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Der Israelit · 1932-07-14 · Heft 29 (14.7.1932) · page 16

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Journal
Der Israelit
Volume
73 (1932)
Issue
Heft 29 (14.7.1932)
Date
1932-07-14
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 4 Nr. 8 D er Israelit B lSt ter 14. Juli 1932 Herrn Dr. Grünberg in Berlin gewesen, mit dem prallsterung öer Iewish Agency unter Wahrung des gleichem, wenn nicht noch höherem Recht jene Richplan der Gründung eines Schaumrei-Schabbos-Welt-! Religionsgesetzes bei gutem Willen durchgeführt wer-^tung innerhalb der Agudo, biempa sein will, den MrrhrtltSi'« ^n Sto frptim iirtiS Srr« : Sptt fort« ** 17n,S in TnivffiAPöH* -fit«. (PuslSa-r 8oa fFftirsliii fsoi- ‘XnPrtnfi Son 'Virtvnif«». TTsr^nn Verbandes an die Öffentlichkeit zu treten, und da-sden kann." Und in Wirklichkeit: Für Gelder des durch die A. I.-Weltanschauung zu bekämpfen, dies Keren Hajessod und des Uationalfonds werden in den die Zentralisierung aller Arbeiten für Judentum von diesen subventionierten Lewuzaus Kaninchen- und Iüdischkeit erstrebt. Die Absicht des Herrn Dr Grünberg war, mit der Dezentralisierung anzufangen und „Tarjag"-Organisatiönchcn zu schaffen, um auf diese Art die Kraft der 21. I. zu brechen und zu vernichten, was mit anderen Worten gesagt, auch bedeutet: die Kraft der unabhängigen Orthodoxie zu brechen. Wieweit es dieser sogenannte Weltverband Schaumrei Schabbos es mit Schmiras Schabbos ernst nimmt, gebt daraus hervor, daß an einer Berliner Schemiras Schabbos-Konferenz eine Resolution gegen den Lhillul Schabbos in den argentinischen Kolonien angenommen wurde, man aber über den Ebillul Schabbos in Crez Iisroel zur Tagesordnung überging. Die Agudas Iisroel mußte an den „Wakkabi" monatlich 600 Franken bezahlen, damit am Schabbos kein „INatch" stattfanden. Wo war damals der Schaumrei Schabbos-„Weltverband"? Bis heute steht der Protest gegen den Lhillul-Schabbos- Zwang, dem die Iehudim auf Kationalfonösboden ausgesetzt sind, weil es auf solchen verboten ist, am Schabbos die Kühe durch Kicht-Iuden melken zu lassen, wodurch die Iehudim zu dieser Arbeit, die eine Aw-Ktelochoh ist, gezwungen sind, aus. Hier schweigt der Schaumrei-Schabbos-,,Weltverband". Der Präsident dieses „Weltverbandes" (in Wahrheit ist es nämlich gar keiner, denn Polen, Litauen, Tschechoslowakei, Ungarn, Oesterreich usw. wollen sich die sem „Weltverband" gar nicht anschließen) unter schreibt die Aufrufe zu Gunsten des Rationalfonds. Also einerseits für Schemiras Schabbos, anderseits für Thillul Schabbos. Uebrigens weiß Herr Ober rabbiner Dr. Lewenstein auch genügend von der Tätigkeit dieses „Weltoerbandes" in Angelegenheit öer Kalenöerreform zu berichten. Wie hat sich aber die Leitung der A. I. zu diesem verband gestellt? Statt die Allgemeinheit aufzu klären, war die Angst vor öer Meinung der Allgr meinheit stärker, und mit Rücksicht auf die öffentliche Meinung hat sich die A. I. am sogenannten Schabbos-Kongreß beteiligt, damit man nicht sagen soll, daß die A. I. aus Rücksicht auf Partei-Prestige von einer solch wichtigen Angelegenheit fern geblieben ist! Ich bin überzeugt, daß die Agudaführer in dieser Angelegenheit genau wie ich dachten und denken. Der Fehler liegt aber darin, daß die Agudaführer sich als Führer einer Partei betrachten. Die Gründung von Keren-Hathora und Beis Iaacob-Iugendgruppen ist m. C. auch nur verursacht, weil die Aguda-Führer sich als Führer einer Partei betrachten, wenn die Lage im Rheinland wirklich eine solch traurige ist, daß die Litern aus Haß gegen die Religion ihren Kindern nicht gestatten, sich als Aguöa-Iugenögruppen zu organisieren, dann wird man auch mit der Aenderung des Firmanamens nichts erreichen. Die freisinnigen Eltern werden auch gegen Keren Hathora und Leis Iaacob sein. Damit erklärt man aber A. I. als Partei, was meiner Ueberzeugung nach auch gegen die Meinung öer A. I.-Führer ist. Die Möglichkeit aber, eine Reschomoh von Iisroel zu retten, muß man deshalb auf das Prinzip und die Ueberzeugung verzichten? Dies veranlaßt mich, die Lage von Clijohu behar Hakarmel in Erinnerung zu bringen, dessen Lage die gleiche war wie diejenige der Aguda-Führer in der Gegenwart. Auch er wandte sich nicht mit seinem Ruf: Ad mosai atem paus'chim al schtei haseifim" an die Rewiei Habaal, denn diese waren nicht paus'schim al schtei haseifim, sondern newiei babaal. Clijohu verlangte Klarheit ohne Rücksicht, ohne zu fürchten, daß vielleicht einer derjenigen die „paus'chim al schtei haseifim" sind, gerettet werden können, solange solche noch nicht ganz zum Baal übergegangen sind. Clijohu hat keine Kompromisse gekannt, und diese Devise verlangen wir Aktivisten von unseren Aguda-Führern. Die Frage der Iewish Agency steht m. C. schon gar nicht mehr zur Diskussion. Einmal müßten die Schulen öer Kefiro vom Budget des Keren Hajessod gestrichen werden. Aber selbst dann! Punkt 4 des Beschlusses öer Z. K. G. lautet: die k. G. ist überzeugt, daß eine solche politisch-wirtschaftliche Keu- Züchtereien eingerichtet, um die Arbeiter mit billigem Fleisch zu versorgen. Das ist die Rücksicht auf die Tauroh. Deshalb würden wir einen unverzeihlichen Fehler begehen, wenn wir in C. I. nicht als vollständig selbständiger Faktor aüftreten würden. Bezüglich der gegenwärtigen Lage der Khillaus handelt es sich bei den Aktivisten nicht darum, neue Streitigkeiten heraufzubeschwören, sondern nur um einen Abwehrkamps. Der bekannte zionistische Ruf: „Erobert die Khillaus!" bat in einer ganzen Anzahl von Kehillaus einen „Churbon" verursacht. Wir wünschen, daß die kehillaus im Geiste der A. I. geführt werden. Das bedeutet keine „Partei"-Kehillaus, sondern kehillaus, die würdig sind, den Kamen „kbillo-kedauschoh" zu tragen. kurz gesagt, wollen wir Aktivisten erreichen, daß der Moment komme, wo man die Anführungszeichen zum Kamen Agudas Iisroel streichen wird, auf daß Agudas Iisroel öer wahre Bund von Iisroel wird. K a ch b e m e r k u n g der R e d a k t i o n : Wir können vorstehende Ausführungen nicht ohne eine Kachbemerkung veröffentlichen. I. Indem wir eine Abwehr der auch an anderer Stelle veröffentlichten Ausführungen des Herrn C. im einzelnen dem Schomrei Schabbos-Verband selber überlassen müssen, erklären wir für die Agudas Iisroel - Leitung und für unsere Schriftleitung, daß wir cs ablehnen, uns mit öer C.'schen Stellung Clijohu der Zukunft, den Bereiter des großen Tages G'ttes, wo der wahre Lund G'ttes geworden ist, für sich in Anspruch nehmen, der kommt, miN dV •nmnx bv D’ia n1?! D’an bv 4. wir bejahen die Aktwiflengruppe innerhalb A. I., als Sammlung und. Auslösung aller schaffenden und opferbereiten Kräfte in Agudas Iisroel, wir stehen zu ihr in ihrem Streben, alle Wollenden zu Tuenden zu erziehen. Eine Aktivistengruppe aber, die mit öer Ciß'schen Devise fordernd auftritt, die scheint uns überflüssig, ja schädlich — solange A. I. ehrwürdige Führer hat, die ihren Weg durch die Welt nicht mit dem aufreizenden Ungestüm öer Leidenschaft, sondern in der ruhigen Unbeirrbarkeit des »Twin nsn bestimmen. n Deeioendcf Hguda-dnav^eti * LkKültlieK in allen Or-tsgvnppen. nähme zum Sch. Sch.-Verband zu identifizieren. Die dem Initiator des Sch. Sch.-Verbanöes unterstellten Motive sind Behauptungen, für die Herr C. den Beweis noch zu erbringen hätte. 2. Ebenso abwegig sind u. E. die E.'schen Ausführungen zur Iewish Agency-Frage. Das Argument der Kaninchenzucht beweist in dem Zusammenhang, in dem es gebracht wurde, nichts. Würde die Iewish Agency auf unsere Forderung, alle Kulturarbeit auszuschalten, eingegangen sein, so wäre es ein Leichtes gewesen, die wirtschaftliche Arbeit von jedem Issur freizuhalten. 5. Die Stellungnahme des Herrn E. zu den in Rheinland-Westfalen geplanten und z. T. auch schon eingerichteten k. H.- und B. I.-Gruppen geböte eine ausführliche grundsätzliche Auseinandersetzung mit den diesbezüglichen C.'schen Geöankengängen. Diese uns für später vorbehaltend, sei hier nur registriert, daß nicht HaßgegendieReligion die Eltern ryren Kindern die Einordnung in aguöistische Gruppen verbieten laßt, sondern, neben der starken äußeren Abhängigkeit von den durch zionistische Machthaber geleiteten ostjüöischen Verbänden, auch und vorwiegend die aus öer östlichen Heimat mitgebrachte, wenn auch völlig ungerechtfertigte Furcht vor der „Politisierung" ihrer Jugend, eine Furcht, die gerade in religionstreuesten Kreisen Galiziens noch heute sehr groß ist. Die Berliner Konferenz hat jedenfalls nach ernten Beratungen einstimmig die dort gefundene Lö- 'ung gutgeheißen. Wir hoffen, daß es nur eine Zwichenlösung auf dem Weg zur Agudas Iisroel selber ist. Dieser Weg wird aber verrammelt, wenn unsere Aktivistengruppe sich zu einer „Elijohu-Hanowi-Partei" im Sinne der E/schen Ausführungen innerhalb unserer Agudo etabliert und in einem theoretisteren- 6ert — und' dann leicht terrorisierenden — Allagudismus den Wald vor lauter Bäume nicht mehr sieht. Ist es nicht.ein wenig anmaßend, für feine Auffasung und nur für diese, Elijohus Wirken als. richtunggebend gelten zu lassen? vielleicht darf mit Jüdisches Leben in Südafrika. Aus einem Brief an üie Keren Hathora-Zentrale. Johannisburg, 7. Mai. Wenn auch die Wirtschaftskrise vor den Toren unseres Landes nicht halt gemacht hat, können wir dennoch von erfreulichen Ereignissen Mitteilung geben. In Johannisburg allein sind im letzten Jahre 5 neue Synagogen errichtet worden, unter welchen das sogenannte „Beth Hamidrasch der Orthodoxen" hervorragt, das den Namen seines großherzigen Stifters trägt, Ehaim Hertzenstein. Das Beth Hamidrasch ist mit großer Pracht gebaut, fast 2000 Sitze und bildet eine Sehenswürdigkeit der Stadt. An dem allgemeinen politischen Leben nimmt die Orthodoxie, ebenso wie die übrige jüdische Bevölkerung des Landes, intensiven Anteil. Die gesetzestreuen Kreise haben sogar bei den verschiedenen Wahlen des letzten Jahres nennenswerte Erfolge davon getragen. So wurde der Advokat Morris Alexander aus Cape Town, der unerschrocken für die Interessen des Landes arbeitet, als Mitglied in das Parlament gewählt. Ferner wurde Mr. H. Teeger, aus Johannisburg, der durch seine Aktivität in allen öffentlichen Dingen wohl bekannt ist, zum Provinzial-Councillor gewählt. Mr. A. S. Schauder von Port Elizabeth wurde in den Stadtrat entsandt und schließlich Mr. Hirsch Hillmann aus Durban wurde zum Präsidenten der Iewish Board of Deputies ernannt. Mr. Hillmann hat das Präsidium für den Keren Hathora seines Bezirkes übernommen. Dank der rührigen Arbeit des Keren Hathora-Delegierten, Rabbiner Menachem Zimmermann, ist es gelungen, eine Organisation für Förderung der Keren Hathora- und Beth Jacob-Interessen in Osteuropa und im Heiligen Lande zu begründen. An der Spitze des Landesverbandes steht als. Ehrenpräsident Chiefrabbi Prof. Dr. I. L. Landau und als Präsident Rabbi S. Rosenzweig. Dank der hingebungsvollen Arbeit der genannten Herren konten im letzten Winter einigen Jefchiwaus des Ostens größere Beträge überwiesen werden (Polen, Litauen und Slowakei), ferner wurde die Beth Jacob-Arbeit in Polen und Rumänien stark gefördert. Aus der Bewegung. Lodz. Aus Anlaß der Zwanzigjahrfeier der Aguda hielt die Leitung der Agudas Iisroel eine Plenarsitzung ab, in der die Einleitung einer großen Propaganda- Aktion beschlossen wurde. Am Dienstag fand eine große Massenversammlung zum Gedenken an die Kattowitzer Tagung statt. — Mit der Entwicklung der Beth Jako w s ch u l e können wir in Lodz, angesichts der schweren Zeit, recht zufrieden sein. Geistig hat die Schule eine bedeutende Höhe erreicht, was den Verdiensten ihres Direktors, Herrn Nathan Berliner, in erster Reihe zuzuschreiben ist. Unter der tüchtigen Verwaltung des Herrn Heinrich Frankel bessert sich auch die wirtschaftliche Lage der Schule mit jedem Tag. Es wird auch eine höhere Handelsschule eröffnet und das Lehrpersonal mit neuen bewährten Kräften bereichert. Durch Aufklärungsarbeit bei den Eltern gelingt .es, viele jüdische junge Seelen der antireligiösen Erziehung zu entreißen. Antwerpen. Im Zusammenhang mit der großen Jubiläumsfeier der hiesigen Agudas Jisroel-Gruppe zur Erinnerung an den Kattowitzer Gründungstag, bei der die Herren Oberrabbiner Rottenberg und F. Ratzersdorfer Referate erstatteten, fand eine gut besuchte Sitzung des Zentralkomitees der belgischen Agudas Jisroel-Landesorganisation statt, in der auf den verschiedensten Gebietenbieten Beschlüsse zur Inangriffnahme neuer Arbeiten gefaßt wurde. Unter anderem wurde auch beschlossen, den bekannten Schriftsteller und agudistischen Arbeiter, Herrn Mosche Zechowall, als Generalsekretär der belgischen Agudas Iisroel zu berufen. Es ist zu erwarten, daß angesichts der herrschenden Arbeitslust güte Ergebnisse erzielt werden. (Zahlreiche Berichte über katkowihJubiläumsfeiern in, allen Teilen der Well muhkeß wegen Raummangels zurückgefkellk werden. Red.).

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