Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 73 (1932)
- Issue
- Heft 10 (3.3.1932)
- Date
- 1932-03-03
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Nr. 3 Set Israeli! Blätter 3. März 1932 öcbefel geben nach der Thoravorschrift: der Reiche nicht mehr und der Arme nicht weniger. Alan gebe es nicht in Raten» heute einen Teil und morgen einen Teil» sondern das Ganze auf einmal." ,.Am!. Adar wurde ein Aufruf erlassen» das; ein jeder seinen halben Schekel vorbereite, um ihn dann geben zu können. 'Am 1 5. Adar haben d i e L i n k a s s i e rer in jeder Provinz ihre Forderuu gen erhoben. Wer ihnen gab» von'dem nahm man, wer ihnen nicht gab» den zwang man noch nicht. 'Am 25. Adar begann die Erhebung des Schekels im Ternpel. von da an und weiter zwang man denjenigen» der nicht gegeben hat, bis er gab und wer nicht gab» den pfändete man." Die Thorapflicht des Schekels erstreckt sich nur auf die Zeit des Tempelbestanöes» aber' Agudas Iisroel ruft nach geheiligter Tradition auch heute auf, in Erneuerung des Geistes jener halben Schekelspcndc für den Wiederaufbau des alten Heiligtums einzutceten. Diese Adar-Spende dient der Erhaltung und Stärkung des Thoraelements im heiligen Lande. Runmchr ist der Adar da und die Cinkaffierer in jeder Provinz — oder zeitgemäß ausgedrückt — 6ic Vertrauens in cinner in jeder Ortsgruppe habe n ihre Forderungen zu e r I) e b c n. Wo aber kein Vertrauensmann da ist, da frage sich jeder Agudist selbst» ob er bereits seiner Pflicht genügt habe» ob er bereits durch die Spende seines halben Schekels dazu beigetragen hat» dem Aufbau des heiligen Landes den Stempel des reinen Thorajudentums zu geben. Die Palästina-Zentrale der 'Agudas Iisroel (Postscheckkonto Frankfurt a. M. Rr. 55 900) und ihre 1500 Binder warten auf den halben Schekel des diesjährigen 'Adar. Skakistik der Schulen der Agudas Iisroel in Erez Iisroel. Die nachstehend aufgeführten Unterrichtsanstalten werden zurzeit von der Palästina-Zentrale der Agudas Iisroel unterhalten bezw. subventioniert. Knabenschulen: Zossele, der Dal Hoagole. Ein Gleichnis zur Adar-Aklion 5692. In einem kleinen litauischen Flecken ernährte sich Jossele, der Fuhrmann, schlecht und recht durch den Transport aller von den Gemeindemitgliedern benötigten Waren aus dem benachbarten Kreisstädtchen. Als er wieder einmal kurz nach Purim, in der Zeit der Schneeschmelze, auf der Rückreise von der Kreisstadt mit dem schwer beladenen Wagen unterwegs war, blieb in dem grundlosen Morast der aufgeweichten Straße der Wagen stecken und Jossele konnte nicht weiter. Sinnend frug er sich, wie er den Wagen wohl erleichtern könne, um ihn doch noch ins Dorf zu bringen. Die Kohlen des Mazzobäckers mußten unter allen Umständen mit, sonst konnten keine Mazzoth gebacken werden; ebenso die Mehlsäcke. Aber auch die 'Werkzeuge für Iwan, den Dorfschmied, waren unentbehrlich. Die Holzbretter für einen Neubau mußten geliefert werden. Es war nichts da, wodurch man den Wagen erleichtern konnte. Schließlich kam Jossele auf die sublime Idee, von den vier Rädern seines Wagens zwei abzumachen und dadurch den Wagen immerhin um einige Zentner zu erleichtern, in der Erwartung, daß die armen, abgenutzten Klepper den Wagen ohne Räder besser ziehen können. Der Ballast unseres Lebenswagens besteht aus Geschäftsspesen, Miete, Aussteuer, Ausgaben für Frau und Kinder. Das Jahr 5692 bringt derartig viel Hemmungen und Schwierigkeiten, daß mancher Fuhrmann glaubt, seinen Lebenswagen nicht mehr weiterbringen zu können. Welcher Ballast soll ausgeworsen werden? Alles unentbehrlich! Da kommen wir auf den Ausweg, das einzige wegzutun, von dem unsere Weisen sagen: „Wer hinzufügt, dem wird hinzugefügt." Thora, Mizwoth, sie sind die Räder unseres Lebenswagens. Sie abzu nehmen, heißt nicht, den Wagen zu erleichtern, sondern die Fahrt u u - möglich machen. Wollt Ihr, daß unser Lebenswagen besser fährt, dann fügt noch Räder hinzu. Dann spendet für die Thora in Erez Iisroel! E. 1. V'ne Zion-Schule, Abteilung A (Bucharim, Aleppo, Marokko) Diese Talmud Thora ist im bucharischen Viertel Rechoboth in Jerusalem. 2. B'ne Zion-Schule, Abteilung B. neben dem Schaar Sch'chem (Gursim) 138 Kinder Lehrer 340 11 3. Talmud Thora Temanim 4. Talmud Thora Givath Schaul (Aschkenasimschule in Jerusalem) 5. Talmud Thora in Tel-Awiw 6. Talmud Thora in Petach Tikwah 7. Talmud Thora in Bne Brak Mädchenschulen: 1. Beth Jacob-Schule Beth Israel, Jerusalem 2. Beth Jacob-Schule Old City, Jerusalem 3. Beth Jacob-Schule K'nesseth, Jerusalem 4. Beth Jacob-Schule Schaare Chessed, Jerusalem 5. Beth Jacob-Schule Givath Sbaul, Jerusalem 6. Beth Jacob-Schule, Liberias 7. Beth Jacob-Schule, Safed_ 135 60 60 30 130 100 zusammen 1465 62 Ankerrichtsgegenstände: A. Knabenschulen: T'nach^ Talmud, Dinim, Lesen, Schreiben, Grammatik. Rechnen, teilweise auch Geographie und Geschichte. B. Mädchenschulen: Lesen, Schreiben, Rechnen, Tefillo, Sidro, jüdische Geschichte und Handarbeitskurse. Verhandlungen wegen der Errichtung einer Mädchenschule in Kefar Jwri schweben zurzeit. Aus der Bewegung. Karlsruhe. In der hiesigen Ortsgruppe der Agudas Iisroel hielt Herr Studienrat Prof. Dr. L. L e v i, Mannheim einen überaus geistvollen Vortrag über „Rabbiner Samson Raphael Hirsch ^xt und die Renaissance des orthodoxen Judentums". Die Veranstaltung war nach den einleitenden Worten des Vorsitzenden zugleich als eine Gedenkstunde für Rabbiner Dr. Raphael Breuer °-"xr gedacht. Der Referent schilderte in markanten Worten den religiösen Verfall der Zeit als den düsteren Hintergrund, von dem sich die Lichtgestalt Rabbiner Hirschs 5"xt, um so leuchtender abhob. Die lebendige Schilderung des Lebensgangs, die tief schürfende Behandlung der literarischen 'Wirksamkeit Rabbiner. Hirschs V"x?, und feiner Schriften vermittelten den zahlreichen Zuhörern eine Ahnung von der Größe des Mannes, dem sie die Renaissance des orthodoxen Judentums zu danken hatten. Die Kämpfe gegen Geiger, Grätz und Frankel, das unentwegte Eintreten für die Unabhängigkeit der Orthodoxie, die das Austrittsgesetz ermöglichte, gaben in den begeisternden Ausführungen des Referenten dem Lebensbild Rabbiner Hirschs' i>"X7. die abschließende Ergänzung. Mit dem Dank für den Referenten verband der Vorsitzende im Schlußwort den Hinweis, daß die Agudas Iisroel die Bestrebungen Rabbiner Hirschs y'sn fortzusetzen bestrebt sei. Leipzig. Nachdem auf der zweiten Kenessio Gedaulo die „Internationale Vereinigung agudistischer Frauen- und Mädchengruppen, Sitz Zürich", geschussen wurde und sich in allen größeren Städten Deutschlands Frauenaruppen konstituiert hatten, empfand man auch in Leipzig das lebhafte Bedürfnis, den Zusammenschluß der gleichgesinnten gesetzestreuen Frauen in einer offiziellen Frauen-Agudo-Gruppe herbeizuführen. Unter tatkräftiger Mitarbeit der Madchengrupve versammelten sich Ende Dezember eine Anzahl Damen unter Vorsitz von Frau David Steinmarder und beschlossen, nach einer anregenden Diskussion einen erweiterten interessierten Kreis einguladen und einen Referenten zu bitten, die Ideen der Agudas Iisroel näher darzulegen. — Der Einladung für den 5. Januar in die höhere Israelitische Schule folgten ca. 50 Damen, die alle großes Interesse zeigten, darunter Frau Rabb. Dr. Carlebach und Frau Rabb. Rogosnitzky; fast alle Anwesenden trugen sich in die Liste als Mitglieder ein. — Das Referat hielt Herr Dr. S. Halevy. Er gab einen geschichtlichen Ueberblick über die Zusammenfassung der verstreuten Judenheit in allen Goluth-Phasen, von Aegypten bis nach der Vierländersynode, um dann auf die Zerrissenheit des Judentums nach Schluß der Vierländersynode überzugehen und den Zusammenschluß der gesetzestreuen Judenheit in der Agudas Iisroel als Selbstzweck herauszuarbeiten. Die Anwesenden folgten den fesselnden Ausführungen. des Redners mit großer Spannung. — Das innere Ar- . - - . .. . . beitsprogramm, das in der Diskussion seitens des vor- (Weitere Spenden werden in bet nächsten Nummer der bereitenden Ausschusses entwickelt wurde, fand großen I „Blätter" veröffentlicht.) Anklang. Es soll, den Leipziger Verhältnissen entsprechend, vor allem darauf hingearebitet werden, die Mitglieder untereinander enger zu verbinden. — Vorgesehen sind wöchentliche Aussprache-Abende über Dinim, Lektüre, allgemeine Tagesfragen. Zwanglos sollen vorerst die Meinungen ausgetauscht werden, und nur nach Bearbeitung eines bestimmten Komplexes wird ein Dozent ein umfassendes Referat halten. Außerdem soll einmal im Monat ein größerer Vortrag in der Höheren Israelitischen Schule stattfinden, der alle Mitglieder vereinen soll. An diesem Abend sollen Berichte über Keren Hatorah, Beth Jakob und die allgemeine Agudo erstattet werden, damit die Leipziger Gruppe in engstem Zusammenhang mit der Zentrale bleibt. Spendenliste Keren Erez Iisroel. (Schulwerkfond) Ansbach: d. Rabb. Dr. Munk aus Gemeinde Feuchtwangen 15, aus Gemeinde Heidenheim 20. Antwerpen: Agudas Jisroel-Mädchengruppe dch. Frl. Wachsstock 12. Aschbach: d. Oberlehrer Wechsler aus Gemeinde 10. Babenhausen: Julius Seewald 4. Bad Kissingen: d. Rabb. Dr. Vamberger 25. Vaisingen: Hermann Kahn 20. Basel: d. Frl. Jeanette Schwarz 16.50. Bechhofen: d. David Steindecker v. Lehrer Goldberg 3, David Steindecker 6, Spielgewinn v. Ludwig Steindecker 2, NN. 1.20, zus. 12.20. Berlin: S. Bloch 1, Aron Löwenstein 5, I. B. Prilutzky 2, Dr. B. Halberstadt 5, Rabb. Dr. Jacobowitz 3, Fritz Cohn 1, I. Lewinski 3, Dr. Th. Baer 1, Ella Wertheimer 5, Heinrich Freirich 2, Dr. Jacob Levy 1, Dr. Emil Hirsch R. Eh. Sp. 25, d. Rabb. Dr. Auerbach 150, Samml. d. Esra 12.50, Frau Rabb. Dr. Auerbach 3.50. Bierstadt: Gustav Kahn 1.50. Braunsbach: Salomon Pfeiffer 12.' Breslau: NN. 5.40. Brüssel: Walter Nußbaum 10. Burghaslach: d. Rosa Massenbacher aus Gemeinde 8.50, Chanukaspenden 2.50. Burgpreppach: d. Rabb. Dr. Ephraim v. Frau Ullmann 3, Frl. Kirschmann 3, Rabb. Dr. Ephraim 3, Frau Ullmann 3, zus. 12.. Creglingen: d. H. Katzenstein 12. Darmstadt: d. Rabb. Dr. Merzbach: verschiedene Spenden 26.50, Rabb. Dr. Merzbach 20, Spenden aus Dieburg von Sella Berger —.50, Elfe Darmstädter 3, Frieda Hain 3, Selma Kaufmann 3, Julchen Lehmann 1, Mathilde Levi 2, Henriette Löd 6, Johanna Löb 3, Jda Lorch 3, Necha Lorch 2, Rosa Lorch II 1, Frau G. Lorch —.50, Regina Wiesenseioer und Anni Freudenreich 5, Rachel Wagschal 1, Nelli Lehmann 3, Henriette Löb 5, Regina Wiesenfelder 1, Lehrer D. Kaufmann, 10, zus. 53, insgesamt 99.50. Eppertshausen: d. Bernhard Moses 40. Esens: Lehrer Bronkhorst 1.50. Flörsheim: Martin Altmaier 1.50. Frankfurt a. M.: Dr. Oskar Klau 5, d. L. Löwenthal v. d. Herren Leop. Mosbacher 2, Perez Mosbacher 1, Meier Mosbacher 3, Gustav ^osbacher 2, N. Weis 2, L. Löwenthal 1.50, Leo Wreschner 5, zsu. 16.50, Leo Wreschner 6, Frau Dr. Opvenheimer 6, I. Brauner 6.55, Frau Joseph Woblfarth 10, Frau Dr. I. Roos 5, Frau Albert Mainz 5, Simon Mugdan R. CH. Sp. 35, Rausch Chaudelch-Spende durch Herrn Glücksmann: Ernst Adler 6, Josef Altmann 3, Robert Aron 1, Oscar Aumann 3, Siegm. Aumann 6, Frau Regine Baer 2, Frau Sam. Bamberger 4, I. Belgrad 1, Emil Birnbaum 6.50, N. M. Bier 4.50, S. Birnbaum 6.50, Dr. Jsaac Breuer 9, Dr. Iosua Breuer 3, S. Blumenthal 4, Siegmund Bender 3, David Cramer 20, Hermann Cramer 6, Hermann Carlebach 6, Moses'Ehrmann 2, H. Elkan 5, Jacob Emanuel 2, Felix Freund 3, Manfred Goldschmidt 4, Frau M. S. Goldschmidt 15, Sally Goldschmidt 2, Emil Gottlieb 2, Frau Graß 2, Konditorei Grünebaum 1.50, M. Haarburger 3, Jonas Halberstadt 3, I. Hamburger 2.50, Dr. Markus Hirsch 6, Sam. Jacoby 3, Jeidel 3, Nathan Jeidel 3, Gustav Kaufmann 3, M. Kaufmann 1.50, R.-A. Martin Katz 6, Theo Katzenstein 3, Leo Kruskal 4, Rüben Lange 4, Sara Landsberg 1.50, S. u. D. Löwenthal 1.50, S. A. Löwenthal 2, Loeb 3. A. Luß 2. S. Moses 12, Aron. Mainzer 3, Frau Regine Markus 3, Felix Mayer 12, Dr. Marx 6, Jos. Mayer 3, Perez Mosbacher 6, Martin Moses 1, Neubörger 3, Frau Jda Oppenheimer 3, Leop. Oppenheimer 1.50, M. S. Oppenheimer 3, H. Peichert 1, D. Pinter-Kohn 1.50, Dr. Js. Posen 3. Frau Dora Rothschild 9, B. Rachelsohn 1, M. Rapp 3, Frau Dr. Roß 6, Dr. Rosenbaum 3, Frau Geh.' Rat Rosenbaum 1.50, Jos. Rosenbaum 4, Jacob Rosenheim 15, Frau Else Rothschild 3, Dr. Schnerb 3, Leop. Schwab 3; Frau Siegm. Schwab 15, H. Schwarzschild 6, Dr. Giern 3, Berth. Strauß 3, Kurt Vogel 6, Eugen Weil 3, Isidor Wohlfarth 15, Josef Wolf 2, Arnold Wreschner 3, Frau Dr. N.E. Weil! 30, Frau Ruth Zuntz 2, Frau Dr. Roos 10, Josef Wolf 2.