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Der Israelit · 1932-05-26 · Heft 22 (26.5.1932) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
73 (1932)
Issue
Heft 22 (26.5.1932)
Date
1932-05-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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/7.MAI. 2 26. Mai 1932 Nr. 22 k» ffll., öen 20. Ijar sssr Begründet von Dr. Lehmann tn Mainz. Abonnement ab Juli 1939: Deutschland 1.30 Mark monatlich: Auslands Bterteltahrpreise (entsprechend dem deutschen Inlandspreis zuzüglich Kosten des Streifband-Versandes) Deutfch-Sfterreich: Schilling 8.—; Amerika 1 Dollar; England 4 sh.; ad 1 Juli Frankreich 25 Fr.; Belgien ab 1.7.37. Belga 5. . Holland 3 fl.; Italien ab 1.1.33.18 Lire; Ingo« slavten 55 Din.; Litauen 7.50 Lit.; Rumänien ab l. 7. 37. 150 Lei; Polen 4 deutsche Goldmark zum. Tageskurs oder 7 Zloty; Schweiz 5 Fr.; Tschecho-Slowaket 35 Kronen; Ungarn Pengb 6 ab 1. Juli 1837; Dänemark 3.50 Krön.; Norwegen 3.50 Krön.; Schweden 3.50 Krön. Einzelnummer vierzig Goldpfenntge. H ,» ———■ ^ii ir um min ' ——— i ' I' i'illii Der Israelit erscheint jeden Donnerstag. Inserate 50 Gowpf. für die stebengesp altene Nonpareille-Zeile. Abonnenten zahlen bei Stellengesuchen und Familienanzeigen nur 40 Pf. Die 75 mm breite Reklamezeile: letzte Textseite 3.— Mk., vorletzte Textseite 350 Mk.; Thiffregebühr in Höhe eines dopp. Fernbriefportos. Rabatt nach Tarif. Bet laufenden Jnserataufträgen tarif«. Preiserhöhung tederz. Vorbehalt. Jnseratenannahme durch de« Verlag des Israelit G. m. b. H., Frankfurt a. M . Rechneigrabenstraße 7, Tel. Hansa 31081 söw. durch samt!. Annoneen-Exped. d. In- und Auslands. Alleinige Inferatenann. für Franks. Gefchäftsanz.: Jul. Schmidt. OstenditraSe 83 Tel. 46868. Platzvorfchr. ohne Verbindlichk. Zahlungen direkt an den Verlag auf Postscheckkonto Frankfurt (Main) Nr. 19302. — Außerdem an: Postsparkasse Wie» Nr.79605. — Postsparkaffenamt Budapest Nr. 18434. —Postscheckkonto Sarschau Nr. 190757. - Postscheckamt Zürich Nr.VIll7354. — Postscheckamt Amsterdam Nr. 34869 - Postscheckamt Prag Nr. 79.080 — Rumänische Kreditbank Bukarest und ihre sämtl. Filialen Der Gerichtsstand für alle aus Abonnements oder.aus Inseraten sich ergebenden Zahlungsverpflichtungen ist Frankfurt a. M. Es ist unsere eigene Wunschwelk! Lin Wort an Herrn Dr. Nathan Birnbaum. Ls regt sich etwas in den letzten 2Houateu in den Preisen der deutschen Orthodoxie, was auf ein Lrwacheu der allen Liebe zu Lrez Iisroel hindeutet. Da beeilen Sie sich, Herr Dr. Birnbaum, um sich dem „Strome" — es ist bis jetzt nur eine kleine, dünne, flache Rinne, —- entgegenzusteilcn und. ihm mit der Wucht Ihrer Persönlichkeit, die Ihrer Stimme Gehör sichert, ein Halt entgegenzurufen, ein „Zurück": „Zurück zur eigenen Wunschwelt!" Bewegt sich die etwas starker einsetzende Welle der Palästinaliebe wirklich so abseits oder gar jenseits der eigenen Wunschwelt? Unsere letzten Wünsche sind in den tiefsten Kammern unserer Seele verschlösset, und es führen manche geheimen Kanäle zu und von ihr. Warum soll nicht deren einer Palästina heißen? Wir haben Sie, verehrter Herr Dr. Birnbaum, wohl verstanden. Sie sind, ntzcht gegen Palästina und ganz gewiß nicht gegen die Schaffung eines wahrhaft jüdischen Kulturzentrums durch verantwortungsbewußte jüdische Wenschen in Palästina. Aber Sie wenden sich erstens gegen — imaginären — 211 aff c 11 e i nb r n ch in Lrez Israel; fürchten ferner, daß diese Flucht nach Palästina nicht immer lauteren, d. h. idealen Wotiven entspringe. Sie halten sodann diese neu entfachte Liebe für Palästina für eine Anleihe beim Zionismus. Zuletzt, und entscheidend für Ihre Warnung, steht die Befürchtung, daß Zion im 211ittelpunkt des jüdischen Interesses nur ein Wittel und ein Vorwand sein könnte, alle anderen brenn e n - den Probte me des j ü d i s ch cn L e b e n s b i n f a n 3 li jt cIIcn. ' Ls sei einem Wanne/ der seine Liebe zu Lrez Israel nicht erst vom Zionismus öder von der jüngsten welle der pkn bezogen hat, gestattet, auf diese vier Bedenken mit schlichten Worten kurz einzugehen. 1. 211 a s s e n e i n b r u ch! Wo ist dieser zu sehen? Wie stark ist die Beteiligung der Orthodoxie besonders in Deutschland an der Einwanderung in Palästina, wie groß ihr Prozentsatz in den Touristenscharen, die in diesen Wonaten das Land besichtigen? Line Agudagrnppc kam hin, und das weckte größtes Aufsehen im Lande, — weil eben so selten von dieser Seite das Land mit Besuch beehrt wird. Wan schreibt und spricht jetzt viel in der orthodoxen Presse und in Versammlungen von Palästina, zu großen Aktionen hat diese im Grunde noch platonische Liebe selbst in' Polen, wo einige Pläne der Verwirklichung timtiamäMttän i Von der in unserem Kommissionsverlage erschienenen, von Oberrabbiner A. Schreiber in Gorizia herausgegebenen Meiri- Ausgabe aui Tractal Sanhedrin (Ladenpreis Mk. 9.-) stellen wir im Einvernehmen mit dem Herausgeber den Abonnenten des „Israelit“ eine begrenzte Zahl von Exemplaren als Prämie zum Schwuaus-Feste zum Preise von Mk. 5.- zuzügl. 40 Pfg. Porto (innerhalb Deutschlands) zur Verfügung. Gültig bis 9. Juni 1932. Das Werk wird allen Talmide Chachomim u. Talmudbeflissenen ein willkommenes Geschenk sein. Zahlung auf Wunsch in 2 Raten. Nachnahme oder Voreinsendung Bedingung. Verlag des Israelit und Hermon G.m.b.H. Frankfurt a.M. Postscheckkonto Ffm. Nr. 19802 I WM entgegenzureifen scheinen, noch nicht geführt, von einer Orthodoxeninvasion in Lrez Israel wissen wir noch nichts zu melden. Wir sind noch lange nicht so weit, um gegen einen „reißenden Strom" Dämme errichten zu müssen. In Polen wäre vielleicht ein ernüchterndes Wort zur Verhütung von Illusionen angebracht. Zn Deutschland sollten wir jetzt eher der Bewegung neue Schleußen öffnen! . . . 2. 21icht aus reinen, ideellen Wotiven sei diese Wanderlust nach Lrez Israel geboren, nicht ganz aus dem verlangen nach der Alleinherrschaft der Thora? Der Strom — er existiert bis jetzt nur in unserer Einbildung, — treibe nicht zu jenem grünen User, wo das gesamte jüdische Volk mit seinem G'tte und dessen Lehre vereinigt sein kcmn? 211ag sein! Liber ist es nicht alkjüdische Weisheit und altjüdische Erfahrung, daß nvllch K2 nvw'? kVw pn»? Nicht zu leugnen, daß die Wegweiser nach Crez Iisroel heute zum guten Teile auch im schwankenden Boden eines 21 e g a t i v s. versenkt sind: wirtschaftliche Krisis, Curopamüdigkeit, Verzweiflung an einer veralteten gesellschaftlichen Ordnung. Allein, find im G'ttesbnch der Geschichte nicht auch negative Erscheinungen als Aktivposten gebucht? Wie hätten wir je einen Aufstieg in der Geschichte erlebt, wenn nicht 21ötc und Gefahren den Auftrieb dazu gegeben hätten? Wie wäre sonst das talmudische Wort von mon n‘?*m nyiü zu verstehen? Und dann, was sollte mit unserer Jugend bei all dem 21cgativen, das einmal die jungen Geister beherrscht und treibt, bei den Wirtschaftsnöten, die sie am meisten treffen und ihr das Emporkommen so erschweren, was soll aus unseren Söhnen bei all den Widerständen und Gefahren, denen sie mehr als alle anderen ausgesetzt sind, o h n e p a l ä stina we r den? Darum muß noch die Liebe zu Lrez Israel nicht minder tief und innig und aus der eigenen Wunschwelt entsprungen sein. Die Eruption, die den Bergquell bloßlegt, Hai ihn von der Wurzel im Lrdinnern nicht gelöst. Ls gibt nach der Lehre der alten Kabbalisten bei jeder Aufwärtsbewegnng ein *jnnn HD und ein mpnn n> eine Kraft, die von außen stößt und treibt, es ist die „unheilige Kraft", und eine Kraft, die von vorne her mit unwiderstehlicher Gewalt zieht und lockt, es ist die „heilige Kraft". Und beide Wächte sind von G'tt! 5. Warum soll diese Zionsliebe eine Zionist i f ch e A n I c i b c sein, warum soll sic nicht als unsere eigene Zionsliebe angcsprochen werden dürfen? Gilt doch nach dem Din, um ein wenig treffendes Beispiel anzuführen, das nicht als nun npn» was ursprünglich zu unserem Geistesgute gehörte und erst später die Anderen von uns übernom-

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