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Der Israelit · 1932-06-02 · Heft 23 (2.6.1932) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
73 (1932)
Issue
Heft 23 (2.6.1932)
Date
1932-06-02
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
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2. Juni 1932 D e r I s r a e I t t Nr. 23 Seite 11 Personalien. Rabbi Nathan Rothschild Luzern, 30. Mai. Der Nachruf aus Luzern, der in der jüngsten Nummer an dieser Stelle erschienen ist, betrifft Rabbi Nathan, genaunt Reb Nosson Rothschild (nicht Grüne- Wald). Reb Nosson Rothschild übte eine umfangreiche Lehrtätigkeit aus und genoß im Kreise seiner Schüler und Mitbürger höchste Achtung und Verehrung. An der -Bahre brachte außer dem Rabbiner von Luzern Herrn Dr. Brom und dem Züricher Rabbiner Herrn Kornsein auch der Schwiegersohn des Heimgegangenen, Herr Rabbiner Erünewald, Luzern, die Bedeutung Rabbr Nossons und die Größe des Schmerzes zum Ausdruck. Von anderer Seite wird uns über Rabbr Nosson Rothschild b"x:, noch geschrieben: Im Jäher 1856 erblickte Reb Nosson zu Siebenbürgen das Licht der Wett. Seine Jugendzeit verbrachte er zum Teil unter der Obhut seines Vaters, der selbst ein Talmud-Chochom war, und zum Teil in den größten Jeschiwaus des alten Ungarns. Später, trotzdem er als Kaufmann sehr beschäftigt war, gab er schon Schiurim. Im Jahre 1912 übersiedelte er nach Luzern, wo seine Tätigkeit als Talmudlehrer begann. Man muß dann seine Freude gesehen haben, wenn einer seiner Schüler eine gute Kasche gefragt hatte. Mit seinen würzigen Erklärungen verstand er bei den Kindern die Liebe zur p-rrm zu erwecken. Vor einigen Jahren starb sein Sohn. Von diesen: Schicksalsschlage hat er sich lange nicht mehr erholt. Erst vor kurzer Zeit, als fein Enkel (der Sohn des verstorbenen Sohnes) zu ihm kan:, vergaß er über der Erziehung den Schmerz. Und mit welcher Liebe hing er an diesem Kinde, das ihm in wunderschöner Form den Lebensabend zu verschönern wußte. Nun ist er dahin, aber das, was er seinen Schülern beigebracht hat, wird sich weiter entwickeln und zum Nutzen der ganzen Schweizer Judenheit sein. rraxan Braunsbach (Württemberg). 30. Mai. Der Vorstand unserer Gemeinde, Herr Salomon Pfeiffer, begeht am 8. Juni seinen 60. Geburtstag. Das dürfte Veranlassung sein die vielseitigen Verdienste dieses tatenfreudigen Mannes kurz zu würdigen. Nach dem Hillelschen Grundsätze: „An dem Orte, wo es an Männern fehlt, sei bestrebt ein Mann zu sein", hat er seine ganze Arbeit für das Wohl der Gemeinde und für die Erhaltung sämtlicher religiösen Einrichtungen eingesetzt. Der lautere Geist echter Jiroh und Awodoh ist in ihm verkörpert. Trotz ausgedehnter beruflicher Betätigung ist ihm die Erledigung von Gemeindeangelegenheiten jeweder Art stets eine ernste Sache. Soziale Fürsorge, Wohlfahrts- Hilfe und ganz besonders die Zedokoh haben in ihm einen ausgezeichneten Förderer. Auch in der politischen Gemeinde weiß man die ersprießliche Mitarbeit des Jubilars zu schätzen. Mögen ihm noch riele Jahre segensreichen Wirkens beschieden sein! Kassel, 26. Mai. Der bekannte Lehrer und Schriftsteller Isaak Herzberg, früher in Bromberg, jetzt in Kassel vollendet am 18. Juni sein 75. Lebensjahr. Isaak Herzberg absolvierte 1675 die jüdische Lehrerbildungsanstalt zu Hannover und amtierte in jungen Jahren in vielen deutschen Gemeinden. Im Jahre 1886 wurde Herzberg nach Hohensalza (Jnowrazalaw) berufen. Dort übernahm er auch die Schriftleitung des Hohenfalzer Tageblatts. Außerdem wurde er Mitarbeiter sämtlicher Posener und Bromberger, sowie verschiedener anderer auswärtiger politischer Zeitungen. Am 1. Juni 1890 wurde Herzberg als erster Religionslehrer an die Bromberger Gemeindereligionsschule berufen. In Bromberg war Herzberg Führer vieler Vereine und entfaltete eine reiche schriftstellerische Tätigkeit. Seit 1921 Helberg infolge des Herrschaftswechsels seine Stellung in Bromberg aufgeben mußte, lebt er in Kassel im wohlverdienten Ruhestände, sich einer vollen körperlichen und geistigen Rüstigkeit erfreuend. An seinem 75. Geburtstage feiert Herzberg . mit seiner 74 jährigen Gattin Karoline, geb. Eutmann, das seltene Fest der Goldenen Hochzeit. Wir wünschen dem noch sehr rüstigen Jubelpaare einen weiteren ungetrübten Lebensabend. -mt? oneryi nun ny Vermischtes. Köln a. Rh., 30. Mai. Am Dienstag fand in: Jsraelilischen Kinderheim Köln die diesjährige Mitgliederversammlung statt. Der Vorsitzende des Kuratoriums, Herr Hermann Michel, erstattet den Jahresbericht. Der Bericht des Rendanten, Herrn Jos. Weiß, hat einen Fehlbetrag von 16.630.— zu verzeichnen. Der Direktor nahm in eingehender Ausführung Stellung zu den Berichten und erläuterte die Ursachen, die den Rückgang in der Zahl der Zöglinge und der Einnahmen verursachten hatten. Der Anstaltsarzt, Herr Dr. Benjamin, war in der Lage, einen recht günstigen Bericht über die gesundheitlichen Verhältnisse in der Anstalt zu erteilen und hatte über keine ernstlichen Erkrankungen zu berichten. Auf Grund des Berichtes der Revisoren wurde der Verwaltung Entlastung erteilt.^ Als neue Mitglieder des Kuratoriums wurden die Herren Jacob Bamberger, Köln, und Hermann Flörsheim, Düsseldorf, gewählt. Dresden, 30. Mai. Die Israelitische Religionsgen:einde Dresden macht auf die in ihren Besitz übergegangene wertvolle Bibliothek des namhaften Orientalisten Professor Dr. August Wünsche aufmerksam. Unter den sehr umfangreichen Abteilungen des in Druck vorliegenden Katalogs wird besonders auf Religionsgeschichte talmudische Literatur, Bibelwissenschast und Grammatik hingewiesen. Auch auswärtigen Interessenten steht die Bücherei auf Wunsch zur Verfügung. Anfragen sind an die Gemeindebkbliothek, Zeughausstraße 3 zu richten. Castellaun i. Hunsrück, 30. Mai. Die Hunsrückgruppe des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten hielt am 7. Mai in Castellaun eine "Aüfklärungsversaminlung ab, die von mehreren hunderten Personen besucht war, zun: größten Teil Nichtjuden. Nachdem der Versammlungsleiter Aler F o r st in seiner Eröffnungsrede der Gefallenen Deutschlands gedacht hatte, die durch Erheben der Teilnehmer geehrt wurden, wies er noch kurz auf die Gründe, der Einladung hin. Der Redner des Abends, Kamerad Dr. Freund. Berlin, hielt daraus ein mehrstündiges Referat über: Deutsche Juden und Deutsches Volk, indem er das Problem der Judenfrage und des Antisemitismus in Deutschland in anschaulicher und vortrefflicher Weise entwickelte. Die Zuhörer spendeten dem Redner reichen Beifall für seine auf hohem Niveau stehenden Ausführungen. Anschließend fand eine kurze Diskussion statt. Nachdem der Vorsitzende noch ein Hoch aus Deutschlands Aufstieg und den: Reichspräsident ausgebracht hatte, schloß er die eindrucksvolle Versammlung. Auch die Lokalpresse hatte einen eingehenden Bericht über den glänzenden Verlaus des Abends gebracht. Malmö (Schweden), 25. Mai. Anläßlich der Amtseinführung des neuen Erzbischofs von Schweden, sandte auch Dr. Wo hl stein, Rabbiner in Malmö, ein Glückwunschschreiben unter Bezugnahme auf ein entsprechendes Vibelwort. Die Antwort des Erzbischofs lautet: „Ihre schöne Worte mit den Bibelgrüßen gingen mir zu Herzen. Dem Himmel sei Dank für das auserwahlte Volk Israel." Familiennachrichken. Barmizwoh: Julius Naftoli, Sohn des Herrn Bela Friedländer, Berlin Gr. Hamburgerstr. 40. 4. Juni naff Synagoge Adaß Israel Artillerstr. 31 — Leopold, Sohn des Oberlehrer Berlinger in Buttenhausen, nwiacn 'x oi'. — Jakob, Sohn des Herrn Meier Teplitzki, Ffm. a. M. Ostendstr. 63 I Synagoge Börnepl. rav — Theodor, Sohn v. Lehrer Reiter, Gerolzhofen am 2. Tag Schewuoth. Briefkasten. E. F. in Fürth. Wir raten Ihnen, sich wegen der Adressen direkt an die Jugendgruppen zu wenden. Ä. S in Die Mitteilung mar uns bereits von anderer Seite zugegangen und ist auch erschienen. Besten Dank. Ä. 3. 100. 1. Man darf am den Sportwagen nicht vor sich herschieben. 2. Innerhalb der Stadl darf man sich am Sabbat frei bewegen, auch wenn sie noch so groß ist. 3. Sie darf es nicht, wenn es auf Geheiß und im Interesse des Juden geschieht. Wer möchte nicht gerne einmal aus Norderney, dem Paradies der Nordsee, einige frohe, sorglose Tage verleben? Jetzt, bei den verbilligten Fahrpreisen und den vorzüglichen Verbindungen kann dieser Wunsch in Er- Mllung gehen. Dazu die billigen Preise in den: altbekannten. renoinmierten H o f f n: a n n s Hotel Falk (Stammhaus, gegründet 1844); zu den wirklich mäßigen Preisen bieten Küche und Keller alles in altbekannter Güte. Zu den Feiertagen kau:: es nur heißen: Auf nach Norderney, zum H o s f n: a n n! Auf Norderney sainmelt Frau Rosa Golde aus Frankfurt a. M. zun: achten Mal ihre Kinders o n: m e r k o I o n: e. Wer einmal selbst gesehen hat, wie frisch und munter die Golde-Kinder sich am Strande herumtummeln, gut genährt, gewissenhaft und zugleich liebevoll beaufsichtigt von einer geprüften Pädagogin betreut und beeinflußt, der kann Eltern, die bei mäßigen Preisen ihren Kindern eine Sommererholung an der Nordsee zukommen lassen wollen, das Eolde-Heim nur wärmstens empfehlen. Es ist nach allen hygienischen und pädagogischen Grundsätzen eines modernen Kinderheimes aufgebaut, hat vor einem solchen das voraus, daß es bei der geringen Zahl der Kinder den intimen familiären Charakter behält und dem Ferienkinde vollkommen das Elternheim ersetzt. Meldungen bei Frau Rosa Golde, Frankfurt a. M., Obermainstraße 10 erbeten. Wir machen unsere Leser daraus aufmerksam, daß das Detail-Geschäft der Firma Gebrüder Esch w ege, Optik an Herrn Nathan Eschwege übergegangon ist, und von diesem im Ladenlokal Bleich st raße 9 Ecke Peterstor weitergeführt wird. Wir weisen darauf hin, daß dort alle Artikel der optischen Branche erhältlich sind, und jeder Kunde mit Hilfe der modernsten Einrichtungen, fachmännisch und seinen Wünschen entsprechend bedient wird. . In Bad Wildungen kann inan im Hotel Germania bei größtem Komfort und erstklassigster streng ritueller Verpflegung zu billigsten Preisen Gesundung und angenehmste Erholung finden. Besitzer Siegfried Spier. Näheres Inserat. Wochenkalender. vom 4. —11. Juni 1832 vom 29. Jjar bis 7. Siwan 6692! 1 'i pia -mM Samstag Sonntag 4 29 1 nb VINN P2N2» Samstag früh 4 Uhr so-/,« Min. snn?sn Montag 6 2 iV Dienstag Jun 7 3 ib ir Mittwoch 8 4 nb Donnerstag 9 5 vb 11nwiv 'v Freitag 10 6 'r Di' £ n-in rmap Samstag 11 7 SU 'D Dl' Zwei koschere Pflanzenfette ... so sparsam, so bequem! Tomor, hergestellt unter Aufsicht Seiner Ehrwürden des Herrn Rabbiner Dr. Wolf, ist reinste Mandelmilch-Margarine! Sie können sie als Brotaufstrich unter Fleischbelag verwenden und für Kuchen und Torten, die Sie unmittelbar nach der Mahlzeit reichen wollen. Tomor enthält keine tierischen Fette und darf daher zu allen Speisen ohne Unterschied gebraucht werden. Palmin koscher besteht zu vollen 100% aus reinem Cocosfett. Beim Kochen, Braten, Backen —immer freuen Sie sich über seine Ausgiebigkeit und seinen reinen Geschmack. Palmin koscher enthält keinen Tropfen Wasser — es spritzt daher nicht aus der Pfanne, das ganze verwendete Quantum wird voll ausgenützt. Und dabei istPalmin koscher so leicht verdaulich,daß es selbstdem empfindlichstenMagen gut bekommt. TOMOR PALMIN für die rituelle Küche!Fleischig und milchig zu gebrauchen! 108 TPK2—111

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