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Der Israelit · 1931-11-26 · Heft 48 (26.11.1931) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
72 (1931)
Issue
Heft 48 (26.11.1931)
Date
1931-11-26
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 2 Nr. 21 D e r I,s r a e I i t B l a t 1 er 26. November: 1931 Velh Zakob-Winkerkurs ln Wien. Das Zentralinstitut für Beth Jakob Mitteleuropa in Wien veranstaltet im Januar 1932 einen vierwöchigen „Beth Jakob-Winterkurs Wien 1932", zu welchem zahlreiche Teilnehmerinnen des Sommerkurses in Sobor, aber auch andere junge Mädchen aus der Slowakei, Rumänien und Ungarn erwartet werden. Die Wiener Beth Jakob-Leitung hat sich zu dieser Einrichtung entschlossen auf Grund zahlreicher an sie ergan gener Bitten aus Elternkreisen, welche, in Erinne rung des segensreichen Einflusses der Soborer Wochen auf ihre Kinder, wünschen, daß diese auch den Winter im Kreise Gleichgesinnter und unter Leitung bewährter Lehrerpersönlichkeiten ver bringen sollen. Wie in Sobor sollen auch bei diesen Winterkursen Chumesch, Thilim, Tnach, Dinim und Geschichte betrieben werden, um vor allem so die Weltanschauung und das Bewußtsein zu kräftigen und zu festigen. Standen die Soborer Wochen neben dem eben erwähnten Hauptzweck im Zeichen körperlicher Erholung, so sollen die Wiener Wochen den Teilnehmerinnen zugleich auch allgemeine geistige AnrMung unter sachkundiger Leitung vermitteln Sie sollen die wichtigsten Wiener Sammlungen und Museen kennen lernen, vor allem aber das jüdische Milieu Wiens, dessen Einivichtungen und Gründungen eine außerordentlich charakteristische Note aufweist. Es ist zu erwarten, daß diese zweimalige Zusammenkunft im Jahr für alle Teilnehmerinnen von segensreicher und nachhaltiger Wirkung sein wird, und daß ebenso wie der Soborer Sommer, der Wiener Winter sich als eine Kraftquelle jüdischen Erlebens erweisen wird. Depeschendienst der Agudas Jisroel. Bon den bei der Agudas Jisroel-Jugendorganisation auf Grund ihres seinerzeit erlassenen Preisausschreibens eingegangenen Entwürfen wurde der vorstehend abgebildete Entwurf des Herrn E. Korngold, Nürnberg, vom Preisgericht mit dem ersten Preis ausgezeichnet, und nach diesem Entwurf wurden nunmehr die neuen Telegrammablösungsformulare der Agudas Jisroel angefertigt. Den Vertrieb der Telegrammformulare hat nach Verständigung mit der Landesorganisation die Agudas Jisroel-Jugendorganisation übernommen. Alle Jugendgruppen befinden sich im Besitz solcher Telegrammformulare. Wir bitten die Ortsgruppen, bei den Jugendgruppen ihres Ortes die Formulare einzufordern. Wo keine Iugendgruppen bestehen, wollen die Ortsgruppen sich freundlichst direkt wegen-"der Zusendung von Depeschenformularen mit der Agudas Jisroel- Jugendorganisation, Hamburg 13, Vorn st r. 2 in Verbindung setzen. An alle Agudisten und Agudistinnen wird hiermit die ebenso dringende wie herzliche Vitts gerichtet, sich bei Aufgabe von Glückwunschtelegrammen ausschließ l i ch der Telegramme der Agudas Jisroel zu bedienen. Die gefällige Form des Telegramms macht es zum rechten Dolmetsch freundschaftlicher Empfindungen. Jeder Agudist, welcher die! Agudoformulare nicht benutzt,^hekundÄ damit^einf strafbare und beschämende Gleichgültigk^t. W-ex die Telegramme der Agudas Jisroel benutzt, zeigt, daß ihm Agudas Jisroel am Herzen l i e g t, f ö r d e r t i h r e Organisation und di ent d ad ur ch dem j ü di - scheu Ganzen. Vortragskalender der deutschen Agudas Jisroel Von geschätzter Seite wird angeregt, daß wir in den Blättern regelmäßig einen Bort r a g s - k a l e n d e r veröffentlichen!, damit, '-wenn an irgendeinem Platz ein Vortrag oder ein Referat in Aussicht genommen ist. Ne benachbarten Gruppen Gelegenheit haben, sich rechtzeitig mit dem betreffenden Redner in Verbindung zu setzen. Dadurch ergeben sich häufig Ersparnisse an Reisespesen, und würde vielen Gruppen die Veranstaltung von Vorträgen wesentliche erleichtert. Wir bitten dringend alle agudistischen Orts- und Jugendgruppen, von ihnen geplante Vorträge uns regelmäßig zur Kenntnis zu bringen, um uns die Einführung dieses Vortragskalenders zu ermöglichen. Wenngleich die „Blätter" jetzt leider nur mit längeren Zwischenräumen erscheinen, so kann doch oftmals bei Befolgung dieser Anregung vielen Gruppen gedient werden Agudisten in allen Ländern! Unsere Weltorganisation Agudas Jisroel hat in dem verflossenen Jahre bedeutende Erfolge errungen.Unbesiegbar bohntsich unsereJdee den Weg immer weiter in die Massen des jüdischen Volkes Allen Verleumdungen zum Trotz wird Agudas Jisroels Stimme vor dem Forum der weltlichen politischen Instanzen gehört. Unbeirrt durch die wirtschaftliche Krisis ist es unsere vornehmste und heiligste Aufgabe, auch in dem kommenden Jahre all unsere Kräfte in den Dienst der Agudas Jisroel zu stellen, um das jüdische Volk und die ganze Völkerschar dem Tag näher zu bringen, an dem es heißen wird : pan bi hy -n rrm «Inn Y-jnizn inx -n rrrr mnn -nra Tausende unserer Brüder und Schwestern gehören durch ihre Einstellung zur Agudas Jisroel. Doch mangels eines umfassenden Arbeitsirogrammes, sowie organisatorischer Tätigkeit, haben wir sie noch nicht für unsere heilige Sache gewinnen können. Diese Mängel unserer Bewegung sind die Beweggründe, warum wir uns an alle diejenigen Agudisten öffentlich wenden, die gewillt find, mit uns zusammen zu arbeiten, um Agudas Jisroel zu der. Bewegung zu gestalten, die sie fein kann und sein muß. Zur Stärkung unserer Leitung, nicht um eine Sonderbewegung zu organisieren, haben wir deshalb die m Aktiv! st en-Gruppe in der Agudas Jisroel ms Leben gerufen. Wir Aktivisten in der Agudas Jisroel betrachten es als unsere Aufgabe, durch freiwillige und intensive Arbeit folgendes Programm zu verwirklichen: 1. Durchgreifende Reorganisierung der Orts¬ und Jugendgruppen (kompromißlose Wiedergewinnung der Hegemonie in allen, jüdischen Belangen für die in der Agudas Jisroel - Weltorganisation organisierten Thoratreuen). ' ' 2. Verbesserung und Ausbau der agudistischen Presse und Nachrichtendienst. 3. Propaganda, und Herausgabe distifcher Literatur. 4. Sicherung der finanziellen Grundlage der Organisation. Ein jeder Agndist, der mit den internen Angelegenheiten^ unserer Bewegung vertraut, ist, ersieht aus den vorerwähnten vier Programmpunkten, daß wir uns. unsere Aufgabe nicht leicht geneuer agustellt haben. Doch sind wir überzeugt, daß wir in: allen Ländern eine große Anzahl Freunde besitzen, die gewillt sind, mit uns gemeinsam an der Lösung m i tz u a r b e i t e n.:? Es bleibt einer späteren Publikation Vorbehalten, ob vor der gemeinsamen Arbeitsaufnahme ein internationales Zusammentreffen aller Aktivisten stattfindet oder die Leitsätze zur Arbeit auf schriftlichem Wege gegeben werden. ,' Heute rufen wir alle Gleichgesinnten auf: Meldet Euch als Mitarbeiter in die Aktivisten- Gruppe in der Agudas Jisroel. Ch. I. E i ß, Zürich, ' > A. H. Goodman, London, M. D. Lewe n st ein, Zürich. B r i e f a d r e f s e : Aktivisten-Gruppe in der A. I., Postfach Selnau 130, Zürich. Zur geßenwäxkigdn Lage ia der Agudas Jisroel. (Ein offener Brief.) n;,s?3 Hamburg, den 2. Kislew 5692. Sehr verehrter Freund! Ich danke Ihnen herzlich für Ihren freundlichen Brief vom 8. November, den ich hier „in Hamburg bei meiner Rückkehr von einer kurzen Reife nach Wien vorfand. Bevor ich auf die Fragen Ihres Schreibens eingehe, will ich meiner großen Freude über die guten Nachrichten, die Sie mir über die dortigen Verhältnisse mitteilen, Ausdruck geben. Gewiß, die Gründung einer Beth Jakob- Schule ist nur ein Anfang, aber aller Anfang ist schwer, insbesondere in Ihrem Landesteil, wo doch die agudistische Organisation mit so vielen Schwierigkeiten innerer und äußerer Art zu kämpfen hat. So wollen wir guten Mutes bleiben und hoffen, daß das Wort sich bewahrheitest das ich hinsichtlich der Verhältnisse in Ihrem Lande erst dieser Tage einem Korrespondenten der „Jüdischen Presse" gegenüber ausgesprochen: Ich bin davon überzeugt, daß auch in der Ostslowakei, selbst in den Teilen, die heute noch- Agudas Jisroel verschlossen sind, die agudistische Organisation, wenn auch nur in mählicher Entwicklung, festen Fuß fassen wird, wenn wir nun die Geduld nicht verlieren. Das agudistische Bewußtsein bricht insbesondere unter der Jugend dort mehr und mehr durch, und im übrigen wird die Zeit dort für uns arbeiten." Lasten Sie mich nun zu den drei! Fragen kommen, um deren ausführliche Beantwortung Sie mich bitten: 1. Was ich von dem Vorschlag des neuen Programms für Agudas Jisroel halte, den . die Frankfurter Jugendgruppe in den letzten „Blättern" veröffentlichte? 2.; Warum ich auf den scharfen Angriff Albert! Loewenthals in den letzten Agudo-Blättern nicht an Ort und Stelle eingegangen bin? 3. Ob ich Ihnen den Eintritt in die Aktivistengruppe der Agudas Jisroel empfehlen kann? Diese drei Fragen sind für Sie drei getrennte Fragen. Aus meinen nachstehenden Zeilen werden Sie, lieber Freund/ersehen, daß für mich alle drei Fragen in innerem Zusammenhang stehen. Aus dem Vorschlag eines neuen Programms für die Agudo, aus dem scharfen Artikel L.'s, aus dem temperamentvollen Aufruf der Aktivistengruppe in der „Jüdischen Presse" vermag ein mit agudistischen Dingen vertrauteres Ohr den gleichen Grundakkord herauszuhören: Liebe zur Agudas Jisroel, Sorge um die Sicherung ihres Nachwuchses, ihrer Zukunft. l. ‘ Es liegt im Wesen der Jugend begründet, — das ist ihr Vorzug, aber auch ihr Mangel, — daß sie.sich.für-den alleinigen Träger von^Erkenntnis und' Wahrheit ' halt.' Ihrem' 'Vorwärtsstürmen ist die Erfahrung der Alten nur Ballast.!,

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