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Der Israelit · 1932-05-19 · Heft 21 (19.5.1932) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
73 (1932)
Issue
Heft 21 (19.5.1932)
Date
1932-05-19
Page
– (sequence 13)
Language
German
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21 fället* dev fandesovganifatton dev Agudas-Jisvoei in Tenlsekland. 8. Jahrgang Berlin, 19. Mai 1932 / 13. Jjar 5692 Nummer 6 öchriftleitungr Wok/ S. Jacoöson in Merlin. betr. Fenenfürsorge! An die Agudas Jisroel Orts-, Frauen« und Jugendgruppen Deutschlands! Wir rufen heute zu einer Tat der Liebe und des Gemeinschaftssinnes auf! Mehr denn je hat unsere Großstadt-Jugend in diesen schweren Zeiten einige Wochen der Erholung und Kräftigung nötig, weniger denn je wird der größte Teil der Elternschaft in der Lage sein, diese Ausspannung verschaffen zu können. Wir richten daher an alle agudistischen Gruppen und Freunde die dringende Bitte, uns zu Händen der Unterzeichneten umgehend fromme Unterkunftsstätten auf dem Lande nachzuweisen. Zahlreiche Familien in den kleinen Städten und auf dem Lande werden gewiß gern bereit sein, für einige Wochen einem Großstadtkind Gastfreundschaft zu erweisen. Solch opferfrohe Bereitschaft ist der schönste Beweis agudistischer Verbundenheit! Möge unser Ruf ein schnelles und vielfaches Echo finden. Soziale Kommission der Agudas Jisroel in Deutschland Wolf S. Jacobson Hugo Heinemann Berlin N W 87 Fürth i. B. Wullenweberstraße 3 Marienstraße 4 Wie kann die Agudas Zisroel erfolgreich arbeiten? Von Edgar AI. Stern in Frankfurt a. 2N. Im folgenden möchte ich in einigen kurzen Strichen den agudistischen Führern einige Vorschläge unterbreiten/ deren Verwirklichung vielleicht eine neue Grundbasts für eine fruchtbarere aguöistifche Betätigung als bisher bilden könnte. Cs wäre ein nicht wieöergutzumachender Fehler, wenn man sich in das verlockende Reich der Illusionen hineinbegeben würde, um dadurch betäubt, die Schwächen und jene Stellen der Aguöa zu übersehen, an denen große Flickarbeit zu leisten ist. Richt trotz, sondern wegen einer ehrlichen agudistischen Gesinnung ist es von Bedeutung, das Morsche festzustellen und wenigstens den V e r s u ch zu machen, Möglichkeiten für ein besseres Arbeiten zu schaffen. ihre Ideale und Führer, eine gutgemeinte sachliche Kritik nicht anhören können, gehören in jedem verband und in jeder Gemeinschaft zu den Elementen, die trotz ihres oft goldenen Willens, mehr schaden als nützen. ■ ~ Mag man es mir daher nicht allzu übel nehmen, wenn ich an dieser Stelle einen vielgebrauchten aber leider nicht ganz unwahren Satz unterstreichen muß: „Agudas Jisroel in Deutschland schlummert!" Wohlgemerkt, sie schlummert, schlafen tut sie glücklicherweise nicht mehr — jedenfalls kann man das von den Jugend gruppen sagen. Mit diesem „Schlummern" allein können wir uns nicht zufrieöengeben, die Äguda muß ganz wach werden; für die heutige Zeit und die heutige Jugend wäre das dringende Notwendigkeit. In der Frankfurter Iugendgruppe habe ich es vor einiger Zeit betont, daß die Mitglieder vollkommen umfaßt werden müßten, nicht nur in der Mitglieöervereinsmeier, die aus fanatischer.Begeisterung für karthotek. Die Frankfurter Iugendgruppe beispielsweise hat über 300 Mitglieder, davon sind jedoch relativ nur ganz wenige aguöistisch tätig.- Dabei wird man aus dem in einer früheren Rümmer veröffentlichten Bericht ersehen können, daß die Frankfurter Iugendgruppe die wohl am meisten aktive in Deutschland sein dürfte. Soll aber Agudas Jisroel das werden, was sie sein sollte, eine großzügige Organisierung aller Iereim zu gemeinsamer aufbauenöer Gemeinschaftsarbeit unter dem Gesetze G'ttes, dann gilt es als erste Voraussetzung, die schon vorhandenen Mitglieder wachzurütteln. ZDie man das machen soll? Cs fuhren viele Wege nach Rom, wenn man aber nicht einmal einen von den vielen beschreitet, so kommt man höchstwahrscheinlich niemals hin. Man muß vor allem also etwas tun, und zwar braucht man keineswegs ein neues Programm dazu!

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