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Der Israelit · 1932-02-18 · Heft 8 (18.2.1932) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
73 (1932)
Issue
Heft 8 (18.2.1932)
Date
1932-02-18
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 8 Seite 11 . Februar 1932 Der Israelit Personalien. Köln, 8. Febr. Einem der verdienstvollsten Lehrerbildner -galt iene Veranstaltung, die vor wenigen Tagen die Kollegien der St. Apernstraße zusammen führte. Seminaroberlehrer Dr. Msoes Stern wirkt seit 25 Jahren segensreich an der Stätte, der die meisten frommen jüdischen Lehrer Deutschlands ihre Ausbildung verdanken. Seiner Bescheidenheit wollte es nicht angemessen erscheinen, seine Zustimmung zu einer offiziellen Begrüßung aus diesem Anlaß zu geben. Um so herzlicher und inniger war darum dieses Beisammensein gehalten, das ihm zu Ehren, ohne jegliches feierliches Gepräge, vorbereitet war. Nach einleitenden Worten, von Herrn Kanthal gesprochen, entbot Herr Dr. S. S ch l e s i n - ger den Gruß der Kollegen im Lehrerseminar, für die ehemaligen Schüler und das Morija-Kollegium dankte Herr Oskar Simons, für die derzeitigen Schüler Herr Carlebach. Für das Kollegium der Jawne wurden durch Herrn Rabbiner Dr. Stein in launigen Worten die Bande inniger Zusammengehörigkeit in der gemeinsamen Arbeit für die gesetzestreue jüdische Jugend zum Ausdruck gebracht. Der Abend wurde durch gesangliche Darbietungen des Herrn Oberkantor Söffe und durch Musikvorträge des Herrn G o l d b e r g verschönt. Behrend Lev! y^r* Hamburg, 14. Febr. Der 7. Adar, von Deutschlands Rabbinern zu einem Tag der Einkchr bestimmt, wurde der hamburgischen Judenheit zu einem erschütternden Tag der nan?n- Behrend Levy, der inmitten der Gemeinde in scheuer, jedem bewundernden Blick sich ängstlich entziehender Demut lebte, Behrend Levy, der i>y pwp p’ax i'rw, wurde in seinem 53. Lebensjahr zu Grabe getragen, nachdem er am vip nat? a-y in der Mikwo einem Herzschlag erlegen war. Im wörtlichsten Sinne wdim rmv mnoa — sein Sterben ein Symbol seines Lebens. Es kann hier kaum mehr als die Kunde von seinern Hinscheiden mitgeteilt werden. Denn jedes zu seiner Ehrung niedergeschriebene Wort wird dem, der ihn gekannt, als unzulänglich, dem aber, der ihn nicht kannte, nicht gesehen hatte ampa als Uebertreibung erscheinen. Wenn wir berichten, daß er gleich einem wahrhaften ir aa v'rr mm die furchtbarsten Prüfungen des p’ax -; den Sturz aus Wohlstand in Armut, schwerste Krankheit im Hause, den Tod seiner beiden herrlichen Kinder l?"'i — entgegennahm, hinnahm, ohne daß die heilige Freudigkeit seines G'ttdienens davon auch nur im geringsten berührt wurde, erwähnen, daß er, wie Rabbiner Dr. Bamberger in seinem Hesped ausführte, sich buchstäblich als „Knecht der Armen" führte, der sie geradezu anflehte, sein Brot, das zuletzt gewiß nur karg war, jeden Bissen mit ihm zu teilen, sesthalten, daß Rabbiner Rabbinow, der Schüler der cn"n psn ist und östlichen Maßstab an jüdische Größe legt, sagte, daß nach seiner tiefsten Ueberzeugung Behrend Levy einer der o’p’nx gewesen, wenn wir wissen, daß er mit einer riannn lernte, die wohl von niemandem erreicht wurde, daß jeder seiner Schritte, jedes seiner Worte ausstrahlte: van 'mal- 'n wn?/ wenn wir daran denken, wie er, der damals reiche Mann, in den Notjahren persönlich Kohlen und Lebensmittel anschleppte, die rrn der Stadt zu unterstützen, daß seine Kinder my- Freitag um Freitag eine Fülle von Schabbosbroten in die Häuser der Bedürftigen trugen und wissen, daß all dieses in beispiellosen nal> ms.i geschah, in einer Form, daß der Empfänger sich immer" als der Gebende spürte, wenn wir all dieses sagen, dann haben wir gewiß von der wahren Natur Behrend Levys noch gar nichts ausgesagt, nur einige Ausstrahlungen seines Wesens — aber nickit dieses selber — berührt. " Sein Wesen selber blieb hinter dem Schleier seiner unnachahmlichen rmy, keinem zugänglich, völlig verborgen. Warum wir dennoch von dem Heimgang dieses p'ax berichten, wo wir uns unserer Unzulänglichkeit doch so sehr bewußt sind? Die Welt sagt, daß das Milieu gestaltet. Demgegenüber sagt das Judentum: mp»n nrr aaa» ©’sn --- der Mensch gestaltet seine Umgebung, adelt sie! Das war die Sendung Behrend Levys, von ihr sollte hier berichtet werden. Er hat uns Hamburgern gezeigt, wie ein wahrer Jehudi pan nn p’axn ist, hat uns gezeigt, wie man D'm-iK noaan ms» erfüllt, den Ortsfremden als Bruder sieht und ehrt, wie man ein tan -ppm ist, über alle Kraft!, wie man im westlichen Milieu entfaltet ein volles, alle Seiten umfassendes, in die tiefsten Tiefen dringendes Alljudentum! Bon dem aow nt? 'ai"»l, aow aaV» von diesem großen, heiligen Vorbild sollte hier nur ■ ein Wort gesprochen werden, von ihm, der vorzeitig abgerufen, um wie Chanauch, unserm Leben und Streben weiterhin Ansporn und Richtung geben wird als 'Katy’a ttan xaao pavvv- Regensburg, 14. Febr. Am mvLVv'snav, feierte der Oberkantor und Lehrer der Gemeinde in Regensburg, Herr G. Winter, sein 25jähriges Amtsjubiläum. Die Feier legte Zeugnis ab von der großen Wertschätzung und Liebe, die dem Jubilar innerhalb der Gemeinde entgegengebracht wird und gab beredte Kunde von der ausgezeichneten Wirksamkeit des Gefeierten. Im Mittelpunkt der synagogalen Feier stand ein extra für die Gelegenheit von Herrn Rabbiner Dr. Weinberg verfaßter tn'av w-der von Herrn Oberlehrer Stein wirkungsvoll vorgetragen wurde. Durch die feierliche Stimmung erhöht, kam die wundervolle Vortragsweise des Jubilars zur größten Geltung und hinterließ einen tiefen Eindruck bei allen Zuhörern. Die offizielle Begrüßung seitens des Vorstandes fand in der Wohnung des Jubilars unter Ueberreichung eines Geschenkes statt und auch der greise Vorstand der nwap man, Herr Alois Natzler, ließ es sich nicht nehmen, die Wünsche der Chewra persönlich zum Ausdruck zu bringen. Möge es dem Jubilar noch eine lange Reihe von Jahren vergönnt sein, als ein wahrer aias wbv zur Verherrlichung des G'ttesdienstes beizutragen und als Jugendbildner die jüdischen Ideale in die jugendlichen Herzen zu pflanzen. Dr. 2N. Wundermann y^f Dien, 11. Febr. Eine markante Persönlichkeit ist aus unserer Mitte geschieden. Dr. M. W u n d e r m a n n entsprach in seinem Wesen und in seinem Lebenslauf ganz seinem Namen. Ein galizischer Jude in vorgerücktem Alter, in der üblichen galizischen Tracht, so kam er zu Kriegsbeginn, wie unzählige andere, als Flüchtling nach Wien. Der Weg bedeutete für ihn eine Flucht in die Bildung, damit aber keineswegs eine Flrnht aus der chaffidischen Schule. In kurzer Zeit erwarb er sich mit feinen staunenswerte» Fähigkeiten Wissen genug, um als alternder Mann das Abitürientenexainen zu bestehen, und einige Jahre später promovierte er an der Wiener Universität. Kaftan und Pajes legte er dabei so wenig ab, wie die anderen heimatlichen Gewohnheiten. Seitdem kannte ihn fast jedes Kind im jüdischen Wien als den Doktor M a u s ch e W u n d e r in a n n. Er behielt sein Wissen und sein Streben nach Wissen nicht für sich. Nachdem er einige Jahre als Lehrer an der Jabne-Schule in K o w n o gewirkt hatte, kehrte er nach Wien zurück und leitete Vorbereitungskurse für verspätete Abiturienten. Mit der Besessenheit eines Fanatikers predigte er die Macht des Wissens und arbeitete an den reifen Menschen mit Liebe und Ausdauer, bis er sie heil durch alle Prüfungen brachte. Unzählige danken ihm Grundlage und Möglichkeit zum weiteren Studium. Eine treue Liebe verband ihn mit seinen früheren und späteren Schülern, die alle heute ihrem Freund, Lehrer und Berater ehrliche. Tränen nachweinen. Dr. Mansche Wundermann bleibt unvergeßlich. O.ZH » um G m Optik II. Photo sowie alle Zubehörteile bei Hilf- Töngesgasse43 ■ TvICrC 1 Entwickeln u. Kopieren] CHR. SPINGLER Bauspenglerei Ausführung in Zink, Kupfer, Tecuta. Reparaturen Blitzschutzanlagen Prüfung, sowie Unterhaltung. Im Abonnement Frankfurt a. M.-West Jordanstr. 22 Telefon 79050 Rasieren ohne Messer mit bestem Rasterpulver v. Mathilde Desteller,Nürnberg A, Färberstr. 13. Sn« teress. Probesendung gratis Der anerkannt einz. prakt. mtP-Gürtel für Schlüssel. 2.85 u. 8.25 M Latz,Berlin.Oranienbgft.85 Drogerie Schalk Hanauerlandstraße 36 Telefon 47131 Victors-Rasier-Paste Victors-Creme-Tagfäglich Vicfors-Rasier-Pulver stets frisch!

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