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Der Israelit · 1931-10-08 · Heft 41 (8.10.1931) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
72 (1931)
Issue
Heft 41 (8.10.1931)
Date
1931-10-08
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
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Seite 10 Nr. 41 Der 8 s r ae 1 it 6. Oktober 1931 gangenen mit dem Vereine, seinen Bestrebungen und Mitgliedern verband, einen Weg gesunden, in Verbindung mit einem anderen Trauerfall tägliche Schiurim zu seinem Andenken abhalten zu lassen. Diese Tatsachen zeugen von der Beliebtheit Mayers und dem tiefen Schmerz um seinen Verlust mehr als alle Gedenkreden, die wegen des Zn iiorr an der Bahre unterbleiben mutzten. Ein Ruhmeskapitel in dem bescheidenen Leben des Heimgegangenen, und zwar das letzte, bildete feine aufopfernde („aufopfernd" im eigentlichen Sinne des Wortes) tätige Liebe zu seinen Familienangehörigen. Der Witwe seines vor drei Jahren ihm in den Tod oorangegangenen Bruders stand er in mehr als väterlicher Weise bei. Die Sorge um sie, die krank und allein da stand, rieb seine letzte Nerventraft auf, bis sein goldenes Herz, voll der Güte und Liebe, zu schlagen aufhörte,' am F^udentage der Thora, der .er mit allen Fasern seines Herzens lebte und diente. Wir werden, wenn wir im Freundeskreise zur Lernstunde oder in Geselligkeit zusammentreten, stets dieses lieben, bescheidenen Freundes gedenken. Er wird uns vor Augen stehen als Muster eines stillen, edlen Menschen, der stets nur das Gute wollte und dem Guten diente. •rrasan jüdischer Turnerbund E. v. Der I. T. B. veranstaltet unter dem Motto: „I. T. B.er Wochenend im Bild" am Sonntag, den 18. Oktober 1931, eine Taunuswanderung, verbunden mit einem Photowettbewerb. Für die besten Bilder sind wertvolle Preise ausgesetzt. Gäste sind willkommen. Treffpunkt: 7.45 Uhr Hauptportal Hauptbahnhof. Führung: Hugo Herrmann, Arno Katz. In der Suckoh der Frankfurter Waisenkinder. Der Röderberg schlummert noch im Morgennebel. Aus dem massiven Hause zur linken Seite dringt heller Kindergesang. Wir gehen dem Gesänge nach, gehen durch den säubern, breiten Hof mit den Spiel- und Turngeräten. Der Gesang kommt von innen, von oben. Wir steigen die breiten Steinstufen hinauf, immer höher, immer höher, bis es nicht mehr höher geht. Dem Gesänge nach, links. Ein herrliches Bild tut sich unserem Auge auf. Eine Laubhütte von der Größe eines Versammlungssaales ist angefüllt von etwa 60 Menschen; davon fünfzig Kinder, größere, kleinere und kleinste. Lange Tafeln sind gedeckt. Zwischen Blumen erheben sich ganze Kuchenberge, schneeweiße Porzellantassen schimmern zwischen dampfenden Kannen, Allerliebste, Kindergesichter lachen, helle Kinderstimmen schwatzen, fragen, jauchzen, heiter, frohgemut und dennoch gemessen. Die Waisenanstalt feiert Bar-Mizwoh. Kinder, Suckoh und Bar-Mizwoh, ein dreifaches Fest! Wir wissen, was die Hütte der Freude für unsere Kinder ist, wie das Kind mit seiner Freude, mit seiner Erregung, mit der Hingabe seiner kleinen Seele bei Vorbereitung und Ausschmückung der Suckoh uns, den Alten, Jugendgefilde vorzaubert. Hier haben fünfzig Knaben an der Vorbereitung und Ausschmückung gearbeitet, und jeder hat die ganze Liebe seines Herzens dazu gegeben. „Vater und Mutier haben mich verlassen, er, G'tt, nahm mich in seine Schutzhütte auf", heißt es im Psalm. Und es fingt und klingt dieser Psalm aus jeder Blume, jeder Kette, jeder Krone, die diese Suckoh der kleinen Waisengemeinde schmückt. Rund herum die Girlanden, vom Dach herab die Kerzen und Ketten und Körbchen. Jüdische Familienbilder schmücken die Wände. Die „höheren Gäste", von Abraham bis David, sind in Bild und Spruch vertreten. Abraham trägt heute eine Krone aus Tannengrün, denn er ist Held des ersten Tages. Er wird abends die. Krone an Jizchok abtreten, müssen und so weiter bis David am letzten Tage. Abraham ist die Liebe (Chefsed), heißt es -in den kabbalistischen Schriften, »aus denen unsere „Uschpisin" kommen. Abraham in der Tannenkrone hält seine Hände schützend e über dieses Haus der. Liebe ausgebreitet, heute und alle Tage.... Einer der fünfzig Jungen feiert Bar - Mizwah. Eine Mutter fitzt zu seiner Seite und weint viele Tränen. Bittere Erinnerung vielleicht, aber auch gewiß Dankbarkeit. Ihr vaterloses Kind, es ist nicht vaterlos. Hier an der Schmalseite der.Gästetafel fitzt der Vater' dieses Jungen und der-anderen, und all der Knaben und Mädchen, die in anderthalb Jahrzehnten durch dieses Haus gegangen sind. Er spricht jetzt zu seinem Kinde, seinen Kindern, herzlich, schlicht und väterlich, ermahnend und aneifernd. Die Suckoh, die mehr Schatten als Sonne voraussetzt, gibt Anlaß, einiges über die unvermeidlichen Schattenseiten des Lebens zu sagen. Der Kleinste, ein sechsjähriger Blondkopf, fitzt indes der Waisenmutter.auf dem Schoß und streichelt ihre Wangen, der gleichaltrige Schwarzkops hat den jungen Lehrer des Hauses in der Kur. Fünfzig Knaben spitzen die Ohren und .horchen aus die Worte ihres Vaters. Don der Wand herab schaut Abraham, tannengeschmückt, der Mann der Liebe ins Haus . . . Ein Familienangehöriger des kleinen Jubilars spricht Dank im Namen der Mutter Herrn und Frau Marr aus. Ein East aus dem Kreise der Dozenten unserer Gemeinde greift das Wort des Waisenvaters auf und richtet ein paar herzliche Worte der Liebe an die Kinder, (das Kind im Mittelpunkte) und der tiefempfundenen Anerkennung an die Hauseltern. Gesang setzt ein. ^Sechzig Kehlen — die Kinderstimmen bleiben führend — singen bas „Stufenlied von der Hermbrrngung der Gefangenen Zions" und vom großen Lachen, das das l a ng e Träumen ablöst. „Die da säen mit Tränen und mit Jubel ernten! . . . Die „höheren Gäste" -an der Wand singen mit, am lautesten der tannengeschmückte Führer der Gruppe, Abraham, der Mann der Liebe . . . Ein paar Stunden verfliegen, wir dachten, es wären nur Minuten gewesen. Suckoh, Kinder, Bar-Mizwoh, dieser Dreiklang begleitete mich durch das ganze Fest hindurch. — —tz. Jüdische Wohlfahrtspflege. Das hier wiedergegebene Bild der Jüdischen Wohlfahrtspflege dient der Werbung für die neueingerichtete Jüdische Notstandsküche, von deren segensreichem Wirken wir bereits berichtet haben. Gedenket der Jüd. Notstandsküche! Postscheckkonto 86776 Jüd. Wohlfahrtspflege Konto N Langestraße 30 Telefon: 28249 Es fei heute nur erwähnt, daß in den 14 Tagen warmes schmackhaftes Essen an jüdische Hilfsbedürftige zum Preise von 10 Pfennig pro Liter in großem Maße ausgegeben wurde und daß beabsichtigt ist, die Küche zu erweitern, sobald die genügenden finanziellen Mittel vorhanden sind. Briefkasten. Ielre Agudas Iisroel in Berlin. Wir können Ihre gefl. Zuschrift nicht beantworten, solange Sie uns keine nähere Adresse angeben. 3. L. in Hamburg. Uns ist leider Ihre Adresse abhanden gekommen. Wollen Sie sie uns bitte noch einmal angeben. Familiennachrichten. Äarmizwoh: Hans, Sohn des Herrn Dr. David Rothschild, Bockenheimerldstr. 124 Synagoge Unterlindau. — Hans, Sohn des Herrn Max Katzenstein, Melemstr. 7 Synagoge Unterlandau. n'vrr'Q /uw. — Heini, Sohn des Herrn Nathan Stein, Röderbergweg 38 Synagoge Friedb Anlage, ns naw- — Seligmann, Sohn von Frau Dr. Bamberger, Halberstadt, Westendorf 15. rv>vK»o nau 10. Oktober. — Arthur, Sohn des Inspektors W. Bergen, Parfcho: m Gleiwitz, Jüd. Altersheim. Auf das Rennen am Sonntag, den 11. Oktober, 2.15 Uhr nachm, wird noch besonders aufmerksam gemacht. Herrlicher Rasen mit Restaurationsbetrieb.' Eintritt von Mk. 1.— an. Näheres Inserat. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajtm. Freitag abend nach Schul im Hörsaal: Mikro. (Beginn des Wintersemesters). Herr Red. S. Schachnowitz. Samstag morgen nach Schul im Hörsaal: Dinim. Herr Dr. E. Posen. — nachmittags 3/4 Stunde vor Mincho im Vereinslokal '-«rn Herr Dr. W. Hofmann. — 1 Stunde vor Nacht (ebenso Sonntag 8.30 Uhr vorm, im Vereinslokal Gomoro. Herr I. Soffer. Sonntag morgens nach Schul (ebenso Mittwoch) vnn "n Herr Red. S. Schachnowitz. — vormittags 9.15 Uhr (ebenso Dienstag 6.30 Uhr) Gemöro, Herr R.-A. Gerson Posen. — nachmittags 6 Uhr im Vereinslokal Midrasch. Herr I. Soffer. . Montag (auch Donnerstag) nach Schul: Mrschna Mitgliederlernen. — abends 7 Uhr (auch Mittwoch) Gemoro. Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer. — abends 8.15 Uhr (auch Donnerstag) Gemoro. Herr Dr. E. Posen. Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mischna. Herr Dr. E. Posen. Bon Montag bis Freittag morgens nach Schul im - Sitzungszimmer Eemoro. Herr Dr. S. Ehrmann. Sonntag, Dienstag und Mittwoch abends 8.15 Uhr im Vereinslokal Schaßlernen. Herr Herz Halpern. Der Newiim-Schiur unter Leitung des Herrn Dr. Ma-rcus Lange beginnt nächsten ne 's rav abends 8.30 Uhr und bitten wir um zahlreichen Besuch. Jahrzeitsstiftungen. Sonntag, 11. Oktober: Marimilian Bier-Stiftung. Dienstag, 13. Oktober: Benny Isidor Benjamin-Stiftung. — Meier Selig Goldschmidt-Stiftung. Liwjalh Chen. Samstag, nach Mincho (4V* Uhr) im Hörsaal, Friedberger Anlage, Vortrag des Herrn Schachnowitz über „Aus der Kainstragödre." Jüdische Frauenvereinigüng E. V. Sonntag, 11. Oktober abends 6 Uhr Friedberger Anlage Vortrag des Herrn Lyzeal. Oberlehrer Karl Ochsenmann über „Psychologische Typen". Dienstag, 13. Oktober nachmittags 4 Uhr im Zoo: 1. Zusammenkunft. Referat von Frau Dr. Groß über: „Die Sondertagung beim Völkerbund in Gens für internationale Erziehung der Jugend." Jüdischer Turnerdund e. B. Nach Ablauf der Freien beginnen die Kurse wieder am Dienstag, den 13. Oktober 1931. Das Programm für das Wintersemester 1931-32 hat eine wesentliche Bereicherung erfahren. ' Die Heim- und Spielabende finden in Zukunft jeden Dienstag und Samstag abend wieder im Jüdischen Heim, Langestraße 55, statt. Sonntag, den 11. Oktober 1931. Treffpunkt um 9 Uhr pünktlich am Hauptportal des Hauptbahnhofes. Taunus- Wanderung unter Führung von Erna Strauß und Berthel Graetz. Damen- und Herren-Abteilungen: Sonntag, den 18. Oktober 1931. Treffpunkt um 8 Uhr pünktlich am Hauptportal des Hauptbahnhofes. Taunus- Preußisch-Süddeuische Klassenlotterie fast 114 Millionen iä* ZIEHUNG 1. Klasse 20.-21. Oktober Größte Gewinne: (§ 9 der Planbest,) | Auf ein ganzes Los | 1 Million Auf ein Doppellos 2 Millionen Achtel Viertel Halbes Ganzes Doppellos für 1 Klasse 5 ÜT 20 40 SO für 5 Klassen 25 50 100 200 400 Porto besonders; Listenabonnement RM, -.95 Prompter Versand nach auswärts, auch gegen Nachnahme RM. RM. // Staatliche Lotterie-Einnahme Frankfurt a.M. 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