehrheit ein Antrag des Waad leumi abgelehnt, in Pethach-Tikwah Steuern zu Gunsten der Kneses Israel zu erheben. Unterstützt wurde der Antrag, wie selbstverständlich, lediglich von den Arbeitern. — Auch die Arbeiterpartei ordnet sich jedoch den Beschlüssen des Waad leumi bezw. der Assefath-hani>wcharim nur dann unter, wenn es ihr in ihren Kram paßt. So z. B. finden die Beschlüsse der Assefath-haniwcharim wegen der öffentlichen Wahrung des Sabbats keinerlei Beachtung bei den Arbeitern. An einem der letzten Freitagabende veranstaltete man eine Theatervorstellung, zu der die Arbeiter in Massen erschienen, um Karten zu kaufen, Zigarren zu rauchen und sich musikalischen Vergnügungen hinzugeben, und dies alles mitten in der Kolonie, die früher den Namen hatte, ein Zentrum religiösen Lebens im heiligen Lande zu sein. Personalien. Berlin, 13. August..Dieser Tage feierte der langjährige erste Vorsitzende des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus, Neichsminister a. D. Dr. Georg Gothein, seinen 75. Geburtstag. Auf der vor kurzem statigefundenen Dresdener Tagung des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus protestierte er leidenschaftlich gegen die in der nationalsozialistischen Bewegung sich anbahnende Rückkehr zum Mittelalter und stellte fest, daß die Juden in Deutschland mit den anderen Teilen des'deutschen Volkes durch deutsche Muttersprache, deutsche Kultur und gemeinsames geschichtliches Erleben verbunden seien. Die fortschrittlichen Zeitungen würdigen anläßlich Gotheins 75. Geburtstag seine Verdienste um deutsche Wirtschaft und' Politik. Eschau, 16. Aug. Am nrri worden 27. August begeht Herr Lehrer Leopold Lehmann in körperlicher und geistiger Rüstigkeit seinen 70. Geburtstag. Seit 48 Jahren wirkt derselbe mit vorbildlichem Eifer und großer Pflichttreue in der hiesigen Gemeinde. Außerdem versah er noch bis vor kurzer Zeit den Filialdienst in den umliegenden Nachbargemeinden. Er kann daher auf eine arbeitsreiche Tätigkeit zurückblicken. Herr Lehmann, der in Lehre und Lebensführung stets unermüdlich für die Ideale des überlieferten Judentums eingetreten ist, erfreut sich wegen seines vornehmen Charakters und seines bescheidenen und liebenswürdigen Wesens in weiten Kreisen größter Beliebtheit. Mögen ihm noch eine lange Reihe von Jahren in gleicher Rüstigkeit und bester Gesundheit an der Seite seiner ihm ebenbürtigen Gattin beschieden sein. v"w- Salmünster. 14. August. Durch Berufung unseres überaus geschätzten, allseits beliebten und verehrten Lehrers, Herrn S. K a tz in den Staatsdienst ist unserer Gemeinde ein bewährter, tüchtiger Führer genommen worden, was wir alle tief bedauern. Herr Katz hat es kraft seines vorbildlichen Charakters, seiner festen jüdischen Einstellung, verstanden, ein festes Band um uns zu schließen, unter dessen Schutz wir uns für seine Ideale begeisterten. Durch Selbstlosigkeit und Opfersinn ist er trotz seiner Jugend in kürzester Zeit Freund und Berater für jedermann, Führer und Leiter für Familie und Gemeinde geworden, wodurch er der Kehillo und jedem Einzelnen größte Dienste erwies und uns heute bei seinem Abschied unschätzbare Werte hinterläht. Wir wünschen und erflehen für ihn G'ttes besonderen Beistand. Gemünden a. Wohra, 15. Aug. Am 1. April 1932 trat unser um unsere Gemeinde hochverdiente Lehrer, Kantor und Schachet Spier laut Notverordnung in den Ruhestand. Die Gemeinde setzte alles daran, um einen würdigen und geeigneten Nachfolger zu finden. Es bedurfte außerordentlich großer Anstrengung, um die staatliche Volksschullehrer stelle zu erhalten und im Sinne der Gemeinde neu zu besetzen. Bei jeder Neubesetzung einer solchen Stelle wird von Seiten der Staatsregierung in umfassender Weise geprüft, ob die Stelle noch erhalten werden kann, da in fast allen Landgemeinden die Schülerzahl äußerst gering ist. Es bedurfte auch diesmal vielfacher Bemühungen, insbesonder des Marburger Vorsteheramtes, bei Abgeordneten, der Regierung in Kassel und dem Ministerium, bis es schließlich gelang, daß die Staatsbehörde ihre Einwilligung zur Weitererhaltung der Stelle gaben. Die Regierung hat Herrn Lehrer Sally Katz, der aus Guxhagen stammt, das Kölner Lehrerseminar absolviert hat und seit 8 Jahren als Religionslehrer, Kantor und Schachet in Salmünster, Kreis Schlüchtern, wirkte, zum 9. August hierher versetzt. Wir hoffen, daß es ihm gelingt, auch in unserer Gemeinde zu Ehren des Judentums zu wirken. Schenklengsfeld, 15. Aug. Zum 1. August ist Herr Lehrer E s ch w e g e von Halberstadt auf Anordnung des Ministeriums zum Volksschullehrer in unserer Gemeinde bestellt worden. Nachdem die Wiederbesetzung der Stelle im Sinne unserer Gemeinde zunächst auf große Schwierigkeiten gestoßen war, herrscht in unserer Gemeinde allseitige Befriedigung, einen würdigen Führer gefunden zu haben, von dein wir hoffen, daß es ihm gelingen wird, den harmonischen Zusammenhalt der Gemeinde zu erhalten. Burghaun, 9. Aug. Am 2. August verschied nach langem Krankenlager Frau Sofie Oppenheimer, geb. Nußbaum, die Gattin des noch jetzt im Fuldaer Krankenhaus -weilenden Emanuel Oppenheimer. Die im Alter von 70 Jahren Verstorbene war eine durch ihre Frömmigkeit und Bescheidenheit in weiten Kreisen beliebte und geachtet- Frau. Am 2« 'm wurde sie zu Grabe getragen. Infolgedessen war es nicht möglich, an der Bahre den großen Schmerz, den die Familie Oppenheimer und die Gemeinde Burghaun durch ihr Ableben erlitten, zum Ausdruck zu bringen. — Ihre Kinder hatte sie durch ihr mustergültiges Vorbild zu thoratreuen Menschen erzogen. — Am letzten nv2D-Tage hielt der Bruder der Verstorbenen, Herr Lehrer Nußbaum aus Bocholt, im Trauerhaus ein 23t>,> In ergreifenden Worten führte er aus, was die Familie durch den Tod seiner Schwester verloren hat. — Möge Ihr mar der Familie und uns allen beistehen. rrasarv Unsieben, 8. Aug. Plötzlich und unerwartet wurde Aron Engel im Alter von 68 Jahren seiner Familie und einer großen und innig um ihn trauernden Gemeinschaft entrissen. Die am Dienstag den 2. August unter groeßr Beteiligung der gesamten Ortseinwohnerschaft und vieler Bekannten aus Nah und Fern stattgefundene Beerdigung zeugte von der allgemeinen großen Beliebtheit des allzufrüh Dahingegangenen. Herr Oberlehrer B l u m e n t h a l pries in zu Herzen gehender Gedächtnisrede die vielen Verdienste des Verstorbenen. Er erwähnte nebst seiner vielen allseitigen Tätigkeit im Gemeindeleben, seine besondere Treue bei der Ausübung aller Pflichten im jüdischen Kultusleben, seine selbstlose und hingebungslose Betätigung auf dem Gebiete von rrna- Als langjähriger Baltokea verrichtete er dieses Ehrenamt in ganz vorzüglicher Weise. Im Anschluß an die vorangegangene Gedätchnisrede widmete der Kultusvorstand, Herr Josef Mittel, dem teuren Entschlafenen tiefergreisende Worte des Dankes im Namen der ganzen Gemeinde und sprach das Gelöbnis aus, fein ehrendes Andenken für alle Zeiten im Gedächtnis zu erhalten. — Möge der Allmächtige seiner gramgebeugten Gattin und der weiteren Familie sein i»m laru angedeihen lassen. •.v'sxjn Familiennachrichlen. Barmizwoh: Martin Erich, Sohn des Herrn Albert Jonas, Frankfurt a. M., Wolfgangstr. 83, apy Synagoge Unterlindau. Vermählung: Isidor Lichtenstein mitRosel Waller Trauung 21. 8., 19. Aw, 12.45 Uhr, Pension Heß, Frankfurt a. M., Börsenplatz. ANNONCEN-BÜRO JULIUS SCHMIDT FRANKFURT A. M. JETZT OSTENDSTR. 83 PNGULUS! AI If Ü^XERK A U F J ETZT NÜR EBEBHAßD MULLERR*» stöhne GEGENÜBER 0.FRANKFURTER MOP! Die n"3 glückliche Geburt eines gesunden naa zeigen in dankbarer Freude an Rabb.-Ass. SIMON SCHWAB u. FRAU Recha geb. Fröhlich Darmstadt, 12. Aw 5692 (14. August) Landwehrstr* 42 — IAm Sonntag Den 5. Aw entschlief nach kurzem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden, meine liebe;srau, unsere treubesorgte Mutter u. Großmutter Jeanette.geb. Blumenthal | im 73. Lebensjahre. Dm Namen der Hinterbliebenen: Abraham Mannheimer » (früher Frankfurt a. M.,Uhlandstr.5t) L BBMB&a Berlin NO. 43, Golnowstr. 43 S.HOLLANDER FRANKFURT AM MAIN ECKENH.-LDSTR. 127 ♦ TEL. ZEPP. 52014 Großes Lager fertiger Grabmäler Versand nach allen Plätzen ZISELEUR u.BILDHAUER LEO HOROVITZ CAFE KONSTABLER Inh. MAX HIRSCH BUS GUTE FAMILIEN - CDFE Eigene Konditorei Künstler-Konzert WER HILFT? In meiner Gemeinde befinden sich zwei kinderreiche Familien, deren Oberhäupter in besseren Tagen selber in reichem Maße np*T2 gaben, in bitterster Not. Die Mietschuld steigt von Monat zu Monat, es fehlt, wenn man auch während der ganzen Woche sich durchgehungert hat, auf n3i? am nötigsten und die lokale Fürsorge kann nur Geringfügiges leisten. So bleibt nur der Appell an die Öffentlichkeit. Ich habe den Verlag des Israelit unter Vorlage der Belege über alles genau unterrichtet und bitte um reichliche Spenden unt. 3913c auf PosiScheckkonto 19802 Verlag des Israelit u. Hermon G. m. b. H„ Ffm. 4 Das erstklassige unter Aufsicht hergesiellfe TAFELÖL »CLIVIA« ^2?2 eignetsich zum Braten, Backen und Kochen sowie für die kalte Küche. Hersteller: CLIVIA-OELWERKEo.m.b.h. CLEVE, Niederrhein. 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