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Der Israelit · 1931-11-26 · Heft 48 (26.11.1931) · page 16

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Journal
Der Israelit
Volume
72 (1931)
Issue
Heft 48 (26.11.1931)
Date
1931-11-26
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 4 Nr. 21 Der Israelit Blätter 26. November 1931 Zirkel. Der beträchtliche Erlös aus einer Lotterie, in der die gemeinsam angefertigten Handarbeiten verlost wurden, wurde dem Schulwerk der Palästina-Zentrale zugeführt. Auch sonst hat unsere Gruppe, teils als solche, teils durch einzelne Mitglieder, nach verschiedenen Richtungen hin soziale Arbeit geleistet. Besonderer Wert wurde von Anfang an darauf gelegt, das Gesamtheitsbewußtsein der orthodoxen jüdischen Frau in unserm Kreise zu beleben. Unsere Gruppe hat darum die Verpflichtung für einen Chower Nichbod von Anfang an freudig auf sich genommen. Für das laufende Wintersemester wurden außer den bestehenden Veranstaltungen noch die folgenden eingerichtet: Zeitgemäße Wirtschaftsführung (Leitung: Frl. Alice Joshua). Gymnastikkurse. Eingeleitet wurde die diesjährige.Winterarbeit durch eine Zusammenkunft am Chaul hamaued Sukkoth im Hause von Frau Jenny Baer, bei der Herr B. S. Jacobson über die Lehren des Sukkoth-Festes referierte. Zu allseitigem größten Bedauern hat unsere verehrte Vorsitzende, die 'Gründerin unserer Gruppe, Frl. Studienrat Lilli Freimann, infolge beruflicher Ueberanstrengung mit dem Anfang dieses Winters ihr Amt als erste Vorsitzende, das sie drei Jahre hindurch mit außergewöhnlicher Tatkraft und darum hervorragendem Erfolge versehen hat, niederlegen müssen. Sie bleibt aber zu unserer Freude Mitglied des Vorstandes, während unsere bisherige Schriftführerin, Frau Jenny Baer, den Vorsitz übernommen hat. K. I. Fürth i. D. Der Fürther Jugendgruppe gelang es, den verehrten Agudas Jisroek-Präsidenten, S. E. Herrn Rabbiner Dr. P. Kohn, Wien zu einem Referat über „Das Zeitbild und wir" zu gewinnen. Der Redner ging von dem Gedanken aus, daß die Lebenspraxis für den Durchschnitt der heutigen Menschheit nichts anderes sei, als ein Kampf aller gegen alle, während die Welt nur darauf besteht, daß einer dem anderen Hilst. Jeder Gegensatz kann sich lösen. Der Haß ist die Vorfrucht der Liebe. Vor dem Kriege war man nur empfänglich für den Zweck. Die Kriegsschuld ist wohl auch in dem Gegensatz zwischen der Moral der Herren und der der Sklaven zu suchen. Unsere Moral ist die der Schwachen. Unsere Aufgabe nicht zu verzagen. Wir feiern gerade das r->i2v-Fest. Wo kann man heute noch Raum für Freude haben? Wahre Freude gibt es immer im Glück des anderen, andere zu beglücken. Wenn wir uns aufraffen, alle dem Hasse zu trotzen, dann sind wir die Apostel der Freude, dann hat die jüdische n «<z> der Welt etwas zu sagen. Es geht eme gewaltige Welle durch die Welt, ein Wort ist geprägt: Der Kampf gegen G'tt! Wenn man der kranken Welt sagt: du mußt g e - gen G'tt sein, so wollen w i r einen Kampf für G'tt entgegenstellen. Wir haben bis jetzt nichts dagegen getan. Alle anderen Religionen hatten nur das Wort: „Ihr Juden an die Front!" Wir können, wenn wir wollen; seit der Zerstörung des Tempels hat es in unserer Geschichte keinen größeren Augenblick gegeben, als jetzt. Die Welt wartet auf unseren Entschluß. Ohne uns wird der Kampf nicht begonnen werden. Das Vertrauen der Welt ist auf uns gerichtet. Wir kennen eine Weisheit des Kopfes, des Geistes und des Denkens. Aber die Weisheit des Gefühls, des Herzens? Dis Welt der Herzlichkeit ist eine neue Welt. Sachlichkeit ringt mit Herzlichkeit. Stärker wird immer das Herz bleiben. Welche Berechtigung hat neben der Welt der Gedanken die Welt der Gefühle? Man sagt, was Dir innerlich Wahrheit geworden ist, das, was Dein Fühlen erfüllt, stellt sich mit Füg und Recht zu dem, was Du denkst. Nachdem man die Sucht des Lebens nach der Freude, die man erlebt hat, darstellt, hat Menschengeist auch die Geheimnisse der Seele zu ergründen gesucht. Zwei Dinge wird man beim Menschen immer als die Wurzel allen Denkens finden: Die Triebwelt und dem Machthunger. Bei uns soll es sein: Di eSehnsucht nach der Liebe und die Sehnsucht nach der Unendlichkeit (— G'tt). Wir sind die ewigen Propheten der Welt, gehaßt und verfolgt: Wir lieben! vn« n-nVin iso m* Das ist das Buch unserer Geschichte. Das wir unbeschadet aller Kontraste immer wieder der Welt zeigen, im t-av und v-"», daß wir der Liebe folgen. Die Welt sehnt sich nach Frieden und Gerechtigkeit und sie ruft: „Juden an die Front!" Zu der darauffolgenden Diskussion wurde auf das Berantwortungsbewußtfein der Juden hingewiesen, die auch alles daransetzen müßten, daß das jüdische Handwerkertum erhalten bleibe. Unser allverehrter Raw, Herr Dr. B r e slauer führte aus, daß das, was der Jude als Jude zu erfüllen hat, nicht aus ihm selbst heraus geworden, sondern von G'tt bestimmt worden ist. Der Geist dominiert; ein Jude, der sich seines Judeseins nicht im Geistigen bewußt ist, sondern meint, daß es im Gefühle sichauswirken kann, trifft nicht das Richtige. Der besondere Kampf für G'tt liegt beim Juden im Verstand. Die jüdische Weisheit wird nur dann in uns kräftig, wenn sie die Regung des Gefühles übersteigt unh unsere Geistigkeit erfüllt ist von der Weisheit G'ttes. Zu seinem Schlußwort, das wie der Vortrag wärmsten Beifall fand, betonte der Redner, daß der jüdische Hulldrverkerstand mit uns in Ehren leben muß. Den Worten unseres Raws entgegnete er folgendes: Der erste Ruf G'ttes erging an den Geist. Die Möglichkeit Unseres Wissens von G'tt ist beschränkt. Unendlich und unbeschränkt ist die Liebe zur Ewigkeit. Werben für G'tt kann man nur dann, wenn die Erzeugnisse des Geistes auch gefühlsmäßig erfaßt sind. Unser Verhältnis zu G'tt ist; N3N« und nrrm-! ‘ Brünn. Am 14. Cheschwan fand hier eine Versammlung zur Gründung' einer Brünn - Boskovftzer Orts - und Jugend-Kreisgruppe der Agudas Jisroel statt, die der Agudas Jisroel-Landesorganisation für die historischen Länder der Tschechoslowakei mit dem Sitze in Prag angehört. Die Versammlung wurde namens des vorbereitenden Komitees durch Herrn Geza W e i f z mit einer kurzen Ansprache eröffnet, in der er die Erschienenen, insbesondere die Herren Jacob Joel Braun aus Bratislava und Gustav Springer aus Boskovitz als Initiatoren der Agudobewegung in Mähren begrüßte. Namens des auf orthodoxer Grundlage stehenden Adaß Jereim-Bethaufes in Brünn sprach Herr Rabbiner Grünfeld, worauf die Herren Braun und Springer in eindrucksvollen längeren Ausführungen den Sinn der Agudsa Jisroel im allgemeinen und der ihrer Aufgaben in den böhmifch-mährifchen Gemeinden entwickelten. Herr Springer knüpfte insbesondere an die Gedankenwelt Samson Raphael Hirschs an und warf auch wertvolle Schlaglichter auf die Zusammenhänge der gegenwärtigen Weltkrise mit den Grundideen des Judentums. Aus dem Kreise der Jugend begrüßte Herr stud. Landau die Gründung der Agudo-Gruppe. In provisorische Leitung wurden gewählt die Herren: Geza Weisz, W. H. Dänemark und E. S. Neumark als Präsidenten, ferner die Herren Kalman Friedmann, Leone Blumenfeld, Moses Schönfeld, Salomon Blasberger, Eugen Silber, Eduard -Schwarz, Bela Adler, Rafael Springer. Buenos Aires. In der argentinischen Hauptstadt ist am 6. Oktober in Gegenwart eines zahlreichen Publikums eine Agudas I i s r o e l - Ju g e n d g r u p p e ins Leben gerufen worden, deren Ehrenvorsitz Herr Rabbiner Joses Deutsch übertragen wurde. Das Prupdium übernahm Herr S. Birman, Vizepräsident ist David L. Zeitune, Schatzmeister Benzion Lapidus. Die Gruppe wird sich bemühen, im Einklang mit dem Programm der Agudas Jisroel-Jugendgruppen in Mitteleuropa und Osteuropa zu arbeiten und wird von diesen durch Material und Anregungen unterstützt werden. Die Adresse der Gruppe in Buenos Aires ist: Lavalle 2418 du 2. ‘Veviuendet £lguda - OTtarfeen * ßrfiäftfiefi In allen Ortsgruppen. Lerntabelle der Alifchna jaumis vom 16. kislew ' bis zum 29. Teweth 1951. Damm Mafechtoh Perek Mifchr 26.11 I 'in N cd *rH Kilaim 9 6. 27. 17. 9 7. 28. 18. 9 8. 29. 19. 9 9. 30. 20. 9 10. 1.12. 21. Schwiith 1 1. 2. 22. i 2. 3. 23. „ 1 3. 4. 24. 1 4. 5. 25. 1 5. 6. 26. „ 1 6. 7. 27. 1 7. 8. 28. 1 8. 9. 29. 2 1. 10. 30. 2 2. 11. 1. Teweth 2 3. 12. 2. „ 2 4. 13. 3. 2 5. 14. 4. 2 6. 15. 5. 2 7. 16. 6. 2 8. 17. 7. 2 P 18. 8. 2 10 19. 9. 3 1. 20. 10. 3 2. 21. 11. 3 3. 22. 12. 3 4. 23. 13. 3 5. 24. 14. 3 6. 25. 15. n 3 7. 26. 16. 3 8. 27. 17. 3 9. 28. 18. 3 10. 29. 19. 4 1. 30. 20. 4 2. dt 21. „ 4 3. 1. 1. 22. 4 4. 2. 23. 4 5 3. 24. „ 4 6. 4. 25. (( 4 7. 5- 26. „ 4 8. 6. 27. „ 4 9. 7. 28. 4 10. 8. 29. » 5 1. Spendenliste Keren Ers; Jisroel. (Schulwerkfond) Babenhausen: Julius Seewald 10, Schmittoh 5, zuf. 15. Bad Harzburg: L. Tarlowitz 15. Bad Kifsingen: d. Rabb. Dr. Bamberger 35.47. Bad Schwalbach: H. Katz 2. Baisingen: Hermann Kahn 40. Berlin: Dr. Emil Hirsch 50, d. Rabb. Dr? Auerbach 150, Baruch Sußmann 3, Rabb. Dr. Biberfeld 5, Rabb. Dr. Lewy 25, Eugen Friedmann 4. ' Beuthen: Sally Grünewald 3. Borken: Rabb. Dr. Max Köhler 3. . Braunsbach: d. Louis Adler: I. Pfeiffer —.50, Jac. Stern Lohr 1, S. Wallenberger 1, NN. 2.50, Frau H. Adler 1, Sesi Sahn 2, S. Pfeiffer 3, Wolf Schlachter 3, Meta Schlachter 1, zuf. 15. Pfeiffer 35. Breslau: Dr. Emmerich Kaatz 5, Frau Mirjam Berlinger 20, Frau Jedwab 100. •?- Burghaun: Frau Lehrer Berlinger 3. Colmar: d. Oberrabbiner Weill 20. Danzig: d. L. Nachmann von Julius Lippmann 10, anl. der Barmizwoh seines Sohnes. Sapiml. in Hattenbuden 19, zuf. 29. Dinslaken: NN/3. Dorndorf: N. Ullmann 3. Dresden: d. Israel Wilder Sammlung am Erew Jaum Kippur d. Ahawas Reiim 8.90. Düsseldorf: S. Mandel 1.50. Frankfurt a. M.: Frau Jeiöel 10, Sammlung in Claus- Synagoge 12.91, Meier Nußbaum 4, Ablösungen d. July Bamberger 27.20, Agudas- Jisroel-Jugendgruppe 120, Jonas Katz 3, S. H. Katzenstein 5, Fritz Stern 10, Dr. I. Breuer 4, Simon Mugdan 100, A. I. Wolff 2, Felix Beifus 4, Dr. Julius Höchster 5, R.-A. Isaak Rösenheim'2, A. Hirschberg 2, Sally Goldschmiüt 1, Dr. S. Oppenheimer 12, ÄblösungskarteN und Telegramme für Nachum H. Lob v. Jefchwka 10, Simon Mugdan 3, Dr. Isaak Breuer 3, Isaak Wolf 1, Dr. S. Ehrmann 3, NN. 7, NN. 5. f. Schmittohfond NN. 10, d. L. Löwenthal N. CH. Sp. v. Leo Wreschner 15, M. Mosbacher 11, L. Mosbacher 9, P. Mosbacher 3, Gustav Mosbacher 6, N. Weiß 6, L. Löwenthal 6, zuf. 66, Leo Wreschner 6. Freudenburg: d. S. Samuel Weil v. Felix Kahn 1, Samuel ^Weil 8.50, zuf. 9.50. Fürth (Bayern): d. Rafael Fellheimer 45, v. H. Krämer Zirndorf 2, A. Brande Fürth 2.10, NN. 2, Dr. Leo Teitz 1, Nachmann 2, Lothar Lion 1, Kantor Gutmann 2, S. Tachauer 10, Oberstudienrat Tachauer 3, David Jchenhäuser.5, NN. 5, R. CH. Sp. 13, David Lehmann anl. der Barmizwoh seines Sohnes Ferdinand 10, insgesamt 102.60. Fulda: di Eduard Stieb el 18, d. Lehrer I. Möller v. Israel. Gemeinde 50. Gelsenkirchen: A. Fröhlich 10. Germiston: Rabb. Wyscheik 16.50. Gr. Krotzenburg: d. Lehrer Julius Schuster: v. Heinemann 2, Löbenberg 3, M. Berberich 3, Nathan Kaufmann —.50, Moses Schmidt 1, ' Karl Strauß 1.50, Münz 1, Leopold Waller I —.50, Salomon Läb —.50, Levi 1, Josef Waller II 1, Salomon Waller 1, Gustav Schmidt 7, Josef- Waller II 3, Löbenberg 3, Siegmund Löb 2', Salomon Löb 1, Stern -3, M. Kaufmann 15, Karl Strauß 2, Julius Löb 1, Alfred Reis 2, Levi 2, Eduard Strauß'2. Kurt Löbenberg 2, Adolfe Berberich 5, Emanuel Droller 10, Leopold Fraenkel 3, David Levite 2, NN 2, Abraham Myeliborski 3, Fa. Königsberger Elias Cohn 5, zus. 129, Viktor Löwenstekn 8. Neckarbischofsheim:: Israelitische Gemeinde 22. Nürnberg: d. Moritz Klugmann Samml. am Lauschano Rabbo im Hotel Plaut 10, L. Schwarz 3, R. Ch. Sp. 6, zus. 19, Max H. 2. - ' ' Oldenburg: d. Lehrer Meyberg 18.80. Regensburg? M. Koblenz 2, Israel. Kultusgem. 35. Salmünster: d. E. Katz 18. Siegburg: Joseph Strauß 4.50. Sögel:' M. Speier 2. ' ' Sprendlingen: L. Kaufmann 3. Sterbfritz:'S. Dessaüer 10. Stuttgart: Rabb/Dr. 'Bamberger 4. SckDeinfurt: d.' Rabb. Dr. Stein 40, v. M. Levistein - in Tiefenort 10,' zus.'50. - ' ■' Treuchtlingen: Bernhard Fulder 3.80. Ulmbach: Feist Nustbaüm 3.' " ÄiesMderMiibrich? LeÜ Kanter 4. Wiesbaden: 'd. Salo Meyer-25/ Palästistü-Zenträle '480. folgt in der nächsten (Fortsetzung der Spendenliste folgt m c - 7 AusMe der ' „Blätter").' '

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