Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 73 (1932)
- Issue
- Heft 28 (7.7.1932)
- Date
- 1932-07-07
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2446951-2450704-2450731--78919-2536650- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
7. Juli 1932 Der Israelit Nr. 28 Seite 11 So suchte er seine Brüder, die Söhne Levis, zur Empörung gegen Mosche und Aharon zu verführen. Aber' nicht viele aus dem Stamme Levi schlossen sich ihm an. Die ineisten waren zufrieden mit der Stellung, die man ihnen zugewiesen, den Dienst im Heiligtum zu versehen. Solch kleiner Anhang, gemessen an den Tausenden des Volkes, genügte Korach nicht. Da wandte er sich an seine Aachbarn im Lager, an den Stamm Reuben, der gleich den Söhnen Kehos' in der Richtung nach Mittag lagerte. „Ihr Söhne Reubens," sprach er, „habt Ihr nicht noch ein Crstgeborenenrecht in Israel? Warum laßt Ihr Tuch zurückdrängen von den Söhnen des Amram und kämpft nicht gegen die, die Luch benachteiligt haben? Kommt, wir wollen uns erheben gegen Mosche und Aharon und wollen es ihnen zeigen, daß sie uns nichts zu befehlen haben!" Und es schloffen sich ihm an Dathan, Abiram und ihre Familien und ©tt ben pelet aus dem Stamme Reuben. Sie traten hin vor Mosche und begehrten auf gegen ihn und trotzten und leugneten seine Führerschaft und seinen g'ttlichen Auftrag. Und Mosche antwortete ihnen und am nächsten Morgen sollte es sich nun entscheiden, wen G'tt erwählt habe. Erhobenen Hauptes ging ©n ben Pelet in sein Zelt zurück. „Run werden wir den 2lharon absetzen," rief er seiner Frau zu, „er ist lange genug unser Hohepriestergewesen!" „Und warum soll er es nicht weiter sein? Hat er etwas veruntreut? War er nachlässig im Dienste?", fragte die Frau. „Das nicht," gab Du ben pelet zu, „aber warum sollen denn nur die Söhne Amrams alle Ehren genießen? Mosches Vetter, Korach, der Sohn des Iizhar, ist ebenso würdig wie Aharon. L r soll unser Koben Godol werden, dafür trete ich ein," schrie er. „Was hast du davon, ©n," sagte beschwichtigend die Frau, „wenn Aharon Hohepriester ist, so bist du nur sein Schüler und wenn korach Hohepriester ist, so bist du auch nur ein Schüler! Mische dich nicht unter diese Ausrührer, lieber Mann, du hast doch keinen Vorteil davon." „Davon versteht ihr Frauen nichts," rief er zornig, „und außerdem habe ich dem Dathan zugeschworen, daß ich zu ihnen stehen werde und nun halte ich auch meinen Cid!" Mit diesen Worten ging ©n ins Zelt; die Frau aber blieb noch eine Weile draußen und dachte darüber nach, wie sie ihren Mann von dem gefährlichen Streit zurückhalten könnte. Endlich hatte sie ihren plan gefaßt. Sie ging ins Zelt und sagte: „Wir wollen nicht mehr über diese Sache sprechen, lieber Mann. Das Vernünftigste ist, wenn du jetzt gut ißt und trinkst und dich stärkst für den morgigen Tag." Sie setzte ihm Speise vor und gab ihm reichlich Wein zu trinken und immer wieder redete sie ihm zu, noch einen Becher Wein zu nehmen, ©n trank und trank und fiel endlick sckwer berauscht in einen tiefen Schlaf. Am nächsten Morgen war großer Lärm und gewaltige Aufregung im Lager. Die ganze Rächt hindurch hatte Korach mit dem Volke gesprochen, hatte Reden voll Spott und Hohn gegen Mosche und Aharon gehalten und so das Volk verführt, sich auf seine Seite zu stellen. Und nun drängte sich am Morgen alles herbei, um möglichst nahe am Eingang des Stiftszeltes stehen zu können. Jeder wollte mit ansehen, wie die zweihundertfünfzig Männer mit ihren Pfannen das Räucherwerk öarbrachten. Run sollte es sich entscheiden, wen G'tt erwählte und voller Spannung wartete das ganze Volk-- nur ©n ben pelet schlief fest in seinem Zelte. Da verwarnte Mosche zum letzten Male das Volk und ängstlich wich alles zurück. Aber Korach, Dathan und Abiram standen trotzig und hochmütig am Eingang ihrer Zelte. Aller Augen warm auf Mosche gerichtet-nur ©n ben pelet schlief fest in seinem Zelte. Seine Frau stand vor dem Eingang, um seinen Schlaf zu bewachen. plötzlich ertönte ein furchtbarer Schrei und ein entsetzliches Getöse erfüllte das Lager. Da schreckte auch ©n ben pelet auf, taumelte hoch und stand am Eingang des Zeltes. „was ist geschehen?" Er sah die Menge Israels in Heller 2lufregung und Furcht durcheinanderlaufcn, ein schrecklicher 2lngstzustand erfüllte das ganze Lager. „Was ist geschehen?" rief er nochmals. „Entsetzliches muß sich ereignet haben!" „Die Erde hat die Aufrührer verschlungen!" „Die Erde? verschlungen? verschlungen, sagt ihr, und ich — ich bin gerettet — ich lebe!" „Du kannst G'tt dafür danken, ©n, daß du nicht unter ihnen warst," rief man ihm zu. „G'tt hat mich gerettet," sagt ©n ben pelet langsam — und auch meiner Frau will ich es danken." Sommernacht. Es ist tiefste Nacht Am Himmel bereits sind die Sterne erwacht, Die Stadt liegt in tiefster Ruh, Und ein Stern dem andern, flüstert sich zu, lieber Blumen, Menschen, Tiere und Böglein Die bereits geschlossen ihre Aeuglein, Und alle schlafen fest, Versteckt in ihrem kleinen Pest. Es weht ein leiser Sommerwind. Ganz ruhig, leise, sacht und lind, So, daß es die tiefe Nachtstille gar nicht stört, Und wird von den Menschen kaum gehört. Der Mond scheint durch die Fenster herein, Und gibt den dunklen Räumen einen lichten Schein, Da plötzlich fällt ein leiser Regen, Der kommt von G'tt, es ist ein Segen, Und wenn vorüber ist die Nacht, Ms erster ist der Hahn erwacht, Der wecket dann alle Menschen auf. Und so beginnt der Tageslauf. Edith Robitsek (13 Jahre). Die Bekehrung des Onkelos. Vom Kaiser Hadrianus habt Ihr schon mal gehört: heute will ich Euch etwas von seinem Neffen erzählen. Dessen Name war Onkelos. Er hatte schon viel vom Judentum gehört und faßte den Entschluß, auch Jude zu werden. Nur fürchtete er sehr den Zorn des Kaisers. Da ging er eines Tages - zu seinem Onkel, dem Kaiser, und sprach: „Ich wachse hier unter deiner Obhut auf wie, ein Kälbchen im Stalle, das nichts anderes kennt als seine Krippe und nicht weiß, was sich in der Welt zuträgt. Laß' mich hinausziehen und ein Handwerk treiben, damit ich Einsicht bekomme, wie die Menschen ihr Geld gewinnen/' Da sagte der Kaiser: „Was willst du denn tun? Willst du ein Kaufmann werden, so bleibe lieber hier: ich will dir viele Schätze geben, daß du genügend besitzt und nicht fortwandern mußt." Sprach Onkelos: „Ich will doch hinausziehen und Ware erhandeln. Nur gib mir einen guten Rat, welche Ware ich einkaufen soll." Da antwortete Hadrian: „Alle Ware, die du verachtet siehst und von niemandem begehrt, die sollst du kaufen und mit ihr beschäftige dich. Denn eines Tages steigt sie wieder im Wert und du kannst sie teuer verkaufen und viel Geld daran verdienen." Danach nahm Onkelos Abschied und ■ zog hinaus. Er bestieg ein Schiff und fuhr nach Erez Jisroel und lernte Tauroh. Nach einiger Zeit begegneten ihm Rabbi Elieser und Rabbi Jehauschua. Da sagte einer zum andern: „Was sieht Onkelos so verändert und bleich aus, gewiß lernt er Tauroh, denn das Lernen verändert das Gesicht." Als Onkelos die Rabbonim sah, trat er auf sie zu und stellte ihnen viele Fragen. Sie beantworteten sie ihm alle und danach zog er zurück zum kaiserlichen Hofe. Als der Kaiser ihn sah, erschrak er und rief: „Warum siehst du so verändert aus? Ha st du so viel an deiner Ware verloren oder hat dir ein Mensch. Böses angetan?" „Mir tut niemand etwas zuleide," antwortete Onkelos, „dazu ist die Furcht vor dir zu groß unter den Menschen." „Und woher siehst du dann so schlecht und verändert aus?" „Weil ich Tauroh gelernt habe und weil ich Jude geworden bin." „Und wer hat dir denn das geraten?" „Das hast du selbst geraten." „Ich?" rief empört der Kaiser. „Du rietst mir, die Ware einzutauschen, die am wenigsten geachtet und begehrt sei. Da sah ich umher und fand nichts so verachtet und schlecht angesehen als das jüdische Volk. Und so wie du mir gesagt hast, wird es auch mit Israel gehen, einst wird es wieder chochangesehen werden und Fürsten werden sich vor ihm verneigen. Weil es aber jetzt so niedrig eingeschätzt wird und wird später so hoch werden, darum habe ich micfj mit diesem Gute beschäftigt und habe diese Ware eingekauft nach deinem Rate." Danach ging Onkelos wieder weg vom Kaiser. Aber der Kaiser hoffte noch immer, er könne den Onkelos wieder vom Judentum abbringen und sandte Boten zu ihm, die ihn zurück zum Kaiser bringen sollten. Doch Onkelos überredete die Boten Hadrians und sie wurden auch Juden. Da schickte der Kaiser neue Leute zu Onkelos, aber auch mit diesen sprach er so lange über die Tauroh, bis auch sie sich zu ihr bekehrten. Da sandte der Kaiser neue Boten und befahl ihnen, gar nichts mit seinem Neffen zu sprechen. Als sie zu ihm kamen, sagten sie kein Wort und führten ihn hinaus. Als sie am Eingang an der Mesuso vorbeikamen, deutete er darauf und lachte. Da fragten ihn die Heerleute, warmn er lache.' Da sagte Onkelos: „In der ganzen Welt ist die Ordnung so, daß der König innen im Haufe sitzt und der Knecht steht außen und wacht. Nicht aber bei dem heiligen König, gelobt sei er: Da sitzen innen seine Knechte und außen steht er selbst und wacht und behütet unser Fortgehen und unser Heimkommen." Als sie das hörten, bekehrten sie sich auch zum Judentum. Der Kaiser aber sandte keine neuen Boten mehr und ließ Onkelos in Ruhe. Lösung des »Frag mich was". 1. Der einzige aramäische Ausdruck in der Tauroh kommt in ks'i vor (Kap. 31, Vers 47) und heißt nz' nn-nnv'- 2. Das ganze Aleph Beth kommt vor in dem Posuk: '■üi rww is in pnnsi (Kap. 4, Vers 34) und in n^va (Kap. 16, Vers 16): 'i:n nmn nt- 3. Bei den 10 Geboten in der Sidro mm fehlt der Buchstabe "v". 4. Der Satz mit den 6 mit s beginnenden Wörtern steht in 'K D’ai’Q (Kap. 22, Vers 4) und heißt: •“l’oioa 'Viva -jnya wxa ii»2 'n»2 Richtige Lösungen sandten ein: Leo Katz, Nürnberg: Hermann Tauer, Frankfurt a. M.; Aron Silberstrom, Voulogne s. Seine. Hebräisches Rätsel. Ich hoffe sehr, daß recht viele von Euch das Rätsel herausbringen können. Wacht mal ein wenig auf aus Eurem Sonnnerschläfchen und ratet: rra vn iVon Tine*? .rrrrn rnnn nxi maon ymm vbv othz; ninnnn „Aus dem Dawar". Wochenkalender. vom 9. - 16. Juli 1962 vom 5. - 12. Samtnus 5692! ’tDI’ rp Samstag Juli 9 5 uo '2 '2 'S mp Sonntag 10 6 y Montag 11 I7 Dienstag 12 8 ny Mittwoch 13 9 2y Donnerstag 14 ÜO IV Jl'JWI 'SO Freitag 15 11 ns? Samstag 16 112 ist 'i 'n pns pi>3 npn ANNONCEN-BÜRO JULIUS SCHMIDT FRANKFURT A. M. JETZT OSTENDSTR. 83