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Der Israelit · 1932-02-11 · Heft 7 (11.2.1932) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
73 (1932)
Issue
Heft 7 (11.2.1932)
Date
1932-02-11
Page
– (sequence 15)
Language
German
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11. Februar 1932 Der 3 5 t a e I i t Nr. 7 Seile 15 Vermischtes. Berlin, 8. Februar. Auf Antrag des Preußischen Landesverbandes gesetzestreuer Cynagogengemeinden (Sitz Halberstadt) und der Freien Vereinigung für die Jnlere sm des orthodoxen Judentums (Sitz Frankfurt a. M.) hat der Preußische Landwirtschaftsminister in. einer Verfügung an die Regierungsprästzenten die Berücksichtigung der die Verwendung von Milch betreffenden Religionsvorschriften der Israeliten bestimmt. In dem Antrag wird ausgeführt: „Soweit erkennbar, ist die Durchführung der Bestimmungen des Reichsmilchgesetzes mit den Religionsvorschriften in der Regel vereinbar. Sie fordern die Ileberwachung der Gewinnung und Behandlung der Kuhmilch durch jüdische Vertrauenspersonen. Diese haben auch die Unterlassung jeder von re'.igionswegen unerlaubten Beimischung und die Nichtverwendung von in gleichem Sinne unstatthaften Geräten zu verbürgen. In Orten mit geringer jüdischer Bevölkerung ist mit der Möglichkeit zu rechnen, daß, falls die Erlaubnis zur Abgabe ^von Milch an den Nachweis einer bestimmten Mindestmenge geknüpft wird, . diese nicht erreicht wird. Schwierigkeiten könnten vielleicht durch die Vorschriften des Neichsmilchxgesetzes über die Zugehörigkeit zu bestimmten Li>efer!-> gemeinschaften und Zusammenschließung von Betrieben erwachsen." Der Landwirtschaftsminister hat düsen Antrag den Regierungen mit nachfolgender- Verfügung (G. Nr. 1 43012 vom 30. Dezember 1931) zur Kenntnis gebracht: „M. E. werden durch das Milchgesetz und die Ausführungsbestimmungen keine Schwierigkeiten für die Herstellung und den Vertrieb koscherer Milch entstehen, zumal die Herstellung solcher Milch den privaten Vereinbarungen zwischen den Synagogengemeinden und den Milcherzeugern Vorbehalten bleibt, die, soweit hier bekannt ist, zu dem vom 1. Januar 1923 ab geltenden Recht nicht in Widerspruch zu stehen brauchen. Im übrigen bieten das Gesetz und die Aussührungsbestimmungen die Ermächtigung, etwa notwendig werdende Ausnahmen zuzulassen. In Zweifelsfällen ist meine Entscheidung einzuholen." Hagen i. W.» 8. Februar. Dieser Tage fand hier im ostjüdischen Minjan eine Prüfung der Talmud-Thora Schüler durch Herrn Rabbiner M. Findling, Elberfeld, statt. In seinem darauffolgenden Vortrage gab Rabbiner Findling seiner Freude darüber Ausdruck, daß die vor einigen Jahren unter günstigeren Verhältnissen geschaffene TT Dank der Opferwilligkeit der Eltern und der Lehrers bisher erhalten werden konnte, mit dem Erfolge, daß heute 9 jährige Kinder wöchentlich die nno und eine nznä ■>"tzn lernen und verstehen. Leider sind die Verhältnisse jetzt so, daß der Fortbestand der TT gefährdet ist wenn nicht bald Hilfe von außen kommt. Die Schule untersteht der Keren Hatorah-Zentrale in Hamburg, hoffentlich nimmt sie sich der Sache an, bevor es zu spät ist. Rabbiner Findling ging dann zu seinem Thema über und sprach ausführlich über ruw rrrnoK niiwtrv mip» als die Grundlagen zur Erhaltung des min’ in unsren Kehilloth. Ferner machte Rabbiner Findling auf die große Gefahr aufmerksam, die unserer Jugend von den links eingestellten Bünden droht und forderte zu Gegenmaßnahmen auf, wie sie in der Berliner Keren-Hatorah Konferenz beschlcssen worden sind. Der Vorstand des ostjüdischen Bes-Hamidrasch dankte Herrn Findling und erklärte den Beitritt des hiesigen ostjüdischen Kibbuz zur Agudath-hacheredim für Rheinland-Westfalen. Rabbiner Findling setzte sich sofort mit einigen Jugendlichen in Verbindung, die sich unter Anleitung des Lehrers der TT Herrn Lewin, der Arbeit in der KH-Schülergruppe widmen sollen. Ebenso wurde die Gründung einer KH- Iugendgruppe und eine Bes Iaakow-Mädchengruppe beschlossen, deren Leitung Herrn Lewin übertragen wurde, deren Ausgabe es nun ist, die durch die warmen Worte des Herrn Rabbiner Findling entfachte Begeisterung für die gute Sache weiterhin wach zu halten und so für die Erhaltung und Stärkung des min1 in unserer kleinen Kchillo zu wirken. Emden, 9. Februar. Unter dem Motto: „Lehrer und Mernwünsche" fanden sich die Eltern unserer Schule am 9. Januar zu einer gut besuchten Elternversammlung zusammen. Der Schulleiter, Lehrer H i r s ch b e r g , legte in einem eingehenden Referat die Wünsche der Lehrer, dar. Den Ausführungen des Referenten folgte eine ausgedehnte Aussprache,, in der die Eltern weitere Aufklärung über wichtige Schulfragen erhielten. Die Veranstaltung gipfelte in der Forderung: „Jüdische Gemeinden haltet und stützet unsere Schulen!" und war wiederum ein Beweis für das harmonische Verhältnis, das in unserer Gemeinde zwischen Schule und Elternhaus besteht. Am 10. Januar sprach Herr Prof. L e s s i n g Hannover, in einem von der hiesigen zionistischen Ortsgruppe veranstalteten Vortragsabend, über seine Reiseerlebnisse in Palästina. Der Herr Referent gewährte durch seine objektiven Darstellungen seinen Zuhörern einen tiefen und klaren Einblick in die religiösen, wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse des heiligen Landes. Lichtbilder veranschaulichten den Vortrag. Am 13. Januar fand unter der Leitung des Herrn Lehrer H i r s ch b e r g die diesjährige Eeneralve fammlung des Israelitischen Frauonvereins unserer Gemeinde statt. An Stelle der langjährigen im Vorjahre von hier verzogenen Vereinsvorsitzenden, Frau Hauptlehrer Selig, wurde einftiminig Frau Landrabbiner Dr. Blum mit dem Vorsitz des Vereins betraut. Dem geschäftlichen Teil schloß sich ein gemütliches Beisammensein und ein Vortrag des Versammlungsleiters an mit dem Thema: „Die jüdische! Frau einst und jetzt". Vortragender zeichnete ein Bild von der heutigen Frauenbewegung, die auch der jüdischen Frau mehr Rechte und Pflichten im öffentlichen Leben zugestehe; aber an Hand zahlreicher Bibel- und Talm ldstellcn wies er nach, daß der Pflichtenkreis der jüdischen Frau im wesentlichen im Hause, in der Fani.ie liege. Hier sei ihr Reich, ihr Staat, ihre Gemeinde. Unter Hinweis auf den Vers „Der Frieden unter den Menschen wird die Frucht der Menschenliebe sein" (Jes. 32) schloß der Versammlungsleiter die Veranstaltung und mahnte die Mitglieder des Vereins, draußen im Leben weiter Liebe zu üben, auf daß der Friede unter den Menschen gefestigt werde. Virstein, 5. Februar. Bei Prüfung der nun» in verschiedenen Wohnungen stellte sich heraus, daß die n ma in neun von zehn Fällen lnov waren, obgleich sie zur Zeit in renommierten Geschäften gekauft waren. Es ist ratsam, bei Anschaffungen sich nicht aus den Verkäufer zu verlassen, sondern einen Sachverständigen erst zu fragen. Wochenkalender. vom 13. - 20. Febr. 1832 < tont 6. Adar bis 13. Adar 8882 ’ÖT» t]1 D’nos Samstag 13 V2V 6 nnnn Sonntag 14 7 na Montag Febr 15 IIK 8 Dienstag 16 9 T3 Mittwoch 17 10 m Donnerstag 18 11 M Freitag 19 12 D Samstag 20 13 KO nixn (1 Optik M. Photo sowie alle Zubehörteile bei HUfiaro Tönflesgasse43 ■ fff I Ul V ) Entwickeln u. Kopieren | Rasieren ohne Messer mit bestem Rafierpulver v. Mathilde Desteller,Nürnberg A, Färberstr. 13. Interest. Probesendung gratis Der ktnerkairnt einz. pr«kt. rfttf-Gürtel für Schlüssel. 2.85 u. 3.26 * Lat»,Berttn.Oranienbgst.85 Main-Trommel Groß-Dampfwaschanstalf LESER & MÜLLER Frankfurt a.M. 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