Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 73 (1932)
- Issue
- Heft 33 (11.8.1932)
- Date
- 1932-08-11
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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dbad .700-800m ' ü.d: Meer aldeck D.FRANT ne, sonn, fe. Unter urt a. M. ef)e\X^art ilierans MM lef. 214 er , schöne pr. 6 RM Lac mes Bade- \utoboxen era“ Sn) errlfcher von ospekte. 484. N!man | N •"-pan mm?,, Neuer, kompletter Rambamkommentar vom Wilnaer Stadtmagid, Rabbiner Menachem Rrakowsky nrr^T- Besprochen von Benzion Rachelsohn in Frankfurt a. M. Vor 20 Jahren kündigte eine Notiz im Weltrabbiner-verzeichnis "W ’VnK" *) das Manuskript eines kompletten Kommentares zum Rambam — Iaö Hachasakah — unter dem Titel "‘finn mns/" vom Rabbiner Menachem Krakowsky an. Krakowsky stand damals etwa im zweiundvierzigsten Lebensjahr und war Rabbiner zu Chaslawitsch, einer größeren Stadt im Gouvernement Mohilew (Rußland) mit einem sehr angesehenen Rabbinersttz. von Chaslawitsch wurde K. als Rachfolger des qm" nach Nowogrudok berufen und von da aus kam er nach Wilna und bekleidete dort das Staötprediger- (genannt: Stadtmagid)-Amt. Dieses Amt, mit der Würde des Ehrentitels: xnm geschmückt, ist bekanntlich überaus ehrenvoll. Denn der Stadtmagid in Wilna zählt zunächst als talmudische Größe zu dem aus anerkannten D^vn bestehenden Rabbinerkollegium von Wilna — einen ausgesprochenen Stadtrabbiner hat ja Wilna bekanntlich aus historischen Gründen schon lange nicht mehr —, an dessen Spitze der weltherühmte Gaon, Reb Chajim Oser Grodsensky v/3 steht; außer der Zugehörigkeit aber zum Rabbinerkollegium bildet der Stadtmagid, kraft seines Predigeramts, den Mittelpunkt des jüdischen öffentlichen Lebens der Stadt und gilt quasi dadurch als Repräsentanz bezw. als Kn» *nn*n von Wilna schlechthin. Indessen — K. trat den Posten in Wilna vor etwa 13 Jahren an; sein Werk aber, dessen Veröffentlichung er so sehnsüchtig erstrebte, —- noch kurz vor seinem Tode, bei seinem Kuraufenthalt in Deutschland, sann K. mit dem Schreiber dieses V'mn1? über Mittel und Wege, wie die Drucklegung seines Werkes zu bewerkstelligen — dieses Werk erschien erst voriges Jahr im Monat Marcheschwan, dem Monat, an dem bereits sein erster Iahrzeitstag stattfand! Das hat seinen Grund darin, daß Krakowsky ein überaus vornehmer Charakter war, dem es nicht lagseine hohe Stellung in der jüdischen Metropole Wilna für außeramtliche Zwecke nutzbar zu machen. was ihm jedoch zu Lebzeiten versagt blieb, das wurde nach seinem Toge sehr rasch konkrete Wirklichkeit. Denn unmittelbar nach seinem Hinschciden bildete sich aus der C l i t e der Wilnaer Orthodoxie ein Komitee mit der Aufgabe, unter Mitwirkung der Hinterbliebenen Kinder — diese sorgen, lt. Mitteilung des Komitees an den Schreiber, für den technischen Teil des Unternehmens —, sämtliche Werke ihres großen Rabbi zu veröffentlichen. — Cs sind nämlich deren fünf an der Zahl: Das besagte Werk m*ny ö"wn a^rrn jrm»1? na^n manwn riibrrw rqbvn wpvisi; predigten und Vorträge; bv rmw o^iTn x) Verfasser: S. N. G'ttlieb, Sekretär des weltberühmten Gaon, Neb David Friedmann W* Rabbiner zu Karlin. hnn Mvrrs — Diesem Komitee und den Kindern ist es auch zu verdanken, daß, wie soeben erwähnt, bereits zum ersten Iahrzeitstag des Verfassers der erste Teil seines großen Lieblingswerkes mm. nämlich der jnan 12» erschienen war. Dieses Komitee sandte auch dem Schreiber dieses auf verlangen eine Biographie des Autors ein, deren wertvolle Angaben sowohl ihrer selbst wegen, als auch im Interesse des isv — eine Würdigung des Autors verhält sich zur Würdigung des Buches wie ein Passepartout zum Bild — erwähnenswert sind. Wir lesen dortselbst folgendes: In Wilkowisk (Litauen) der Geburtsstadt des Autors, reichten die Lehrkräfte für den zarten Knaben nicht aus — K. stammte, lt. anfangs erwähnter Notiz des '^nrr-- ~av, von den ^x’ai nian bya und ns man Vya a'vxa ab und befaß obendrein einen Vater, der weit über seinen Wirkungskreis hinaus (er war tarne? in Wilkowisk) unter dem Namen „Reb pirschet als 2>wai mvn i>na /m’ona bekannt war— Und fein Unterricht mußte in die Hände eines benachbarten Rabbiners gelegt werden. Als gereifter Jüngling kam K. nach Wolofchin, wo er unter dem Namen „Wilkowisker Jlui" bekannt und Günstling des Reb Chajim Soloweitfchik W, war. Später heiratete er die Tochter des allseits anerkannten und hochgeschätzten ma und »ns Reb Elijahu >s;, Rabbiner zu Prüfen (Litauen) und trat bald darauf die rabbinische Laufbahn an. Kaum 25 Jahre alt, wirkte K. als Rabbiner von Ruf in der angesehenen litauischen Gemeinde Timkowitsch (Gouv. Minsk). Er wurde bei schwierigen nmn nn zur gemeinschaftlichen Rechtsprechung mit damaligen o'bna in die weite Ferne von da aus berufen. Von Timkowitsch kam K. nach Chaslawitsch. Dort wuchs er sich ganz von selbst, kraft seiner großen Gelehrsamkeit und Klugheit — obwohl eigentlich nur Stadtrabbiner — zum b'ban an (Bezirksrabbiner) aus. Dort wurden ihm auch die Rabbinersitze von Lomsa, Moskau, Charkow und Nowogrudok angetragen. Er zog letzteres, wegen feines ausgeprägteren Thoramilieus, vor. In Nowogrudok betreute er eine ansehnliche ronr» und hielt dort zweimal wöchentlich aniyv ab, die schriftlich niedergelegt sind. Dort ereilte ihn auch der Krieg. Er verließ, trotz größter Lebensgefahr, seine Gemeinde nicht, sondern wachte als treubeforgter Vater über sie: rettete viele vom Tode und erhielt viele, indem er ihnen körperliche und geistige Nahrung reichte, am Leben. K. begnügte sich aber nicht mit seinen Leistungen in seinem Wirkungskreis, sondern nahm darüber hinaus fast an allen größeren Aktionen und Zusammenkünften der gesamten Landesorthodoxie regen Anteil. Stand fo der Name K. schon bis jetzt in Glanz und Ehren da, so war dies noch viel mehr der Fall, als er nach Wilna kam. In Wilna, diesem großen, historisch berühmten altjüdischen Zentrum mit seinem frischpulsierenüen, farbenreichen jüdischen Leben, kamen alle Geistesgaben dieses großen Mannes zur Entfaltung und leisteten Hervorragendes. Ein Blick auf die Kanzel — und wir sind davon überzeugt. Die Wilnaer Kanzel in der Hauptsynagoge (Schul genannt) ist, man kann sagen, weltberühmt. Sie war von je her die Tribüne der einflußreichsten und talentvollsten Redner. Da weiß die obengenannte Biographie diesbezüglich von K. keine geringere Behauptung aufzustellen, als folgende. Es heißt dort wörtlich: n i>ax m'virran by nanyni n-ppo rmV ’nxa ii>rr nann ^maa qpn nya pi'y nt by — ni>xa iyav rri, eman nn ’*>nia „Es würde lächerlich erscheinen, wollte ich hier ein Werturteil über Krakowskys Predigten und Vorträge aussprechen. Daß aber die Wände des Bes-Hamidrasch derartiges noch nie gehört haben — das wird Alt und Jung bezeugen"! Des weiteren heißt es dort: „Deml nächst wird ein Teil seiner Ansprachen erscheinen. Dieses ' Werk wird ein Novum üarstellen und wird bahnbrechend sein in Homilie und in der Prediger'4Nteratur." Nach einem solchen Erfolg auf der Kanzel erübrigt sich wohl von den anderen Leistungen Krakowskys zu sprechen. Diese sind nunmehr selbstverständlich. Sie sind ■ auch in den Kreisen der Orthodoxie allgemein bekannt. Eine kleine Reminiszenz aus Krakowskys Praxis, die Schreiber von glaubwürdiger Seite gehört hat, sei hier jedoch erwähnt: K. wohnte der Eröffnungsfeier einer öffentlichen Anstalt bei. Als der Vorsitzende die übliche Begrüßungsrede gehalten und das Haus für eröffnet erklärt hatte, erhob sich K. und sagte mit vernehmbarer Stimme: Meine Herren! Und ich erkläre das Haus für noch nicht eröffnet! Und ging rasch zur Türe, zog dort ein Hämmerchen mit einer nma aus der Tasche, befestigte letztere an dem Pfosten und sagte: So meine Herren! — jetzt ist das Haus eröffnet! — K. war aud) die Triebfeder des bekannten „Jeschiwoh-Komitees" (ma-wn irn) in Polen, bei seiner Gründung und Ausgestaltung. Er bereiste an der Seite des „Chofez Chajim" zusammen mit anderen Rabbonim die größeren Plätze und forderte durch zündende Reden mit Erfolg zum Beitritt aus. Soviel vom Autor, und nun — sein Werk, das mm nso* Cs muß als selbstverständlich vorausgesetzt werden, daß hier nicht von einer eingehenden Behandlung des “>so die Rede sein kann; dafür wäre die Zeitung nicht der richtige platz und — der Schreiber nicht der richtige Mann. Cs kann sich hier lediglich um eine presseübliche Rezension handeln. Und da glaubt Schreiber sehr viel — aber doch nicht zuviel — damit auszudrücken, weun er kurz sagt: Das Werk ist im Geiste der Woloschiner Lehrer des Autors gehalten. Zwei Lehrer hatte k. in Woloschin. Cs sind die zwei in aller Welt, als hochragende Thorafürsten gefeierten 'iirr m n* nrnw' ’unn 'V'xt (d"'X3 genannt) und v"n n V'ST jspätcr unter dein Namen a^n n Leister bekannt). Crsterer zog sich bekanntlich gleich nach feiner Hochzeit (er war Schwiegersohn des woloschiner Rosch Ieschiwoh PN8' '*v Sohn des großen a"n '“i Woloschiner Vpw) in ein Zimmer der Ieschiwoh zurück (er pflegte von da aus nur auf nnv nach Hause zu kommen) und lernte dort sage und schreibe v i e r u n d z wa n z i g aufeinander folgende Jahre täglich nahezu 20 Stunden. (Nach Angabe des Herrn Rabbiner M. Karpel zu Frankfurt a. M. namens seines Vaters V'XT' der Lieblingsschüler des 2"'X3 war, hatte letzterer, auch nach den 24 Jahren, jeden Tag einen map der sich wie folgt zusammensetzte: lSt^mn xii'rms; ISepjnD ivpjwö; IS Blatt mm? 16 qm pVitP üVv'vr) Als er nach 24 Jahren dieses Zimmer verließ, war er, man kann sagen, mim bin 'P2d. h. beherrschte er quasi das ganze jüdische Schrifttum. Davon legen auch seine Werke^^pvvn. Komments zumninb''rrD und 121 payfl' Kommentar zur Thora beredtes Zeugnis ab. Das war der eine Lehrer Krakowskys. Der andere: Vst D^n '-v war ein von G'tt begnadeter, phänomenaler und kristallklarer Kopf, von dem man während seiner Kindheit glaubte, er werde ein zweiter Wilnaer paa werden. Cr beantwortete als Vierjähriges Kind eine von seinem großen Vater Vx* ma nn non '*i aufgeworfene Schwierigkeit (rVwis?) in staunenerregender Weise.