Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 52 (24.12.1931)
- Date
- 1931-12-24
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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m (er der Landerorganifation der Jlpdos>]istoef in Veutsekland. 7. Jahrgang Hamburg, 2.4 Dezember 1931 / 14. Tebet 5692 Nummer 22 Schriftleitung: Wolf S. Jacoöso« in KamVurg. Laubes orgamsation der Agudas Ziscoel in Deutschland. Die Landesorganisation veranstaltet gemeinsam mit dem Landesdirektorium des Keren Hathora am Sonntag und TNontag, den 24. u. 25. Tewes 3. u. 4. Januar 1931 in Berlin in den Räumen der Adaß Jisroel-Schule, Siegmundshof 11 (3 Minuten vom Bahnhof Tiergarten) eine S o n d e r k o n f e r e n z., die den Frage n der oft jüdischen Jugend gewidmet ist. Angesichts der in mannigfacher Hinsicht gefährdeten Lage der . ostjüdischen Jugend in Deutschland sollen die geistigen und wirtschaftlichen Möglichkeiten erörtert werden, durch die diese Jugend vor der Assimilation an eine thorafremde und oft thoraseindliche Umgebung bewahrt werden kann. Das Programm sieht vor: 1. Aufstellung möglichst einheitlicher Richtlmien.für eine systematische Erziehungsarbeit in Schule und Volksleben, 2. Berufsausbildung, 3. Zusammenfassung der deutschen Talmud Thora-Schulen. Zur Vorbereitung dieser Konferenz wird der deutsche Keren Hathora am 27. Dezember ds. Is. inCffen eine Vorkonferenz veranstalten, die in den Räumen der ostjüdischen Synagoge in Essen stattfindet und um 10.30 Uhr vormittags beginnt. Die Tagesordnung der Vorkonferenz sieht folgende Referate vor: 1. Rabbiner M. Findling-Elberfeld: Die geistige und wirtschaftliche Lage der Jugend (Verufsfragen). 2. Rabbiner I. Horovitz - Düsseldorf: Welche Erziehungswege müssen für die ostjüdische Jugend Deutschlands eingeschlagen werden? 3°. Rabbiner Berlinger -Duisburg: Fragen des jüdischen Lebens (Schechito- Mikwo usw.). 4. S. Ostersetzer - Duisburg: Lehrplan und Aufbau der Talmud Thora-Schulen. Hauptwert soll auf eine gründliche und erschöpfende Diskussion gelegt werden. Hamburg, 15. Dezember. Landesdirektorium des Keren Hathora in Deutschland gez. Oberrabbiner Dr. Spitzer Landesorganisation der Aglldas Zisroel in Deutschland. Auf Grund mannigfacher Anregungen, die aus dem Kreise unserer Gruppen an uns ergangen sind, haben wir am Sitze des Landesvorstandes eine Soziale Kommission der deutschen Agudas Jisroel ins Leben gerufen, deren Aufgabe es fein soll, den verschiedenen sozialen Betätigungen unserer Gruppen einen Mittelpunkt zu lueten, um Erfahrungen auszutauschen, Anregungen und Ratschläge zu erteilen und die vielfach erwünschte Zusammenarbeit mit anderen wirtschaftlichen und sozial tätigen Organisationen unter Wahrung unserer Prinzipien zu vermitteln. Die Soziale Kommission hat die Aufgabe, die in der deutschen Agudas Jisroel organisierten Kreise auch den ausländischen Landesorganisationen und sonstigen Gesinnungsgenossen gegenüber zu vertreten, was sich wiederholt als notwendig herausgestellt hat. Die Anschrift der Sozialen Kommission ist: Oberrabbiner Dr. S. Spitzer, Hamburg 13, Grindelhof 46, für Soziale Kommission. Hamburg, 15. Dezember. Landesorganisation der Agudas Jisroel in Deutschland gez.: Oberrabbiner Dr. Spitzer. Wir geben in einigen Wochen heraus: Agudiftifche Schriften von Jacob Rosenheim (Sonderdruck aus „Ausgewählte Aufsätze und Ansprachen Ohole Jakauw") Das 160 Seiten umfassende Buch gibt einen erschöpfenden Ueberblick über Ideologie, Wesen und Wirken der Agudas Jisroel in den ersten beiden Jahrzehnten ihres Bestehens. Wir freuen uns, daß wir durch besonderes Entgegenkommen von dritter Seite in die Lage versetzt sind, dieses Buch, die Grundlage der agudistischen Ideologie, den Mitgliedern der agudistifchen Gruppen zu einem besonders billigen Vorzugspreis anbieten zu können, und zwar bei Abnahme von mindestens 10 Stück zum Preise von Mk. 1.— pro Stck. bei Abnahme von mindestens 25 Stück zum Preise von Mk. -—.85 pro Stck. bei Abnahme von mindestens 50 Stück zum Preise von Mk. —.75 pro Stck. Wir bitten die agudistischen Gruppen, uns ihre Bestellungen freundlichft sofort zukommen zu lassen, unter Ueberweisung des ausmachenden Betrages an unser Postscheckkonto: Hamburg Nr. 50 204. Landesorganisation der Agudas Jisroel in Deutschland gez.: Oberrabbiner Dr. Spitzer. Einige Worte an die Agudistische Zugend. Von S. Ostersttzcr kn Duisburg. Meine Freunde, gestattet mir, einige Fragen, die ich auf dem Herzen habe, offen an Euch zu richten. Ich spreche zu Euch als die Träger der Zukunft unseres Volkes, als die Bauleute des kommenden Geschlechtes, denen die große Aufgabe zufällt, unsere Fortexistenz als Volk der Thora und der Ueberlteferung zu sichern. Ihr? sollt einst Euren Kindern und Kindeskindern Vorbild sein und sie zu jüdischen Menschen im Sinne der Thora erziehen. Und nun eine Frage: Was tut Ihr für diese Zukunft und wie bereitet Ihr Euch aus sie vor? Wir leben in einer Zeit des religiösen Abfalls. Die Atmosphäre ist von Unglaube und Unmoral vergiftet. In einer solchen Zeit muß der religiöse Mensch doppelt an sich arbeiten, um nicht vom Strome mitgerissen zu werden. Er muß auch mit aller Kraft arbeiten, um die eigenen so sehr geschwächten Reihen zu stärken und zu festigen. Was tut Ihr aber dafür? Ihr habt jetzt begonnen, organisatorische Aktivisten-Gruppen zu gründen! Wer heute nicht die ungeheure Wichtigkeit der A g u d a erkennt, daß sie und alles Agudistische das Rückgrat der Orthodoxie bildet und deshalb in jeder Hinsicht gestützt und gefördert werden muß, der hat wahrlich keinen Begriff von der katastrophalen Lage des orthodoxen Judentums und vom Segen und der rettenden Kraft der Aguda. Aber — darf sich orthodoxe Jugend mit bloß organisatorischem A k - ti vis mus begnügen? Muß sie nicht in erster Lime und in noch viel größerem Maße für einen g e i st i g - r e l i gi ö s e n A k t i v i s mu s in der Aguda sorgen? Warum geschieht aber in dieser Hinsicht nichts? Ihr werdet vielleicht sagen, es fehlt Antrieb, Programm, man wisse nicht, was man tun könne und solle. Daraus möchte ich antworten: Vor ca. 3 Jahren ist die Aulimgem e i n s ch af t an die Oeffentlichkeit getreten und hat Euch zur Mitarbeit aufgerufen. Warum kam nicht Eure Antwort in erwartetem Maße? Bei der ostjüdischen orthodoxen Jugend hat der Gedanke guten Anklang gefunden und es wurden bereits verschiedene gelungene Versuche zur Organisierung von Aulimgruppen mit Erfolg gemacht (siehe „Aufstieg" Nr. 9 unter Gruppennachrichten). Warum ist bei Euch nichts Aehnliches versucht worden? Ihr habt vielleicht am Aulimgedanken etwas auszusetzen. An der Idee selbst doch wohl nicht. Wer nicht von der Erkenntnis durchdrungen ist, daß der jüdische Mensch immer für seinen Ausstieg in religiös-sittlicher Beziehung arbeiten muß, der ist kein Agudist und zu dem spreche ich nicht. Wenn Ihr aber etwas am Programm, an den Einzelheiten etwas auszusetzen habt, so standen und stehen Euch die Spalten dieses Blattes sowie der private Weg zur Leitung der Gemeinschaft offen. Ihr dürft aber keinesfalls wegen einiger vielleicht mißverstandener Einzelheiten, die sich in einer Diskussion gewiß klären ließen, der ganzen Idee weniger Beachtung schenken. Ihr wißt doch, meine Freunde, daß der Mensch ein *^in genannt wird, weil er nicht auf einer Stufe stehen bleiben kann, sondern im steten Wandel begriffen ist. Wer sich also nicht bemüht, aufwärts zu streben, der geht unweigerlich abwärts. Wenn Ihr Euch deshalb auf die Eurer harrenden Aufgaben würdig vorbereiten wollt, so müßt Ihr für einen religiös-sittlichen Aufstieg arbeiten. Auch die wirtschaftliche Krise darf kein Hindernis fein. Wir wissen ja, daß nichts Zufall, sondern. ist und — rriTan yn nx ‘pTnya npisn n^sn 'fnupn* Ich hoffe, bald von Euch eine Antwort aus diese Fragen zu hören und erwarte, daß dieser Appell die Anregung geben wird, neben den organisatorischen auch religiös - geistige Aktivistengruppen —also Aulimgruppen— in der Agudas Jisroel zu gründen zum Wohle unseres Volkes in der Gegenwart und der Zukunft. l