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Der Israelit · 1931-12-17 · Heft 51 (17.12.1931) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
72 (1931)
Issue
Heft 51 (17.12.1931)
Date
1931-12-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
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17. Dezember 1931 Frankfurt a. M„ den?. xm 5W2 Der Israeli EiitCentralorp I8r das orfhodoxe Mntom dfj^ JJI Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Ul § MM- Abonnement ab Juli 1928: Deutschland 1.30 Mark monatlich: Ausland: Bierteltaürpretse (entsprechend dem deutschen Inlandspreis zuzüglich Kosten des Streifband-Versandes) Deutfch-Sfterreich: Schilling 8.—; Amerika 1 DoN "> ' ' ''' ' " " Frankreich 35 Fr.; m~T~‘ ' “ ” - - - slavien 83 Din.; 1.___, __ _. „___ mark zum Tageskurs oder 7 Zloty: Schweiz 8 Fr.; Tschecho-Slowakei 35 Kronen; Ungarn Pengo 5 ab 1. Juli 1937; Dänemark 3.80 Krön.; Norwegen 3.50 Krön.; Schweden 3.50 Krön. Einzelnummer vierzig Goldpfennige. Die_ .. _ _ Ehtsfregebühr in Höhe eines dopp. Fernbriefportos. Rabatt nach Tarif. Bei laufenden Inserataufträgen tartfm. Preiserhöhung jeden. Vorbehalt. Jnseratenannahme durch den Berlag des Israelit G. m. b. H., Frankfurt a. M., Rechneigrabenstratze 7, Tel. Hansa 31081 sow. durch sämtl. Annoncen-Exped. d. In- und Auslands. Alleinige Jnseratenann. für Franks. Ges häftsanz.: Jul. Schmidt. Hölderlinftrahe 33 Tel. 45888. Platzvorfchr. ohne Berbindlichk. Barschau Nr. 190757. - Postscheckamt Zürich Nr. VIII7351. - Postscheckamt Amsterdam Nr. 31889 Der Gerichtsstand für alle aus Abonnements oder aus Inseraten an: Pastsparkafse Men Nr.79805. — Postsparkassen««» Budapest Nr. 18434.— Postscheckkonto — Postscheckamt Prag Nr. 79.060 — Rumänische Kreditbank Bukarest und ihre sämtl. Filiale» stch ergebenden Zahlungsverpflichtungen ist Frankfurt a. M. Im Einklang mit den Bestimmungen der Notverordnung setzen wir hierdurch mit Wirkung vom 15. Dezember ds. Js. die Preise sämtlicher in unserem Verlage vor dem 30. Juni ds. Js. erschienenen Bücher um 10% herab. Es gilt dies sowohl für die Ladenpreise wie für die Buchhändlerpreise. Frankfurt a. M., Dezember 1931 Verlag des Israelit u. Hermon G.m.b.H. Kämpfen, aber auch erleben. Von B. W. „Es ist eine Zeit des Kämpfens," aber auch eine Zeit des Erlebens. Die Zeit des Kampfes macht es zur Pflicht, den Gegenstand' unfo das Wesen des Kampfes „bekannt zu machen". Unsere Weifen sind nicht nur für die Tauroh eingetreten, sie habe auch die G'tteshand im Leben geschaut. Und das Geschaute verwerteten sie fürs Leben der Gesamtheit. Sie haben uns nicht nur gelehrt zu handeln, sondern auch zu sehen, zu erleben. Sie waren nicht allein orthoprax, sie waren orthodox. Wer aus eigner Kraft fein Leben bauen und sein Haus zimmern will, dem gilt das Wort: „Vergebens mühen sich die Bauleute." Wer das jüdische Volksleben dem irdischen Bemühen überläßt, der will keinen Gottes-Staat. Und wer das Leben nicht unter einer Zielsetzung betrachtet, der erlebt G'tt niemals. Der ödet dahin, bald himmelhoch jauchzend, wenn es ihm gut geht, bald zu Tode betrübt, wenn seine Wünsche unerfüllt bleiben. Er weiß das Leben nicht harmonisch abzustimmen. Er kann keinen Schir Hamaalaus komponieren. Er blieb nicht heiter. Wie leicht aber ist es, froh zu bleiben. Man muß nur die Augen offen halten. Dann kann man eine zweite Megilath Taanith schreiben. Unsere Altvorderen haben den Zeitgenossen und den folgenden Geschlechtern Dankbarkeit anerzogen. An jedem Ort, an dem ihnen ein Wunder geschehen war, blieben sie ehrfürchtig stehen, erlebten sie und verewigten sie das Erlebte. Wir gehen über unser Erleben hinweg. Eine blutarme „neutrale" Presse zersetzt die wenigen roten Blutkörperchen, die noch in den Adern der deutschen Judenheit mikroskopisch nachweisbar sind, in wässerige Bestandteile. Der Nationalismus hilft mit, dem jüdischen Hirn das Blut zu entziehen; und redet sich ein, der Körper bliebe dabei gesund. Wenn Chaim Weizmann vor Schabbosausgang von dem Jugendheim aller Jugendbünde in Köln im Auto wegfährt, dann bedeutet das keine Herausforderung schlimmster Art mehr. Kinder frommer Eltern finden das ganz in Ordnung, daß Weizmann über den Schabbos erhaben ist. Freilich müssen wir da kämpfen. Aber wir haben nur dann Erfolg, wenn „die toten Gebeine wieder Leben gewinnen." Sie leben noch nicht, „wenn Knochen sich zusammenfügen und Fleisch überwuchs und Haut sich darüber zieht" — der Geist haucht erst das Leben ein. Dieser Geist ist kein künstliches Destillat. Es ist „der Geist der Tröstungen", der über die Erde weht, ohne den es keine Erholung von der „Entseelungsflut" gäbe. Zwischen einer Leidens- „Herde" und der andern gab es immer eine „Atempause" (mn — rm)* Und die will gewertet und verwertet werden. Aus und in ihr erkennen wir G'ttes Gnade. Ob unfern Vätern der Münchener Putsch von Kar- und Ludendorff so schnell vergeßbar gewesen wäre, wie uns? Jene Mitternachtsstunde, in der der Schlaf von den Zeitenwimpern des Königs aller Könige wich und Er sich als der nie schlafende und nie schlummerdne Hüter Israels erwies. Da, als die Uhr 12 schlug, war die Sprache des Völkchens und feiner Führer plötzlich verwirrt. Die bis dahin einerlei Worte und einerlei Sprache gesprochen hatten — „grausigsten" Mittelalters", verstanden sich nicht mehr — und ihr Plan war vereitelt. Ob unsere Väter nicht eine Abstimmung im .Reichstag demütig-dankbar zn Herzen genommen Erneuern Sie sofort beim Postboten die Bestellung auf den „Israelit" für den Monat Januar Wird dies versäumt, so tritt eine Unterbrechung, der Zusendung ein, ohne daß wir selbst Kenntnis davon erhalten. Für verspätete Bestellungen rechnet die Post einen Aufschlag von 20 Pfg. Verlag des Israelit G.m.b.H., Frankfurt a.M. hätten, die mit um so weniger Stimmen, desto deutlicher die gnädige Fügung G'ttes anzeigt, die uns noch Bewährungsfrist verlieh? Ob unsere Väter nicht den großen Tag zu denen gerechnet hätten, „an. denen man nicht fasten und keinen Nachruf halten darf," an dem weit mehr als das Tomidopfer dem jüdischen Volk, weit über es hinaus der ganzen Welt das höchste G'ttes Kleinod erhalten blieb — der Schabbos? Einer Weltbörsenmacht, die sonst allgewaltig ist auf Erden mit der materiellen Kraft ihres starken Armes, — stand die g'ttlob geeinigte Jakobsstimme bescheiden aber aufrecht und würdevoll gegenüber und — siegte. Ein G'tteszeugms für den G'ttes-Schabbos offenbart, erlebt in unseren Tagen! Menschen, Juden, denkt, begreift! Der Schöpfer löst Sein Wort ein! Er hat ihn eingesetzt, geheiligt — läßt ihn nicht streichen aus dem Kalender —den Schabbos. Drum Mut! — Er segnet ihn auch. Er kann ihn segnen. — Wir brauchen nur unsrerseits „das Zeichen zwischen Mir und euch" — nicht zu verleugnen. Erlebten wir an dem Tag nicht die Vorahnung der Verwirklichung der alten Ueberlieserung: Wenn Israel in seiner Gesamtheit nur zweimal den Sabbat feiert, ist es erlöst?! Solchen Tag der Geschichte, der jüdischen Geschichte, der Menschheitsgeschichte, vergessen, heißt G'ttes vergessen! Ihn im Gedächtnis zu halten, genügt nicht ein gelegentlicher Zeitungsartikel-

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