Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 73 (1932)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2450704-2450705--78458-2536148- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
1. Januar 1932 grimffurt K. N!., ictl 22. Xebet 5692 fflfDer Israeli! tBSBBM Jt>h Abonnement ab Juli 1929: Deutschland 1-30 Mark monatlich; Ausland: Bierteljabrpreise (entsprechend dem veutschen Jnlanvspreis zuzüglich Kosten des Etreifband-Bersandes) Doutsch-LZsterreich: Schilling 6.—; Amerika 1 Dollar; England 4 sh.; ab 1 Juli Frankreich25 Fr.; Belgien ab 1.7. 27. Belgaö. Holland 2fl.; Italien ab 1.1.28.18 Lire; Jugoslavien 55 Din.; Litauen 7.50 Lit.; Rumänien ab 1. 7. 27. 150 Lei; Polmr 4 deutsche Goldmark zum Tageskurs oder 7 Zloty; Schweiz 5 Fr; Tschecho-Slowakei 28-Kronen; Ungarn Pengö 5 ab 1. Juli 1927; Dänemark 3.50 Krön.; Norwegen 3.50 Krön.; Schweden 3.50 Krön. Einzelnummer vierzig Goldpfennige. Der Israelit erscheint jeden Donnerstag. Inserate 50 Goldpf. für die sicbengesp altcne Nonpareille-Zeile. Abonnenten zahlen bei Stellengesuchen und Familienanzeigen nur -10 Pf. Die 75 mm breite Reklamezeile: letzte Textseite 2.— SRI., vorletzte Textssite 250 SRI.; Chiffregebühr in Höhe eines dopp. Fernbriefportos. Rabatt nach Tarif. Bei laufenden Inserataufträgen rartfm. Preiserhöhung jeder?. Vorbehalt. Jnseratenannahme durch den Berlag des Israelit G. m. b. tz., Frankfurt a. M, Rechneigrabenstratze 7, Tel. Hansa 21084 sow. durch sämtl. Annoncen-Ex'ved. d. In- und Auslands. Alleinige Jnleratenann. für Franks. Geschäftsanz.: Jul. Schmidt, Ostend'trahe 83 Tel. 15886. Platzvoifchr. ohne Verbindlich!. Zahlungen direkt an den Berlag auf Postscheckkonto Frankfurt (Main) Nr. 198)2. — A rgerdem an: Postsparkasse Wien Nr. 79805. — Poitioarkassen unt Bnoaoest Nr. 18121. — Postscheckkonto Warschau Nr. 190757. — Postscheckamt Zürich Nr. VIII7251. — Postscheckamt Amsterdam Nr. 21869 - Postscheckamt Prag Str. 79.060 — Rumänische Kreditbank Bukarest und ihre sämtl. Filialen Der Gerichtsstand für alle aus Abonnements oder aus Inseraten stch ergebenden Zahlungsverpflichtungen ist Frankfurt a. M. Erziehungssorgen. Von B. C. Jüdische Unterrichtsanstalten aller Art sind in äußerster Gefahr. Jüdische Eltern werden in schwerste Sorgen um das Ziel ihres Lebens, um die Erziehung ihrer Kinder versetzt. Manche müssen, der Not folgend, wo keine jüdische höhere Schule am Platze ist, ein gut und gern die höhere Schule besuchendes Kind in die schlichtere Schule schicken, es -aus seiner hoffnungsvoll begonnenen Laufbahn reißen. Gelegentlich müssen sogar jüdische Schulen aller Art die Zahl und Höhe ihrer Freistellen der. Not gehorchend aus Selbsterhaltung einschränken. Was soll nun geschehen? Wie den mit Opfermut und Lebenskraft erstellten jüdischen Schulen, die noch zu retten sind, der Fortbestand zu sichern sei, — das möge, so dringlich diese Frage ist, — ein ander Mal erörtert werden. Heute soll nur die Rede von dem sein, was der einzelne jüdische Vater selber tun kann, um wenigstens dem Kinde die schwere Zeit nicht gar zu spürbar werden zu lassen; — von allem Organisatorischen sei abgesehen. 1. Ist noch eine jüdische Sckmle am Platze, so muß die Einschränkung des elterlichen Lebensbedarfs aufs Aeußerste getrieben werden, um sie aufrecht zu erhalten. Es kann den Kindern nur nützen, wenn sie diese Einschränkung auch bemerken und daran lernen, daß g'ttgesälliges Leben mit schweren Verzichten erkauft wird. Meist werden ja die von den Kindern selber zu verlangenden Verzichte nicht unerträglich,, selten schädlich sein. Kleidung und Nahrung müssen ja nicht in' Mitleidenschaft gezogen werden, wohl aber Sport und Spiel, für die immer noch viel Zeit und Geld vergeudet wird. Einsichtige Eltern werden verstehen, auch dann ihren Kindern das Dasein nicht freudlos zu gestalten. Sie werden sich selber mehr den Kindern widmen müssen, — und das wird auch ihnen manche kostspieligere Ablenkung von der Not des Alltags ersparen. 2. Ist die jüdische Schule längst dahin und die Not so groß, daß auch die höhere allgemeine Schule verlassen werden muß, — auch solchem Zwang ist noch Segen abzugewinnen. Es ist nicht wahr, daß an Volksschulen Roheiten und Lieblosigkeiten gegen jüdische Kinder häufiger als an höheren Schulen Vorkommen. Es ist auch n i ch t wahr, daß die höhere Schulbildung irgendwie eine bessere Garantie gegen verderbliche VormessmsaEsanissBBBB Erneuern Sie sofort beim Postboten die Bestellung auf den „Israelit“ für den Monat Januar Wird dies versäumt, so tritt eine Unterbrechung der Zusendung ein, ohne daß wir selbst Kenntnis davon erhalten. »Für verspätete Bestellungen rechnet die Post einen Aufschlag von 20 Pfg, Verlag des Israelit G.m.b.H., Frankfurt a.M. I Verlag des Israeli! u. Hermon O. m. b. H. Frankfurt am Main Zum 28. Tewes, dem fünften Jahrzeitstage des verewigten Verfassers, erscheint: mintj nm» Talmudische Studien Von Rabb. Dr. H. Ehrentreu L7,/St in München. Preis brosch. Mk. 3.50, geb. Mk. 4.50 Zu beziehen durch alle besseren Buchhandlungen sowie vom Verlage. Postscheckk. Frankfurt a. M. Nr. 39592 Verlag des Israelit und «M M G.m.b.H. Frankfurt am Main, Rsäiuagrabenstr.7 I > bilder unter Mitschüler(innen) gebe als etwa die Volksschule. (Ueber üble Erfahrungen in höheren Schulen vergleiche man die Darstellung in der Wochenrundscha u. Red.) Gesittetere und bessererzogene Kinder halten von selbst in jeder Schule zusammen, und überall bildet sich, aller politischen Verhetzung zum Trotz, eine Volks gerne i n schaf t. heran, wie sie nicht einmal in der früheren Standesschule vorhanden war. Einem gesetzestreuen Juden muh es wohl nicht erst gesagt werden, daß, wenn er seinem Kinde Gesellschaft auszuwählen doch einmal gezwungen ist, er nicht danach fragen darf, ob das betreffende Kind einmal ein politisches Hetzw o r t n a ch g e s p r o ch e n, sondern nur danach, ob es im Elternhause einen sittlichen Halt hat, der einer jüdisch-gesetzestreuen Erziehung unserer Kinder förderlich ist. Mehr als alle Berufsumschichtungsprojekte wird eine solche Gemeinschaft der Wohlgesinnten der Hetze und der Not unserer Zeit ein Ende setzen und eine Generation heranbilden, welche Reellität und Fleiß, Zufriedenheit und G'ttgefälligkeit aufs Neue hierzulande heimisch macht. 3. Groß im Dienste der G'tteslehre und groß im Dienste der Menschheit ist also die Bestimmung des jüdischen Kindes, das heute in einer fremdartig anmutenden Umgebung aufwachsen soll. Will man nicht, daß es leide, so mag es sich durch Fleiß und äußerste Genügsamkeit auszeichnen; will man, daß seine frohen und friedlichen Kindheitserfahrungen auch mit dem Verlassen der Schule nicht enden, so mag es diese Genügsamkeit und Demut mit ins Leben 'hinausnehmen. 4. Wohl können wir die in unserer Umgebung übliche Erziehungsart nur mit großer Reserve auf unsere Kinder übertragen. Ein Leben, das dereinst durch Gesetze G'ttes geheiligt werden .soll, darf nicht durch das Gaukelspiel des Märchenwaldes (Hirsch, G. Schr. m 450/1) und der falschen Scham in glitzernde Traumwelt und rauhe Wirklichkeit aufgespalten werden. Aber diese abgestandenen Erbteile der Reaktionsjahrzehnte lassen sich mit Takt und Energie leicht den Sinnen unserer Jüngsten fernhalten. Und so bleibt begründete Hofnung darauf, daß gerade im unverdorbenen schlichten Volksmilieu unsere lieben Kinder sich leicht und gern zu unseren Idealen heranziehen lassen. — Dies alles beruht auf eigener Beobachtung, z. T. Erfahrung. Mögen diese Zeilen einen Meinungsaustausch über diese Erziehungsfragen einleiten.