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Der Israelit · 1932-02-18 · Heft 8 (18.2.1932) · page 16

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Journal
Der Israelit
Volume
73 (1932)
Issue
Heft 8 (18.2.1932)
Date
1932-02-18
Page
– (sequence 16)
Language
German
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weite 4 Nr. 2 3_s^a c I t 1 18. Februar 1932 doxie so wichtigen Provinz eine kräftige Organisation zu schaffen, kam zu überzeugendem Ausdruck bei der Massenkundgebung und Vorkonferenz, die am 2 3. Januar ,7"mu' in Moiseu stattfand, und an der zahlreiche Delegierte und Gäste teilnahmen, außerordentlich viele Freunde, die der Einladung der Initiatoren der Agudas Jisvoel-Jugendgruppe Oberwifcho freudig Folge gegeben hatten. Den Vorsitz führte Herr Oberrabbiner Mendel Hager aus Oberwifcho. Herr S. I. G r o ß i n M o i s e u begrüßte im Namen der dort soeben gegründeten Ortsgruppe die Gäste und Delegierten aufs herzlichste und sprach über die heute mehr denn je notwendige Schaffung einer festgefügten orthodoxen Jugendorganisation. Im Anschluß hieran hielt Herr Rabbmatsfekretär S. S. M o f e s a u s Oberwifcho das Referat über die Leistungen und Arbeitsgebiete der Agudas Jisroel-Weltorganisation. Er schilderte den Weg, den Agudas Jisroel in den zwei Jahrzehnten seit ihrer Gründung gegangen ist, ihre bisherigen Leistungen auf wirtschaftlichem und politischem Gebiete und in der Erez Jisroel- Arbeit. Mit besonderem Nachdruck betonte er die segensreiche, Wirksamkeit auf dem Gebiete des gesetzestreuen Chinuch: Keren Hatorah und Beth Jakob. Nach seinem Referat, das mit großem Beifall ausgenommen wurde, referierte der bekannte Jugendschriftsteller A. I. W e g h über den Einheitsgedanken der Agudas Jisroel. Er warnte vor den, verführerischen Gefahren fremder Elemente und kennzeichnete die Agudas Jisroel als die Organisation, in der sich die größten orthodoxen Führer der Gegenwart zusammengefunden, um das jüdische Volk widerstandsfähig zu machen gegen die Gefahren der Umwelt. Nach ihm sprach Herr M e i e r H a g e r, der Sohn des Wischoer Oberrabbiners. Sein Referat klang in den Ruf aus: „Die Maramaroscher Agudojugend muß der Stolz der ganzen Agudas Jisroel Rumäniens werden; sie soll Zeugnis oblegen von dem heiligen Idealismus, der uns beseelt; sie soll einen ehrlichen Kampf führen für die Erhaltung und Kräftigung des Thorageistes. Sie kann es nur, wenn sich alle gefetzestreuen Zeirim um die Fahne der Agudas Jisroel scharen." An der sich anschließenden Diskussion beteiligten sich Delegierte aus Petrova, Oradea, Vifenl de jos, Rozalia, Sapinka, Baccm, Viseul de mijloc u. a. m. Es wurden alsdann wichtige Resolutionen bezüglich Limud Hatorah, Organisation, Landespolitik und Aulimprobleme gefaßt; insbesondere zur Frage der Poale Agudas Jisroel Entschließungen getroffen. Die Sanierung und Entwicklung des Organes der Maramorofcher Agudojugend „Der orthodoxe Jugendgeist" wurde erörtert. Die überwiegende Majorität der Anwesenden beschloß die sofortige Einberufung eines allmaramoroscher Kongresses der Zeire und Poale Agudas Jisroel; zur maramorofcher Agudozentrale wurde einstimmig Oberwifcho gewählt. Nach mehreren Schlußreden wird die Konferenz durch den Vorsitzenden geschlossen. In seinem großangelegten Schluhreferat umschreibt er nochmals Agudas Jisroel als den einzigen Rettungsanker vor Assimilation und G'ttesleugnung, fo daß jeder, der Israel liebt, zur Agudas Jisroel kommen muß. Unter den Klängen des crnx ixnpn ging man in gehobener Stimmung auseinander. Nachbemerkung der Redaktion: Diesem Bericht unserer maramorofcher Freunde fügen wir die herzliche Hoffnung und den Wunsch an-, daß dieser Ruf v'nrr isnp.-j weitesten Widerhall im Lande finde, und daß uuch unsere zentralen Instanzen chn vernehmen und durch Entsendung der von dort schon so oft angeforderten Delegation zu ihrem Teile an dem Aufbau der rumänischen Agudas Jisroel mitbeitragen werden. Über Arbeit an der Zugend. Von David Steinmarder in Leipzig. Beim auch nur oberflächlichen Lesen der „Blätter" kann man immer wieder feststellen, daß in agudistischen namentlich jungagudistischen Kreisen Probleme aufgeworfen werden nach der Richtung der richtigen oder bestmöglichen Betätigung der Gruppen. Die Art der Arbeit in den Ortsgruppen liegt mehr oder teilweise auf politischem Gebiet und will ich wenigstens vorerst mich nicht darüber auslassen, zumal in Ermangelung eines praktischen Vorbildes. Ich will einige Striche zeichnen bezüglich der möglichen Arbeit in den Jugendgruppen, wohl wissend, mancherlei Widerspruch zu begegnen angesichts der Tatsache, daß es im jugendlich agudistischen Bezirk gärt. Dieses Suchen nach etwas Neuem, diese Unzufriedenheit mit dem Gegebenen, das Zurückweisen der Autorität, hat schon manchen „Alten" verärgert. Ich muß gestehen, mir ist dieses Brausen der Jugend sympathisch, es beweist Interesse, erweckt zwar Widerspruch inmitten der Jugendlichen selbst und besonders von manchen Seiten der der Jugend Entwachsenen zeugt aber von Leben und Lebendigkeit und ist für mein Empfinden dem allzu geruhsamen, selbstzufriedenen Wesen vorzuziehen. Freilich muß die Austragung dieser Meinungsverschiedenheiten — ich vermeide mit Absicht das Wort Kämpfe — sich in den Bahnen des politischen Anstandes bewegen und darf vor allem nicht persönlich zugespitzt werden, was ja unter gebildeten jüdischen Menschen selbstverständlich ist, mindestens sein sollte. Ein treffliches Beispiel, wie es nicht gemacht werden soll, bietet die jüngst berichtete grauenhafte Tatsache eines tätlichen Angriffes eines jungen Menschen aus einem anderen Lager, wobei nicht einmal gesagt werden konnte, daß sich die eigenen Kameraden gegen diesen Rohling gewandt hätten. Es soll kein weiteres Wort verloren werden überdiese „Esaus" Kampfesart, die sich von selbst richtet. Ich komme nun zum Kern meiner Ausführungen und will zeigen, welche praktischen Erfahrungen ich in der Mitte der hiesigen, verhältnismäßig aktiven Mädchengruppe gesammelt habe, damit vielleicht auch andere Gruppen den Versuch machen, diesen Weg zu beschreiten. In früherer Zeit ist das wohl bekannteste i-ton noo -iow ll'iv'.durchgelesen und besprochen worden und bot Anlaß zu lebhafter Diskussion und zur Vertiefung des religiösen Innenlebens. In diesem Winter wurde bisher aus bestimmtem Anlaß der Abschnitt über an sjcmj aus Iinv.n flim durchgenommen, wobei ebenfalls Gewicht darauf gelegt wurde, daß die jungen Teilnehmerinnen sich rege an dev Aussprache beteiligten. Gerade die g'ttgebotene wahre Elternverehrung verlangt eine Selbstbeherrschung, die der modernen Jugendbewegung gerade nicht adäquat ist und bot darum Stoff zu einem belebenden Gedankenaustausch. Ich möchte noch hinzufügen, daß bekanntlich die obengenannten Mussar-Sesorim reichlichen Lese- und Lernstoff für viele Lebenslagen bieten und damit verschiedene Wege im Sinne unserer Weisen beleuchten und darum Interesse erwecken dürften, sofern, wie gesagt, der Vortragende es versteht, die Teilnehmer sich im gegebenen Rahmen aussprechen zu lassen, allerdings nicht in breiter, sondern in präziser Art. Aus der neuesten Literatur halte ich die Schriften von Nathan Birnbaum und manche Aufsäße seiner Zeitschrift „Dev Ausstieg" ebenfalls für geeignete Leselektüre. Vielleicht führen vorstehende Ausführungen zu einem Gedankenaustausch über Methoden und Erfolge anderer Lerngruppen beiderlei Geschlechts. Die Arbeitsweise der Jugend innerhalb unserer Bewegung kann nie genug ausgeschöpft werden und jeder Versuch sie zu vertiefen ist darum verdienstlich. Große Agudakonferenz in Rzeszow. Agudas Jisroel und Zerre Agudas Jisroel in Galizien trafen sich am letzten Dienstag im Schwat hier zu einer großen Konferenz. Die Beteiligung vonfeiten der Delegierten und Gäste war sehr stark. Herr S. Zikröne nbaum erössnete die Sitzung und übergab das Präsidium dem Gemeindepräses von Rzeszow, Herrn ^^^^^^lich 'sie^ch"an den ^ortrags-^^klen des Herrn M. Hurwitz. Außer diesem gehören noch dem Pra- ^biner Dr. Michalski, die die Psalmen, die Geschichte sidium u. o. a. an Oberrabb. L e w iin und Rabbi Tuuye Juden in Karlsruh'e und biblische Gedanken bei Goethe H o r w i tz. In einem kurzen Referat begrüßt dann Auch auf sozialem Gebiet betätigt sich die Oberrabb. L e w i n die Konferenz und würdigt die Ar- J Kräften, beit der Aguda in Galizien. Für die allweftliche Exe- " 8 pp ch Aus der Bewegung. Leipzig. Am iin» p-wsin, den 30. Januar, fand die ordentliche Generalversammlung der Agudas Jisroel-Jugendgruppe Leipzig statt. Auf der Tagesordnung standen: 1. Tätigkeitsbericht, 2. Kassenbericht, 3. Entlastung des Vorstandes, 4. Anträge, 5. Neuwahlen. — Die wesentlichsten Punkte des Tätigkeitsberichtes waren folgende: Umbau und Renovierung unserer Räume, Adar-Aktion zu Gunsten des Erez Jisroel-Cchulwerkes, Hilfsaktion zu Gunsten der deklassierten Juden in Rußland, Chanuka- Aktion zu Gunsten des Keren Hatorah. Es fanden im Laufe des Jahres folgende größeren Veranstaltungen statt: Purimfeier, Peffachprogramm, das übliche Nachtlernen am Schewuaus, Sukauth- und Simchos-Tauroh- Festlichkeiten. Der Monat Ellul stand im Zeichen eines besonderen Mussar-Programmes. — Die innere Arbeit bildeten Schiurim, Arbeitsgemeinschaften über Erziehungs¬ und politische Fragen, ferner Vorträge von den Herren Wolf S. Jacobson, Hamburg, Kosnier, Kaufteil, Vuchspan, Oppenheimer und Merkin Leipzig. Halachische Vorträge hielten die Herren D. Kraus, Rabb. Feldmann, Rabb. Rogosnitzky, Leipzig. — Besonderer Anteilnahme erfreuten sich die regelmäßig stattgefundenen Freitag- Abend- und Melawe-Malko-Feiern. — Der von der Jugendgruppe herausgegebene Luach 5692 hat auch über Leipzig hinaus großes Interesse gefunden. — Als besonderer Erfolg der vorjährigen Arbeit sei die Gründung des orthodoxen hebräischen Kindergartens erwähnt, der unter Leitung von Frl. Talpioth aus Telsch immer regeren Zuspruch findet. Ein Beweis, wie notwendig eine derartige Gründung in Leipzig war. — Der Kassenbericht schloß mit einem erfreulichen Ergebnis ab. — Der neugewählte Vorstand setzt sich aus folgenden Herren zusammen: 1. Vors.: Max Spiegel, Elieser Oppenheimer, Salomon Schwarzmann, Simon Spiegel, Max Weitz, Chaim Buchspan, Hirsch Merkin. Sämtliche Anschriften sind zu richten an Herrn Salomon Schwarzmann, Leipzig C. 1, Färberstr. 16. — Der neue Vorstand hat inzwischen seine Arbeit ausgenommen und seine Tätigkeit mit einer Rosch-Ehaudesch-Adar-Feier eingeleitet. Für Purim ist eine größere Veranstaltung zu Gunsten Keren Hatorah und Erez-Jisroel geplant; ferner wird der neue Vorstand in ca. 4 Wochen einer Mitgliederversammlung das neue Arbeitsprogramm vorlegen. Duisburg. Auf Einladung der neugegründeten Keren Hatorah-Jugendgruppe besuchte am Sonntag, den 7. Februar Herr Rabb. Findling, Elberfeld unsere nbnp. Vor der ganzen versammelten orthodoxen Jugend sprach Herr Rabb. Findling über die Aufgaben der Jugend. Wenn die heutigen Verhältnisse es erfordern, daß die Jugend den größten und besten Teil ihrer Zeit dem profanen Studium oder dem Erwerb widmet, so müssen sie die wenig freie Zeit ausnutzen, um mit doppelter Arbeit und Aufmerksamkeit sich dem nmn zu widmen. Denn --vn kt- -na r«, wenn sie nicht lernen, so würden sie im Leben ihren Aufgaben als fromme jüdische Menschen nicht gerecht werden können. Die schönen überzeugenden Wort sind von der Jugend mit Begeisterung ausgenommen worden. Abends sprach Herr Rabb. Findling vor den Eltern über jüdische Kindererziehung. Auch da verstand der Redner mit eindringlichen Worten die Elter» über ihre erzieherischen Aufgaben aufzuklären, die nur durch gemeinsame Arbeit und Beratung mit den Lehrern befriedigend gelöst werden können. Die Gründung einer D'-nnn rajR wurde beschlossen. Karlsruhe. In der Frauengruppe der Agudas Jisroel Karlsruhe hielt Frau Dir. Marianne Haas einen sehr interessanten Vortrag über den Vaalschem von Michelstadt. Da der hier allseitig noch verehrte sei. Herr Samuel Strauß ein Enkel des Vaalschem war, fand dieses Thema besonderen Anklang. Die Vortragende behandelte in lebendiger und klarer Darstellung das Leben, die Frömmigkeit, Anspruchslosigkeit und Bescheidenheit des großen Mannes und bot auch einige der über fein Wirken berichteten Erzählungen. Reicher Beifall lohnte die Rednerin. — Die Frauengruppe versammelt sich alle 14 Tage zu einem gemeinsamen Handarbeitsabend, dessen Erzeugnisse zu Gunsten der Aguda- und Beth Jakob-Bewegung von Zeit zu Zeit verlost werden. Sie hat einen besonderen Schrur, in dem die Haftoraus behandelt werden. Außerkutive entbietet Rabbi Tuwje Horwitz Gruß. Biele Begrüßungen folgen, so im Namen der Agudas Jisroel in Rzeszow, der Zeirim vieler Städte, der Aguda in Jaroslaw. Zwei Knaben aus den Agudakinderorganifationen machen mit ihren herzlichen Ansprachen, aus denen ein Appell der Jugend an die Alten geht, die Kinder für Thorajudentum zu erziehen, gewaltigen Eindruck. Es hält dann Herr A. S. Friedmann ein großangelegtes Referat über die Ziele und Aufgaben der Zeive Agudas Jisroel. Nachmittag werden verschiedene Berichte entgegenqenommen, an die sich ausgiebige Debatten knüpfen. Am Abend fand im großen Saal ein Massenmeeting statt 'auf der A. S. Friedmann vor einer, großen Menschenmenge über die Ziele und Aufgaben der Agudas Jisroel sprach. Galanta. Am 15. Schwat feierte der Jugendverein bmna n-8s*n verbunden mit Agudas Jisroel, sein 25jähriges Jubiläum. Das Fest wurde mtt einem großziMgen Sijum auf trna und T-arr? verbunden. Sr. Ehrw. Herr Oberrabbiner Josua Buxbaum hielt eine faszinierende in der er die Bedeutung der mmn -nn'? hervorhob und die Jugend für weiteres Lernen begeisterte. In gewohnt schöner Weise sprach auch Herr Raob. Joses Müller. Seitens-der Jugend wurden schöne, inhaltvolle nwn gehalten von den Herren: Armin Lövinger, Salamon Kaiser, Michael Kalisch, Simon Kalisch und Albin Lövinger. — Unter den Vertretern der orthodoxen Kultusgemeinde war auch Herr Präses Simon Müller anwesend.

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