Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 73 (1932)
- Issue
- Heft 15 (7.4.1932)
- Date
- 1932-04-07
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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7. April 1932 Nr. 15 Frankfurt a. M., den i. Ntßan 5692 Der Israeli Ein Centraloriiis lirdas orfMxe Mnfüm |[SSt (Rpnrflnhöt nnrt Odf«m^ttn In II l I Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Abonnement ab Juli 1829: Deutschland ILO Mark monatlich; Ausland: Biertsljahrpreise (entsprechend dem deutschen Inlandspreis zuzüglich Kosten des Streifband-Versandes) Deutsch-Österreich: Schilling 6.—; Amerika 1 Dollar; England 4 sh.; ab 1 Juli Frankreich23 Fr.; Belgien ab 1.7.37. Belgab. Holland 3fl.; Italien ab 1.1.28.18 Sire; Jugoslavien 55 Din.; Litauen 7.50 Sit.; Rumänien ab 1. 7. 27. 150 Sei; Polen 4 deutsche Goldmark zum Tageskurs oder 7 Zloty; Schweiz 5 Fr.; Tschecho-Slowaksi 35 Kronen; Ungarn Pengd 5 ab 1. Juli 1927: Dänemark 3.50 Krön.; Norwegen 3.50 Krön.; Schweden 3.50 Krön. Einzelnummer vierzig Goldpfennige. Der Israelit erscheint jeden Donnerstag. Inserate 50 Goldpf. für die stcbengesp altene Nonpareille-Zeile. Abonnenten zahlen bei Stellengesuchen und Familtenanzeigen nur 10 Pf. Die 75 mm breite Reklamezeile: letzte Tertseite 3.— Mk., vorletzte Textsette 250 Mk.; Ehiffregebühr in Höhe eines dopv. Fernbriefportos. Rabatt nach Tarif. Bei laufenden Jnserataufträgen tarifm. Preiserhöhung jederz. Vorbehalt. Inferatenannahme durch den Verlag des Israelit G. m. b. H., Frankfurt a. M, Rechneigrabenstratze 7, Tel. Hansa 31081 sow. durch sämtl. Annoncen-Exved. d. In- und Auslands. Alleinige Inseratenaun. für Franks. Geschäftsanz.: Jul. Schmidt, Ostendärahe 83 Tel. 45863. Platzvrrschr, ohne Verbindlich!. >ahlungen direkt an den Verlag auf Postscheckkonto Frankfurt (’Main) >Jic. 198)2. — Argerdem an: Postsparkasse Gien Nr.79615. — Postsparkassenamt Budapest Nr. 18424.—Postscheckkonto Sarschau Nr. 190757. — Postscheckamt Zürich Nr. VIU7254. — Postscheckamt Amsterdam Nr: 84869 — Postscheckamt Prag Nr. 79.060 — Rumänische Kreditbank Bukarest und ihre sämtl. Filialen Der Gerichtsstand für alle aus Abonnements oder aus Inseraten stch ergebenden Zahlungsverpflichtungen ist Frankfurt a. M. Erneuern Sie sofort beim Postboten die Bestellung auf den „Israelit" für den Monat Mai Wird dies versäumt, ' so tritt eine Unterbrechung der Zusendung ein, ohne daß wir selbst Kenntnis davon erhalten. Für verspätete Bestellungen rechnet die Post einen Aufschlag von 20 Pfg. Verlag des Israelit G.m.b.H., Frankfurt a.M. b a n festgestellt, das; das heilige Land unsrer Ueberliefernng als paVS/ als „d e r p a l a st des A) e l t e n k ö n i q s " gilt, und das; die Auflehnung gegen den Mllcn des Königs oder gar die Negierung seiner Existenz, i m ,p a I a ft c selb st vollzogen, zweifellos ein schwereres Perbrechen darstellt als das gleiche crimen laesae majestatis in irgend einem entfernten, der Beachtung ganz entzogenen Winkel feines weltenreiches. .Wan wird wohl vergeblich in der Literatur der und D’jrinx einen Ansspruch suchen, der zu dieser Auffassung in Gegensatz stände. Denn grade der B a m b a n betrachtet ja die pflickit des Wohnens im heiligen Lande als eine NrpmK‘7 mxa — wenn ihm trotzdem diese Mizwa zur Sünd c wird, sobald die grundlegende Bedingung ihres Mizwa - Charakters nicht erfüllt ist, so gilt das in erhöhtem Waste für alle diejenigen CPpDlS' die — wie beispielsweise — in der Wizwas Iischuw Erez Isroel überhaupt nur eine pan mxa und kein erblicken. Vom Sinn der Nizwas gifchuw Erez Israel. Im deutschen Misrachi-Drgan finden wir die Llebersetzung eines aus der ^feder B. B c it j a m ins in Jerusalem stammenden Aussatzes, der sich — im Gegensatz zu einer von uns vor einigen Monaten hier vertretenen Auffassung — alle erdenkliche wühc gibt, den seltsamen w e i r Berlin 'scheu Lehrsatz zu begründen, dast es relativ besser sei, in Erez I s r o e l als in E h u z o l o o r e z ein g e f e tz - loses, t h o r a w i d r i g e s Leb e n zu führen. Der „Sünder" in Erez Isroel erfülle doch wenigstens die eine Wizwo von Iischuw Erez Isroel, sei also dadurch ceieris paridu8 seinem ausländischen Gesinnungsgenossen in i ii b e ft c ii g durch dieses eine S ' ch u s auf alle Fälle überlegen. wir würden uns wahrlich nicht die wühe nehmen, den Gedankengängen B. Benjamins nachzuspüren, wenn es sich hier um eine reine Doktorfrage handelte, die eine Art n’ny1? Kro^n bedeutet. Aber es ist ja klar, dast hinter dieser scheinbar völlig theoretisch-theologischen Streitfrage der ganze Gegensatz zwischen misrachistrscher und — altjüdischer Weltanschauung lauert, und dast hier ein Schulbeispiel dafür vorliegt, wie leicht weltanschauliche, bewusttseinsmäßig auf halachische oder agadische Duellen gestützte Erkenntnisse unbewußt von politischen Denkgewohnbeiten erzeugt werden. wir batten unter Berufung aus die klaren, von B. Benjamin a u ch n i ch t mit ei n e m W o r t e w i d e r l e g t e n Ausführungen des B a mj In der Tat würde B. Benjamin seinen versuch. Unbeweisbares zu beweisen, von vornherein gar nicht haben unternehmen können, wenn er sich dazu nicht eines Kunstgriffes bedient hätte, der das ganze Beweisthema verschiebt. B. Benjamin gibt nämlich den Bern unsrer Ausführungen korrekt wieder, um daran .folgenden falto mortale zu knüpfen: ,i„Die Meinung des „Israelit" führt zur Konsequenz, daß man einen nichtreligiösen Juden in von der r\->by nach '"x $urüd!I) alten müsse, es sei denn, er habe nn-iwn getan. Und umgekehrt: einen unreligiösen Juden, der aus '"rr auswandern will, solle man darin bestärken." Und nun beweist B. Benjamin pi min“ p trainan pi das; man einen nichtreligiösen Juden weder aus Erez Isroel aussperren, noch ihn hinausdrängen darf. Aber verehrter Babbi Benjamin: diese sogenannte „Konsequenz" haben S i e ja gezogen, n i ch t wir, und Ihr ganzer Artikel würde daher, auch wenn alle Ihre Beweisinstanzen richtig wären, nur Sie selber widerlegen, nicht aber uns. w i r haben i in Gegenteil schon vor fünfzehn Jahren in den „Grundzügen der Erez Isroelpolitik", die vollkommen auf den halachischen Quellen aufgebaut sind, tt. a. wörtlich folgendes geschrieben: „4. Hiernach hat die Erez Jisroel-Politik die besondere Aufgabe, mit ängstlicher Sorgfalt aus die Schaffung der Vorbedingungen bedacht zu sein, die ein heiliges Leben der Individuen und die ethisch-religiöse Reinheit der jüdischen Gemeinschaften auf dem Boden Palästinas erleichtern und gewährleisten. Sie muß ferner zu verhindern suchen, daß der Boden Erez Jisroels durch unheilige, d. h. gesetzeswidrige Lebensführung entweiht und dadurch die Erlösung des jüdischen Volkes aus dem Golus auf unabsehbare Zeit hinausgeschoben wird. 5. Ans Ziffer 4 folgt n l ch t, daß die Erez Jisroel- Politik die E i n w ci n b e r u n g all e r nicht g es e tz e s t r e u e n Elemente durch ä u ß e r e Al i tt e l zu verhindern suchen soll, weil dem der Grundsatz sntV vwin und die jederzeit offen zu lassende Möglichkeit der mwn auch für den Entfremdeten e n t g e g e n st e h t. Wohl aber ergibt sich aus den entwickelten Grundsätzen die Pflicht einer mit Hochdruck arbeitenden Propaganda für die Einwanderung und Ansiedlung religiös h o ch ft e h e nd e r Element e, für ihre wirtschaftliche Sicherung im Lande und für ihre schlagfertige, jederzeit zur i n n e r - politischen Vertretung g e r ü st e t e, technisch vollendete O r g a n i s a t i o n." In. gleicher Meise hat die E r ekutiv e d e i A g u d a s I i s r o e l, als sie vor anderthalb Jahren Gelegenheit nahm, g e g cn das p a st f i e l d - M em o r a n d u m zu p r o t e st i e r e n , sich über die Frage der E i n w a n d e r u n g u n r e l i g i ö f e r E h a l n z i in nach Erez Isroel dem Eolonial Dffiee gegenüber wörtlich wie folgt geäußert: „Wir hegen nicht den Wunsch und den Willen, die aus mancherlei Ursachen dem Glauben unserer Väter leider mehr oder minder entfremdeten zionistischen Chaluzim von dem Boden ihrer Väter fern zu halten; wir würdigen den Idealismus, von dem diese jungen Menschen beseelt sind und hegen die Hoffnung, daß sie oder ihre Kinder dereinst auf dem heiligen Boden zur Tradition ihrer Väter zurückkehren werden." Damit könnten wir die Diskussion schließen. Aber es erscheint doch nützlich, kurz auf einige Bemerkungen einzugehen, die B. Benjamin in seiner Polemik gegen — sich selber macht. Es fei, so heißt es da, eine „ ausdrückli ch e palacha, niemand darf aus Erez I s - r oe l na ch E h uz l a a r e z aus w a n d e rn, u ii terfchiedslo s." - Mit Verlaub: Dies e a u s d r ü ck l i ch e p a - l a ch a e x i st i e r t nicht. Im Gegenteil sind die Dezisoren darüber einig, daß in allen Fällen, in denen im Lande selbst die Erfüllung g r u n d l e g e n d e r jüdischer L e b e n ö p f l i ch t e n allzusehr erschwert oder gar unmöglich erscheint (dazu gehört: g r ü n d l i ch e s T h o r a l e r n e n bei geeigneten Meistern, l) a u s e s g r ü n d u n g mit ebenbürtiger Gattin, echtjüdische 11 inde r e r z i e h u n g) die Auswanderung erlaubt, ja Pflicht ist. Die Be? gründung für diese palacha ist so selbstverständlich, dast sie kaum irgendwo erst ausführlich erörtert wird. M i z w a s I i s ch u w E r e z I s r o e l h ö r t e b e n auf, eine M i z w o z u fein, wenn das „Bewohnen und Bewohnbarmachen des Landes" nur um den Preis der. A u f o p f e r u n g oder der G e - fahr düng anderer Mizwos, die nam-Eharakter