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Der Israelit · 1931-09-10 · Heft 37 (10.9.1931) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
72 (1931)
Issue
Heft 37 (10.9.1931)
Date
1931-09-10
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
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10: September 1931 D-e r I s r a e Mt Nx. 37 . Seite 9 Hermann Lehmann / Zu seinem 10 0. G e b u r t s t.a g -e. Ortsgruppe Frankfurt (M) des Jüdischen Frauenbundes. Hilfe für Hebron. i /! ‘[,,s ' Jerusalem, 4. r\ Ein Aufrüf will' alle Kräfte^ für dep. Wiederaufbau des Ülten JifAiw' Heb'rdn'',sammzeln.. Nach zwei Jqhi/en völliger'Beröd^lng haben "vor einigen Monaten, ,aygeregt und 'ermuntert durch die vielen Aufrufe, einige Familien es unternommen, als erste Pioniere in die heilige Heimat zurückzukehren., Es gilt nunmehr, die Lebens- ' Möglichkeiten für das jüdische Hebron neu zu schaffen. Es ist bis jetzt eine Mensa unter dem Titel mmik noian gegründet worden, die den Neuankommenden ein Asyl bietet, von dem aus sie sich in Ruhe um eine Existenz umfehen können. Diese Institution als erste und beste Möglichkeit für den Wiederaufbau Hebrons muß erhalten und ausgebaut werden. Dazu bedarf es der weitgehendsten Unterstützung im Lande und auch des Auslandes. Geistige Kinderfürsorge. Jerusalem, 1. Sept., Ein Jugendverein unter dem Titel "uuV macht sich zur Aufgabe, jüdische Kinder in'den schulfreien Stunden, .oder-.auch solche, die keinen geregeltest Unterricht haben/ von der Straße wegzubrmg'en, um sie in Fortbildungskursen in die tiefere Kenntnis des jüdischen Schrifttums einzuführen, wie auch sonst erzieherisch auf sie einzuwirken und sie vor schlechter Gesellschaft zu schützen. Die Organisation gliedert sich in drei Abteilungen, die von dem älteren Jeschiwajüngerst bts zu den kleinsten Talmudthoraschülern erfassen ' sollen. Die Erfolge, die diese Foxtbildungsaktion bereits gezeitigt hat, lassen sie als geistige Rettungsaktion für die jüdische Jugend Jerusalems erscheinen. Vermischtes Mainz, 3. Sept. Im Monat April zog ein Trupp Nationalsozialisten von etwa 100 Mann durch den Ort Dexheim bei Oppenheim und sangen dabei ihre Kampflieder, die eine Herausforderung der republikanischen Bevölkerung waren. In einem Lied hieß es: „Erst wenn die Juden bluten, dann ist das Volk befreit". — Es wurde Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Mainz erhoben, da die Tendenz des Liedes offen den Judenmord ausspricht. Grund zu der Anzeige lag um so mehr vor, als wenige Tage vorher Dr. Goebbels, der im „Angriff" dieses Lied abgedruckt hatte, vom Berliner Gericht wegen Aufreizung zum Klassenhaß zu 500 Mark Geldstrafe verurteilt worden war. Die Staatsanwaltschaft in Mainz jedoch sah in dem Lied keinerlei Aufreizung zum Klas-i senhaß und Gefährdung des öffentlichen Friedens. Sie begründete den Einstellungsbeschluß wie folgt: „Hessische Staatsanwaltschaft, I. 3837/31-, betreffend: Strafsache gegen Strub, Friedrich, in Nierstein. Beschluß: Einstellung des Verfahrens. Eine Gefährdung des öffentlichen Friedens ist nicht erweislich. Durch das Singen des Liedes kann feststellbar nicht die Gefahr begründet werden, daß, wenn auch nicht sofort, so doch bei einer sich bietenden Gelegenheit, es zu Gewalttätigkeiten zwischen Vevölkerungsklassen komme, zumal Angehörige jüdischer Konfession in Dexheim nicht wohnen.! Aber abgesehen hiervon, läßt sich nicht beweisen, daß eine vorsätzliche Anreizung geschah und darüber hinaus! ist nicht erweislich, daß das Wollen des Beschuldigten die Begehung von Gewalttätigkeiten und die Gefahr-' düng des öffentlichen Friedens mit umfaßte," Wien. Zu den kaufenden Berichten .über, die Studien-' reiife des Keren Hathora 'im „Israelit" wäre ergänzend nachzutrageir, daß der SammelpuM' der Gesellschaft Wien war und daß die hiesige Agudas Jisroel-Jugendgruppe den Anlaß wahrnahm, um der Gesellschaft ein kleines Fest zu geben und der Exkursion damit einen vielverheißenden Auftakt zu sichern. Am inna -v niv rief sie ihre Freunde zu einer a rrma zu Ehren der Gäste zusammen. Zwar waren die Teilnehmer noch nicht alle vollzählig da, aber aus den Kreisen der orthodoxen Jugend waren so viele gekommen, daß man die Feier vom Agudolokal auf den Dorhof der „Schiffschul" verlegen mußte. Dort waren Tische ausgestellt ><"*) gut gedeckt, und bei guten Reden und Gesängen leierte man Sabbats Abschied. Im Namen der Iugendgruppe begrüßte Herr Spitzer die Gäste und wünschte ihnen gute Reise. Von den Gästen hielten mit min nm gewürzte Reden die Herren Rabbiner Dr. Bohrer, Gailingen, Rabbiner S a l o m o n aus Holland und Lehrer Beni S a f f r a aus Gemen in- Westfalen. Erst in später Nachtstunde trennte man sich mit den besten Wünschen für die Reisegesellschaft, die bekanntlich inzwischen ihre volle Erfüllung fanden. Familiennachrichken. Barmizwoh: Erich, Sohn des Herrn Salomon Gittler. Frankfurt a. M., Hansa-Allee 5, Samstag, 19. September 1931 laNrrn rnsis mit? ras; Synagoge Vörneplatz. — Franz Herbert, Sohn der Frau Max Grebenau Wwe., Sandweg 3, 19. September, ir>nw n«ns na«?- Synagoge Friedberger Anlage. Hundert Jahre sind am Erew Rosch-haschono verflossen, seitdem der im Kreise seiner Zeitgenossen unvergeßliche v'pi'rr trw der Frankfurter Religionsgesellschaft, Hermann Lehmann b~3r, das Licht der Welt erblickte. Viele werden sich freuen, aus diesem Anlaß i' f * d wieder einmal die Züge des eigenartigen Mannes, in dessen Auge ein Strahl des ja? ja leuchtete, vor sich zu sehen. Jene freundlichen Züge, die mit ihrem Schimmer das Herz der Gebeugten äufrichteten, und doch nur eine schwache Vorstellung davon gaben, welches unaussprechliche Maß von jüdischer Menschenliebe und alle Schwierigkeiten überwindender Energie des Wohltuns in diesem großen Herzen wohnte. Mehr als je täten unserer Zeit Persönlichkeiten seines Schlages not! Sein Andenken wird unvergessen sein, und die Erinnerung an ihn . mag aufrichtend und a n f e u e r n d in den schweren Zeiten wirken, denen wir entgegengehen. -ins i>vi uht by p' iman v"nn 1112a nnis ivsa snn Stellenvermittlung. Wenn, wie in diesem Jahr, Rausch haschonoh mit Sabbath zusammenfällt, so ist die treue Hut des Sabbaths ein überaus beredter Fürsprecher für alle diejenigen, die trotz der Nöte der Zeiten für sich und für andere heilige Feier des Sabbaths mit dem ganzen Ausmaß ihrer Kräfte fördern. Wir gestatten uns daher, angesichts des schweren Existenzkampfes, in welchem sich Hunderte und Aberhunderte befinden, den innigen Appell an alle Prinzipale. ganz besonders auch in den mittleren und kleineren Gemeinden, zu . richten, sabbathfreie Stellen uns baldmöglichst anzugeben, damit wir in der Lage sind, geeignete Reflektanten für diese Posten",nachzuweisen. Denjenigen Geschäftsinhabern, welche unsere Bestrebungen im vergangenen Jahr gefördert /haben, sprechen wir unseren innigen Dank, und herzliche v/mia-Wünche aus/ Meldungen sind zu richten an die Schoiyre Schabbos- Stellenvermittlung, Frankfurt a. M.,. Schwanenstr. 12. Sprechstunden Montag abend zwischen 8—9 Ahr und Mittwoch vormittag zwischen 11—1 Uhr. Agudistische Frauenorlsgruppe Frankfurt a. M. Am Montag, den 7. September, sprach Herr Dr. S. Ehrmann über das Machsor der Jomim Hanauroim. Der Redner fesselte die Zuhörer durch schöne Erklärungen, die aufrichteten aus der Schwere der Gegenwart. Am Montag, den" 12. Oktober, findet die Mitgliederversammlung statt, wobei die Einteilung des schönen und reichhaltigen Winterprogramms besprochen wird. Jüdische Kunstdenkmäler. Das soeben von der Gesellschaft zur Erforschungjüdischer Kunstdenkmäler, Frankfurt a. M.> Fahrgasse 146, für ihre Mitglieder herauszegebene Notizblatt 28 enthält die mit zahlreichen Jllutrationen versehene Fortsetzung des Kataloges der Befände im v. Rothschild-Museum, Frankfurt a. M. Die drei Hauptgruppen, die Historisches, Biographiches und Ritualien umfassen, sind durch verschiedene Vorzeichen in Unterabteilungen aufgelöst, die ohne Schwierigkeiten die Einreihung der Neueingänge an der zeitlich oder sachlich gebotenen Stelle durch Fortsetzung der Zahlen- oder Buchstabenreihe ermöglichen. Außer den Abbildungen, die insbesondere bei den Manuskripten nur Teilansichten geben können, verdient auch die eingehende Beschreibung der nichtabgebildeten Gegenstände Beachtung, weil sich daraus mehrfach die künstlerische wie auch volkskundliche Bedeutung der Sammlung ermessen läßt. Eine-'Reihe Frankfurter jüdischer Fiäuenvereine veranstaltet am 14. September abends 8.30 Uhr in der Frankfurt-Loge, Eschersheimerlandstraße eine Versammlung mit dem "Thema: ,„1932". Referenten: Margarete Sustnann,' Päülä^ Nassauer, Jüstizrat Blau. Generalköstsülat der Republik Polen in Frankfurt a. M. Das Generalkonsulat teilt mit, daß die Bürostunden für die Interessenten mit dem 15. September 1931 geändert werden, und zwar wird das Generalkonsulat offen sein von 9—12 Uhr. Briefkasten. Lehrer H. in H. Wohin sollte es führen, wenn wir über die Predigten, die Rabbiner in ihren eigenen und Bezirksgemeinden halten, lausend berichten wollten? Wir können leider auch in Ihrem Falle keine Ausnahme machen. D. F. in M. Im Dafjaumi findet am 27. Clul der Sljum auf den Talmudtraktat Sabbath statt. Es beginnt also am 23. Elul der Abschnitt v'nos. Einen Kalender des Dafjaumi besitzen wir nicht. M. P. in Wien. Die Adresse Ist: Soncino-Gesell-- schast, Berlin E. 2, Kaiser Wilhelmstr. 12. In dem früheren Cabaret H ö lle wird unter neuer Direktion, eines artistischen Fachmannes Rudolf Huttern a n n , ein eigenartiges Vergnügungslokal am 1. Sept. eröffnet. Die früheren Räume sind vollständig neu renoviert und 2 Bühnen eingebaut worden. Als besondere Attraktion wird zum erstenmal Tanagra, die geheimnisvolle Wunderbühne der nur 25 cm. großen Menschen oorgeführt. " Den unvermeidlichen Pelzbesatz in dem jetzt beliebten, gelockten Pelzwerk finden Sie am sichersten und in der größten Auswahl im 1 a u b e n g ra u e n Haus Biebergasse 7. Dort werden Ihnen auch die neuesten und chicsten Kragen- und Besatzformen vorgeführt. Die erstklassige Maßarbeit dieses Hauses in Mänteln und Jäckchen, und die selbstverständliche Preiswürdigkeil braucht nicht erwähnt zu werden, da sie den meisten unserer Leser bekannt ist. Dastaubengraue Haus Biebergasse 7 ist das einzige Haus in Frankfurt, das schon über ein halbes Jahrhundert von oben bis unten nur der Pelzlagerung und Pelzverarbeitung dient. Frankfurter Vereinskalender. verein Mekor Lhajim. Montag (auch Donnerstag), nach Schul: Mischna Mitgliederlernen— abends 7 Uhr auch Mittwoch), Gemoro, Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer, abends 81/4 Uhr (auch Donnerstag) Gemoro, Herr Dr. E. Posen. Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mischna, Herr Dr. E. Posen. Bon Montag bis einschl. Freitag morgens nach Schul, im Sitzungszimmer, Gemoro Herr Dr. S. Ehrmann. Jeden abend 8 3/4 Uhr, im Bereinslokal Schaßlernen, Herr H. Holpern. Jahrzeitrstiftunzen. Freitag, 18. Sept.: Moritz Kallman-Stiftung. Agudar Jivroel-Jugend- und Mädchengrnppe. Montag bis einschließlich Freitag, 9—12 Uhr, Gelegenheit zum Lernen unter Leitung des Herrn Holpern. 12-18 Uhr, Wettschiur Das Jaumi. Dozent: Herr Herz Holpern. 20—21 Uhr, Französischer Sprachunterricht. Dozent: Herr Studienrat I. Kaufmann (in der Wohnung des Dozenten). 20—21 Uhr, Sprechstunde der Stellenvermittlung. 2Qlj2~2i1l2 Uhr, Schiur für Jugendliche (Bowo Kamo). Dozent: Herr Rabbiner Horovitz. 20*/2—22 Uhr, Hilchaus Schabbos, Herr Rachelsohn - \ (Privatwohnung Zetl 2). 203/4—22 Uhr, Mischna (Seder Maued) Herr Gers. Schnerb (Privatwohnung Kantstr. 4). 21 Uhr, Arbeitsgemeinschaft I. Landau: „Agudas Jisroel" (geschlosf. Zirkel). Dienstag. 20l/4—21 Uhr, Bowo Kamo, Herr Dr. Willi Hofmann (Privatwohn. Mauerweg 34). 20l/2—2IV2 Uhr. Englischer Sprachunterricht. Dozentin: Frl. Dr. Studienrätin-R. Labensky. 203/4—213/4Uhr, Arbeitsgemeinschaft Dr. W. Hofmann, „Die Ideologie der Agudas Jisroel" (Privatwohn. Mauerweg 34)/ geschl. Zirkel. 21—22 Uhr, Brochaus, Herr Wollmann. Mittwoch, 11—13 Uhr, Sprechst. der Stellenvermittlung. 20l/2—211/2 Uhr, Stenogrophieunterrkcht, Herr S. Adler. 20V2—211/2 Uhr, Schiur für Jugendliche (Bowo Kamo), Herr Rabbiner I. Horowitz. 21—22 Uhr, Schulchan Aruch, Herr L. Oppenheimer (Privatwohnung Bärenstraße 12). 21—22 Uhr, Makkaus. Herr Herm. Bing. Dm 7— Uhr, Frühminjan. IOV2—HV2 Uhr, Schulchan Aruch, Herr Louis Kahn. 12—13 Uhr, Wettschiur, Das Jaumi. Herr Holpern. 15—16 Uhr, Bowo Kamo, Herr Dr. Hofmann. 15—16 Uhr, Brochaus, Herr Wollmann. 151/2—I6H2 Uhr, Schulchan Aruch, Herr Th. Spiegel, (PrioatwohnuOstendstraße 11). 21—22 Uhr, Tnach, Arbeitsgem- '.tjchaft Gerfon Schnerb (in der Wohnung Kantstra'''-' 4). Kurse i" französisch, Englisch, Stenographie, sowie sämtliche Schiurim wie gewöhnlich. Besondere Veranstaltungen. Am ersten Tag Rausch Haschono 15.30 Uhr spricht in Rahmen des Daf Jaumi (Scyrn "nftr. 12) Herr Herz Holpern über Rausch Haschono am Schabbos.

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