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Der Israelit · 1932-02-04 · Heft 6 (4.2.1932) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
73 (1932)
Issue
Heft 6 (4.2.1932)
Date
1932-02-04
Page
– (sequence 11)
Language
German
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4. Februar 1932 Der Israelit Nr. 6 Seite 11 Vermischtes. Berlin, 18. Jan. Der Synagogenverein Ahawas Scholaum und Mögen David Berlin, Kleine Auguststraße 10, läßt durch seinen Rabbiner, Herrn Fläscher, täglich von Montag bis Donnerstag und Sonnabend-Ausgang von 20—21 Uhr Schiurim abhalten. Interessenten und Gästen sind hiermit zur Teilnahme herzlichst eingeladen. Berlin, 22. Jan. Zur Wahrnehmung der allgemeinen und Berufsinteressen, und um für die schwere Zeit geschlossen gerüstet zu sein, besonders etwa gegen Eingriffe in die rituellen Gebräuche, haben sämtliche jüdischen Fleischer und Wurstwarenhändler beschlossen, sich zu vereinigen. Der Verein trägt den Namen „Verein jüdischer Fleischer und Wurstwarenhändler" .Der Verein wird danach streben, die Vereinigung über das ganze Reich zu erstrecken. Den Vorsitz hat Herr Vorenberg i. Fa. Selmar Kaufmann, Berlin W 15, Kurfürstendamm 211, übernommen. Würzburg, 24. Jan. Die Israelitische Lehrerbildungsanstalt in Würzburg beginnt ihr Schuljahr 1932/33 am 18. März 1932, worauf hier noch einmal hingewiesen wird. Schweinfurk» 24. Jan. Am vergangenen Sabbat war unsere Gemeinde Zeuge einer selten erhebenden Feier. Unser Männer-Wohltätigkeitsverein, die m man, konnte das Fest der 50. Wiede/kehr ihres Stiftungstages begehen. Bei der schweren geschäftlichen Depression und politischen Beklemmung war die Feier auf das G'tteshaus mit Absicht beschränkt worden. Unter dem Motto „Die Welt wird durch Liebe erbaut" schilderte Bezirksrabbiner Dr. Stein die beglückende Kraft der Liebe, sowohl der mit unseren Geldmitteln, als auch der durch Einsetzung unserer Person betätigten Liebe. Redner gab einen kurzen Ueberblick über die geschichtliche Entwicklung der Chebroh und schilderte, wie die Vorstände des Vereins in seltener Hingabe zu v'ann 'p'ixm L'i-'avv geworden seien, denen die Gemeinde zu uneingeschränktem Danke -verpflichtet sei. Für die derzeitigen Leiter, die Herren Ludwig Klau, Abraham Schloß, Bernhard Neumann, so wie den 20 jährigen Kassierer, Herrn Adolf Stein, erflehte er den Segen G'ttes. Die Feier hinterließ einen tiefen Eindruck. Prag, 20. Jan. Der Mittelschulprofessor Ing. Josef S e t i n a aus Lucene in der Slowakei ist im Alter von 39 Jahren zum Judentum übergetreten. Die Aufnahme vollzog das orthodoxe Rabbinat in Lucene und die Beschneidung fand mit Zustimmung des Preßburger orthodoxen Rabbinats in Preßburg statt. Ein Journalist, der ihn nach der Beschneidung im Krankenhaus besuchte, erfuhr, daß er sich bereits feit langem mit jüdischer Religionsphilosophie befaßt. Hebräisch erlernt und in seiner Stadt ausschließlich in jüdischer Gesellschaft verkehrt habe. Er aß schon vor dem Uebertritt kein Schweinefleisch mehr und besuchte die Synagoge. Bei seinem Studium wurde er von einem seiner jüdischen Schüler unterrichtet. Er erhielt den hebräischen Namen Abraham Hillel. Subolica, 22. Jan. Am 20. d. M. hatte die Judenheit Suboticas die freudige Gelegenheit, den Gerer Rebbe auf seiner Durchreise nach Erez Jisroel begrüßen zu können. Beim Bahnhofe fanden sich zahlreiche Gemeinde- Mitglieder ein, die, vom Herrn Oberrabbiner Moses Deutsch und vom Gemeindevorstande geführt, vom na» Y'ims empfangen wurden. Herr Oberrabbiner M. Deutsch überbrachte ihm in der Eigenschaft als Präses des jugoflavifchen orthodoxen Gemeindeverbandes und Herr Rabbiner Samuel Deutsch als Führer der jugoflavischen Agudaorganisation die ehrerbietigsten Grüße, die er freundlichst entgegennahm. Die Genannten begleiteten den Rabbi auf seiner Reise noch einige Stationen, wo sie dann vom Rabbi herzlichen Abschied nahmen. Gailingen, 15. Jan. Das Friedrichsheim, diese segensreich wirkende Anstalt im Badenerlande, war dieser Tage Mittelpunkt einer Feier, die in den Schatten der Zeit wie ein freundliches Licht erstrahlt. Im blumengeschmückten Speisesaale scharten sich Insassen, Verwandte und Bekannte um eine Neunzigjährige: Frau Rebekka Rothschild aus Randegg, die Schwester der unvergeßlichen Frau Rabbiner Picard s. A. Erst vor kurzem hat die Gefeierte ihr eigenes Heim verlassen, in dem sie mit ungebrochener körperlicher und geistiger Elastizität waltete. Nun gedenkt sie im Friedrichsheim, betreut von der rührenden Fürsorge ihrer Nichte, Frl. Picard, ihren Lebensabend zu verbringen. In dankbarer Zufriedenheit nimmt sie die zahlreichen Glückwünsche entgegen, vom Badischen Oberrat, den Delegationen der jüdischen und christlichen Frauenvereine von Nandegg und Gailingen, dem Vorstand des Friedrichsheims u. a. m., wenn sie auch einen Tropfen fühlbarer Bitterkeit nicht wegzulächeln vermag: An ihrer Seite fehlt seit langem ihr Gatte, dessen Name überall einen guten Klang hatte: der fel. Leopold Samuel Rothschild. Herr Rabbiner Dr. Bohrer in Gailingen, Verwalter Steckelmacher und der Neffe der Jubilarin, Herr Epstein aus Zürich, ehrten sie durch schöne Ansprachen. Schlicht und rührend dankte sie für all diese Ehrungen. Diese sind wohlverdient, denn Frau Rebekka Rothschild hat in den weitumfassenden Zeitraum ihres Lebensfeldes viel des Guten ausgesät. Sie war stets ein Freund der Armen und ihr tägliches Gebet gilt in Dankbarkeit und Ehrfurcht dem Schöpfer für die Fülle feiner Gnade. Möge es noch ungezählte Jahre Erhörung finden. Burgpreppach, 18. Jan. Am Donnerstag, den 7. Januar, abends entschlief sanft im 83. Lebensjahre Frau Karoline Adler. Mit ihr ist unserem Kreise eine Frau von echtem altjüdischen Schlage entrissen worden. In jahrzehntelanger Ehe war sie mit ihrem Gatten, N. Adler n"v, der den Namen eines vay »’s und eines großen oan r>r£n hinterlassen hät, innig in Freud und Leid verbunden. Sechs Kinder der ersten Frau ihres Mannes und sieben eigene hat sie zu aufrechten Menschen und wackeren nmi’ herangezogen. Aber auch den anderen Hausfrauenpflichten, wie sienp-n^nim-im von uns verlangt, kam sie treu und gewissenhaft nach, kein Armer ging hungernd von ihrer Schwelle, kein Betrübter trennte sich unaufgerichtet von ihr. Sie achtete stets darauf, daß ihre Söhne die der n-nn gewidmeten Stunden einhielten und stellte mit eigener Hand die Lichter aus Wachs für narm und noaan ma her. Es war ihr vergöinn ein hohes Alter zu erreichen und nach dem Ableben des heißgeliebten Gatten Trost an ihren Kindern zu finden, die sie als Krone des Hauses hegten und pflegten und ihr in jeder Hinsicht einen friedlichen Lebensabend bereiteten. Verwandte und Freunde aus Nah und Fern, sowie eine große Schar nickitjüdischer Freunde waren herbeigeeilt, um ihr die letzte Ehre zu erweisen. Herr Rabb. Dr. Ephraim würdigte die Verdienste dieser frommen Frau, dann trug man ihre sterbliche Hülle hinaus, wo sie an der Seite ihres ihr gleichgesinnten Mannes beigesetzt wurde. — Möge ihr mar den tieftrauernden Kindern und Enkeln beistehen. maswi Breslau, 21. Jan. Am vergangenen map ’Kxva, den 24. Tewes, hatte man in Breslau das seltene Vergnügen, einen cmo mitfeiern zu dürfen, zu dem die „Schklower Schul" nach fünfjährigem intensivem Lernen der gesamten nwa ’*no npp. unter Leitung ihres dort ehrenamtlich wirkenden Rabbiners Emil Br e s I a u e r eingeladen hatte. Herr Willy Falk, der Vorsteher der Synagoge, deren althergebrachter konservativer Stil und Minhag in Breslau feit Bestehen sich nicht verändert hat — schon R. Jeschajoh Berlin (Pik) Wt wirkte dort — begrüßte mit herzlichen Warten die erschienenen Mitglieder und Gäste. — Mit einem groß angelegten i"nn ervffnete Herr Rabbiner Breslauer die Reihe der Redner. In meisterhafter Darstellung behandelte er die Frage nap»i> tjd p’i oder napnV no s'n- Herr Gemeinderabbiner Dr. Hoffmann gab sodann seiner Freude Ausdruck, an einer solchen rmn bv nnnp teilzunehmen und entwickelte eine interessante Deutung für die Aneinanderreihung der v'-nv im Sinne des tmpa — ijerr Rabbiner Wassermann ging in feinsinniger Weise auf den Begriff p’asi pms bsb der letzten Mischnoh ein, die auch durch Herrn Oberkantor Weiß sowie durch den zur Zeit hier anwesenden Ciechanower Raw geistreiche Auslegungen erfuhr. — In später Stunde erst trennte sich der Kreis, nachdem man durch einen kleinen Imbiß und heitere Vorträge dem äußeren Rahmen der mnp Genüge getan hatte. VT* Optik ü. Photo sowie alle Zubehörteile bei H. Wiere Tengesgasse 43 | Entwickeln u. 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