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Der Israelit · 1931-09-24 · Heft 39-40 (24.9.1931) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
72 (1931)
Issue
Heft 39-40 (24.9.1931)
Date
1931-09-24
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 Nr. 39/40 Der Israelit 24. September 1931 Rinderecke. Die Gabe des armen Meschulam. Es lebte einmal ein frommer Mann in Erez Jisroel am Rande der Wüste. Sein Name war Meschulam, aber man nannte ihn nur den armen Meschulam, so groß war immer die Not in seiner ärmlichen Hütte. Er besaß nichts außer dieser Hütte und den nötigsten Geräten darin und ernährte seine Familie kümmerlich von dem geringen Lohn, den er von seiner täglichen Arbeit nach Hause brachte. Das ganze Jahr hindurch mühte sich der arme Meschulam von morgens bis spät abends, plagte sich mit harter und schwerer Arbeit; aber einmal im Jahr, im Monat Tischri, da gönnte auch er sich Freiheit und Freude, da wanderte auch er hinaus nach Jerusalem. Das waren die schönsten Tage seines -Lebens — aber auch sie waren ein wenig getrübt: Noch nie konnte er bei seiner Wallfahrt eine Gabe für den Tempel mit hinauf bringen! Auch in diesem Jahr, als sich der Monat Tischri wieder näherte, rüstete Meschulam allmählich zur Reise und wiederum bekümmerte es ihn sehr, daß er mit leeren Händen hinausziehen müsse. Während er so aus dem Heimwege von der Arbeit über seine Armut nachsann, stieß er plötzlich mit dem Fuße an einen großen Stein, der auf dem Wege la^. Er bückte sich nieder, um ihn zur Seite zu schieben, damit sich der nächste Wanderer nicht daran stoße. Da entdeckte er, daß es ein wunderschöner weißer Stein war, marmorähnlich, mit feinen bläulichen Adern durchzogen. „Wie schön," rief er, „der Stein würde sogar den Tempel zieren! Den könnte ich doch als Geschenk für den Tempel nach Jerusalem mitnehmen. G'tt sei Dank, nun habe ich doch auch einmal etwas mitzubringen!" Aber der Stein war sehr schwer. Mühsam schob und wälzte ihn Meschulam bis zu seiner Hütte. Von nun an verwandte er jede freie Minute dazu, den Stein zu behauen und zu glätten und als der Tag der Abreise herankam, war auch Meschulam mit seiner Arbeit fertig. Der Stein glänzte und schimmerte wie Marmor und erschien wirklich würdig, im Vorhof des Tempels Verwendung zu finden. Aber wie konnte der arme Meschulam den schweren Steinbock den weiten Weg nach Jerusalem schleppen? Ein Mensch allein konnte ihn unmöglich die gebirgige Straße hinauf befördern. So wandte er sich an einige Lastträger um Hilfe, aber sie verlangten mehr Lohn dafür, als er ihnen je hätte bezahlen können. Beinahe verzweifelt irrte er herum, bis er endlich drei große, starke Träger traf, die sich bereit erklärten, für den geringen Lohn von fünf Sela den Stein nach Jerusalem zu bringen. Aber Meschulam selbst müsse auch kräftig mithelsen. Dazu war er natürlich auch bereit, aber woher sollte der arme Meschulam die fünf Sela nehmen? „Das ist ganz einfach," sagten die Träger, „wenn Du das Geld jetzt nicht besitzt, dann mußt Du es eben in Jerusalem zu verdienen suchen und uns dann dort bezahlen." Voll Freuden war Meschulam damit einverstanden und schon am nächsten Tage brachen die vier Männer auf und trügen den schweren, schönen Stein Nach der hei-! ligen Stadt. ' ' ■ j In Jerusalem angekommen, brachten sie den: Stein sogleich in den Tempel und dort wurde er. auch freudig angenommen. Der Hohepriester , selbst Nahm das Geschenk m Empfang, so erfreut' war er über diese Gabe. Es war nämlich gerade ein Eckstein des Beth Hamikdafch schadhaft geworden und konnte so schnell nicht ersetzt werden. Und siehe, der Stein des armen Meschulam paßte genau in die Lücke, als wäre er dafür gemacht und nahm sich prächtig dort aus. Beglückt verließ Meschulam mit seinen Helfern den Tempel. Dann gingen die drei Träger in eine Herberge und dorthin sollte ihnen auch Meschulam später das Geld bringen. Meschulam selbst aber machte sich an die Arbeit, da half er etwas tragen, da stellte er ein Zelt auf, dort hütete er eine Herde von Schafen, bis der Besitzer wiederkam und endlich, am Abend hatte er die fünf Sela verdient. Sofort ging er in die Herberge, um die Träger zu suchen, aber sie waren dort nicht e-ingekehrt. Auch in keiner anderen Herberge waren sie zu finden, niemand hatte sie gesehen. Da erkannte Meschulam, daß die drei Träger Engel gewesen waren waren, die ihm G'tt gesandt hatte, damit er sein mühsam erarbeitetes Geschenk in den heiligen Tempel bringen konnte. Wie es in 'hwn heißt: •(to"D t'd) 28'w d’dVö ^sb lroaVaa Tna vrat nun Siehst du einen Mann fleißig in seiner Arbeit, Vor Königen vermag er zu stehen. Das Geschenk des Regens. - - - - ’hpna as nnya osns-a vinsi Wenn Ihr in meinen Wegen gehet, so werde ich Euren Regen geben zur rechten Zeit ... Es war um die Mitte des vierzehnten Jahrhunderts. Furchtbare Verfolgungen hatten die Juden Deutschlands damals zu erdulden; rettungslos waren sie dem grausamen Morden ausgehetzter Menschen preisgegeben. Verzweifelt suchten sie nach einem Zufluchtsort, wohin sie fliehen konnten, um dort in Sicherheit zu wohnen. In ihrer Not sandten sie die Aeltesten und Vornehmsten ihrer Gemeinden zum König von Polen, in dessen Land damals noch keine Juden lebten. Dort hofften sie Schutz und Hilfe zu finden. So traten die jüdischen Gesandten vor dem Thron des Königs Kasimir des Großen und erzählten ihm ihr Leid. Gelehrsamkeit in Wohlstand und Frieden. Die Juden standen hoch in. Gunst beim König und seinem Hof und wurden geehrt wegen ihres mächtigen G'ttes, der die Winde herbeisührt und den Regen fallen läßt. Seit jener Zeit aber bestellen die polnischen Bauern ihre Felder um die Herbstzeit, gegen das Ende des visv Festes, in der Zell, da die Juden in ihren Synagogen versammelt stehen und das Gebet um den Regen sprechen. Nochmals: Das Schaufor der Vorzeit. Diese schöne Geschichte stammt wirklich aus, Erez Jisroel und wurde uns extra für die „Kinderecke" aus dem heiligen Lande zugesandt. Die Dame, die sie für Euch aus dem Hebräischen übersetzte, war selbst früher einmal eine kleine Leserin der „Kinderecke" und lebt jetzt in Erez Jisroel. Dort hat sie die Geschichte von einem Nachbarskmd gehört und für Euch in Deutsch nacherzählt. Dies schrieb sie uns in einem Briefe, der leider das letzte Mal nicht mitgedruckt werden konnte^ Sie läßt Euch alle schön güßen und bald will sie Euch wieder schreiben. Auflösung des Rätsels in Ar. 35. rv PP raa Richtige Lösungen sandten: M. Weinreb, Ludwigshafen; Ruth Silbermann, Köln; Bella Weinreb, Frankfurt a. M.; Artur Teichler, Frankfurt a. M.; Simon Breuer, Frankfurt a. M.; Moses Frank, Fulda: Samuel Birnbaum, Berlin; I. H. Tempelhof, Köln; David Wilder. Dresden (Besten Dank für Deine guten Wünsche, lieber David). Dann soll heute endlich die schönste der eingesandken Geschichten folgen, in denen die Wörter: Freitag — Synagoge — Streit — Dunkel — nicht mehr — Vorkommen mußten. Die Aufgabe scheint Euch schwer gefallen zu sein, denn ich habe nicht viele Geschichten erhalten. Die hübscheste ist von Esther Plaut aus Freiburg und heißt: Der Traum. „Großes Unglück ist über uns deutsche Juden gekommen", sprachen sie, „Die furchtbare Pest, „der schwarze Tod", wütet in Deutschland. Weil nun wtr Juden wohl infolge unserer Reinheitsgesetze der Ansteckung weniger verfielen hat man das schreckliche Märchen ausgesprengt, wir hätten die Brunnen vergiftet. Die furchtbare Beschuldigung wurde geglaubt und das wütende Volk stürmte die Gassen, mordete Männer, Frauen und Kinder und vernichtete ganze Gemeinden. — Und nun o König, kommen wir zu dir um Hilfe. Gib uns, dem Ueberrest der heiligen Gemeinden, gib uns Zuflucht in deinem Lande, gib uns Platz, wo wir Häuser für unsere Familien bauen können und Felder, um sie zu bearbeiten. Unser Fleiß wird deinem Lande zustatten kommen und in uns, die du rettest, wllst du stets dankbare Untertanen haben!" Aufmerksam hatte König Kasimir der Rede der jüdischen Aeltesten zugehört und nun beriet er sich mit seinen Ratgebern. Da sprach der würdigste der Räte, der zugleich auch der oberste Priester war: „Herr, ich hörte einmal, der mächtigste G'tt sei der G'tt der Juden, er hat ihnen strenge Gesetze auferlegt und ihnen versprochen, ihnen den R e g e n a l s ihr E i g e.n r u m zu schenken, wenn sie seme Gesetze beobachten. — Sieh', deine Untertanen sind Ackerbauer und sie bedürfen des Regens. Schon zwei Jahre ist Dürre in deinen Provinzen, wenn wir nicht bald viel Regen bekommen, so wird eine Hungersnot eintreten! Man nennt dich „Bauernkönig", weil du so gut für die Landleute sorgst, o Herr, nun, so sorge jetzt .auch für den befruchtenden Regen: Gib den Juden eine Zufluchtsstätte in deiüem Lande! Sie sollen dafür auch .das Gesetz ihres G'ttes befolgen, damit sie über den Regen herrschen können, daß er zur rechten Zeit komme und dann auch unsere Felder befruchte!" Dieser Rat fand Wohlgefallen in den Augen des Königs. Gnädig wandte er sich den jüdischen- Aeltesten wieder zu und sprach zu ihnen: „Gehet zurück nach Deutschland und holet Eure Glaubensbrüder mit ihren Familien und ihrem Hab und Gut hierher. Wir werden euch Platz zum Wohnen geben und wir werden euch G'tteshäusek bauen, daß ihr Eurem allmächtigen G'tte dienen iömch Wir werden Euch Helsen, nachseinen Gesetzen zu wandeln, daß er Euch den Regen gibt, Eicken Regest zür' rechten Zeit!" - ' - - And so geschah es. Die Aebriggebliebenen der jüdischen Gemeinden. ' dre dent MdrtzM ÄMöMM Dicken, Men aus m'dE poknischen Provinzen. SO'bauten Nork SckaßM und Städte, siebüuteü dort/ Echethäusev -Md Lehrhäusei. und ihre Gemeinden blühten auf m EPesfurM.iM' ist Es war Freitag Abend. Die. ganze Woche hatte die arme Familie keinen Bisten Fleisch» aber am Schabbos mußte Fleisch da sein. Ruth durfte immer am Freitag Abend aufbleiben und mit den Eltern essen. Einst schlief sie ein wenig ein vor dem Esten, während der Vater noch in Schul war. Da träumte ihr, auf dem Tisch stehen die feinsten Leckerbissen, welche sie noch nie gegessen hatte; die lieben Schabbosenglein sangen und ein Blumenstrauß stand in der Mitte des Tisches. Nun entstand ein Streit zwischen Ruth.. und ihrem Brüderlem, denn jedes wollte neben dem armen Gast sitzen, welchen der Vater aus der Synagoge mitgebracht hatte. Aber das Brü-! derchen gewann, weil der arme Mann sagte: „Solch ein Jüngelchen habe ich auch daheim, weit weit weg von hier. Du sollst neben mir sitzen." Dann erzählte er, daß in seiner fernen Heimat das Häuschen abgebrannt sei und Frau und Kinder so arm seien: deshalb sei er in die Welt hinausgegangen, um bei guten Menschen etwas Geld zu sammeln, das er wöchentlich seiner Frau nach Haufe sende. Aber weil so schwere Zeiten feien> kann er wenig Geld heimschicken. Da ist es gar oft trübe und dunkel in der Schabbosstube daheim. --- Plötzlich hörte Ruth laut „gut Schabbos" sagen und sie erwachte. Sie war glücklich, daß ihr Lieber Vater bei ihnen allen sein konnte und sie dachte nicht mehr an den Traum. Meder eine hebräische Aufgabe für die GkötzMn, Unser Meph Beth hat bekanntlich' 22 Buchstaben, 5!mtt den' S^kußbuMab^n 2?. Nün föln Ihr asts Äffen, 2?- Buchstaben HWDwVrter bildest; so Katz möglichst MW - SüMIt mrwestdck Verden.- "Wer Mnetf Äuch- 0 2 Wal braucht, ' über Me BÄchstckbetz des Weph ' verwendet, hat gewönnen, . '

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