Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 42 (15.10.1931)
- Date
- 1931-10-15
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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15. Oktober 1931 D e r Z s r a e l i t Nr. 42 Seite 7 i schen Mia geworden, die er lehrte, von seinen Mitmenschen in bescheidenen Formen zwar, aber mit unnachgiebiger Festigkeit forderte. Dieser Mund, der uns noch so unendlich viel zu sagen hatte, ist nun für immer verstummt. Nur die allgemeine Trauer, die das ganze slowakische Judentum bei der Nachricht von seinem Heimgang erfaßte, bietet einen kleinen Trost im Weh. Denn sie beweist, daß sein Wirken hier auf Erden nicht fruchtlos war und daß die Mitwelt noch lange Zeit das Wort, Las er zu ihr gesprochen, im Herzen bewahren wird. Dieses Andenken des p-nx bleibt ein dauernder Segen. Die ''ii>n fand Montag, den 22. Tischri, statt. Mehr als dreitausend Personen, darunter etwa 2-5 Rabbiner, kamen aus nah und fern nach Galanta, um dem Verglichenen die letzte Ehre zu erweisen. Die städtische Feuerwehr bot im Synagogenhof eine Ehrenwache auf. Alle Behörden waren vertreten. Zahlreiche Gemeinden der Slowakei und die Wiener Schifsschul nebst ihrem Bethamidrasch entsandten Deputationen. Im Tempel gab zunächst Gemeindepräses, Herr Nathan Stern, 'den Beschluß der Gemeinde bekannt, der Hinterbliebenen 'Witwe bis zur Neubesetzung der Oberrabbinerstelle den Gehalt unverkürzt weiterzuzahlen und die Stelle mit einem jungen n"n wieder zu besetzen, der die verwaiste .'Tochter des Heimgegangenen heiraten soll. Von der im 'Synagogenhos errichteten Tribüne herab hielten ergreifende Hespedim und Nachrufe zwei Söhne des Verblichemen, die Herren Jecheskel und Sch. B. Seidl, sowie die Oberrabbiner Schreiber aus Bratislava, B u x > Daum aus Galanta, Josef Baumgarten aus Wien, Dr. L. Silberstein aus Waitzen, M. Frej aus Surany, H i r s ch l e r unv Bresnitz aus Senec. Tiefen Eindruckmachte .auch der Nachruf, den Herr Stadtrichter D u d a s im Namen der gesamten Einwohnerschaft in ungarischer Sprache hielt. Ein unübersehbar langer Zug geleitete durch die beleuchteten Straßen die Bahre zum „Haus des Lebens". •pinx ni>w i2ii> Dandespräses Oberrabbiner Rabbi Kalman Weber V^XT* Preßburg, 9. Okt. Zum Ableben von Oberrabbiner Weber entnehmen wir der Wiener „Jüdischen Presse" noch folgendes: Oberrabbiner Rabbi Kalman Weber Vxr war vom Hause aus ein Kind aus dem thorabelebten Volke. In Mako (Ungarn), also in einem chassidisch beeinflußten Kreis, geboren, wurde er von seinen Eltern nur in der Thora und für die Thora erzogen. Seine ungewöhnliche Begabung und seine Zähigkeit kannten kein anderes Ziel, als sich in Thora und maw rnn zu vervollkommnen. Er zog, noch jung an Jahren, nach Paks auf die ru’w des Rabb Sußmann Sofer, dessen edles Streben in den Dingen des orthodoxen Judentums und ebenso seine Art, alle Vrn nnsn in geistreicher Verknüpfung wit eindringlichem, aktuellem toi» ungekünstelt zu beulen, ihm bis an fein Lebensende Vorbild blieben. An Thorawiffen stark bereichert, kam er nach Preßburg auf die 02'v des isiv van. Hier ragte er bald unter den damals nach Hunderten zählenden, geistig reifen Schülern hervor. Not und Mühsal überwindend, wuchs er während der sechs Jahre seiner Preßburger Jeschiwa- .zeit zu einem gewiegten a.-n vabn heran. Er eignete sich hier, wie dies alle seine Kollegen taten, auch ein gewisses Maß von allgemeinem weltlichen Wissen an und -ertüchtigte sich zu einem wirkungsvollen, angenehmen Redner, aus dessen niw immer eine lebensfrohe, mit den Problemen mehr spielende als ringende Weltanschauung herausleuchtete. Durch emsige Zeitungslektüre, die einzige den Bachurim ohne Kostenaufwand zugängliche Bildungsquelle, gewann er ein reges Interesse für die Zeitereignisse und einen kritischen Blick für die Zusammenhänge im politischen Geschehen bei Staaten und 'Völkern. Ein Jahr ungefähr nach seiner Heirat mit der -gleichgesinnten Tochter des -ra vrri bei der Wiener „Schiffschul", Rabbi Josef Ber Kohn Vst, Schwiegersohnes des Rabbi Salmon Spitzer Vxt, wurde er zuM Oberrabbrner von Rete gewählt. In dieser kleinen, nur ein sehr dürftiges Auskommen bietenden Gemeinde wirkte er etwa fünf Jahre mit seltenem Fleiß und zäher Ausdauer sich dem Lernen hingebend. Von hier wurde er zum Nachfolger des nach Prefov berufenen Oberrabbiners N. B.. Fischer zum Oberrabbiner von P i e st a n y gewählt. Die jüdische Gemeinde Piestany, vor kurzem noch eine aus schlichten, frommen, jedem Abfall von der Tradition der Väter abholden Mitgliedern bestehende echtjüdische einheitliche Kehilla, erhielt um jene Zeit starken Zuwachs von Mitgliedern aus Gemeiuden, in denen sich die neologe Lebensart bereis eingenistet hatte. Es waren dies zumeist Akademiker und andere jüngere Menschen, die der Weltkurort Piestany angelockt hat. Diese wollten sich in die strenge Zucht einer grundjüdischen Kehilla nicht einfügen und bedrohten mit dem Beispiel ihres unreligiösen Lebenswandels auch die Jugend der eingesessenen jüdischen Bevölkerung. Oberrabbiner Weben hatte schwere Arbeit zu tun, ununterbrochen aus der Hut zu sein und mit allen Künsten der klugen Taktik und Beeinflussung dafür zu sorgen, daß die Gemeinde in ihren Institutionen und in ihrer Leitung den orthodoxen Charakter bewahre. Dies gelang ihm auch bis nach dem Kriege, als dem orthodoxen Judentum in der Ausbreitung des Zionismus und der Aeberflutung der ganzen Tschechoslowakei mit der jüdisch-nationalistischen Propaganda ein neuer, auch in das innergemeindliche und das politische. Leben eingedrungener Widersacher entstand, Im Wiederaufbau der orthodoxen Gemeindeorganisation der orthodox-jüdischen Konfession, im Rahmen des neugegründeten tschechoslowakischen Staates, fiel Oberrabbiner Weber Vxr die hervorragendste Wolle zu. Dies allein fdfon zog il)m den grimmigen Haß aher jener Neujuden zu, deren nationalistischen, politischen und kulturellen Bestrebungen der thoratreu-konfessionelle Charakter des Judentums ein unüberwindliches Hindernis bilden müßte. Dazu kam noch, daß das Statut der Gemeinde Piestany in prophetischer Voraussicht kommender Gefahren dem Oberrabbiner tatsächlich die-Befugnis einräumte und damit auch die Pflicht auserlegte, die Gemeindeleitung vor dem Eindringen thorasremden Einflusses zu bewahren. Starke Vorstöße der zionistischen Agitation wurden nun zielbewußt darauf gerichtet, diesen Wachtposten des Führers der Landesorthodoxie zu stürmen, ihm die Obhut über seine eigene Gemeinde zunächst zu erschweren, wenn nicht unmöglich zu machen und ihn damit vor der Gesamtorthodoxie bloßzustellen. Oberrabbiner Weber Vxr erwies sich jedoch gerade jetzt auf der Höhe seiner Aufgabe. Er, dem die Zionisten persönliche Machtgelüste zuschrieben, verzichtete auf die persönlichen Machtrechte, die ihm das alte Gemeindestatut verlieh, und schuf an ihrer Stelle ein neues Gemeindestatut, das als erstes im Lande Charakter, Wirkungskreis und Zielsetzung der orthodoxen Gemeinde genau umschreibt und, den Gefahren unserer Zeit steuernd, institutionelle Sicherungen gegen den neuen Widersacher enthält, wie das frühere Statut zum Schutze gegen die früheren Gefahren der orthodoxen Gemeinde geschaffen war. Der Weitblick, der sich in diesen ersten Ansätzen einer neuzeitlichen, den Gefahren unserer Zeit begegnenden Ausfassung der orthodoxen Gemeinde offenbart, ist neben der leider immer noch unvollendeten Reorganisierung der slowakischen Landesorthodoxie und der Erwirkung ihrer Anerkennung durch den tschechoslowakischen Staat sicherlich sein größtes und wertvollstes positives Verdienst um das Judentum, das erst in späterer Zeit gebührend gewürdigt werden wird. Diese Verdienste seines Wirkens in einer intimen Einzelgemeinde als Oberrabbrner von Piestany während einer Zeitspanne von 29 Jahren, an historischer Bedeutung weit überragend, galt seine Lebensarbeit als Präses des orthodoxen Zentralbüros in den letzten 13 Jahren dem Gesamtjudentum in der Slowakei. Der Name Rabbi Kalman Weber h^xr bleibt für alle Zeiten mit dem Begriff, oder sagen wir — um auch in dieser schmerzerfüllten Würdigung eines großen Heimgegangenen ehrlich zu fein — mit der Vorstellung von einer slowakischen Orthodoxie unlösbar verknüpft. In diese Arbeit wuchs er hinein und wuchs Mil ihr zur Führerrolle empor; sie löste — namentlich in den ersten 7 bis 8 Jahren des sichtbaren Erfolges, des steigenden Selbstvertrauens und des Vertrauens in die Heiligkeit und die Unverrückbarkeit der neugewonnenen Horizonte — in ihm starken Willen und feste, aufrechte, geradeaus gerichtete Zielstrebigkeit von weiter, hoffnungsreicher Konzeption aus. Die Verantwortung für das religiöse und historische Schicksal von Hunderttaufenden thoratreuer Söhne und Töchter des jüdischen Volkes, die in den slowakischen orthodoxen Gemeinden zusammengesaßt sind, beseelte und beseligte ihn, hob ihn turmhoch über seine angeborenen und erworbenen Fähigkeiten hinaus und weckte und schärfte seinen Sinn für Größeres, Höheres und Tieferes, Breiteres und Weiteres, als vielleicht in der bewußten Absicht etlicher derer lag, die ihm den Führerstab anvertraut hatten. Mit bewundernswerter Elastizität fühlte er sich in die Kompliziertheit der großen Fragen der orthodoxen Gesamtheit ein, die der früheren „ungarischen Orthodoxie" in ihrer verhängnisvollen splendid isolation unbekannt waren, und die auch er erst durch seine innige Zusammenarbeit mit der Weltorthodoxie in der Agudas Jisroel' kennenlernte. Die selbstlose erprobte Ueberzeugungstreue von Männern wie — um nicht Lebende zu nennen — Rabbi Samuel Rosenberg (Hunsdorf), Rabbi Noach Boruch Fischer (Prefov). Rabbi Samuel Seat Weinberger (D. Streöa), Rabbi Mosche und Rabbi Awrohom Aron Katz (Nitra) u. a., gab seinem ersten Wirken zur Durchdrängung des gesamten öffentlichen jüdischen Lebens mit dem Willen zur Orthodoxie die beste Approbation. Sein Abwehrkampf gegen das Vordringen der zionistischen Ideologie in die Führung der Gemeinden und gegen die demagogische Aufoktroyierung einer zionistischen Vormundschaft über die Gesamtheit in ihrer politischen Vertretung in Parlament und Ortsgemeinde war eine direkte Folge feiner, von der gesamten Orthodoxie unseres Landes einhellig gutgeheißenen Wegrichtung bei der Arbeit für die Orthodoxie. Der Kampf war heiß und wird noch viele Jahre geführt werden müssen, bis er endgültig den Sieg erringt. Oberrabbiner Weber Vxt rieb sich schon Jahre vor seinem Heimgang in diesem Kampfe auf, und es bleibt sein Ruhm, daß die Notwendigkeit der Abwehr jener Gefahr in den Kreisen der a'»i>vi it>k-p heute mehr denn je erkannt wird. Oberabbiner Weber mußte die Kelle des Aufbaues und das Kampsschwert der Abwehr jäh aus der Hand legen. Sie dürfen aber nicht lange rosten. Das Judentum im In- und Ausland erlebt bittere Zeiten, und ein Ende ist noch nicht abzusehen. Oberrabbiner Weber V~xt verwaltete in treuer Hut ein großes Erbe, das bald in neue Hände übergehen wird. Sein Andenken würdig ehren, und zum dauernden Segen für das gesamte Judentum zu gestalten, heißt: Unverdrossen das Banner Hochhalten, unentwegt weiterbauen, bis alle Augen erleuchtet und alle Herzen erwärmt für die große, historische Aufgabe des jüdischen Volkes. nanaipnx -ot- II. B. Die Bestattung. :j Dienstag in der Morgenstunde strömte eine Volksmenge von mehreren tausend Menschen aus allen Bevölkerungskreisen in dichtgedrängten Reihen zum jüdischen Spital hin, um Oberrabbiner Rabbi Kalman Weber Vxr das letzte Geleite zu geben. Rabbiner und Gemeindedeputationen aus allen erreichbaren Gemeinden waren jetzt schon anwesend. In den Straßen, die der : Trauerzug passierte, waren alle Geschäftsläden geschlof-; sen. Aus allen Gemütern lastete ein ttefer Schmerz um den unerwarteten.Verlust eines Führers, der im 61. Lebensjahre mitten aus dem rüstigen Schaffen heraus, auf - so tragische Weise gerissen wurde. Nach der Taharoh wurde der Oren per Auto nach Piestany überführt. Im Gemeindesaale fand sich der Vorstand zu einer Sitzung ein, um das Andenken des Führers zu ehren und Beschlußanträge für die noch vor der stattfindenden Generalversammlung der Gemeinde vorzubereiten. Die Generalversammlung vollzog sich kurz in schmerzdurchwehter Stimmung. Auf Vorschlag des Ge-; meindepräses, Herrn Sal. G r o tz m a n n , der in einer gedrängten Rede von der tiefen Trauer der Gemeinden sprach, und der Herren Jul. Vogel und Karl Holzer ■; würbe nad} einer turnen mofylwollenben Debatte einstimj mig eine Entschließung angenommen, wonach die Ger meinde nunmehr die vollen fixen Bezüge des Oberrabbiners Vst der Witwe als Pension weiterzahlt und außeri dem die Neubesetzung der Rabbinerftelle einem in jeder Beziehung würdigen und geeigneten ledigen Kandidaten; vorbehält, der eine der Töchter des verewigten Oberrab- ( biners ehelicht. Herr Oberrabbiner Ungar aus Trava, '■ der an der Generalversammlung als Gc.st teilnahm, j« dankte der Gemeinde in bewegten Worten für die Zeichen der Liebe und der Dankbarkeit, die sie dem Heimj gegangenen über das Grab hinaus beweisen. Bor dem f \ % r ß u e x 1) c u f e staute sich inzwischen ein Wall von |; Menschen, eine endlose Reihe von Autos und Wagen, '(! die die Trauergäste aus nah und fern in Mengen her- ' \' anführen. Die neologe Landesorganifatron war ebenfalls i ] deputativ vertreten. Um 3.30 Uhr nachmittags wurde die Bahre in die erdrückend überfüllte Synagoge gebracht. Des Cholhamoed wegen wurden die Hespedim auf ein Minimum beschränkt. Im Tempel ergriffen außer den : Söhnen des Heimgegangenen, die in kindlicher Liebe ihrem Schmerze Ausdruck gaben, nur der Dajan der Ge- \ meinde, Herr Rabbiner T e i ch t a l, und der Racelnik, j Herr Skicak, das Wort. Elfterer würdigte in Vertretung der Gemeinde die Verdienste ihres Rabbiners. i Eindrucksvoll war die Rede des Racelnik. Er schilderte j den Verlust, den die gesamte Einwohnerschaft durch das ' ' Hinscheiden einer Persönlichkeit erlitten hat, der von jedem ohne Unterschied des Glaubens, der Nationalität und des Standes Verehrung und Achtung gezollt wurde. Wegen gefahrvoller Ueberfüllung des Tempelraumes mußte der > folgende Hesped Sr. Ehrwürden des Herrn Oberrabbi-; ners Schreiber von Bratislava im Tempelhofe gehalten werden. Er dankte ihm im Namen der gesamten 1 orthodoxen Judenheit des Landes für die großen Opfer an Kraft und Zeit, an Geist und Gemüt, die er auf dem 1 Altäre des Gesamtheitsdienstes bis zu seiner letzten Le-; bensstunde dargebracht hat, und mahnte die Anwesen- \ den zur Buße und Einkehr. Draußen in ber Vorhalle; des ma sagte der Bruder des Verblichenen, Herr Markus W e b e r aus Stupava, der Gemeinde gerührt Dank für die Beschlüsse, die sie zur Ehrung und Aner- ■ kennung des Verewigten gefaßt hat. Herr Karl Holzer ' '! sprach als letzter Worte tiefster Verehrung und dankbaren -! Celobens vor dem Sarge des Führers. -! Die schweigenden Grabsteine am Friedhöfe zeichneten -! bereits langgedehnte dunkle Schatten des sich über sie , i senkenden wolkenumhüllten Abends, als sich in ihrer i Mitte ein neuer Hügel erhob, den die trauernde Volksmenge gebeugten Hauptes seufzend verließ.! Darmstadk. 12. Okt. Ueberraschend plötzlich verschied nach kurzer Krankheit im Alter von 42 Jahren Frau Max Fabian n~y aus Darmftadt. Am nun nnaty trug man sie in Frankfurt schweigend und etwas fern von dem Kreise, in dem sie gelebt hatte, zu Grabe. So sei an dieser Stelle in wenigen Worten der Wert ihrer Persönlichkeit erwähnt. Ein Kind der hochangesehenen Familie Dreifuß in! Basel, blieb sie ihr ganzes Leben hindurch in hohem ' oin” verwurzelt. Dreifacher Adel, der Herkunft, der > Gestalt und der Seelengröße, ruhte aus ihr. In echter '' Frömmigkeit als mxnn rpnpt» suchte sie auch über ihren -»' Kreis hinaus Freundinnen auf dem Wege der Mizwaus i; zu gewinnen. Wo immer es galt, Aufgaben der jüdi-!• schen Frau zu erfüllen, stand sie an erster Stelle. Ihr f offenes ehrliches Wort scheute sich niemals, wenn es galt, ■ 8 die Wahrheit der Tauroh zu verbreiten. Die Güte ihres \ Herzens strahlte überallhin aus und erwarb ihr einen \ großen Freundeskreis. Mit einer bewundernswerten ü Tapferkeit kämpfte sie an der Seite ihres Gatten, mit; l dem sie fast 25 Jahre vereint gewesen ist, gegen all die J schweren Schläge, die immer mehr sie zu zerbrechen suchten. Emuno und Vitochaun gaben ihr den Halt ihres Lebens. Emuno und Vitochaun mögen dem Gatten und der greisen Mutter zur Seite stehen. Brückenau, 7. Okt. Im Kreise seiner Kinder und unter freudiger Teilnahme unserer Gemeinde feierte, wie schon gemeldet, Herr Joses Finsterwald seinen 80. Geburtstag. Die Gemeinde ehrte seine Verdienste dadurch, daß sie ihn zu ihrem Ehrenmitgliede ernannte. .'.. ' i