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Der Israelit · 1932-04-20 · Heft 17-18 (20.4.1932) · page 16

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Journal
Der Israelit
Volume
73 (1932)
Issue
Heft 17-18 (20.4.1932)
Date
1932-04-20
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 2 Nr. 17/18 Der Israelit 20. April 1932 Dr. med. Marcus Hirsch s. A. Chefarzt des Georgine Sara v. Rothfchild'schen Hospitals. 1870 bis 1893 Freifrau Mathilde von Rothschild und ihre Tochter, Baronin Adelheid von Rothschild, Paris, statteten den Patienten oft längere gütcvollc Besuche ab. Die Fürsten der Philantropie, Rothschilds, fanden ihre würdigen Trabanten und Helfershelfer in den Aerzten. Der Chefarzt der inneren Abteilung, Dr. MarcusHirs ch , der nahezu ein Vierteljahrhundert wirkte, war neben feinem hohen ärztlichen Können ganz gefüllt mit reiner und warmer Menschlichkeit. Cr hat fast klassisch zu nennende Dokumente derselben für die breitere Oesfentlichkeit in den Schriften „Kulturdefizit des n e u n z e h n t e n I a h r h u n d e r t s" und „B e tt c l n und Hausieren verböte n" niedergelegt. — Sein Rachfolger, G e h e i m r a t D r. C l Lese r R o s e n b a u m , war ihm in allen Dingen ebenbürtig. Seine klug durchdachte, keinen Rangunterschied kennende und opferfrohe Art ist vielen Heutigen in nicht minder guter und verehrender Erinnerung wie die seines Vorgängers. — Einer der bedeutendsten Chirurgen Frankfurts, G e h e j m r a t (v s k a r p i nn e r, wurde für chirurgische Fälle zu Rat und Tat zugezogen. Die Linie setzt sich ebenmäßig fort. Der seit 1922 fungierende Chefarzt der inneren Abteilung, D r. S a l l v Rosenbaum , hat von seinem Vater die lung, Dr. WillyHof - m a n n , langjähriger Assistent des berühmten Berliner Chirurgen G e - heimratBier, wandelt in den Fußtapfen feines Vorgängers. Am 25. Januar 1901 verschied Freiherr Wilhelm Carl von Rothschild und hinterließ der Stiftung ein beträchtliches vermögen in Wertpapieren, dessen Zinsen eine Fortführung des Unternehmens in altem Rahmen ermöglichten. Die nach dem Weltkrieg eintretende Inflation und Entwertung des Stiftungskapitals zwangen dazu, den ursprünglich ausschließlichen Wohltätigkeitscharakter der Stiftung erheblich einzu- Freiherr Wilhelm Carl v. Rothschild s. A. Kunst der Diagnostik und der jüdischen Menschenbe-> schränken. In harter Arbeit gelang es, das Spital Handlung geerbt. Der Leiter der chirurgischen Abtei-1 über die schweren Zeitläufte hinwegzubringen und die Bettenzahl auf 54 zu stei gern. Die Frequenz ist im Wachsen. 591 Patienten im Jahre 1927, deren Verpflegungstage 8556 waren, stehen 1928 455 mit 9459, 1929 450 mit 10922 Verpflcgungstagen gegenüber. Das Krankenhaus hat natürlich feinen streng religiösen Grundzug beibehalten und - sich auch seinen intimen Charakter bewahrt, der es zu einer wahren Heimstätte für feine Insassen macht, deren körperlichen Fortschritten sich als vorteilhaftes und unentbehrliches Ingredienz das seelische Wohlbefinden gesellt. Die Zeit stebt nickt still. Aerzliche Wissenschaft, ärztliche Kunst und Eechnik schreiten ständig und unaufhaltsam vorwärts. Man hätte eine auf die Dauer kaum zu tragende Verantwortung auf sich genommen und wäre dem Sinne der Stifter auch nicht gerecht geworden, wenn man die Georgine Sara von Rothschild'fches Hospital (Seitenfront des hinteren Flügels) Georgine Sara von Rothschild'fches Hospital (Vorderfront). Wohltaten dieser Fortschritte den Kranken nicht zugute kommen ließe. In diesen Gedankengängen zum Teil ermutigt durch eine großherzige Spende von Frau Baronin Adelheid von Rothschild, Paris, zum Teil allerdings im freien, frohen Willen durch notwendig werdende Bindungen beschwert, entschloß sich der Vorstand zu einer modernen Aus- - gestaltung und einem Umbau des Hospitals unter Oberleitung des Architekten, Regierungsbaumeister Fritz Rathan, Frankfurt a. M., der im Juli 1951 begonnen und im März 1952 vollendet wurde. Der Reubau, um den sich neben dem 2lrchitekten und dem Bauleiter Goebbels eine mehrgliedrige Baukommission außerordentlich verdient gemacht hat, repräsentiert den Typ des ganz modernen Krankenhauses. Die Bettenzahl ist an sich nicht erheblich vermehrt worden. Cs können jetzt etwa 50 Kranke und zwar 29 in dritter Klasse, 12 in zweiter Klasse, 5 in erster Klaffe, 6 in der Infektionsabteilung untergebracht werden. Rach den modernen Prinzipien der ärztlichen Behandlung, die den Wünschen der Kranken weitgehend Rechnung trägt, steht es den Patienten aller Klaffen frei, sich entweder von den leitenden Aerzten des Hauses oder von Privatärzten behandeln zu lassen. Weiterhin wird cs eine angelegentliche Sorge der Verwaltung bleiben, die Patienten trotz der gestrafften und geregelten Form der jetzigen Einrichtungen in jeder Weise individuell, human und liebreich zu behandeln. Einer wesentlichsten, ja heute schlechthin unentbehrlichen Rotwendigkeit eines Krankenhauses ist nun Geheimrat Dr, med. Eiieser Rosenbaum s. A. Chefarzt des Georgine Sara v. Rothfchild'schen Hospitals. 1891 bis 1921

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