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Der Israelit · 1932-06-16 · Heft 25 (16.6.1932) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
73 (1932)
Issue
Heft 25 (16.6.1932)
Date
1932-06-16
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
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Nr. 25 Seite 11 Zigarren 40 Wolf Zeil Tel. Hansa 27930 Personalien. Berlin, 9. Juni. Herr Dr. Fritz Bloch aus München wurde als Nachfolger des jüngst verstorbenen Rabbiners Dr. Raphael Breuer zum Distriktsrabbiner in Aschaffenburg gewählt. Herr Dr. Bloch ist ein Schüler des Berliner Rabbinerseminars und hat auch die Jsfchiwoth in Telfiai und Mir besucht. Berlin, 14. Juni. Wie telegraphisch aus Rußland gemeldet wird, ist in Nogatschow, im Gouvernement Mohilew Rabbiner Salman Klatzkin, der Bruder des vor kurzem in Jerusalem verstorbenen ehemaligen Lubliner Raw im Alter von 77 Jahren heimgegangen. Er zählte zu den größten talmudischen Koryphäen im heutigen Rußland. Braunsbach, 14. Juni. Anläßlich seines 60. Geburtstages wurde dem Vorstand der hiesigen Israelitischen Gemeinde, Herrn Salomon Pfeiffer, der Chower- 2>itel verliehen. Plauen, 12. Juni. Frau Lea Jakobsohn, Frau des als n"n bekannten früheren Schachet Menachem Jakob sahn aus Hamburg, jetzt wohnhaft in Plauen i. 58., Albsrtftr. 48, begeht am 21. Juni ihren 80. Geburtstag. Bratislava, 10. Juni. Am i”N a"z, üevföieb hier Frau Seemette Fisch geb. Hartwig aus Berlin, Frau des bekannten Augenarztes Dr. Geza Fisch. Nach zehnjähriger Ehe wurde ihr das Glück zuteil, ein Kind zu bekommen: sie konnte sich aber dessen bloß drei Tage lang freuen. Frau Jeanette Fisch war in Preßburg als sehr gefällige, stets gutmütige, auch in geistiger Hinsicht nicht alltägliche Person gekannt und geschätzt. Mit besonderer Liebe widmete sich sie, die Kinderlose, dem Fortbildungsproblem erwachsener Mädchen, die sie mit der jüdischen Geschichte vertraut machte. — Wahrlich groß zeigte sie sich aber in den letzten Stunden ihres Daseins. Ohne Sentimentalität, ohne jedwede Schwäche, inmitten von großen Schmerzen, traf sie ihre letztwilligen Verfügungen, verabschiedete sich von allen Anwesenden, Verwandten, Bekannten; gab, wie sie sagte, den Abschiedskuß ihrem kleinen Kinde; dann bestimmte sie auch, wer sich mit ihr sein, wer für sie nvmn lernen soll. Einen anwesenden Freund des Hauses bat sie, mit ihr die *ni zu sagen; als dieser schonend meinte, es fei noch nicht die Zeit, sagte sie die üblichen Gebete allein, mit fester Stimme, soweit es ihr auswendig möglich war. Kurz vor dem eingetretenen Tode gelang es den Aerzten, ihr noch eine Erleichterung zu schaffen; sie selbst bekam wieder Lebenshoffnung und in diesem Bewußtsein schlief sie auf ewig ein. — Möge -"wem den alten Eltern, den Geschwistern, dem Gatten und dem Kinde seine trostspendende Gnade zuwenden. sowie ehemalige Hungener Lehrer und noch viele Gäste, die es sich nicht hatten nehmen lassen, in alter Anhänglichkeit und Liebe den Ehrentag der Gemeinde mitzufeiern. — Samstag morgen nach dem Frühg'ttesdienst Berlin, 12. Juni. Am 1. Mai fand die diesjährige Generalversammlung des Vereins „Freunde d e r T a u b st u m m e n - I e d i d e I l m i m " im Brüdervereinshaus statt. Nachdem der 1. Vorsitzende, Herr fanden sich in der schön geschmückten Synagoge die Her- Ludwig Ginsberg, der Toten des Vereins gedacht hatte, Vermischtes. Hungen (Oberhessen), 12. Juni. Am vergangenen Samstag feierte unsere Gemeinde das 100jährige Bestehen der Synagoge. Im Rahmen des Freitagabend- G'ttesdienstes begrüßte Lehrer S e e l i g in feiner Ansprache Herrn Provinzialrabbiner Dr. Hirschfeld, Gießen ren Bürgermeister Fendt als Vertreter der Behörde, Pfarrer Bock als Vertreter der Geistlichkeit und Rektor Schaad als Vertreter der Schule ein. Alsdann ergriff Herr Provinzialrabbiner Dr. H i r s ch f e l d das Wort zu seiner Festpredigt, die einen tiefen Eindruck auf alle Zuhörer hinterließ. Anschließend sprachen Prediger Isaak, Limburg und Lehrer Stein, Markbeerolzheim. Sie gaben in beredten Worten ihrer Freude Ausdruck, ihrem früheren Wirkungskreis ihre Glückwünsche persönlich übermitteln zu können. Der erste Vorsteher, Herr S. Wiesenfelder, trug noch interessante Eintragungen aus der Chronik vor, um zu zeigen, wie sich die jüdische Gemeinde von jeher aufs engste mit allen Mitbürgern Hungens verbunden fühlte. Die erhebende Feier fand mit dem Olenugebet ihren Abschluß. Anläßlich der Hundertjahrfeier stiftete der Frauenverein trotz der Not der Zeit unter großen Opfern unter der bewährten Leitung ihrer ersten Vorsitzenden, Frau Paula Gonzenhäuser, ein Porauches nebst Schulchandecke, außerdem wurde von Familie Katz, Hungen, eine wundervolle, silberne Thorakrone, von Adolf Katz, Frankfurt a. M., ein herrliches Thoramäntelchen gestiftet. Auch der Jugendbund Hungen überreichte ein selbst angefertigtes Thoramäntelchen. Berlin, 8. Juni. Das Patenschaftskomitee des Schulwerks der Adaß Jisroel zu Berlin macht ihre Freunde und Gönner darauf aufmerksam, daß es auf vielfachen Wunsch ein ansprechendes Ablösungs-Telegramm für Hochzeiten und andere freudige Gelegenheiten geschaffen hat und es zur weitgehendsten Benutzung zur Verfügung stellt. Die Spenden können überwiesen werden an das Patenschaftskomitee, Postscheckkonto: Leo Posen, Berlin, Nr. 40 636 oder Munk-Hildesheimer-Stiftung, Postscheckkonto: Joseph Weichselbaum, Berlin, Nr. 29 498. Spertben werden auch abgeholt nach telefonischem Anruf: C. 9. Tiergarten 6913 oder nach schriftlicher Benachrichtigung des Büros: NW. 87, Siegmundshof 11. — Das Sekretariat übernimmt auch die Verschickung von Glückwunsch- Telegrammen an die aufgegebenen Adressen. Auch um Benutzung der Sammelbüchsen wird bei dieser Gelegenheit dringend gebeten. Berlin, 10. Juni. Der vor einigen Jahren von der verewigten Frau Geheimrat Rosa V a r t h rt"^ gegründete Jugendhort siedelt nach dem Schulgebäude Siegmundshof 11 über. Im 3. Stock des Hauses konnte die Schulverwaltung geeignete Räume zur Verfügung stellen, die — völlig renoviert — den Kindern einen angenehmen und anheimelnden Aufenthaltsort bieten. Die Wände und Mobiliar sind in leuchtende Farben getaucht, der mit lustigen Fresken bemalte Spielsaal mit seinen vielfachen Spielgeräten läßt die Kinderherzen höherschlagen, die hohen Fenster lassen Lust, Licht und Sonne in großer Fülle herein, alles Zeichen, daß die Vorstandsdamen bemüht sind, einen sonnigen, liebreichen Ersatz des Elternhauses zu bieten. Und wie die Kinder sich da wohl fühlen! Man muß sie bei Tisch, bei Arbeit und Spiel beobachten können und wird tausendfach belohnt für die aufgewandte Mühe. — Am Montag, den 20. d.. Mts., 7.30 Uhr abends, am 1. Jahrzeitstage der hochverdienten Gründerin, Frau Geheimrat Rosa Barth wird das neue Heim in Siegmundshof 11 eingeweiht Alle Freunde und Gönner des Jugendhortes werden zu dieser Feier herzlichst eingeladen. wies er auf das schwere Jahr hin und gab einen Ueberblick über die Tätigkeit des Vereins, der zur Zeit außerordentlich zu kämpfen habe. Dann erstattete Herr Direktor Reich den Bericht über die Israelitische Taubstummenanstalt zu Weißensee. Er führte aus, daß das verflossene Jahr neben vielen Trauerfällen in gesundheitlicher Beziehung für die Anstalt sehr schlecht war, da nach den großen Ferien eine Diphterie-Epidemie eingeschleppt worden war. Durch die Erkrankung der Kinder, Lehrer, Erzieherinnen und Wirtschafterin war der Betrieb sehr gestört. Aber trotz allem konnte nunmehr der Kindergarten eingerichtet werden, wenn auch äußerlich in etwas beschränkterer Form, als in Aussicht genommen war. Von der Behörde hatte die Anstalt die Berechtigung erhalten, Praktikantinnen auszubilden. Dadurch ist die Möglichkeit gegeben, die Kinder in kleinere Gruppen zu teilen und sie noch mehr zum Sprechen anzuregen. Herr Dr. Reich erwähnt, daß außer den vielen ernsten Tagen den Kindern auch vielfach Freude bereitet wurde. Er führt einige Beispiele an von Taubstummen, die ihre Eltern und Geschwister resp. ihre eigene Familie jahrzehntelang ernährt haben. Der Vorstand wurde gewählt. — Vor der Generalversammlung fand die Vorführung einer Erfindung auf dem Gebiete der Lichtreklame des taubstummen Herrn Diplom-Ingenieurs W. Zeitlin statt, die sehr interessant war und zeigte, daß ein begabter Taubstummer bei richtiger Beschulung alles erreichen kann. Familiennachrichken. Varmizwoh:^ Erich, Sohn des Herrn Sigmund Strauß, Jügelstr. 9 neu mb?- Synagoge Unterlindau. — Hans, Sohn des Herrn Dr. Ludwig Vlüthe, Unterlindau 7. neu ravr Synagoge Unterlindau. — Josef, Sohn des Herrn Dr. Wilhelm Freyhan und der Frau Fanny, geb. Hackenbroch, Breslau, Höfchenftr. 104 (Pinchas-Synagoge), 25. Juni. Verlobte: Fränze Neumann-Spangenberg. Müller-Themar mit Erich Briefkasten. S. B. geben. M. 15.— für angegebenen Zweck weiterge- Jn dieser Jahreszeit bedarf jeder einer Erfrischung. Warum nicht auch Ihr Garten? 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Siwan 5692 IDie glückliche Geburt eines Sohnes zeigen in dankbarer Freude an Trust Adler und Frau {Frankfurt a. M. Henny geb. Fröhlich Merianstr. 27, rrmn. my:iC 'N Dl’ Frau H. M. FREIMANN beehrt sich alle Freunde und Bekannte zu der am NE?3'Snan? ’n derSynagogeFriedb.Anlage stattfindenden BARM1ZWO-FEIFR ihres Sohnes ISRAEL einzuladen nE?*l7: 5'/» Uhr, Grünestr. 15, 2 pjp. „Unterm Goethestern Kleine Obermainstr. 9 Cafe,CondIIoreI, Eis Donnerstags Paziststentag Für Samst. Bon-Äusgabe Nar 4 Pfennige kostet eine Rasur mit mein., seit Jahren bewährten - ‘ . ‘ »JDVJBH« Machen auch Sie einen Versuch — 1 kg kostet inkl. Porto ttiiti2.50, bei Voreinsendg. d. Betrages. £ J. Gradmann Ichcnhauscn Bayern) Statt Karten SOPHIE T ACH AUER MARTIN HIRSCH beehren sich, ihre n"3?3 am p»o fl"’ — 22. Juni 1932 in Frankfurt a.M.f Pension Hess, Börsenplatz? mittags VI« Uhr stattfindende TRAUUN G anzuzeigen. FÜRTH i. B. FÜRTH i. B. Hirschenstr. 37 HAlGER Telegramm-Ablösung zu Gunsten der Israelitisch. 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