Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 47 (19.11.1931)
- Date
- 1931-11-19
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Nr. 47 10 Proz. gesenkt. In St. Louis, Cincinnatti und Boston sind die Gemeindefinanzen in einer so schlechten Lage, daß die Unterrichtsbudgets um 33 Proz. und mehr gekürzt wurden. Personalien. Hall (Württbg.), 18. Nov. Kathinka Herz, Gattin des weit über unser engeres Vaterland durch arm rnrm trnir r-iN-pi rühmlichst bekannten R. Moscheh Herz in Hall, hat am rwi?"v ihre reine Seele ausgehaucht. In der Blüte ihres Lebens, 50 Jahre alt, ging sie von dannen, zum großen Schmerze ihrer Familie und ihres großen Freundeskreises. Bei der n-vop entwarf Herr Rabbiner Dr. B e r l i n g e r, Hall, ein Schwager der Verewigten, in einem ergreifenden mon ein getreues Lebensbild derselben. Er schilderte die herrlichen Tugenden der Verblichenen, ihre große Liebe zur Familie wie zur großen Menschenfamilie und beklagte den schweren Verlust, den das Scheiden der ms verursacht. Was aber den Höhepunkt des Nachrufs darstellte, was das beste Mip für dis Selige war, das war die kraftvolle Betonung der Ergebung in den g'ttlichen Willen. Der nächste Redner, Herr Rabbiner Dr. Kahn, Mergentheim, rühmte in warmen Worten die große Herzensgüte, das Wohlwollen, den freundlichen Blick, mit dem die Verklärte jedermann in ihrem gastfreundlichen Hause aufnahm. - Möge die Verewigte eine mis» ns'»5>a für die Ihren und i-rriv' ^3 sein. Berlin, 13. Nov. Herrn Samuel Munk wurde aus Anlaß feines siebzigsten Geburtstages vom Ves Din der Adas Jisro^l-Gemeinde.der ^nm-Titel verliehen, Die Urkunde weist darauf hin, daß die Auszeichnung nicht nur deswegen erfolgte, weil Herr Samuel Munk über, ein für einen Kaufmann ganz selten umfangreiches jüdisches Wissen verfügt, das er ständig zu vertiefen strebt, besonders auf dem Gebiete der Midraschforschung, sondern auch deshalb, weil er für die überaus große Schar seiner treuen Freunde und Bekannten zu einem „Lehrer" und Vorbild geworden ist, indem er ihnen ein Leben vorlebt, das ganz ausschließlich auf rrmi nroj? mm aufgebaut ist. In den wechselvollen Schicksalen seines Lebens bewies er ein grenzenloses pnva, um das ihn Unzählige bewundern. Er blieb fest und voller Zuversicht, wie jener „Baum, mit zahlreichen Wurzeln, den alle Stürme der Welt von seiner Stelle nicht wankend machen können." Einzigartig steht seine Liebe da, wie er sich als =>'»m' »3K bewährt und all den Vielen, die in seinem Hause verkehren, zum Wohltäter wird und zum väterlichen Freund/ im innigen Verein mit seiner verständnis- und hingebungsvollen Gattin. Auch in der Erziehung seiner Kinder gelang es ihm, die Ideale der mivrri nrrm, die er in feinem eigenen Elternhaus vor sich sah, zur Geltung zu bringen. n«» ny nnVsni ntma Breslau, 15. Nov. Am rnbrn 'a nie? hauchte Abraham Berlinger seine reine Seele aus. Die gesamte konservative Judenheit Breslaus, die B. kannte, steht trauernd an feiner Bahre. Eine Schilderung feiner Persönlichkeit lassen wir folgen. Möge n die trauernden Hinterbliebenen in ihrem Schmerze stärken. Vermischtes Berlin. 13. Nov. Um der ungeheuren Not hunderter jüdischer Studierender zu steuern, haben sich, wie schon gemeldet, sämtliche jüdische Studentenverbände zusammengeschlossen. Sie veranstalten am Sonnabend, den 28. November 1931, abends 8 Uhr, in der Staatl. Hochschule für Musik, Fasanenstr. 1, einen Abend unter Leitung von Herrn Dr. Kurt Singer. Unter anderem spricht Herr Arnold Zweig über „Die Lebenslage der heutigen Jugend". — Der Reinertrag fließt ohne Abzug dem Stipendienfond der jüdischen Stuoentenhilse, Rosenstraße 2-4, zu. — Karten zu Mk. 1.— bis Mk. 5.— im Wohlfahrtsamt der Jüdischen Gemeinde, Rosenstr. 2-4, Norden 6711. Die Woche. EUernversammlung der S. R. Hirsch-2chule. Der Elternbeirat der S. R. Hirsch-Schule veranstaltet nächsten Samstag Abend, 8.30 Uhr, in der Aula der Schule eine Elternversammlung. Es werden Referate gehalten über das Thema: „Wie steht es um die S. R. Hirsch-Schule?" ' Kleiderdepok der Jüdischen Frauenvereinigung. Die erste g'ttliche Liebestat, mit der er den Menschen auf den Weg der Liebe gewiesen, bestand, nach Talmud, darin, daß er die Nackten kleidete. Neben Brot ist es auch das Kleid, das — seit Vater Jakob in unserem Wochenabschnitte — Gegenstand unserer Sorge bildet. ^i3rr> nn^. Ein Winter der Not hat begonnen. Viele Familien müssen neben dem Notwendigsten auch warme Kleidung, Unterwäsche, Schuhe usw. für sich und ihre Kinder entbehren. Denken wir an die erste uns von G'tt durch eigenes Vorbild gezeigte Liebestat! . . . Nicht viele sind es leider heute, die vom Ueberfluh an Geld abzugeben haben. Aber viele, fast alle, auch im Mittelstände, haben in ihrem Kleiderschrank, in ihrer Wäfchekommode, auf der Dachkammer etwas herumhängen und liegen, was ihnen im Wege ist, aber anderen zum großen Segen gereichen könnte. Es gibt Leute, die sich von älteren Kleidungsstücken nicht trennen können. Der Israelit obwohl sie sie nicht gebrauchen, andere hängen mit Pietät an Stücken, die an liebe Häupter erinnern. Das ist eine falsche Pietät, die nicht weiß, sich in tätige Liebe zu verwandeln! ... An alle ergeht der Ruf der Jüdischen Frauenvereinigung: Durchsucht eure Schränke und Kästen und gebt den entbehrlichen „Plunder" her. Aus diesem „Plunder" kann die Frauenvereinigung Freude, viel Freude erblühen lassen, und Wärme für Männer, Frauen und Kinder in diesem Winter der kalten und düsteren Not. Es entstehen Euch keine Mühen und Kosten. Auf Anruf unter 44 217 werden die Sachen vom Kleiderdepot der Jüdischen Frauenvereinigung sofort abgeholt. Carola Schnerb Noch ist es unfaßbar — denn man will es nicht wahr haben — daß das blühende junge Wesen dem Kreise der Familie und all denen, die ihm durch Freundschaft oder Beruf nahe standen, für immer entrissen sein soll. Gesegnet mit hervorragenden geistigen Gaben und schönsten Tugenden, die an ihre vor 6 Jahren Heimgegangene Mutter r\"v lebhaft erinnerten, wußte Carola Schnerb alle.ihre guten Eigenschaften in den Dienst des größten non zu stellen: In ihrem Beruf als Krankenschwester brachte sie in einer seltenen Weise ihre ganze Persönlichkeit zur Entfaltung. Es gab keinen ihrer Pflege überantworteten Patienten, dem sie, die selbst persönliches Leid erfahren, nicht mit dem ihrem tiefsten Wesen entspringenden Liebreiz und ihrem natürlichen Frohsinn Linderung in leidvollen Stunden brachte. — Sie war beglückt mit einer fast überirdisch anmutenden äußeren und inneren Schönheit; sie war begabt mit Talenten, welche es ihr ermöglichten, ihre Fähigkeiten und ihr Können auf den verschiedensten geistigen und künstlerischen Gebieten zu üben. So erstand in Carola Schnerb eine Persönlichkeit, die trotz ihres jungen Alters vielen der ihr Nahestehenden Halt und Aufrichtung zu bieten vermochte. Die Krönung dieses jungen Lebens konnte sie sich noch in den letzten Wochen erringen. In der Pflege des von ihr so sehr verehrten Vaters suchte sie in einer idealen Vereinigung des von ihr zum Beruf gewählten ivn mi-wi mit der orr Tom nm» ihre Befredigung. Der verheißene Lohn iV av" jyni> sollte für sie eine tiefere Bedeutung haben. Innerhalb weniger Tage wurde durch eine tückische Krankheit ihrem Leben ein Ende gesetzt, und in leichtem Schlaf schlummerte sie hinüber in einen am ihm» ow wo sie die Früchte der von ihr in dieser Welt geübten Guttaten genießen wird. Die außerordentlich große Liebe und Wertschätzung, die man ihr entgegenbrachte, fanden ihren letzten Ausdruck in der unübersehbaren Menschenmenge, die ihr am ersten Tag li-varnrn aus ihrem letzten Wege folgte. Das Bewußtsein, daß hier — trotz des jugendlichen Alters von nur 26 Jahren — ein in sich abgeschlossenes Leben ausgelebt wurde, vermag dem tiefgebeugten Vater und den trauernden Geschwistern Trost und Aufrichtung zu geben. masm Synagogalkonzert. In dem unter Leitung von Max N e u m a n n am Sonntag, den 29. November, im großen Saal des Saalbau stattfindenden Synagogalkonzert wird der Jüdische Männergesangverein „Ha so mir" Chöre von Balyn, Lewandowski, Low, Naumbourg, Numfchinsky zu Gehör bringen. Konzertmeister Hugo K o l b e r g wird, von Kapellmeister Reinhold Merten an der Orgel begleitet, „Eili, eili" von Mifcha Elmann und als Uraufführung ein soeben erschienenes Stück von Ernest Bloch „Weal chatoim" spielen. Oberkantor A l t e r wird dasselbe Programm singen, mit dem er auf seinen Tourneen in Amerika, Holland, Polen beispiellose Triumphe gefeiert hat. Die amerikanische Presse bezeichnet Alter alls den größten Kantor der Gegenwart. — Der Vorverkauf hat begonnen und find Eintrittskarten in den hebräischen Buchhandlungen und in den bekannten Borverkaufsstellen erhältlich. Vom großen Sijum des Schaß-Vereins. Wie uns mitgeteilt wird, wird der große Sijum am Sonntag nach Chanuka, den 13. Dezember, stattfinden. Den Hadran wird der bekannte „Ponjewefcher Raw", Herr Rabbiner Kahanemann, der um diese Zeit zufällig hier weilen wird, halten. Schreib- und Uebersehungsstube. Vom Büro der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums E. V. Frankfurt a. M. wird uns geschrieben: Wir haben angesichts der wirtschaftlichen Not, die ganz besonders die sabbathaltenden Arbeitnehmer betrifft, uns entschlossen, ein Schreib-, Vervielsältigungs- und Ueberfetzungsbüro einzurichten. Sämtliche in diesem Büro beschäftigten Damen und Herren sind Schomre Schabbos. Schriftliche Arbeiten, Vervielfältigungen jeglicher Art und Ueberfetzungen (französisch, englisch, hebräisch, jiddisch, italienisch, polnisch, rumänisch) sowohl wissenschaftlicher Werke als auch Handelskorrespondenz werden zu zeitgemäßen Preisen vorgenommen. Wir bitten alle Interessenten, welche dieses soziale Unternehmen unterstützen wollen, sich an uns zu wenden. Ludwig hardl-Abend. Montag, den 23. November d. I., trägt im großen Saal der Frankfurt-Loge in einer Veranstaltung der „Gesellschaft für jüdische Volksbildung" der bekannte Rezitator Ludwig Hardt aus den Werken jüdischer Dichter in deutscher Sprache (Heine, Börne, Else Lasker-Schüler, Beer-Hofmann, Franz Kafka, 19. November 1931. Peter Altenberg u. a.) vor. —= Beginn abends 20.15 Uhr. Eintrittskarten zu Mk. 2.—, 1.— und 0.50 sind bei Lina Schott, Rathenauplatz, Firnberg, Steinweg, Drogerie Schneemann, Zeil 39 und an der Abendkasse zu haben. Familiermachrichken. Geburten: Eine Tochter, David Freund u- Frau Bettina geb. Lange, Tel Awiw. — Ein Sohn. Ludwig Leopold und Frau Toni geb. Strauß, Bleichenbach. Silberne Hochzeit: 15. November 1931. Moses Max Oppenheimer und Frau Rofy geb. Jacobs.'London N Liberia Road 7, Highbury. — 1. November 1931. Herr Karl Reinheimer und Frau Johanna geb. Rothschild.. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajtm. Freitag abend nach Schul im Hörsaal: Mikro. Herr Julius Lewin. Samstag morgen nach Schul im Hörsaal: Dinim, Herr Dr. E Posen — nachmittags 3/4 Stunde vor Mincho im Vereinslokal Herr Dr W. Hofmann. — 1 Stunde vor Nacht (ebenso Sonntag 8.30 Uhr vorm., im Vereinslokal Gemoro. Herr I. Soffer. — 8.30 Newiim, Herr Dr. Marcus Lange. (Alle Schiurim wie üblich.) Jahrzeitsstiftungen. Montag, 23. Nov. Estella Ehrmann geb. Roos. Freitag, 27. Nov. Joseph Sänger-Stiftung. v3v, 28. Nov. Julius Mayer-Stiftung. Siegfried Jeidel-Stiftung. Vetty Hirsch„Stiftung. Agudas Ji-roel-Jugendgruppe e. V. Winterarbeit. 1. Öffentliche Veranstaltungen: a) Schiurim Hilchaus Schabbos. Dozent:' Herr B. Rachelsohn, Zeit: Montag 20.30—22 Uhr in der Wohnung Zeil 2 Bowo Kamo (Gemaro). Dozent: Herr Dr. W. Hofmann,. Zeit: Dienstag 2015—21 Uhr (Mauerweg 34), Schabbos 14.30—15.15 Uhr im Heim. Schulchan Aruch. Dozent: Herr Leop. Oppenheimer, Zeit:. Mittwoch 21—22 Uhr in der Wohnung Bärenstr. 12 Mischna (Seder Maued). Dozent: Herr Gerson Schnerb, Zeit: Donnerstag 20.45—22 Uhr in der Wohnung. Kantstraße 4. Schulchan Aruch. Dozent: Herr Louis Kahn, Zeit: Schabbos 11—12 Uhr im Heim. Schulchan Aruch. Dozent: Herr Th. Spiegel, Zeit: Schabbos 15.30—16.30 Uhr in der Wohnung Ostendstr. 11 Besondere Schiurim der Mädchengruppe: Melochim. Dozent: Herr Jul. Lewin, Zeit: Schabbos vorm, nach Schul im Heim. Thauro. Dozent: Herr Konrektor Hirschberg, Zeit: Schabbos 16 — 17 Uhr im Heim. Dinim. Dozent: Herr Konrektor Hirschberg, Zeit: Mittwoch- 20.30—22 Uhr 14 tägig im Heim. 2. Geschlossene Zirkel wie gewöhnlich. Schiurim der Gemeinderabbinerr. Gemoroh für Jugendliche (nach vorheriger Anmeldung): Montag und Mittwoch 18—19 Uhr. Gemoroh für Fortgeschrittene (mnvs): Dienstags Donnerstag und nav '» 20.30 Uhr. Aussprache für Jugendliche: Schabbos nachmittag nach Mincho (16.30 Uhr). Die Veranstaltungen finden sämtlich im Lernzimmer Fichtestraße 5 statt. Liwjalh Chen. Samstag mittag nach Mincho (4ft4 Uhr) im Hörsaal Friedberger Anlage, Vortrag des Herrn S. Schachnowitz, „Auf- und absteigende Engel." Jüdische Frauenvereinigüng E. V. Sonntag, den 22. November abends 6 Uhr'im Hörsaal, Vortrag des Herrn Dr. med. Arnold Merzbach,. „Kindliche Konflikte." Agudistische Frauengruppe. Am Montag, den 23. November, abends 83U Uhr, findet im Hause von Frau Siegst. Löwenthal, Mauer-, weg 34II, einen Vortrag von Frau Landgerichtsärztin Dr. Braun-Frank über: „Gefährdung der Frauenberufsarbeit" statt. Gäste, Damen herzlich willkommen. Ortsgruppe Frankfurt a. 7X1. des Jüdischen Frauenbundes. Montag, den 30. November 20^ Uhr, Ortsgruppenabend bei Frau Lilly Mosessohn, Liebigstr. 7, Vortrag von Herrn Rabbiner Dr. Jakob Horovitz: Judentum und Tierschutz. Gäste sind herzlich willkommen. hebräischer Vortrag des -njn VW- Am 8S'1 xa 'p nav ’Nxm abends 8.45 Uhr, Langestr. 57 bei Herrn Dr. Bamberger. Vortrag des Herrn S. Schwarz über: Jbn Esra. Gebetzeiten. raw ( Freitag abend 4.10 Samstag naawn 6.55 Samstag morg. 8.00 Samstag nachm. 4.00 Samstag abend 5.25 Wochengottesdienst: Morgens 6.45 Nachmittags 4.00 Tefillin-Legen am Morgen 6.40