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Der Israelit · 1931-09-10 · Heft 37 (10.9.1931) · page 24

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Journal
Der Israelit
Volume
72 (1931)
Issue
Heft 37 (10.9.1931)
Date
1931-09-10
Page
– (sequence 24)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 Nr. 18 D er Israelit Blätter 10. September 1931 Vorige Woche ist das seit langem vorbereitete Lese- und Lehrbuch für Beth Jacob-Schulen: „Die jüdische Neschomo" von Elieser Schindler mit Vorwort von Dr. Nathan Birnbaum erschienen. Das 120 Seiten starke Buch enthält Gedichte und Erzählungen von poetischem und religiösem Wert, Biographien, talmudische und midraschische Agadas zum Teit mit Illustrationen. Das Titelblatt ist von Dr. Salomon Birnbaum gezeichnet, der auch die orthographischen Grundsätze für die Sprachgestaltung festgestellt hat. Das Buch wird sich sowohl für die Beth Jacob-Schulen, als auch für das jüdische Haus m Polen als außerordentlich wertvoll erweisen. Orthodoxe Jugendblätter. Von den unter diesem Namen in Warschau herausgegebenem Organ der „Jeire Aguoas Jisroel in Polen" ist die Elulnummer erschienen, die besonders reichhaltigen und wertvollen Inhalt aufweist. Neben Berichten stehen laufende Fragen zur Diskussion. Aus den demnächst im Menorah-Verlag erscheinenden „Gesammelten Schriften" ist ein Aussatz von Jacob Rosenheim „Von Moria zum Sinai" abgedruckt. Aus dem weiteren Inhalt greisen wir einen beachtenswerten Aufsatz von Elimelech Partowitsch über „Agudas Jisroel nur für die Wahlen?" heraus. Eine Verinnerlichung der Bewegung und eine intensive Innenarbeit außerhalb der Tagespolitik wird gewünscht. In einem anderen Artikel wird nach Art des Dafjomi ein „Nach Schnossi'" angeregt. Die Zeirim verpflichten sich, in Gruppen täglich ein bestimmtes Pensum von Tenach zu lernen, wobei noch daran gedacht ist, in den Vereinsorganen die Materie zu vertiefen. Das Pensum muß einheitlich für alle Gruppen sein und so eingeteilt daß aus einen bestimmten Jahrestag von allen Gruppen ganz Tenach ausgelernt wird. Der hebräische Teil der Nummer bringt Gedichte und hübsche Abhandlungen schöngeistiger Natur. Auch im jiddischen Teil ist die Belletristik genügend Raum gewidmet. Die „Gelben Jugendblätter", redigiert von A. M. Krongrad. haben sich schon eine gewisse Popularität in Polen erworben. Sie wird mit dieser Nummer neu begründet. Glückwunsch-Ablösungen. Zu Gunsten des Schulwerkes der Agudas Jisroel in Erez Jisroel haben ihre d-ttd nono zu abgelöst: David Steindecker, Bechhofen (Mittelsranken),' Dr. E. Brasch, Berlin, Wilhelmstr. 3 a. Dr. med. Mayer, Düsseldorf, Kasernenstr. 16; Lehrer I. Adler, Edelsingen-Württ.; Prediger A. Bronkhorst, Esens; Kantor Baruch, Frankfurt a. M., Hotel Ulmann; Dr. S. Ehrmann und Frau, Frankfurt a. M., Hanauerlandstr. 15; Frau San.-Rat Dr. Hirsch, Frankfurt a. M., Langestratze 18; Gustav und Jeanette Kaufmann, Frankfurt a. M., Obermain an läge 22; Studienrat Mar Munk, Frankfurt a. M., Sandweg 3; Dr. S. Oppenheimer und Frau, Frankfurt a. M., Friedberger Anlage 22; Frau Dr. Roos und Kinder, Frankfurt a. M., Schöne Aussicht 5; Julius Schwabacher, Frankfurt a. M., Hölderlinstr. 5; Frau Joseph Wohlfarth, Frankfurt a. M., Jahnstr. 5; Dr. S. König, Gr. Strehlitz; Lehrer L. Kamm. Hettenhausen, Rhön; Klara Schönberger, München, Adelgunderstr. 13; Benno Gutmann, Nürnberg- Ellmgen; Markus Ansbacher, Nürnberg; Alfred Bauer und Frau, Nürnberg; Felix Gelernter, Nürnberg; Mar Gutmann und Frau, Nürnberg; Rechtsanwalt Dr. Heinrich Klein, Nürnberg; Adolf Kohn, Nürnberg; Rechtsanwalt Dr. Gustav Münz und Frau, Nürnberg; Jacob Einstein, Oehringen; Bernhard Prager, Wenings-Oberhessen; Manfred Bindiger, Wiesbaden, Kaiser Friedrich Ring 62; Felix Goldschm'cdt, Wiesbaden. Die Palästina-Centrale der Agudas Jisroel in Frankfurt a. M. wünscht allen ihren Spendern und Vertrauensleuten herzlichst rtywi ninru man trrvo. Tefilloh au der Köthel Maarowi am a:n Kjyunn. Wir machen darauf aufmerksam, daß auch am roi r»vvin für alle diejenigen eine Tefilloh an der Kothel Maarowi getan wird, die uns bis zum 12. Tifchri 5692 —23. September 1931 den eigenen hebräischen Vornamen und den der Mutter unter Einsendung von Mk. 2.— zu Gunsten des Schulwerks der Agudas Jisroel mitteilen. Palästina-Centrale der Agudas Jisroel, Frankfurt a. M. Schwanenstraße 12 Postscheckkonto 53900 Gin Werk der Agudas Jisroel in Paris. Wir entnehmen den nachfolgenden interessanten Artikel dem ..L'lloive--« Israelite" in Paris. Als Verfasser zeichnet Herr I. Bielinky. Das Problem der Sabbatruhe in Paris ist eng verknüpft mit den allgemeinen Arbeitsbedingungen. Wenn es in Paris einige wenige jüdische Arbeitgeber gibt, die am Samstag nicht arbeiten, so scheinen sich die anderen, einerlei, ob sie mit Nichtjuden assoziert sind oder nicht, darum nicht übermäßig zu bekümmern, abgesehen von der Tatsache, daß die Mehrheit der jüdischen Arbeiter in nichtjüdischen Häusern angestellt sind. Man muß anerkennen, daß Schwierigkeiten aller Art sich vor dem jüdischen Unternehmer erheben, der den aufrichtigen Wunsch hat, sein Geschäft oder seine Fabrik am Samstag zu schließen (Sonntagsruhe, teilweise nichtjüdisches Personal, Konkurrenz, Krisis usw.). Unter diesen Umständen muß man einen entschlossenen Geist besitzen, um der Versuchung der Sabbatentweihung zu widerstehen. Wie viele unter den Tausenden von eingewanderten Familien, um die es sich ja im wesentlichen handelt, besitzen diese Festigkeit, zumal ihre Existenzbedingungen, ganz abgesehen von der religiösen Pflicht, schlecht genug sind. Es gibt jedoch einen Teil dieser Bevölkerung, der den allgemeinen Bedingungen der Fabriken nicht unterliegt: Es find dies die Heimarbeiter. Sie können leicht den Sabbat beobachten, indem sie am Sonntag'arbeiten. Aber viele jüdische Arbeiter, die das gerne möchten, werden durch ihre schlechten Wohnverhältnisse (ein einziges möbliertes Zimmer für eine ganze Familie) daran gehindert, Heimarbeit zu betreiben. Dieses Problem hat die Aufmerksamkeit des Herrn Mathieu Müller, des aktiven Präsidenten der Pariser Agudas Jisroel auf sich gelenkt, eines jener Menschen, die treue Anhänglichkeit an die religiösen Traditionen mit einem den Realitäten des modernen Lebens zugewandten energischen Geiste verbindet. Mr. Müller hat die Lösung des Problems gefunden, indem er die erste 8oeie1e Cooperative ouvriere de produetion (Arbeit-er- Produktivgenossenschaft) ins Leben rief und zwar eine Gesellschaft von Schneidern, die zusammen in einem Lokale arbeiten werden. Zu den Vorteilen der Cooperation tritt so die Möglichkeit, zrx-m mm wn die gemeinsame Arbeit zu organisieren, indem man sich den religiösen Vorschriften anpaßt. Jedenfalls verdient die Initiative von Mr. Müller, die erst in ihren Anfängen steckt, die größte Aufmerksamkeit und Ermutigung sowohl moralischer als materieller Art. Sie könnte sich, nachd^n die Schneider erfaßt sind, auch auf andere Handwerkszweige ausdehnen, natürlich mit Ausschluß derjenigen, die nur auf großinudstriellem Wege arbeiten können. Das Lokal dieser ersten religiösen Arbeiterkooperation befindet sich in einem friedlichen Winkel des quartier latiu und dient gleichzeitig als Sitz der Pariser Ortsgruppe der Agudas Jisroel. Es ist ein einzigartiges Milieu, dieser Ortsgruppensitz unter den zahlreichen jüdischen Gesellschaften von Paris. Während des Tages mit Maschinen angefüllt, dienen die gleichen Räume am Abend den Zusammenkünften für die religiösen Studien, für Aussprachen, Konferenzen usw. Das Werk scheint uns durchaus der Entwicklung fähig. Da ja die Produktivgenossenschaften an sich überall sehr gut arbeiten, ganz abgesehen von jeder religiösen Tendenz, so daß sie von den großen jüdischen Organisationen, z. B. der Jca, in Osteuropa ermutigt und unterstützt werden, so ist nicht einzusehen, warum sie nicht sich in gleicher Weise auch unter der Aegide der Religion entwickeln könnten. Diese erste Arbeiterkooperation ist das Werk der Agudas Jisroel. Die Gründung der Pariser Ortsgruppe dieser Organisation wird ebenfalls der Initiative des Herrn Mathieu Müller verdankt. Aus den Satzungen der Pariser Sektion, die am 11. Februar deponiert wurden, ergibt sich, daß sie bezweckt, ein Band zu schlingen um alle in Frankreich wohnenden gesetzestreuen Juden, sie bei der Vollbringung ihrer religiösen Pflichten zu unterstützen, die religiös-jüdische Jugend zu sammeln und zu organisieren, um sie zu bewußten Bekennern des Judentums zu erziehen, im Geiste, der. Thora und der Tradition alle Probleme zu lösen, die sich der jüdischen Gesamtheit darbieten, sowohl in Palästina als in der Diaspora, alle geeigneten Mittel zu ergreifen, um die materiellen Lebensbedingungen der Juden zu verbessern, soweit die Schwierigkeiten durch die Treue zur Religion hervorgerufen sind, sowie auch nach außen mit allen materiellen und moralischen Mitteln die Wahrung der Gesetzestreue zu propagieren. Ein besonderes Kennzeichen in der Konstitution der Agudas Jisroel ist ihr Rabbinischer Rat. Nach Artikel 10 der Satzungen der französischen Abteilung werden die Mitglieder des Rates erstmals vom Verwaltugnsrat ernannt, alsdann ergänzt der Rabbinische Rat sich selbst. Folgende Rabbinen sind bereits ernannt worden: Die Herren Rabbiner Langer-Paris, Weil-Kolmar, Brunschwig-Straßburg, Bloch-Barr. Das Komitee der Agudo konstituiert sich wie folgt: Präsident Mathieu Müller, Generalsekretär L. Rosenberg, Schatzmeister Theo Klein, Mitglieder: Alexander Klein, Schlesinger, Stefansky, Rosenblum, Frankfurter und Klapstch. Das Ehren-, Präsidium bilden die Rabbinen Weiskops und Langer, sowie die Herren Naphtalie Levy, Prague und Henri Weil. Es wäre ein Irrtum, zu glauben, daß die Gründung der Agudas Jisroel in Paris erst jetzt erfolgt sei, da eine kleine Sektion dieser großen Weltorganisation schon vor dem Kriege unter der Ehrenpräsidentschaft von Rabbiner Weiskops bestand und unter der Leitung von Naphtalie Levy und Kommandant Lipman. Im Jahre 1914, nach dem Tode des unvergeßlichen Herrn Tedesco, beschloß die Gruppe, einen Fond auf seinen Namen zu stiften. Dieser Fond wurde von Herrn Naphtalie Levy verwaltet und vermehrte sich beträchtlich. Zu Beginn dieses Jahres wurde dieser Fond nun aus Verlangen von Mr. Müller für die Neukonstitution der Agudas Jisroel auf einer festeren Basis und für die Schöpfung der Ärbeiterkooperative zur Verfügung gestellt. Demnächst wird in dem neuen Lokal eine marmorne Gedenktafel angebracht werden, die an die Wirksamkeit Tedescos und an seine Verdienste erinnert. In der neuen Kooperative wird wie überall 48 Stunden wöchentlich gearbeitet, jedoch werden diese 48 Stunden auf 5 Tage verteilt. Samstag und Sonntag werden die Lokalitäten für junge Leute, sowohl wie für Schüler zum Zwecke des Talmudstudiums zur Verfügung stehen, die Abende sind Vorlesungen und Schiurim gewidmet. Ein Talmudschiur Montag und Donnerstag von 8.30 bis 10 Uhr ist bereits unter Leitung des Herrn. Stern eingerichtet. Man darf hoffen, daß diese neue Stätte echt jüdischen Lebens unter der rührigen Leitung von Mr. Müller sich weiter entwickeln und dem ganzen französischen Judentum zum Segen gereichen wird. Oerntabelle für Mischnah Iaumis im Tifchri 5692. Monat Dutum Masechtoh Perek Mischnah 12. 9. 1. Tifchri Demai 7 6. 13. 2. 7. 14. 3. 8. 15. 4. Kilaim 1 1. 16. 5. 1 2. 17. 6. 1 3. 18. 7. 1 4. 19. 8. 1 5. 20. 9. 1 6. 21. 10. — — — 22. 11. Kilaim 1 7. 23. 12. 1 8. 24. 13. 1 9. 23. 14. „ 2 1. 26. 15. 2 2. 27. 16. 2 3. 28. 17. „ 2 4. 29. 18. 2 5. 30. 19. 2 6. 1. 10.20. „ 2 7. 2. 21. 2 8. 3. 22. „ 2 9. 4. 23. „ 2 10. 5. 24. 2 11. 6. 25. 3 1. 7. 26. 3 2. 8. 27. „ 3 3. 9. 28. „ 3 4. 10. 29. 3 5. 11. 30. „ 3 6.

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