Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 50 (10.12.1931)
- Date
- 1931-12-10
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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eben frierfe Beil 3sraefif oje zum aslrier \ e: dXQ Lhanuka und Lhanukafeiern. Wie verschiedenartig doch die jüdische Welt in Syn a g oge, Familie, Literaturg e s e l l s cha f t und Nation a l e m S Po r t - vere i n das Lichterfest unserer Geschichte begeht! In den L i t e r a t u r v e r e i n e n wird von jeher um diese Zeit von der griechischen Kultur gesprochen, von ihrem Einfluß auf Kult und Kultur der Juden, von Hellenentum und Hellenismus, von einer Aesthetik und einem Aesthetizismus, und je nach Einstellung des Vereins eine Weltkultur hellenischen Geistes empfohlen oder abgelehnt. U. A. w. g. Und das Ganze wird zumeist mit einem Tanze „zur höheren Ehre G'ttes" beschlossen. Anders im nationalen Sportvere i n. Da wird der Heldenkranz um das Haupt der Makkabäer gewunden, die mit dem Schwerte für das Land und die Ehre ihres Volkes kämpften, die Volksheroen mit dem Schilde an der Heldenbrust als Muster für ein zaghaftes Geschlecht hingestellt, das zu wenig Mut und Muskeln hatte. Im Anschluß daran marschieren Jünglinge und Jungfrauen kraftstrotzend über die Bühne und zeigen in turnerischen Aufführungen, in Sport und Spiel, was sich heute noch aus dem durch das Golus etwas gebeugten, aber nicht gebrochenen Körper der Makkabäernachkommen herausholen läßt. Eine Makkabiade oder gar D l ympiade, zum Preise derer, die ihre ganze Kraft gegen den Olympus in I ud ä a e in g e se tz t haben. Ganz anders in der S y n a g o g e. Sie ruft die Gemeinde zum stillen Feste des Lichtanzündens, zwingt ihren Vlick zum Lichterscheine, hinter dem G'tt ist, „der uns geheiligt hat durch seine Gebote, Wunder vollzog an unseren Vätern, uns am Leben erhalten hat und erreichen ließ diese Zeit." Das Wunder der Erlösung erwarten wir! Als ob das Wunder unserer Erhaltung bis zur Erlösung nicht alle anderen Wunder der Geschichte, einschließlich des der Geulah, übertreffe und überwiege! By n nan5 tn Die Völker werden die Großtaten G'ttes bei der Erlösung feiern. Wir aber wissen, riwyh n V’-nn wieviel mehr Bewunderung es verdient, ennatf daß wir in allen den düsteren Zeiten des Harrens unsere Freude, unser Vertrauen, Glaube und Hoffnung rein und lebendig in uns erhalten konnten. „Ihr sprecht von „Helden" und „Ruhmestaten", flüstert die Synagoge. Ich sage euch ä’^Vn t>3 ö’Tiaa moB die Helden pavm sie, die Feinde, die Makkabäer waren schwach und wehrlos; sieghaft nur, weil sie die Reinen waren und die Guten, die Träger der Wahrheit, die Träger des Lichtes. Ein kleiner Lichtschimmer, es ist dies einfaches Naturgesetz, vertreibt viel, viel Finsternis. Und dann tragen wir unser Chanukkahsest nach Hause, in die Familie hinein, wo ein Licht unter gleichen Segensformeln wie im G'tteshause erstrahlt, wozu wir noch ein altes Lied singen „vom Tempel, den G'tt errichte:" und „von einem Oelrestchen, aus dem Gluten auflodern und ein Lichtwunder entsteht." Ein Spiel im Kreise der Kinder hat sich die Tradition zum häuslichen Chanukkahfest noch ausgedcht. Das ist die Chanukkahfeier der jüdischen Familie.- Was bleibt heute, im Heilsjahre der Notverordnungen, mitten in dieser Krisenzeit für Politik, Geist und Wirtschaft, von den vier Arten der Chanukkahfeier uns noch übrig? Die Frage der Notwendigkeit einer gründlicheil Auseinandersetzung mit der modernen Kultur und Bildung ist heute selbst für den Osten kein Problem mehr, sondern ein Ziel bereits, zu dessen Erreichung man nur die besten und ge- Marokkanifche Menorah (17. Jahrh.) (Bezulel Museum tu Jerusalem) Marokkanische Menorah (17. Jahrh.) (Bezalel-Mvseum in Jerusalem.) künstlerische Menorah Aus der Bezalel-Werkstätte in Jerusalem. LEW Xv •' WWW WWW snasnr xViUs/ •iK-vd,