Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 37 (10.9.1931)
- Date
- 1931-09-10
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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debx [HEDIMIEHfH] ß?ipn ddkVö Organ des Ifteichsvevbaitdes deufsehev Schochfim Er sch eint periodisch als Beilage zum „Israelit" I I DfHitHJtaiaat Hif¥==rtgi[ t. Jahrgang Frankfurt a. M.» -en lo. September 1931/28. (Hui 5691 Nr. 5. Zur Jahreswende. Rückblick und Ausschau, von Gustav Reustädler in Bad Lissingen Das erste Verbändsjahr des R. V. von Schochtim in Deutschland ist abgelaufen und es gebührt sich wohl, ein Wort über seine Tätigkeit, die sich, wie es bei so jungen -Organisationen nicht anders zu erwarten war, im Stillen vollzogen hat, zu reden, wenn auch nicht alle Hoffnungen, die bei der in Mainz stattgefündesten Gründungsfeier gehegt wurden, in Erfüllung gingen. Vier Landesverbände mit mehr als 100 aktiven Mitgliedern sind dem R. V. angeschlossen und haben trotz mancher Schwierigkeiten, besonders finanzieller Art, viel .Ersprießliches geleistet. Insbesondere sei hier der Ein- 'führung von Lern- und Fortbildungskonserenzen gemacht, die sicherlich dazu beitragen werden, Schochtim heranzubilden, die unseren Mindestforderungen, der 'Schachet müsse ein Jodea Sefer sein, entsprechen; eine Forderung, die bis heute bei der Erteilung der Kaboloh -sehr oft vermißt wird. Der wirtschaftliche Kampf vieler Schochtim und die nur sehr spärlich zur Verfügung gestellten Mittel anderer Organisationen gestatten es leider nicht, daß diese Lernkonserenzen in regelmäßigen Zeitabschnitten stattfmden können. Es wäre deshalb sehr zu begrüßen, wenn diverse Verbände, wie Agudas Jisroel, Freie Vereinigung, Verband gesetzestreuer Gemeinden in Halberstadt, Bayerischer Landesverband, gemeinsam diese gewiß gute -Sache fördern würden. Die Verbandstätigkeit selbst bestand zunächst darin, -möglichst viele Landesverbände zu gründen und möglichst alle Berufskollegen auf diese Weise für einen Zusammenschluß zu gewinnen. Aus Gleichgültigkeit stehen bis heute noch sehr viele Schochtim unserem Verbände fern, Egoismus hält noch sehr viele davon zurück, das kleine Opfereines minimalen Jahresbeitrages zu bringen, von deren Eingang das Erscheinen der Verbandszeitung bedingt ist. Ist es an und für sich sehr bedauerlich, daß es heute noch Beamte gibt, die sich nicht dazu aufringen können, ein kleines Opfer zu leisten, Das der gewöhnlichste Fabrikarbeiter zu bringen bereit ist, so begrüßen wir es um so mehr, daß unsere Mitglieder bereitwilligst das von ihnen geforderte Opfer gebracht und uns in der Arbeit unterstützt haben. In den einzelnen Landesverbänden fanden wiederholt Mitgliederversammlungen statt, über deren harmonischen Verlaus regelmäßig an den R. V. berichtet wurde; in jüngster Zeit durch den Verband Westfalen-Rheinland am 16. August und Verband Ostfriesland am 23. August (ausführlicher Bericht darüber folgt). Zusammenfassend darf wohl gesagt werden, das erste Verbandsjahr des R. V. von Schochtim in Deutschland kann als ein erfolgreiches bezeichnet werden. Möge das die noch außenstehenden Kollegen aufrütteln —mah loch Rirdom! Unseren Mitgliedern aber wünschen wir ein Schenas brochoh! Ich bitte alle Kollegen, mir über Jubiläen unserer Mitglieder nicht immer erst nachträglich zu berichten! Der Reichsverband muß bestehen bleiben! Von Ifac Lubinski in Schweinfurk a. 2tt. Der seit über einem Jahre bestehende Reichsverband von Schochtim, der unter großem Enthusiasmus gegründet wurde und auf dessen erfolgreiche Wetierentwicklung man große Hoffnungen zu setzen berechtigt war,- hat leider bisher aus seinen Anfangsstadien noch nicht herauskommen können, üm ein inss? ns ««na m zu werden, und es will sogar scheinen, daß dieser R. V. einer np'va vmv anheimzusallen droht, wenn ihm keine neuen pulsierenden Kräfte zugesührt werden. So drängt sich jedem Einzelnen von uns die Prophetenfrage auf:?nVxn nmxyn nnnnn Werden diese „verdorrten Gebeine" in unserer Schochtim-Organisation wieder lebendig werden können? „Sie können und werden wieder lebendig werden!", muß die Antwort lautep, wenn unsere Kollegen nicht runaV pinn flehen wollen, sondern den ^--Gedanken sich mehr zu eigen machen, wie es bisher der Fall war; denn, wenn man den tieferen Gründen dieser Stagnation nachgehen will, so ist sie nicht bei der Leitung zu suchen, die sich wirklich alle Mühe gab und gibt, den Verbandsgedanken hochzuhalten, sondern die Schuld liegt vielmehr bei den vielen wvniv selbst, im besonderen bei den Kollegen in den Großgemeinden, die unserer Bewegung ein nur sehr geringes Interesse entgegenbrachten und denen jede organisatorische innere Verbundenheit mit den B'ttrwn V?o fehlt. Es muß hiermit offen ausgesprochen werden, — wenn unsere Kollegen in den Grohgemeinden meinen, daß sie infolge ihrer vermeintlichen besseren sozialen Stellungen eines Zusammenschlusses nicht bedürfen — „unser Verband ist nicht nur zur Erreichung materieller Ziele ins Leben gerufen worden; feine Gründung ist vielmehr auf ideelle Motive zurückzuführen und ist ein Produkt der geistigen Zeitnot." Muß es nicht in Zeiten tiefster wirtschaftlicher Depression und höchster jüdischer Not einem wohltun, als •■mV einer größeren Organisation anzugehören und pm c>'->2n noch mehr als bisher zu pflegen? In Zeiten der Not kann und darf sich kein vme? in Deutschland unter der Devise von 'V mm niVs? dem wvnis?n Wd entziehen, um ein Tosn p mm zu sein. Unser Verband ist jung und steht noch an.der Schwelle seiner Entwicklung. Sorgen wir dafür, daß er aus dem iiirn», in dem er sich noch befindet, in den pVpiv hineinkommt. Geben wir ihm den n”nn do, den er benötigt, damit er leben und gesunden kann, um ihn — ohne etwas für ihn getan zu haben — nicht einfach sang- und klanglos sterben zu lassen. Unsere oberste Pflicht muß es jetzt sein, wenn wir überhaupt noch gewillt sindihn am Leben zu erhalten, Versuche zu unternehmen und „Sanierungsmaßnahmen" zu ergreifen, sei es durch nochmaligen Aufruf an bekannte und unbekannte Kollegen, in dem die Notwendigkeit vyn mvnivn mir plap in markanten Worten zum Ausdrück kommt oder daß die Verwaltungen der Bezirksverbände einen bestimmten Tag proklamieren, an dem sämtliche Bezirksverbände tagen und aus denen Kundgebungen in die. v'vnir? Reihen dringen. (Wie oft sollen die Lässigen noch än ihre Pflicht erinnert werden? Neust.) Jeder Bezirksoerband muß intensive Arbeit in seinem eigenen Bezirk leisten und sich Mühe geben, die Kollegen, die in seiner Nähe sind, zu überzeugen und in seinen Verband hineinzuziehen. Erst wenn wir stark organisierte lokale Verbände haben, kann der R.-V. seine npi? aus diesen Verbänden ziehen. Daß dazu uns ein eigenes Fachblatt die größten Dienste leisten kann ,ist, wie ich glaube, von den meisten Kollegen noch nicht richtig erkannt worden. Wir müssen vor allem darauf sehen, daß die Mitgliedsbeiträge pünktlich gezählt werden, damit unsere Zeitung in engen Zeiträumen erscheinen kann, um den einzigen Kontakt mit unseren Kollegen, den sie bildet, nicht zu verlieren. Das schönste Automobil und sei es noch von der besten Marke und hätte es auf seinem Führersitz den tüchtigsten Chauffeur, ee: fann nicht fahren, wenn man der Maschine keinen Metriebsstoff zuführt. Es unterliegt keinem Zweifel, daß dieses junge Bäumchen trotz seines Mwachen Beginnens mit der Zeit Wurzel schlagen, blühen und gedeihen wird, wenn ihm die Bedingungen hierzu gegeben werden und unser R.-Vin Zukunft ein pnn» wird und an ihm das Midrascherat in Erfüllung geht: nn -naVia 01m crrnu am r>ny vvdst mV nVsKM am ep V’axn msvoi -px» tpnya nvn n«n “intus? nns misxa naVia mos? pn 'on'tr -nVis? ns na? vnnV . -mm naVia Wir wollen Höften — und warten ... Sine Zeit und Schechlkohftage. Von B. Holzmann in Oberhansen. Jedes Unglück hat feine Ursache. Die Ursache , des Unglückes aber läßt sich auf zwei verschiedene Arten zurückführen. Ein Einzelner, (das Individuum) kann durch das Verschulden der Menge ins Unglück geraten, weiterhin aber kann das Individuum durch sein eigenes Verschulden ein Volksunglück heraufbeschwören. Betrachten „wir thoratreuen Juden" unsere nicht allzurosige Lage, die ernste Zeit, der Politik, den religiösen Verfall, so muß jedem zweifellos die Frage des folgenden Satzes auftauchen: pa ‘naa pä» ’S '3713^> 5713 p*? pa 0*T^ DT Wenn einem die Vorschrift über den Unterschied von Blut, Gesetz und Plage zweifelhaft erscheinen, dann wird ihm das Gesetz als eine Art Wunder erscheinen. Wenn schon Raschi den Unterschied 5713 2"N plb 'X21 pn 13NV ÜlV «vv 0*1 'YI77B 3713!? 8»V erklären will, so liegt gewiß in diesem Vers ein Sinn, der auch die heutige Zeit betrifft. — Durch ein Schächtverbot, durch Mischehen und Abfall weiter Kreise vom nmu ist unbedingt ein Unterschied zwischen Blut und Blutung rrsv vi gemacht. Darf durch das Festhalten an der Tradition dem jüdischen Volke sein Anspruch auf die bürgerlichen Rechte abgesprochen werden? Kann durch die Schuld eines Einzelnen nfr 3713 pa das ganze Volk verurteilt werden? Diese und ähnliche Fragen tauchen vor uns auf. Fragen, Unterschiede waren uns Juden von jeher Anregung zu Diskussionen. Wenn wir solche Prozesse analysieren, wenn wir uns mit offenem Gewissen die Frage vorlegen und uns Rechenschaft darüber abgeben, was und wie wir handeln sollen, dann ist der Nachsatz, unseres Verses eine Bestätigung der von uns aufgestellten Behauptung. Jedes Unglück hat feine Ursache! •purpa-man na*7> Streit, Uneinigkeit sind in deinen Reihen. Wenn der Schachet, der ein ffnpn riDKhnausübt, von der Gemeinde oder sonstwie für eine degradierte Person gehalten und als solche behandelt wird, dann wird sicherlich auch seine Tätigkeit, die Schechitoh herabgewürdigt. Deshalb kann auch den außenstehenden Feinden der Schechitoh kein Vorwurf gemacht werden, wenn sie (lfie tumosom) eine Vereinigung von iinv uvv vi erzwingen wollen. Soll es beim pi2 pi verwunderlich erscheinen, wenn der Jude überhaupt einem Ausnahmegesetz unterworfen werden soll? Ist die Krone unseres Ruhmes v'3V"2 o^oi ä’3am wirklich so zerschmettert, hat die Einheit und die Einigkeit, das Zusammengehörigkeitsgefühl, das das Pflichtbewußtsein von früher, wo noch Wert auf die Religion und ihre Vorschriften gelegt wurde, wirklich so gelitten, daß die Strafe darin besteht, daß durch das Individuum — denn erfreulicherweise sind es nur Einzelne, denen das Pflichtbewuhtsein fehlt — das ganze Volk verurteilt und verdächtigt wird? n^37i napi Erwache und besteige den Weg der Gerechtigkeit!