Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 73 (1932)
- Issue
- Heft 23 (2.6.1932)
- Date
- 1932-06-02
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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2. Juni 1932 verwenden. Durch die von Weinberg gefundene Methode des Umwerfens des Tieres in der Schächtzelle ist der Prozeß der Schächtung in humaner Beziehung noch weiter vervollkommnet worden. Sir Leonard Hill analysierte auch die neue Methode der elektrischen Betäubung des Tieres und kam zu dem Schluffe, daß von allen bisher angewandten Methoden die jüdische Schächtung noch immer den Gesetzen der Humanität am ehesten entspricht. — Judenpogrom in Aden. London, 26. Mai. Aus Aden, an der Südküste Arabiens, trafen heute bei der ITA. Nachrichten über schwere Ausschreitungen von Arabern gegen die jüdische Bevölkerung ein, die an die jüngsten Religionskriege zwischen Mohammedanern und Hindus in Bombay und in anderen indischen Städten erinnern und wohl auch durch die infolge dieser Neligionskämpfe entstandene Erregung ausgelöst sind. Auf Grund eines plötzlich aufgetauchten Gerüchtes, Juden hätten eine arabische Moschee geschändet, drangen große Trupps Araber in das jüdische Viertel von Aden ein und schlugen mit Stöcken und Steinen auf die jüdischen Einwohner los. Die Araber eröffneten auch ein Steinbombardement gegen die jüdischen Häuser, durch welches hunderte Fensterscheiben zertrümmert und mehrere Einwohner verletzt wurden. Nach der ersten Ueberraschung konnten die Juden sich zur Gegenwehr sam- ■ meln. Sie gingen geschlossen gegen die Angreifer vor und trieben sie nach kurzem Kampf aus dem jüdischen Viertel wieder hinaus. Inzwischen war Polizei eingetroffen und stellte einen Wachtdienst im jüdischen Viertel auf. Bei den Kämpfen wurden 16 Juden und 3 Araber schwer verwundet. Der Präsident der Jüdischen Gemeinde von Aden telegraphierte an den Londoner Jewish Board of Deputies, daß mehrere Juden tödlich verletzt wurden. Die Jüdische Gemeinde von Aden hat sich auch an die englische Regierung und an die Regierung in Indien, deren Verwaltungsbereich Aden zugehört, um Hilfe gewandt, da sich die Araber zu weiteren Angriffen gegen die Juden rüsten. Die englische Regierung ersuchte den Vizekönig in Delhi, sofort über die Lage zu berichten und umgesäumt die notwendigen Schritte zur Wiederherstellung der Ruhe zu ergreifen. Nach dem letzten der ITA. aus Aden zugegangenen Telegramm herrscht in Aden eine außerordentlich gespannte Atmosphäre. Die Araber sammeln sich zu weiteren Ueberfällen auf die jüdische Bevölkerung. Aden besitzt eine sehr alte jüdische Gemeinde. Schon im Jahre 360 d. übl. Ztr. sollen Juden in der Stadt Der Israelit gelebt haben. Im British Museum befinden sich vier Grabsteine vom alten jüdischen Friedhof aus dem Jahre 1317. Als Jakob Saphir i. I. 1860 Aden besuchte, fand er dort 250 Familien arabischer Juden und 300 Angehörige der „Veni Israel", d. h. schwarze Juden aus Bombay, vor. Im Jahre 1921 wohnten in Aden 3747 fast ausschließlich arabische Juden. Die Zahl der Beni Israel hatte schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts beträchtlich abgenommen. Die Juden Adens betätigen sich als Kaufleute, Mattenflechter, Vlattbinder, Maurer, Buchbinder, Goldschmiede, Geldwechsler, Marketender und Lastträger. Die Jüdische Gemeinde in Aden unterhält eine dauernde Verbindung mit den Juden des Demen, sie besitzt vier Synagogen, ein Hospital und einige Schulen. Palästina. Und wieder der Sabbat! . . . Jerusalem, 25. Mai. Hier gibt es einige Automobilgesellschaften, die sich schon seit langer Zeit sozusagen hart am Rande des Sabbatgesetzes bewegen. Man munkelte allerlei und wußte nichts richtiges. Als am Freitag bekannt wurde, daß für Sabbat mehrere Autos und Autobusse startbereit stehen, taten sich ein paar beherzte junge Leute aus den Kreisen der Aguda zu Wachtabteilungen zusammen, um nach dem Rechten zu sehen. Wirklich erschienen am Sabbatmorgen dreizehn Automobile in langer Prozession in aller Oeffentlichkeit. Die jungen Leute begaben sich in die Zentrale mit der Bitte, die öffentliche Sabbatentweihung gleich einzustellen, erhielten aber ablehnende Antwort. Am Sonntag wurde die Tatsache durch Plakatierung bekanntgegeben und die allgemeine Erregung zwang die Automobilgesellschaften, einzulenken. Die Aguda, die mit ihnen verhandelte, ließ sich aber mit Versprechungen nicht abspeisen und wünschte eine bindende schriftliche Zusage, die die Gesellschaften zunächst verweigerten. Als aber die Proteststimmung in der Bevölkerung, angeregt durch Versammlungen und Ansprachen in Meah Shearim, immer schärfer wurde, ließen sich doch die Gesellschaften dazu bewegen, auf alle Forderungen einzugehen. Es wurde mit Hilfe des Herrn Rechtsanwalt Dr. Vuch sbaum ein Abkommen ausgearbeitet, welches am folgenden Morgen, da Dr. Buchsbaum an diesem Abend in dienstlicher Angelegenheit verhindert war, mit den Unterschriften beider Parteien zum Abschluß kommen sollte. Inzwischen erfuhr die andere Seite von den Verhandlungen und man beeilte sich, noch am gleichen Abend eine Versammlung im Hause von Rabbi Kuk einzube- Nr. 23 Seite 7 rufen, arbeitete dort einen Schriftsatz unter Zugrundelegung der Verhandlungen mit der Aguda, natürlich ohne diese zu nennen, aus und lieh die Parteien unterschreiben. Selbstverständlich siyd wir und auch die Agudajugend, die unter persönlicher Gefahr die Sache fortgesetzt hat, mit dem Erfolge höchlichst zufrieden. Aber es zeigt sich wieder einmal, wie es die anderen verstehen, das in Jubel zu ernten, was die Aguda mit Tränen gesät hat. Man spricht von den jungen Menschen der Aguda nur dann, wenn man wegen einer Entgleisung ind er Purimstimmung über sie herfallen kann, ihre Selbstaufopferung, ihr mutiges Eintreten für die Heilighaltung der Thora in Erez Israel, wird, wenn nicht verdächtigt, zumindest totgeschwiegen. Die lvoche. Verein Mekoc Chajim. Wie alljährlich, veranstalten wir rvisaff* Nacht ein Lernen in gewohntem, gemütlichem Rahmen. Den Kostenbeitrag haben wir mit Rücksicht auf die Zeitverhältnisse aut Mk. 1.— ermäßigt. Gäste — auch Nichtmitglieder — herzlichst willkommen. Anmeldung nicht unbedingt erforderlich. Näheres, sowie die Bekanntgabe des Scheivuaulh-- Programms, erfolgt in der nächsten Nummer. Agudas Jisorel-Jugendguppe. Wie alljährlich findet auch in diesem Jahre im 'Heim der Jugendgruppe nur für Mitglieder und die Teilnehmer der Arbeitsgemeinschaften ein Schowuauslernen statt. Zeit 23.30 Ilhr. Beitrag 60 Pfg. Ilm baldige Anmeldungen wird gebeten. Trauerfeier für Rabbiner Dr. Auerbach Wie uns von der Ortsgruppe der Agudas Jisroel mitgeteilt wird, beabsichtigt diese in Kürze — bald nach dem Feste — einen öffentlichen ivvn für Rabb. Dr. Auerbach V'st, den langjährigen Vorsitzenden der Deutschen Landesorganisation, zu veranstalten. — Näheres wird rechtzeitig bekanntgegeben. Kunstnachricht aus Frankfurt a. M. Hugo Helbing, Frankfurt a. M. versteigert am 21. Juni im Nahmen einer bedeutenden Auktion eine Sammlung alter jüdischer Kuligeräte. Der Katalog bringt zunächst eine Reihe von silbernen Thoraschildern, die zum Teil vergoldet sind, meist aus dem 18. Jahrhundert. Interessant ist cm Taß, auf dem in hoher Treibarbeit ein Einhorn und ein Löwe als Schildträger einander gegenüberstehen. Es folgt leine Anzahl von Thorazeigern in verschiedensten Ausführungen, ebenfalls zu größtem Teil aus dem 18. Jahrhundert. Hieran anschließend silberne T h o r a k r ö n u n g e n und Kronen in mannigfacher Technik und in verschiedenen Formen. Unter den B e s s o m i m b ü ch s e n ist eine Lissaboner Arbeit des 18. Jahrhundert hervorzuheben. Das praktische Festgeschenk: Der neue Senking-Herd mit seinen beispiellosen Vorzügen! llnverbindl.Vorführung! Ermäßigte Preise! Teilzahlung! E. HAGE & Co. Am Eschenheimer Tor 3 s'vnnv armi ‘ Familienvater i. Süddtschl., der sich immer gut ernährte, ist durch völliges Darniederliegen feiner Branche an den Bettelftab gebracht und kann seine Miete nicht aufbringen. Die Gemeinde ist leittungsunfähig. 4 Kinder, alle noch schulpflichtig. Mau bittet innigst um Beiträge auf das Postscheckkonto Nr. 18802 u. 3834. Unter!, find v. Exy.vom zuständ. Rabbinat unterbreitet worden. (Wird bestätigt, Verlag des Israelit und Hermon G. m. b. H.) /Standard Rasier-Mittel ' Victor’s Rasierpaste \Vicfor’s »Tagtäglich« (tägliche Rasur) Victor Victor, Ffm.-Fechenheim Suche für mein. Bruder, in Skandinavien lebend. Großkaufmann, Ende der 30er Jahre, jg. vermög. Dame aus feinem vuriarSrc Heinat Nur ausführlich. 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