Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 73 (1932)
- Issue
- Heft 10 (3.3.1932)
- Date
- 1932-03-03
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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IHäffev dev fandesovgattifafion dev Agudas-Jisvoef in fteuifcfiland. 8. Jahrgang Hamburg, 3. März 1932 / 25. Adar 5692 Nummer 3 Schriftleitung: Wokf S. Jacoöfoit in Kam-urg. Sondernummer zur Adar-Aktion der Palästina Centrale der Agudas-Jisroel Aufruf! Auch in diesem Jahre, dem Jahre allgemeiner Not und wirtschaftlichen Elends, glaubt die Leitung der Agudas Jisroel das Recht und die Pflicht zu haben, darauf hinzuweisen, daß es seit jeher altjüdische Sitte war, in Zeiten schwerster Bedrängnis durch Zedoko sich der Hilfe würdig zu erweisen. So schwer und so drückend auch die Lage unseres Volkes in der Diaspora ist, reicht sie doch an das Elend nicht heran, in dem Hunderte und Aberhunderte von Talmide Chachomim und wackeren pflichttreuen Juden in Erez Jisroel schmachten. Ihnen zu helfen, ihren Kindern Speise und Kleidung zu geben, sie in Thora zu unterrichten, ist der Sinn der Adar-Aktion 5692. Kinder aus dem heiligen Land schreien zu uns, aus unseren Schulen, aber auch aus unjüdischen Schulen, aus Schulen der Mission, rufen jedem Agudisten zu: Helft uns, rettet uns für die Zukunft, rettet die Zukunft für uns! Die Adar-Aktion vermittelt alle diese Rufe, Schreie und Wünsche, alle Not von Erez Jisroel, die nach Hilfe jammert. Bekunden wir die Freude, mit welcher der Adar-Monat eingeleitet wird, durch Taten der Liebe, durch Taten der Hilfe für Jisroels Kinder in Jisroels Lande! Geschäftsführender Ausschuß der: Agudas Jisroel: Rabbiner Dr. P. Kohn, Wien I. M. Lewin, Warschau Jacob Rosenheim, Frankfurt a. M. Palästina-Centrale der Agudas Jisroel: Dr. S. Ehrmann, Ffm. Rabb. Dr. Auerbach, Berlin Dr. Emil Hirsch, Berlin Julius Holländer, Ffm. Rabb, Jos. Horovicz, Ffm. Simon Mugdan, Ffm. Isaak Nußbaum, Berlin Dr. S. Oppenheimer, Ffm. Die Adar-Aktion für das palästinensische Schulwerk der Agudas jisroel. Von Rabbiner Dr. Hermann klein in Berlin. 'ü'bpwn pspaipa -.TTNn -mrm „Am ersten Adar erging der Ruf an ganz Jisroel, die Schekolim abzuliefern." Wie am ersten Llul, einen INonat vornan vandem Geburtstag der Welt, der Schofarruf ertönt, um die ll'vbizk '->12' die Geschöpfe der Welt, zur Linkehr zu ermahnen, daß sie sich prüfen, ob sie ihrerseits die Ziele, für die G'tt feine Welt erschaffen hat, gefördert haben, so ergeht am ersten Adar, einen Monat vor Nissan, dem njwn ewv desjüdischen Volkes, der Ruf. an die jüdische Gemeinschaft, daß sie sich prüfe, ob sie die Ziele, für die G'tt sie sich als Volk erwählt hat, verwirklicht hat. Der Iehuöi ist Bürger zweier Welten. Am rutfri wm sitzt G'tt über die Bürger der Welt zu Gericht, um sich zu vergewissern, daß er seine Welt nicht i.imb erschaffen hat; im Nissan hingegen über die Glieder seines Volkes, das gleich der Welt eine Schöpfung G'ttes ist, ob sein Volk noch die Ideale hochhält, für die es geschaffen wurde und zu deren Trägern es ausersehen st. Gleich dem Schofarruf in Llul ergeht der Schekolimruf im Adar an die jüdische Gemeinschaft. „Wenn du die Gesamtsumme der Söhne Iisroels nach ihren Gezählten aufnimmst, soll jeder von ihnen G'tt eine Sühne seiner Person geben, indem man sie zählt, das; keine Plage unter ihnen sei, indem man sie zählt." Im Midrasch Tanchuma bemerken unsere Weisen zu dieser Stelle: „Moscheh sprach zu G'tt: ich schwöre es dir bei deinem Leben zu, daß genau so wie du heute hier stehst, um dem Volke die Lehre des Schekels zu übermitteln und dadurch ihre Häupter aufrichtest, so wird es alljährlich beim Lesen der Schekolimgesetze sein, als ob du vor ihnen stündest, um ihre Häupter aufzurichten." In kurzen, prägnanten Worten ist hier der tiefe Sinn des Schekelgesetzes offenbart., jewi nn «jpiT nntn Ihre Häupter soll das Gesetz heben, sie selbst aufrichten, einem jeden Einzelnen zum Bewußtsein bringen, daß man auf ihn rechnet, daß er mitzählt, daß er für das Schicksal der ganzen Gemeinschaft die Verantwortung mitträgt, daß er für das Heiligtum seine Leistung beizusteuern hat und darin besteht die Würde der jüdischen Persönlichkeit. ' In rrs kspsö finden wir folgende interessante Erzählung: „Als Rabbi Ehanina und Rabbi Ehija miteinander stritten, da sagte Rabbi Ehanina zu Rabbi Lhija, mit mir willst du streiten, der ich, wenn G'tt behüte, die Thora in Vergessenheit geraten würde, imstande wäre, sie durch nieinen Scharfsinn und meine dialektische Begabung vollkommen zu rekonstruieren. Darauf sagte Rabbi Ehija zu ihm: mit mir willst du streiten, der ich dafür sorge, daß die Thora niemals in Vergessenheit geraten soll. Ich säe Flachs und verfertige Netze aus'demselben und fange Hirsche, deren Fleisch ich den Waisenkindern gebe und aus ihrem Fell fertige ich Thorarollcn an, auf denen ich die fünf Bücher der Thora niedorfchreibe, dann gehe ich in eine Stadt, wo keine Lehrer sind, lerne mit fünf Kindern je ein Luch der Thora und mit sechs je eine Ordnung der Wischnab und trage ihnen auf, daß sie, bis ich wiederkomme, das Gelernte miteinander lernen sotten, und. so treffe ich Vorsorge, daß die Thora nicht der Vergessenheit anheimfalle. Da sprach Rabbi: „Wie unendlich groß sind die Taten eines Ehija." Dieser Erzählung liegt ein ernstes Problem zugrunde. Das Problem lautet: Sollen wir bei unserer Erziehung nur für die außergewöhnlich Begabten sorgen, daß wir geniale Persönlichkeiten gewinnen, die imstande sein sollen, durch ihre geniale Intuition und durch ihren Scharfsinn die Thora jederzeit zu rekonstruieren, oder müssen wir für die großen Was- 468789509545897234116598555309532251564429481976044