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Der Israelit · 1931-09-17 · Heft 38 (17.9.1931) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
72 (1931)
Issue
Heft 38 (17.9.1931)
Date
1931-09-17
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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17. September 1931 Der Israelit Nr. 36 Sekte 7 Amerika. Rofch Hafchanah-Votfchafk des Präsidenten Hoover an die Juden der Vereinigten Staaten. Washington, 11. September. Die jüdische Telegraphen-Agentur, Newyork, verbreitet die folgende Botschaft des Präsidenten Hoover an die Juden der Vereinigten Staaten aus Anlatz des Jüdischen Neujahrsfestes. „Rofch Hafchanah, das jüdische Neujahr, ist die passende Gelegenheit, sich der Beiträge eines alten Volkes an die heutige Welt zu erinnern. Jüdische Leistungen und jüdischer Idealismus sind unauslöschbar in das Buch der Zeit geschrieben. Durch die Jahrhunderte bis auf unsere Zeit floß von den Juden her ein ununterbrochener Strom der Bereicherung des geistigen und kulturellen Lebens in der Welt. In den Handel, die Künste, die Philanthropie, das Staatsleben und vor allem in die Evolution des geistigen Lebens der Menschheit hat die jüdische Rasse Elemente der Kraft, Schönheit und Toleranz hineingetragen, die zum gemeinsamen Erbteil aller Menschen geworden sind. Aus Anlatz des glücklichen Festes, das jetzt gefeiert wird, habe ich das Bedürfnis, den jüdischen Bürgern meine herzlichste Gratulation und meine innigsten Wünsche für das kommende Jahr auszusprechen." Ergänzung zur Schochlim-Veilage. Aus technischem Versehen ist eine ganze Anzahl von Namen der Kollegen, die zu Gunsten unserer Kasse ihre Wünsche zu Rofch haschonoh abgelöst hatten, ungenannt geblieben. Es folgt hier eine Veröffentlichung aller Namen: Jos. Bachmann, Halberstadt,- Gustav Neustädter, Bad Kissingen; Js. Lubinski, Schweinfurt; B. Holzmann, Oberhaufen; H. Fenbach, Recklinghausen; A. Tykoschinsky, M.-Gladbach; M. Heymann, Siegburg; S. Löwr, Bonn; P. Roth, Borken (Westfalen); I. Todfeld, Köln; W. Butzko, Köln; I. Janowski, Mühlheim: I. Gurfinkel, Mühlheim; Wolkenfeld, Emden; Jgler, Emden; Klaber, Norden; Cossen, Weener; Stratzfeld, Wittmund; Wissanski, Altona; Freimann, Hamburg; Rutschbahn 6; Lieber, Hamburg, Glashüttenstr. 89; Machbein, Hamburg, Raschestr. 3; Redlich, Hamburg, Gluckstr.; Wachtel, Hamburg. Wesermünde; Lachmann, Aurich; Ludw. Lewin, Fürth; Jakob Adler. Fürth; Meyer Wolffs, Aurich; Abr. de Breies, D. Grünfeld, Papenberg, Josef Wolffs, sämtliche in Leer (Ostfriesland); H. Hellmann, Duisburg; I. L. Lewin, Duisburg; I. B. Ganz, Gelsenkirchen; M. Kurzweil, Treuchtlingen; Salli Cohen, Augsburg, Rat. Rohberg, Hannover; Kosminski, Hildesheim: Wetzler, König stein i. Taunus; Selmannsohn, Schwanseld (Unterfranken); Abr. Fuchs, Kitzingen; Simon Ansbacher. Nürnberg; Steinbock, Burkunstadt; Seif, Aschaffenburg. Personalien. Lehrer Heinrich Ehrmann Friedberg 14. Sept. Kurz vor Eingang des Rofch-haschono-Festes trugen wir unseren Lehrer Heinrich E h r m a n n zur letzten Ruhe. Ehrmanns Name ragte weit über Friedberg, Hessen und die Gauen Deutschlands hinaus. Friedberg war es aber gegönnt, ihn 50 Jahre ununterbrochen als Führer zu haben. Er war Lehrer der Kleinen und Trotzen, geistiger Führer seiner Gemeinde aus Kanzel und Katheder, Helfer und Berater Jedermann in geistigen oder materelilen Nöten. Heinrich Ehrmann schöpfte aus zwei Kulturen und in beiden Fällen aus dem Vollen. Ein heroorraegnder cwan i'vbn, der bis zuletzt an sich arbeitete und seltener na'»«? k*t», verfügte er auch über ein hervorragendes Allgemeinwissen: ob Sprachen, Poesie, pädagogische Literatur, er war überall zu Hause. Mehr als einen Jüngling seiner Gemeinde und aus der großen Zahl seiner Pensionäre leitete er mit Nachhilfen bis zum Abitur und darüber hinaus in die Hallen der Hochschule. Co stand er auch in Friedbergs Kulturkreis autzerhalb seiner Gemeinde in höchster Achtung, wie er in den Lehrerlreisen Hessens und Deutschlands führend war. Lange Jahre war er auch der verantwortliche Redakteur der „Pädagogischen Beilage" zum Israelit. Bei all seinem Wissen und seinen Eigenschaften war Ehrmann von einer rührenden Bescheidenheit, die ihn stets in den Hintergrund treten ließ, wo es um Ehre und Aemter ging, die ihn aber in die vorderste Reihe drängte, ' wo es Arbeit und Verantwortung gab für Gemeinde und Gemeinschaft. Wegen der Festesnähe mutzte von großen Feierlichkeiten bei der Bestattung, an der die ganze Gemeinde und die Elite der Stadt teilnahm, abgesehen werden. Herr Lehrer S e e l i g beschränkte sich darauf, in kurzen Worten den Verlust der Familie und Gemeinde zu ichildern. Es wurde bekannt gegeben, datz ihm von Herrn Rabbiner Dr. Hofmann in Frankfurt a. M. der wuiv-Titel verliehen wurde. Eine größere Trauerfeier fand Mittwoch abend in der Synagoge zu Friedberg statt, über die in Verbindung mit einer näheren Würv^gung noch berichtet werden soll. n-axan. Vermischtes. Stratzburg i. E., 10. September. Es wurde an dieser Stelle wiederholt so viel Erfreuliches über neues jüdisches Leben im Osten berichtet, datz es mir angebracht erscheint auch mal vom Westen — von Stratzburg — zu berichten, datz dort eine neue Generation ganz im Sinne unserer nmpn irvm heranwächst. Ich hatte Gelegenheit, in Stratzburg eine kleine, aber doch vorbildliche nl-np kennen zu lernen, in der es kaum einen gibt, der nicht seinen Schiur hätte. Unter der bewährten Führung des Straßburger Rabbiners Dr. B r u n f ch w i g hat sich die Gemeinde mit schweren finanziellen Opfern von der neologen Majorität in jeder Weise unabhängig gemacht und steht in ihren rituellen Einrichtungen keiner der größten nach. Um sich von der Begeisterung der Jugend im Lernen einen Begriff zu machen, mutz man einem Schiur des Herrn Samuel S p e i e r beigewohnt haben. Herr Speier, ein Frankfurter Kind, hält seine Lehrvorträge in deutscher und französischer Sprache, und ich konnte in einem Cafe eine Anzahl junger Leute belauschen, die über den von ihm behandelten Stoff diskutierten. Auch die Vorträge des Herrn Dr. Nacht finden stets die größte Beteiligüug. Das iu Bezug auf r,-n»a Qualität und Sauberkeit erstklassig geführte Restaurant Klein-Bollag, in deni man täglich auch eine Anzahl Nichtjuden antreffen kann, hat Weltruf erhalten. Nicht unerwähnt ser noch, datz die Juden im Elsaß, zwar materiell nicht besonders gut gestellt sind, aber in jeder Weise als gleichwertige Bürger angesehen sind. B. H. Fortsetzung und Schluß des Reiseberichtes „Die Dreiländerfahrt des Keren Hathora" erscheint in der illustrierten Beilage zur Sukkaus-Nummer. Die Woche. Prof. Dr. Julius Hülsen Mit Prof. Dr. Julius Hülsen ist eine markante Persönlichkeit der Frankfurter Stadt und jüdischen Bevölkerung, erst 59 Jahre alt, dahingegangeu. Hülsen gehörte zu den besten Kennern Alt-Frankfurts. Kunstmaler von Beruf, war er Kenner, Freund und Förderer aller bildenden Künste, ein Mann von vielfachen geistigen Interessen ünd von einem Temperament, das ihn geradezu zwang, zu lehren und aus dem reichen Schatze seines Wissens" mitzuteilen. Tausende hatte er durch das Frankfurter Ghetto und durch die Gräberreihen des alten Friedhofs geführt, und fein Vortrag au der Stätte des Todes war so lebendig, so klar und eingehend, datz Leben aus den Gräbern den Hörern erblühte. Von Haus und von Jugend ayf nicht in Kenntnis und strenger Beobachtung des Religionsgesetzes grotzgezogen, gelangte er durch feine Studien immer mehr auf jüdische Fährte. Er hatte ein Herz voll Liebe für das alte Judentum und die Menschen, die es lehrten. Er wäre noch weiter auf dieser Bahn geschritten, wenn nicht ein jäher Tod seinem Leben und Streben ein so rasches Ende gesetzt hätte. Man wird Prof. Hülsen in weiten Kreisen ein ehrendes liebes Andenken bewahren. rraxa/v Liwjalh Chen. Die Sabbatvorttäge im Liwjalh Chen finden jetzt 4.45 Uhr (nicht 5.15 Uhr) im Hörsaale Friedberger Anlage statt. Diesen Sabbat svricht S>.err Schachnowitz über Weltteschuwoh". Gäste willkommen. Israelitische Suppenanstalt. Am 8. September 1931 fand unter Vorsitz des Herrn Rechtsanwalt Dr. Oscar Klau die diesjährige Mitgliederversammlung der Israelitischen Suppenanstalt (Jsupa) statt. Der Vorsitzende gab zunächst einen Ueberblick über das abgelaufene Rechnungsjahr und erwähnte, daß es infolge mangelnder Mittel leider noch nicht möglich gewesen sei, die Anstalt auch am Sabbat und an den Feiertagen geöffnet zu halten. Nur am Pessach fand die übliche Speisung mittags und abends statt und an den beiden .Seder-Abenden waren mehrere hundert Personen jeweils anwesend. Die tägliche Frequenz schwankt zwischen 300 bis 500 Besuchern. Im Gegensatz zur Vorkriegszeit ist die Anstalt jetzt nicht nur im Winter, sondern während des stanzen Jahres geöffnet. Die unzureichenden technischen Einrichtungen, zu deren Erneuerung jetzt kein Geld zu bekommen fei, haben es nicht möglich machen lassen, die Erwerbslosenküche in den Räumen der Anstalt aufzumachen. Die Suppeuanstalt widmet sich also auch in diesem Winter ausschlietzlich der ihr statutenmäßig obliegenden Anstaltsspeisung, der Beschaffung von Krankenkost und der Wöchnerinnen-Fürsorge. Der Vorsitzende macht schließlich noch Mitteilung von der Einrichtung eines Büros im Anstallsgebäude, für dessen Organisation er Fräulein Jolowicz, die sich ehrenamtlich hierfür zur Verfügung gestellt habe, den Dank der Anstalt ausspricht.. Sodann erstattet Herr Bergenthal den Kassenbericht. Es ergibt sich, datz die Suppenanstalt fast ausschlietzlich von den Spenden ihrer Freunde lebt und datz nur, wenn diese weiter so wie bisher eingehen. die Anstalt ihre Tätigkeit entfalten kann. Dem Vorstand wird sodann Entlastung erteilt und eines der anwesenden Vereinsmitglieder, Herr Julius Bloch, der gleichzeitig Vorstandsmitglied der jüdischen Wohlfahrtspflege ist. sagt dem Vorstand Dank und Anerkennung für die geleistete Tätigkeit. Mit einem Appell um Unterstützung der zur Zeit im Gang befindlichen Rosch-haschono- Aktion schließt die Versammlung. (Postscheckkonto 10273). Agudas Jisroel-Jugendgruppe e. V. Die Agudas Jisroel-Jugendgruppe errichtet gemeinsam mit der Synagogengemeinde „Israelitische Religionsgefellschaft" im Garten ihres Heimes (Schwanenstr. 12) eine u k k o h zur Benutzung für Jedermann. Am Donnerstag ,den 24. September, 20.30 Uhr. findet im Heim der Jugendgruppe ein I a h r zeitslernen aus Anlatz der Jahrzeit von Dir. Dr. G. Lange f. A. statt. Briefkasten. Dafjaumi: Wie Sie mit Recht bemerken, handelt es sich bei der Angabe in der vorigen Nummer, datz auf rra® der Traktat o’nos folge, natürlich um einen Schreibfehler. Wie man sich in jedem Mischnajos überzeugen kann, folgt auf na® Tr. ■pan’?. Inzwischen wird uns mitgeteilt, daß Sie einen Dafjaumi-Kalender auf Ersuchen von der Jeschiwo in Lublin erhalten können. Jamiliennachrichlen. Barmizwoh: Manfred, Sohn des Herrn Josef Windreich, Charlottenburg, Wielandstr. 41 am 1. Tag Sukkoth. — Abraham, Sohn des Herrn N. Geld, Frankfurt a. M.. Kleine Obermainstr. 28 iriKn r-isns, Synagoge Rechneigrabenstr. 121. — Awiesri, Sohn des Herrn Dr. Moses Auerbach, Berlin, Artillericstr. 31 mxx ’a’n®. — Leo. Sohn des Herrn Josef Ansbachcr, Würzburg, Neubaustr. 32 am 12. September niaio 'x di\ 7 0. Geburtstag: Simon Löwen 1ha l, München, Siegmundstr. 1. In der Kunstgewerbestube I. W e st h e i m , Eckenheimerlandstr. 3 pkr. sind in diesem Jahre besonders preiswerte, neue Kultusgegenstände, geschmackvolles Kunstgewerbe, praktische Geschenkattikel und amüsante Spiele zur unverbindlichen Besichtigung ausgestellt. Man wird bestens von fachkundiger Seite beraten. Die Eonditorei Julius Grünebaum, Frankfurt a. M., Hanausrlandstr. 4 macht uns darauf aufmerksam, datz sie besonders in Kuchen eine weitere Preisreduzierung vorgenommen hat, um den Hausfrauen die Arbeit des Selbstbackens abzunehmen. Sie liefert einige Spezialitäten zu besonders vorteilhaften Preisen und lohnt es sich wirklich, von dem Angebot regen Gebrauch zu machen. Die Sukloh steht den wetten Gästen wieder zur Verfügung. Unter anderem wird auch „Complettes Frühstück" verabreicht. (Siehe Inserat). Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chastm. Montag (auch Donnerstag), nach Schul: Mtschna Mitgliederlernen—abends 7 Uhr auch Mittwoch), Gemoro, Herr Rabb. Dr. Jof. Breuer, abends 8 iU Uhr (auch Donnerstag) Gemoro, Herr Dr. E. Posen. Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mifchna, Herr Dr. E. Posen. Bon Montag bis einschl. Freitag morgens nach Schul, im Sitzungszimmer, Gemoro Herr Dr. S. Ehrmann. Jeden abend 8 3/4 Uhr, im Bereinslokal Schaßlernen, Herr H. Holpern. Jahrreitrstiftungen. Sonntag, 20. Sept.: Jfaac Rothschild-Stiftung. Dienstag, 22. Sept.: Moses Aumcmn-Stiftung. „ „ „ Raftali Schwabacher-Stistung. Donnerstag, 24. Sept.: Abraham Ries, Michelbach-Stiftung. Agudas Iisroel-Jugend- und Madchengruppe. (Alle Schiurim wie üblich.) Liwjath Chen. Samstag, nach Mincho (%5 Uhr) im Hörsaal, Friedberger Anlage, Vortrag des Herrn Schachnowitz über „Welttefchuwoh". Beshamidrasch Ostendstratze Samstag, nachm. 5 Uhr, Muffardrofchoh des Herrn Rabb. Mosche Karpel. Gäste willkommen. Schiurim be§ Genieinderabblner,. Talmud-Schiur für Fortgeschrittene, ptj'a 't>»a imo Sonntag morg. 9 Uhr, Dienstag und Donnerstag ,abds. 201/» Ufo im Hörfaal Friedbergec Anlage 5-6. ruaaVn rro-in Arbeitsgemeinschaft für junge Leute, Samstag nachmittag nach nma für angemeldete Teilnehmer im Jugendlernzimmer Fichtestr. 5. Regelmäßige ©predjftunöe des Gemeinderabbiners während der Monate Elul und Tifchri an allen Wochentagen eineStundevor n^an nur im Amtszimmer, Friedberger Anlage 4 p t. In eiligen Angelegenheiten wolle man Sprechzeit telefonisch vereinbaren. Tel. 47135. Gemetzelte«, lrran 's naw n:w Freitag abend 6.00 Samstag 6.45 Samstag morg. 8.00 Predigt Samstag nachm. 1.00 u. 4.30 Samstag abend 7.20 Wochengottesdienft: Morgens 6.15 Nachmittags 6.00

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