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Der Israelit · 1932-06-09 · Heft 24 (9.6.1932) · page 24

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Journal
Der Israelit
Volume
73 (1932)
Issue
Heft 24 (9.6.1932)
Date
1932-06-09
Page
– (sequence 24)
Language
German
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Seite 4 Nr. 24 Der Israelit 9. Juni 1932 und die Einheit des jüdischen Volkes wirklich wollten, ja, sollen wir ihretwegen mechallel schabbos sein und Verbotenes tun, — uns ist es doch verboten — wenn sie das jüdische Volk lieben, ihnen ist doch nicht verboten, koscher zu essen und schaumer schabbos zu sein — sollen sie es doch aus Liebe zum Volk, aus Liebe zur Einheit. Nach den Jaffaer Pogromen 1922. Einige müssen R. Chaim gefragt haben, ob man denn mit den Zionisten gemeinsame Außenpolitik treiben dürfe. „Ich habe gesagt," erzählt uns R. Chaim und wiegt das gebeugte edle Haupt dabei: „wir sehen bei Awrohom, wie er von Lot sich trennte — trenne Dich von mir, willst Du zur Linken, so werde ich zur Rechten; und wenn Du zur Rechten ,so werde ich zur Linken sein — und finden bald danach, wie die vier Könige gegen Lot in den Kampf ziehen, den Lot bedrängen und zum Gefangenen machen. Und da erzählt die Schrift: Als Awrohom, eben der Abram, der sich von Lot gerade getrennt hatte, hörte, daß sein Bruder in Gefahr sei, da vergaß er im Moment der Gefahr all das Trennende, das ihn kurz vorher mit Lot entzweite, und er eilte seinem Bruder — es war ja sein Bruder — zu Hilfe. Als meine Eltern ihn besuchten, redete er ihnen zu: „Lassen Sie Ihren Jungen im Lande, wir brauchen junge Eine Anekdote aus dem Jerusalem um 1923. Dr. Thon war damals Leiter der zionistischen Kommission. Raw Kuk sagte zu den Zionisten: „Ihr dürft's nicht ton (tun)". Die Zionisten zu Raw Kuck: „Kuck (guck') nicht." Und R. Chaim: „Nicht ton und nicht gucken." (Nicht Thon und Kuck). Rostnkes mit Mandeln?) (Fortsetzung.) A schidach mit ale majleß. Zum schensten balaboß fun schtot is gekumen a fchaüchen, rejden a schidach dem balaboß tochter. Und er sogt em: „Reb Pincheß, ich hob for ajch a schidach a zazke." Macht der balaboß: „Nu, ejb eß is a glajche fach, adarabeH, wer is doß?" Macht der schadchen: „Doß is Schnitmacherß sun!" Farkrimt fach der balaboß: „Schnitmacherß sun? Ir mejnt Jossel Schnitmacher? er is doch ober an amorez2) ejner in der welt!" Sogt der schadchen: „Ir soll rejden aselche werter: An amorez! Mejnt ir, Rejtschild is a lamden?3) Fundeßtwegen, asan ejdim, wi Rejtschild, wolt ir doch nit umgegeben?" Tracht sich der balaboß un sogt: „Take in der emessen! Hajntige zajten! Ober er is doch orem, er hot doch gor kejn bissel gell nit." Sogt der schadchen: „Gejt, gejt, reb Pinches! Ir sott rejden aselche werter! Orem! Mejnt ir, Raschll) is gewen rajch? Fundeßtwegen, asan ejdim, wi Raschi, wolt ir doch gewelt, ah? Tracht reb Pincheß „nu, hot ir farschtanen dem majmer? ot doß mejnt take der pejrek. Hot doß epeß a ponim^) as me git sich op> foroeö10) un me sogt zu sich alejn: „Guten Morgen, reb Schmelke! sezt sach, reb Schmelke?" Sogt der pejrek: „j'hi kwejd chawejrcho chowiw olecho k'scheloch, — punkt asej wi der kowed, woß du alejn gißt sich op, fol ba dir san choschew2") der kowed, woß andere geben dir op." Der schpigel. Amolike zaten is a schpigel gewen a j'kar-hamzieß2H. Is gewen in a schtetel an alle idene, woß Hot noch kejn mol kejn schpigel nit gesen. Zuderzu Hot si gehat a kurze rie22). Ejnmol Hot der man irer gekejft a schpigel un Hot em ufgehongen in aschtubin sajn Haus. Un di wajb Hot gehert, wi er ret epeß zu imizen in schtub. Hot sie a kuk geton durch'n fchpalt fun tir und hat gesen, wi der man schrejt baderwant, un wi dorten schtejt noch imizer in ret. Si hot nit farschtann, as doß hot der man geret mit sich alejn in schpigel. Hot sie gemejnt, as er ret doß, cholile23), mit a fremder ifche-Z. Is si gervoren an ongezundene. Un as der man is arauß fun schtub, is si arajn zu sen, wer doß is dij fej-fie23) sajne. Si is zugegangen zum schpigel, hot si dorten darsen di ische, sich alejn hejßt eß, un Hot auhgerufen: „A tjsu! Asa paßkudstwo23) fargin27) ich em!" Er darmonk sach. A schadchen is gekumen zu a jungenman, sogt er em: „Jungerman, ich hob far ajch a mejüel, gold!" Sogt der' Aus dem Mädchenwaifeuhaufe Bekh Hajefsomoth haklali in Zerusalem. (Siehe „Israelit" Nr. 20: „Mit der Agudas Jisroel in Palästina".) PM * Eine Gruppe von Schülerinnen. Waisenmädchen. Eine Schulstunde. jüdische Menschen." Mein Vater lächelnd: „Wir sind wohl zu alt, um hier zu bleiben, uns fordert der Raw nicht auf?" Und R. Chaim: „Als ich vor bald 50 Jahren mit meinem Rebben nach Erez Jisroel fuhr —, eine lange, weite Reife —, meine Mutter war an der Bahn — ein schwerer Abschied — (die Augen in sich gekehrt, den Kopf hin- und herneigend, als lebe er den Äbfchied nochmals mit. Und ganz für sich): eine Mutter! — Die Mutter fragte, wann ich wieder zurückkäme. Von Erez Jisroel zurück? — Und nach Jahren kam die Mutter nach. — Ist es nicht so: wenn ein Metzger die Kuh aus dem Stalle holen will, und sie weigert sich, führt das Kalb heraus, die Kuh kommt schon von selbst dann dem Kalbe nach." Und dann zu meinem Vater: „u\e Jungen sollen nach Erez Jisroel kommen, die Alten kommen schon nach." Von Raw Kuk sprach er immer in höchster Verehrung. Er selbst wurde wider eigenen Willen zum Oberhaupt der Gemeinde des Waad hoir aschkenasi ernannt: „Um dem richtigen Raw ab und zu mal Mussar sagen zu können." 1924 zu den französischen Schriftstellern Jean et Jerome Tharaud („L'an prochain a Jerusalem"): „ . . . der Moschiach der Zionisten ist Balfour. Aber hat Balfour uns den Tempel wieder hergestellt, dem Ewigen eine neue Wohnstätte geschaffen, den Auar wieder aufgebaut? Glaubt er etwa so Großes damit getan zu haben, daß er den Juden gestattet hat, sich in Palästina niederzulassen? Haben wir, der alte Jischuw, auf seine Erlaubnis gewartet, um uns hier anzusiedeln? ..." a wajlinke un sogt: „Richtig! Ober er is doch asa mießerZ, mit a hejker")." Lacht sach der schadchen saranander: „Wi kumt zun ajch aselche werter, reb Pincheß? A mießer! Mejnt ir, Mendelsson is gewen an schejner? ejch gewen a mießer, mit a hejker! Fundeßtwegen, asan ejdim wi Mejsche Mendelsson wolt ir doch gewiß gewelt!" kwejd chawejrcho.) Di chssidim hoben amol gefregt reb Schmetten8) schabbeß noch'n dawnen3): „Wos mejnt der pejrek^) mit'n majmer"): „J'hi kwejd chawejrcho chowiw olecho k'scheloch?""') Sogt der rede: „Ch'l") ajch bald sogen." Reb Schmelke is gegangen ahejm, un di chssidim gewejntlach mit em. Arajngegangen in schtub, macht der rede: „a gut schabeß ajch, reb Schmelke!" Mejle gor nit. Darnach macht der rebe: „reb Schmelke, sezt sach, sajt mejchel!") Mejle di chssidim kuken em on un farschtejen doch mißtome nit: woß is doß? Un der rebe macht wajter: „reb Schmelke, ir wet efscher machen kidesch")? reb Schmelke, gejt wascht fach"')! reb Schmelke, nemt a schtikel Hering!" Bekizer"), di chssidim hejben nit on zu wissen, woß zu. sogen. Erscht noch'n essen macht der rebe: *) Rosinkes mit Mandeln. Aus der Volksliteratur der Ostjuden. Schwänke, Erzählungen, Sprichwörter und Rätsel. Gesammelt von Dr. Immanuel Olsvanger. Basel 1931, Verlag der Schweizerischen Gesellschaft f. Volkskunde. J) Im Gegenteil, sehr gern. -) Unwissender. 3) Gelehrter. 4) berühmter Bibelausleger des 11. Jahrhunderts. 5) häßlich. ") Buckel. 7) Die Ehre deines Nächsten. *) berühmter Chassidimrabbi. ") Gebet. 10) Abschnitt der Pirke Aboth. ") Ausspruch. ") Die Ehre deines Nächsten sei dir so teuer wie die deinige. ") ich will. ") bitte. *°) Lobspruch. "') obligatorisches Waschen vor dem Essen (höfliche Einladung zum Mitspeisen). 17) kurzum. jungerman: „Ich dank ajch sejer, ober ich darf kejn mejdel nit, ich wil nit chassene hoben28)." — „Woß hejßt, ir will nit chassene hoben? Wi lebt men doß on a wajb?" — „Woß darf ich a wajb? Ich wil nit, un loßt mich in ru!" Macht der schadchen: „Aj, ir sajt noch gor a kind! Ir wejßt gor nit, wi gut eß is, as me Hot a wajb. Ot23) wel ich ajch.sogen. On a wajb is umetik33), is men elend wi a fchtejn. Ober as me Hot a wajb, wi ba mir in schtub l'moschel3H (sol si gesunt un schtark sajn!), is gor an ander leben. Ot schtejt ir uf in der fri, git ajch di wajbel a gloß warme tej, oder kawe, oder woß irhgt.lib, un ir gejt sich in schtot arajn, si macht a guten onbajssen32), ot wi ba mir in schtub (sol si gesunt un schtark sajn bis hundert un zwanzig jor!). Darnach eßt ir mit ir zusammen; asej a ganze woch. Un frajtig-zu-nachts macht si di schtub lichtig un rejn, schielt awek di grejße silberne lajchter af'n tisch, un ir macht kidesch33), un si sitzt un kukt ajch on mit ire koschere ejgelach un schmeichelt ajch zu, ot wi ba mir in schtub (sol si leben!). Darnach sizt ir sich zusamen un schmueht"), un ajer wajbel darzejlt ajch ejn maißele33) un noch ejne, un ir hert sach zu; un si ret3°) sich asej siß, asej chejnefdik37), ot wi ba mir in schtub! Un si ret sich, un ir hert sach ajn38), un si ret . . . un si ret . un si ret . . . un si ret un si ret un si ret! A sajer33) sol si trefen wi si ret!" 18) Aussehen, Wert. 1B) Ehre. 20) Wert. 21) Selten- 22) Gesicht: war kurzsichtig. 23) G'tt behüte. 24) Frau. 25) Schönes Liebchen. 20) Ekel. 27) gönne; vergl. das berühmte japanische Märchen vom „Spiegel von Matsujama". 2ch heiraten. 2") nun. 3°) traurig. 3H zum Beispiel. S2) Mittagessen. 3S) Lobsprüche. 34) plaudert. 35) Geschichtchen. 3B) spricht. 3?) huldvoll. ^) hört zu. 3!)) Feuer.

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