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Der Israelit · 1932-03-17 · Heft 12 (17.3.1932) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
73 (1932)
Issue
Heft 12 (17.3.1932)
Date
1932-03-17
Page
– (sequence 15)
Language
German
Belongs to
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17. März 1932 Der Israelit Nr. 12 Seite 15 , nud Federation, Sprachenteilung und noch viele andere Versprechen gab der König. II. Da sagte Paßfield zu Macdonald: Es gibt ein Volk, das zerstreut ist in allen Ländern der Welt; dessen Sitten und Gebräuche anders sind als die aller anderen Völker. Und siehe: gerade diesem Volke haben wir eine Deklaration gegeben, und jetzt will es sich in Palästina eine nationale Heimstätte ausbauen, was eine Schmach wäre, und der König kann sich mit ihnen keinen Rat schaffen. Wenn es dem König beliebt, so möge er ein königliches Wort sprechen und ein Weißbuch soll geschrieben werden, das die Deklaration vernichte, auf daß ein Nationalheim gebaut werde für das arabische Volk, das besser ist als das jüdische: Und zwei Millionen Silberlinge sollen in Form einer Anleihe durch Vermittlung derjenigen, welche eine reine Arbeit im „Felestin" machen, in die Schatzkammer für unsere neuen Bundesgenossen gebracht werden, auf daß wir uns die Sympathien der mohammedanischen Delegierten in der indischen Konferenz erwerben. Da sagte M a c v o n a l d zu Paßfield: Wohlan, das Geld hast du, und mit dem jüdischen Volk verfahre du nach deinem Gutdünken. — Und im ersten Monat, das ist der Monat Tischri, fiel das Los. Die königlichen Schreiber wurden in jenem Monat zusammengerufen, und da wurde geschrieben, wie Paßfield befohlen, an die Satrapen des Reiches und an die Paschas in der Provinz Palestine, um die Balfour-Deklaration ihrem Sinne und ihrem Inhalte nach zu vernichten und zu vertilgen. Die Boten Reuter und Jta zogen erschrocken, mit dem königlichen Wort aus den Lippen, aus, um es in der Welt zu künden, der Befehl wurde in der Hauptstadt London, herausgcgeben, Macdonald und Ali saßen au dem runden Tisch und die Söhne Israels entsetzten sich. III. Und als die Zionisten erfuhren, was da geschehen, zogen sie in die Stadt und riefen laut und erbittert. Und sie kamen bis vor das Tor der Exekutive in der Great Russell Street und stellten energische Forderungen. Und in jeder Provinz, in jeder Stadt, wo nur die Nachricht vom Weißbuch hingelangt war, herrschte eine große Trauer unter den Juden und Fasten und Weinen und Klagen. Da erschrak Weizmann und er beeilte sich, niederzulegen sein Amt und das Paßfield wissen zu lassen. Und Paßfield stellt sich dumm und sagte: Warum tust du das und was ist der Zweck des Geschehens? Da erzählte Weizmann dem Macdonald alles, was Paßfield getan, und Macdonald erwiderte: Alle Knechte des Königs und alle Provinzen des Königs wissen, daß, was in seinem Namen geschrieben und mit seinem Ring besiegelt worden ist, nicht mehr geändert werden kann. Doch wenn du das Weißbuch studierest. wirst du sehen, daß deine Befürchtung eitel, und du wirst aus jedem Wort den Gegensatz von dem, was es besagt, herauslesen können. Und Weizmann sagte: Nicht sollet ihr glauben, daß es euch gelingen wird, euch von dem den Juden gegebenen Versprechen frei zu machen. Doch wenn ihr schweigen werdet zu dieser Zeit, da wird die Rettung für die Juden von anderer Seite kommen. Und ihr werdet das Mandat verlieren, da ihr nur des Mandates wegen die Macht über Palästina bekommen habet. IV. Und nach diesem Geschehnis wuchs die Krise imb_ es gab keinen Ausweg. Da sagten die Mitglieder der Exekutive zu Weizmann: Gehe und versammle das zionistische Aktionskomitee und suche einen Weg zum König, um vor ihm für dein Volk zu bitten. Und es versammelte sich das Aktionskomitee und es fragte: Was willst du, Weizmann? Was ist deine Bitte? Deine Bitte sei dir bis zur Hälfte des Königreiches gewährt. Und Weizmann antwortete: Wenn ich Gunst in euren Augen gefunden habe, und wenn ihr meine Bitte erfüllen. wollet, dann gebet mir die Vollmacht Verhandlungen zu führen und die Regierung zu bitten, daß sie die böse Tat Paßfields und seine Hinterlist zunichte mache. — Und das Aktionskomitee reichte Weizinann das Negierungszepter bis zur Hälfte des Königreiches. Und die andere Hälfte legte es in die Hände der politischen Kommission. V. In jener Nacht versammelte sich der revisionistische Kongreß in Tel-Awiw. Alte Erinnerungen wurden aufgefrischt und die Heldentaten Jabotmskys erzählt, des großen Juden, der nur Gutes wünschte seinem Volke und seinem Stamme, der insbesondere den Chaluzim friedlich gesinnt war. Und da sich Weizmann nicht unterwerfen und nicht verneigen wollte, beschlossen sie, das königliche Gewand, das Weizmann trug, und das Pferd, auf dem Weizmann ritt, und die königliche Krone, die auf Weizmanns Haupt glänzte, dem Jabotinsky zu geben und so ihn im Triumphe nach Karlsbad zu führen, während Herolde vor ihm ausrufen sollten: So geschieht es einem Manne, den die Revisionisten ehren wollen! VI. An jenem Tage ging Weizmann zur Regierung und er sprach vor ihr und bat, die böse Tat Paßfields und seine Hinterlist zunichte zu machen. Und er sagt: Wenn wir in euren Augen Gnade gefunden haben und wenn es His Majesty's Regierung will, so solle geschrieben werden, daß die weißen Bücher des Paßfield ungültig erklärt werden, die er ausgegeben hat, um die Juden im heiligen Lande auszurotten. Denn wie kann ich das Unglück schauen, das meinem Volke widerfahren, nachdem ihr eure Versprechen gegeben habet, und wie kann ich die Vernichtung meines Vaterlandes sehen? Da sagte Henderson: Schreibet doch etwas auf die Juden, was euch gefällt, und besiegelt es mit dem Ringe des Königs. Und es wurden dir königlichen Schreiber zusammengerufen. Das war im fünften Monat, im Monat Schebath, am 23. dieses Monats. Und Macdonald befahl ihnen, an die Juden zu schreiben, die in den 127 Ländern von Indien bis Aethiopien wohnen, und an den Satrapen und die Paschas in Palestine: Die Regierung erlaubt den Juden aus allen Ländern und aus allen Städten nach Palästina zu wandern und sich dort gegen die Ankläger und die Feinde zu wehren, und es sei auch den Juden gestattet, praktische Arbeit zu leisten. Und Weizmann verließ das königliche Gemach mit dem Briefe Macdonalds in Händen, und in allen Ländern, in allen Städten wurde es bei den Juden heiter und leichter, und wo nur das Negierungsmort laut ward, herrschte bei den Juden eitel Freude und viele Unwissende glaubten, daß nun schon alles all right fei. (Uebertragen aus dem Hebräischen von S.) Uinderecke. Sitzung bei Human. oder: das Losen der Monate. Haman (führt seine Freunde Olaamazd, Badija und Schahpur ins Zimmer.) Kommt herein, liebe Freunde und Genossen! Heute Abend wird Wicht'ges beschlossen, Dazu Hab' ich Euch hergeladen. (sie setzen sich) Meine Frau möchte auch gern mitberaten Und wenn auch Memuchan hat vorgeschlagen Daß die Frau'n haben nichts mehr zu sagen So hoff' ich, Ihr habt nichts dagegen jetzt, Wenn meine Frau Seresch sich auch zu uns fetzt. (Rufend): Komm' Seresch und auch Du, Parschandoso Und Dalfon, Aszoso und Poroso! (die Gerufenen konrmen) Haman (vorstellend): Meine älteren Söhne, liebe Herrn Sie wollen dabei sein auch so gern. Olaamazd und Badija: Als würdige Söhne von ihrenr Vater Begrüßen wir sie als Mitberater! (Alle setzen sich) Haman: Liebe Freunde! Ihr habt schon gehört, Wie mich dieser schreckliche Mordochai stört. Der König befahl doch, sich vor mir zu bücken Und der neigt nicht ein bißchen den Rücken. Stocksteif sitzt er da, ohne zu grüßen — Jetzt falls der Kerl mir aber büßen! Nicht ihn nur allein, auch feine Rasse Ich jetzt total vernichten lasse. Klein und Groß will ich verderben, Alle Juden sollen sterben! Und wir bekommen dann die Beute! — Doch das steht nicht zur Frage heute, - Das ist 'ne fest beschlossene Sache. Die Frage ist nur: Wann ichs mache! Drum hör' ich mich jetzt nach Eurem Rat um; Denn zu beschließen ist das Datum. Badija: Der geeignete Tag zu finden, ist wichtig Sonst klappt die Sache niemals richtig, Ihr G'tt schützt sie an bestimmten Tagen. Ich meine, wir sollten das Los befragen Haman: Ich denke auch, daß das Los entscheidet, Ich Hab' auch schon alles vorbereitet (zeigt auf ein Gefäß mit Losen) Bist Du auch der Ansicht, Freund Schapur? S ch a p u r : Natürlich, Haman, beginne nur! Haman: Als erster ich, Haman der Große Greife in den Topf der Lose — Im Namen unsres Hausg'tts Arissan, Zieh' ich den Zettel: Monat Nissan! Olaamazd: Da bin ich absolut dagegen! Auf diesem Mond ruht ihres G'ttes Segen Im Nissan hat in früh'rer Zeit Der Mose sie doch aus Aegypten befreit In Nissan haben die Juden Glück. Haman: Nun gut, stellen wir ihn also zurück! Seresch: Ich möcht' jetzt zieh'n! Haman: Nein, erst Parschandos' Mein Erstgeborner, zieh' Du das Los! Seresch: Woll'n seh'n, was er gezogen hat — Parschandos: Hier steht geschrieben: Monat S ch w a t! Haman: Da können wir sie gut vernichten! Dalfon: Ach, Vater, da haben sie doch das mit den Früchten: Ich weiß nicht so genau, was es war Ich glaub', das Früchte-Neuejahr. Haman: Nun, deswegen könnt's doch im Schwat gelingen? Dalfon: Die ersten Früchte dem Priester sie bringen Vielleicht steht ihnen bei dann dieses Verdienst! — Schau, daß Du 'nen bessern Monat findst. Haman: Gut, nehmen wir ein neues „Pur" Du kommst jetzt dran, mein Freund Schahpur. Sch ah pur: Tischri steht auf dem Pergament. Haman: Wer von Euch diesen Monat kennt? Badija: Der scheint mir auch nicht grad der beste! Da haben sie doch so viele Feste! Und ihr G'tt verzeiht ihnen allemal Ihrer Sünden noch so große Zahl. Haman: Hol' sie der böse G'tt Ahriman Jetzt kommt schon der vierte Monat dran. Zieh' Du das Los, mein zweiter Sohn- (ungeduldig) Nun sage uns den Namen schon! f Dalfon: Jjar! Seresch: Nein, der ist verkehrt! Da bekamen die Juden das Manna beschert Ein guter Monat, in dem sie gern heiraten Da geschieht ihnen ganz bestimmt kein Schaden! Haman: Jetzt packt mich aber bald die Wut — Ja, hat denn immer Glück der Jud'? Zieh' Du das nächste Los, liebe Frau, Du hast mehr Glück, das weiß ich genau. Seresch: Monat Adar steht hier geschrieben. Olaamazd: Das ist der rechte Monat, Ihr Lieben. Im Adar, da mußte der Mose sterben, Da können wir auch sein Volk verderben. Haman: Ich bin nie so sicher bei den Juden. Gibts im Adar auch gar nichts des Guten? Olaamazd: Nein, ich kann mich an nichts entsinnen! S ch a h p u r : Dann können sie uns nicht entrinnen. Haman: Nun wohl, beim heiligen Ormuzd, Dieser Adar wird auch benutzt. Nun bin ich wieder ganz getrost Der richtige Monat ist ausgelost. Alles weitere kümmert mich wenig Die Erlaubnis gibt mir sicher der König. Ich gehe zu ihm noch heute Nacht!! Habt Dank, ihr Freunde!-Die Sach' ist gemacht! Züdische Spiele. I. Spielvorschlag. Zwei Kinder gehen hinaus und denken sich zwei Narnen, die in der Biblischen Geschichte Vorkommen, oder sonst einen jüdischen Namen. Nun gehen sie hinein. Jeder erzählt etwas von sich. Wenn einer zum Beispiel Moses ist, kann er sagen: Ich habe die Kinder Israel durch die Wüste geführt. Wer es dann geraten hat, darf dann hinausgehen. Und so weiter. Rahel Meyer, Düsseldorf (10 Jahre). Anmerkung der Redaktion .-Dieses Spiel kann man auch so beginnen, daß jedes der beiden hinausgehenden Kinder von der Spielgesellschaft gesagt bekommt, welche Person*) es darstellen soll; natürlich,'ohne daß das andere Kind etwas davon hört. Dann kommen beide wieder ins Zimmer und müssen sich miteinander solange unterhalten, bis sie herausgefunden haben, wer der Ändere ist. Ich setze Euch für diese Spielart ein Beispiel hin, das recht gut für heute paßt. Wer sind die Beiden? Kind A: Ei, guten Morgen, unbekannter Freund! Kind B: Was heißt unbekannt? Mich kennt doch ein jeder. Besonders in diesen Tagen wird sehr viel von mir gesprochen. A: Von mir ist jetzt überall die Rede! Alle Welt beschäftigt sich mit mir und besonders am nächsten Dienstag wirst Du m e i n e n Namen überall nennen hören. B: Am nächsten Dienstag? Da wird doch mein Name öffentlich gelobt. A: Ja, ist denn an diesen: Tag (ain 22. März) auch Dein Todestag? B: Chaß Wescholaum! Wenn ich damals gestorben wäre, dann würde man mein Andenken bestimmt nicht so ehren. A: Aber mich verehrt man doch sehr und alle großen Rollen, die ich geschrieben habe, werden jetzt einstudiert. B: Die Rolle, die i ch verfaßt habe, wird überall auf der Welt am kommenden Dienstag vorgetragen. A: Du bist also auch ein bekannter Dichter? B: Ach, ich habe eigentlich nur diese eine Geschichte geschrieben; in der Hauptsache war ich als Minister beschäftigt. A: Auch ich bin ein Minister gewesen! Ich habe große Anerkennung genossen in dem Lande, in dem ich als Minister tätig war, obwohl ich dort nicht geboren bin. B: Ich war ja eigentlich auch nicht da geboren, wo ich später lebte. Ich stammte aus der großen Stadt, die unter den Juden am bekanntesten ist. A: Ach, Du bist auch aus Frankfurt am Main? B: Diese Stadt kenne ich nicht; ich scheine doch viel älter zu sein als Du. Ich stamme aus Jerusalem und muhte leider mit meinem König die Stadt verlassen. A: Du mußtest also in Gefangenschaft ziehn und bist dann doch zur Ministerwürde gekommen? Jetzt weiß ich auch, wer Du bist, Du bist ja der-! B: Und mir fällt auch jetzt ein, wer Sie sein können. Sind Sie etwa-? *) Es müssen nicht beide Kinder eine jüdische Person üarstellen.

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