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Der Israelit · 1932-07-14 · Heft 29 (14.7.1932) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
73 (1932)
Issue
Heft 29 (14.7.1932)
Date
1932-07-14
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 Nr. 29 Der Israelit 14. Juli 1932 der Unterstaatssekretär für auswärtige Angelegenheiten, Captain Eden, die englische Regierung stelle jetzt Nachforschungen an, ob durch das Vermögensbeschlagnahmegesetz des Preußischen Landtags auch in Deutschland wohnende englische Bürger betroffen werden sollen. Eden ersuchte Wedgewood, seine Frage in der kommenden Woche zu wiederholen, die Regierung werde dann auf Grund durchgeführter Untersuchungen in der Lage sein, eine eingehendere Antwort zu erteilen, insbesondere anzugeben, welche Schritte sie in dieser Angelegenheit zu ergreifen gedenkt. Tschechoslowakei. Um die Gemeindeorganisation in Rarpathorußland. Bratislava, 8. Juli. Die Kämpfe um die Frage der Errichtung einer autonomen orthodoxen Gemeindeorganisation für K a r - pathorußland, über die an dieser Stelle wiederholt berichtet wurde, haben nun zu einer höchst bedauerlichen Zuspitzung der Gegensätze innerhalb der dortigen Orthodoxie geführt. Am letzten Sonntag haben die unter der Führung von Munkacz-Ungvar stehenden Kreise in Ungvar eine zweite Gemeindeorganisation ins Leben gerufen, die in offenem Gegensatz zu der vor einiger Zeit unter der Führung von H u st gegründeten steht. Welcher dieser beiden Organisationen es nun gelingen wird, die Anerkennung der Regierung zu erlangen, steht dahin. Es wird wieder einmal schmerzlicherweise die Staatsgewalt es fein müssen, die in dem trostlosen Chaos der sich bekämpfenden Richtungen Ordnung schaffen muß. Die Munkaczer jüdische Zeitung veröffentlicht einen großen Trauerartikel, der das „Fehlen von Menschen mit Gefühl, gesundem Verstand und friedlicher Gesinnung" beklagt, die aber, wie dies in solchen Fällen immer der Fall ist, die vorhandenen Mängel lediglich an der gegnerischen Seite entdeckt. Die weitere jüdische Oeffentlichkeit kann nur im Angesicht der drei nationalen Trauerwochen das alte Wort wiederholen: *mn jnu Zusammenbruch des jüdischen Uolonisationsrverkes in Sowjetrußland? Moskau, 6. Juli. Die jüdisch-kommunistischen Tageszeitungen „Stern" und „Emsß" bringen alarmierende Nachrichten über die steigende Flucht der jüdischen Kolonisten aus den Kolonien in der Ukraine, die durch Mangel an Nahrungsmitteln und Unterkunftsmöglichkeiten hervorgerusen worden ist. Die Lage sei schlimmer als in den Kleinstädten. Etwa 40 Proz. aller neuen jüdischen Kolonisten haben in den letzten 3 Monaten die Kolonie des jüdischen Rayon Stalindorf verlassen. In der Krim, wo keine Brotknappheit herrscht, fehlt es an Unterkunft, so daß beispielsweise in einer Kolonie 47 Familien in 32 Räumen untergebracht sind. In Biro-Bidschan herrscht Hungersnot. Die Verwaltung erklärt sich außerstande, die neuen jüdischen Einwanderer zu ernähren, auch fehlt es an Unterkunftsgelegenheiten. Den jüdischen Arbeitern beim Bauholztrust in Nikolajewka wird eine Ernährung zugeteilt, die nicht einmal das Ernährungsminimum erreicht, in Vira erhalten nur die arbeitenden Männer Kost, während man ihre Frauen und Kinder hungern läßt. So sind viele Juden gezwungen, Biro-Bidschan wieder zu verlassen. Palästina. Da? Generalsekretariat des Gberrabbinates in Jerusalem feierlichst desavouiert. Jerusalem, 3. Tamus. Oberrabbiner Jacob M e i r hat ein offizielles Schreiben auf dem amtlichen Briefbogen des Rabbinats an die Zentrale der Agudas Jisroel in Jerusalem gerichtet, das in feierlicher Form die Treibereien des Generalsekretärs Schmuel Aron Weber gegen die Wiederbesetzung des Rabbinats der S o n n e n f e l d ' s ch e n Gemeinde desavouiert und jede Verantwortlichkeit des O b e r r a b b i n a t e s f e l b ft für diese Jntriguen weit von sich wsist. Das Schreiben ist vom 3. Tamus datiert und lautet wörtlich: „Ich war erstaunt, Briefe, welche die Firma des Oberrabbinats von Palästina tragen, vor mir zu sehen, unterzeichnet von Herrn Schmuel Aron Weber, gegen die Einsetzung eines Rabbiners Eurer Gemeinde an Stelle des Gaon und Zadik, Rabbi Joseph Ehajim Sonnenfeld. Ich, dessen Name sich ja -ebenfalls auf der Firma des Oberrabbinats befindet, habe von all dem nicht das Geringste gewußt. Nicht ein einziges Mal hat man das Oberrabbinat in dieser ganzen Angelegenheit zu Rate gezogen. Es ist mir überaus schmerzlich, daß viele hochstehende Brüder im Ausland, die den Dingen fern stehen, glauben könnten, daß das O b e rr a b b i n a t von all dem Kenntnis habe. Ich bitte Euch, in meinem Namen in der Oeffentlichkeit bekannt zu geben, daß ich und meine Genossen, die rabbinischen Mitglieder des Oberrabbinats, immer in den besten und vorzüglichsten Beziehungen zu dem Heimgegangenen Gaon und Zadik, Rabbi Ehajim Sonnenfeld, gestanden haben. Wir freuen uns überaus, zu hören, daß es Euch mit G'ttes Hilfe gelungen ist, einen Rabbiner und Führer Eurer Gemeinde als Nachfolger von Rabbiner Sonnenfeld zu finden, wie dies nicht nur Ihr wünscht, sondern wie es der Wunsch aller G'ttessürchtigen ist. Mit G'ttes Hilfe werden wir ihn in voller Liebe empfangen und werden auch mit ihm die besten und freundschaftlichsten Beziehungen unterhalten und in jeder wichtigen und bedeutungsvollen Angelegenheit werden wir Zusammenarbeiten zur Hebung der Thora und des jüdischen Volkes im heiligen Lande. In Ehrerbietung und Hochachtung Jacob M e i r." Es ist außerordentlich erfreulich, daß durch dieses Schreiben die volle Verantwortung für die schmählichen Quertreibereien, die der „Israelit" vor einigen Wochen in einem Leitartikel im einzelnen enthüllt hat, auf Herrn Schmuel Aron Weber abgewälzt find. Wir nehmen dabei an, daß Oberrabbiner Jacob Meir feine Erklärung im Einverständnis mit Oberrabbiner Kuk abgegeben hat Wahlen in Petach Tikwah. Jerusalem, 3. Juli. Die Wahlen für den Stadtrat in Petach Tikwah endeten mit der Wahl eines einzigen Orthodoxen (Elias Munk) aus der Liste der o’-nn bei 15 Mandaten, von denen die Arbeiter 5 erhielten (statt 2 im vorigen Stadtrate). Ebensoviele Mandate erhielten die Jungk o l o n i st e n, während sich der Rest auf Revisionisten und andere kleine Parteien verteilt. Diese Niederlage der Orthodoxie in der religiösesten Kolonie des Landes ist auf den Mangel an Organisation und politischer Schulung derselben zurückzusühren. So kommt es denn, daß die vorwiegend gesetzestreuen Wähler selbst ihre Interessen in fremde Hände legen und dem öffentlichen Leben und seinem Niederschlage in der Gemeindeverwaltung vollkommen desinteressiert entgegenstehen. Familiennachrichken. Barmizwoh: Jakob, Sohn des Herrn Kreisrabb. Dr. Baßfreund, Efchwege vmw nvis (23. Juli). Verlobte: Bella Weber mit Israel Weber, Jerusalem. Hochzeit: Manfred Selig, Buchen i.Od., und Frau Laura geb. Bauer, Arnstein i. Untfr. 19.7.32. Briefkasten. W. Jir. in M. H. Sie haben nicht sehr daneben getroffen. Die Auffchrift auf der Achterbahn heißt wirklich mj'Bvn by- Die Woche. Goldene Hochzeit. Ein alter Frankfurter, Herr Ludwig Stern und dessen Gattin, feiern am Samstag, den 30. Juli das Fest ihrer goldenen Hochzeit in voller Rüstigkeit. Herr Stern hat als treu, bewährter Bote des Israelitischen Vrotverteilungsverein jahrzehntelang in Liebe und Gewissenhaftigkeit eines im HiWr'Ms7'KdWM--MeMllMchLfeW stehenden Amtes gewaltet. Wir wünschen den Jubilaren weiter Gesundheit und Jugendfrische. Agudistische Frauenorksgruppe. Der Kurs von Konrektor Ä. Hirschberg über Pirke Owaus wird gleich nach den Sommerferien fortgesetzt. n , Internationale Konferenz der jüdischest Sozialarbeiter. Die jüdischen Teilnehmer an der hier zur Zeit tagenden „Internationalen Konferenz für soziale Arbeit" halten aus Einladung der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden in der Religionsschule Unterlindau jüdische', Sonderkonferenzen ab, die von Herrn Rabbiner Dr. Jacob Hordovitz geleitet werden. In der ersten Konferenz wurden eine Reihe von Begrüßungsansprachen durch Dr. Karpf (Amerika), Justizrat Dr. Blau, S. Cohen (London), Dr. Becker (Danzig), Ratzopki und Zunzer (Newyork), Dr. Kreutzberger, Dr. Lamm und Dr. Ollendorff (Berlin) und Dr. Neustadt Warschau) gehalten. Die -Haupttagung soll am Mittwoch stattfinden. Die Einzelfragen der Konferenz werden in mehreren Kommissionen beraten. Eine dieser Kommissionen behandelt das Problem des Frauen- und Mädchenschutzes auf Grund eines Memorandums von Cohen-London, des Leiters der bekannten, dieser Frage gewidmeten englischen Gesellschaft. Weitere Kommissionen bearbeiten Ausländerfragen, Ein- und Auswanderung, Gesundheitsfragen, Sozialver,lu)erung und soziale Ausbildung. Einen wichtigen Raum nimmt auch die Frage der Zentralisierung, der Wrebung und der Finanzierung auf dem Gebiete der internationalen Sozialarbeit ein. Dr. Bernhard Kahn, der europäische Direktor des Joint, erstattete ein groß angelegtes Referat über die' Lage der Judenheit in den europäischen Ländern, das tiefen Eindruck machte. Weibliche Fürsorge. Die Wohnräume der Weiblichen Fürsorge, Bäckerweg 26, nehmen auch ältere, leicht pflegebedürftige Frauen auf und stellen je nach Wunsch leere oder freundlich möblierte Zimmer dafür zur Verfügung. Volle Verpflegung wird schon von Mk. 75.— an gegeben. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Ehajim. Eine Stunde vorNacht. Midrasch, Herr Rechtsanwalt I. Rosenheim. Sonntag morgens nach Schul (ebenso Mittwoch), tna "n, vormittags 9.15 Uhr (ebenso Dienstag 6.30 Uhr) Gemoro. Herr Rabb.-Aff. G. Posen. (Alle anderen Schiurim wie üblich.) Jahrzeitsstiftungen. Sonntag, 17. Juli: Adolf Damm-Stiftung. Dienstag, 19. Juli: Eva Friedländer, geb. Strauß-Stiftung. Mittwoch, 20. Juli: Max Munk-Stiftung. Donnerstag, 21. Juli: Lehmann Weil-Stiftung. Freitag, 22. Juli: Josef Kösterich-Stiftung. Agudas JksroA-Jugendgruppe e. B. Sommerarbeit. A. Jugendgruppe. 1. Schiurim. a) öffentliche Bowo Kamo (Dr. W. Hoffmann). Schabbos (Louis Kahn). Schulchan Aruch Hilchoth Schabbos (B. Rachelsohn). Schulchan Aruch (Leopold Oppenheimer). Mischna Seder Maued (Gerson Schnerb). Mischna Seder Sanhedrin (Paul M. Aron). Schulchan Aruch (Th. Spiegel). b) geschlossene Bowo Kamo (Naftali Abrahams). Kiduschin (Hermann Bing). Bowo Mezio (Dr. Fritz Hamburger). Pesochim (Carl Zuntz). “ - 2. Unterricht. Stenographie für Ansänger (Lehrer S. Adler). Französisch (Studienrat Josef Kaufmann). B. Mädchengruppe. 1. Schirium. a) öffentliche Thauro (Konrektor A. Hirschberg). Dinim (Konrektor A. Hirschberg). . crtjaiff (Julius Lewin). b) geschloffene Jeschajo (Studienrat Dr. Markus Lange). Schemuel (Manfred Neuberg er). Gebetzeiten. .] rjj?n mir Freitag abend 7.40 Samstag 6.30 Samstag morg. 7.45 Predigt Samstag nachm. 1.00 u. 5.00 Samstag abend 9.30 Wochengottesdienst: Morgens 6.15 Nachmittags 7.15 :nam 'im mint? 7? Donnerstag nachm. 8.00 Fasten-Ende: 9.14 : Tefillin-Legen am Morgen 3.05 .7

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