Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 35 (27.8.1931)
- Date
- 1931-08-27
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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/ ) c PäJaqoqisJ)e Heil zum _!L*srae E.D-&, Organ des Kundes gejetzestreuer Msther Kehrer Deutschlands. Berantwortliche Schriftleitung: L. Kaufmann, Sprri,dUngen (Kreis Offenbach). •n ’ V ’ V Nachdichtung von B. Wolfs, Aurich. VN' 2S12 2^iv7j7 traja pnia nlT(?a iivy ,2i"n hzx) msr ns; /naat nnan Vti3 DVnaa nnn w'sni :r?ann ’np? y’pin nygv ns;n r\^b?nsV9? nnZ nina tfonix nrrrn rrVn :n«Vy nnry npvin rsrr ssna nppln rnsT \v nW ri5??1 ts 7« yay* n^ipi np) -vjd? P^nio rfrpv rrjsn Vninn ,7sy nlsaas ntnis;mTnn nm ninjn^ nVs;ab M ntfnnsa D’>*n ’nnas T/n;as m w5??? nnym n&n nV;sn :nn^ n^> Musik und Musikinstrumente der Bibel. Von A. Sonn, Lehrer in Fulda. Musik erfreut des Menschen Herz, des einzelnen, wie der Gesamtheit. Das Herz des gesunden und glück-, lichen Menschen wird zu Frohsinn und Heiterkeit gestimmt, das des Kranken und Schwermütigen wird beruhigt und zu neuer S)offrmng belebt. Die Musik veredelt des Menschen Herz, zieht vom Niedrigen ab, wirkt zähmend ein aus die Roheit und Wildheit, weckt feines, tieferes Gefühl für das Schöne, macht zugänglich für das Bessere und erhebt die Menschen; sie ist der Schlüssel zum Herzen. „O es weih der nichts, was es ist, sich verlieren in der Wonne, wer die Religion, begleitet von der geweihten Musik und von des Psalms heiligem Flug, nicht gefühlt hat! Sanft nicht gebebt, wenn die Scharen im Tempel feiernd sangen!" ist das Wort des Dichters. Auch in biblischer Zeit galt die Musik als ein Mittel, die seelischen und geistigen Kräfte neu zu beleben; denn die Bibel führt uns vor, daß der Geist G'ttes über Saul kam, als er dem Zug der Propheten mit vorangetragenen Pauken und Harfen begegnete. Als der böse Geist Saul erzittern machte, die Schwermut ihn plagte, da wußte, wie Josephus sagt, kein Arzt ein anderes Beruhigungsmittel, als Gesang und Harfe, da war es Davids Saiteninsturment, das ihm Erleichterung verschaffte. Auch bei dem Propheten Elisa finden wir in dem Worte m t r»!?» mm paan pM „als der Musiker spielte, kam G'ttes Begeisterung auf ihn" den Hinweis, daß Saitenspiel g'ttlichen Geist in ihm entfachte. p/ ist Instrumentalmusik und nrraj, die Gewalt der Töne, hebt Geist und Gemüt zur G'ttesbegeisterung empor und verleiht durch diese dem Menschen die Kraft, alles zu besiegen, was seinem Innern Klarheit und Heiterkeit trüben könnte. Aus diesen wenigen Beispielen läßt sich erkennen, daß Musik und Gesang schon in bibilschen Zeiten eine wirkungsvolle Kunst war und als erquickender Balsam und tröstendes Linderungsmittel angesehen wurde. Ueber die Harmonie und Melodie jener Zeit, über die Sangweisen und Musikinstrumente jener Epoche ist uns Sicheres und Genaueres nur wenig bekannt und wir müssen aus Quellen schöpfen, die uns die Weisen unseres Volkes und die der anderen Nationen bieten. Nebenbei sei hier bemerkt, daß die Akzente, sog. ma»« von den Massoreten datieren, also nicht zur Zeit' der Bibel entstanden sind. Soviel sei jedoch gesagt, daß die erwähnten Akzente die ursprünglichen Musikzeichen und daß die melodischen Wendungen derselben auch auf das Gebet übergegangen sind. Das erste Wort über Musik ist im v'vrriI im enthalten, worin Jubal, Sohn Lemechs, Enkel Kains, als Vater der Flöten- und Harfenspieler aufgeführt wird, aaiyi *tm wird auch nach der alles verderbenden Katastrophe der Sintflut in der Schrift genannt: von der Kunst der Musik ging also nichts verloren. In dem Geschichtswerk Josephus lesen wir Folgendes darüber. Als Adam eine Prophezeihung dahin gab, daß die Welt entweder durch Feuer oder durch Wasser gerichtet würde, hätten die ersten Menschengeschlechter zwei mächtige Säulen aus Marmor und Ziegelsteinen aufgerichtet und darauf alle vor der Wasserflut vorhanenen Künste und Wissenschaften verewigt, um sie vor Vergessenheit zu schützen. Die einleuchtendste Leseart über die Weiterüberlieferung der Künste ist jedoch wohl die, daß Noa und seine Söhne alles Dagewesene ihren Nachkommen weiter verpflanzten. 500 Jahre nach der Flut, bei der Flucht Jakobs vor Laban schleuderte letzterer dem ersten den Vorwurf ins Gesicht: 113221 t]ira d'tb?2 irpvxi mn1? ntana nnb „warum bist du heimlich entflohen, ich hätte dich mit Liedern, Pauken und Harfen entlassen." Es war also noch ein drittes Instrument, das bei Jubal nicht erwähnt ist, in jener Zeit vorhanden und man kannte damals schon zwei Arten von Musikinstrumenten: Saiten- und Schlaginstrumente. In Begleitung von Musikinstrumenten wurden in damaliger Zeit schon Gesänge vorgetragen, man suchte die Sprache mit der Melodie in Harmonie zu bringen und verfaßte Lieder. Selbst in der schweren Zeit der ägyptischen Knechtschaft vergaß Israel die Kunst der Musik nicht; denn nachdem die min das Meereslied unseres Lehrers nir» erwähnt hat, erzählt sie, daß Mirjam an der Spitze der Frauen unter Pauken und Reigen G'tt ein Danklied anstimmte. Es scheint also, daß in jener Zeit die Kunst der Musik hauptsächlich von den Frauen gepflegt wurde; denn davon, daß die Männer Pauken oder andere Instrumente genommen haben, finden wir nichts erwähnt. Mit der Musik verband man auch den Tanz und Reigen, wie das in Mizraim an den Festen der Aegypter gebräuchlich war und wie auch bei dem ^>«?n ns?»» die mm sagt: nibinai ba»n nrr rri'i nanan i>rr mp iv»2 'N'i „Und es war, als er sich dem Lager näherte und das Kalb und die Reigentänze sah . . Außer der Pauke sind in der mm und zwar in mp'' zwei Blasinstrumente erwähnt: /»Trum und nsi». Diese Instrumente haben nicht den lieblichen Toncharakter wie maiyi tim Solange Israel noch nicht ruhig und friedlich in seinem Lande wohnte, sondern den schweren, dornenvollen Weg durch die Wüste zurücklegte, war die Seelenstimmung nicht derart und auch die Freude nicht auf solcher Stufe, daß die lieblichen und zarten Töne der tm erklangen: vielmehr erschollen die Posaunen und Trompeten, um zum Kampf gegen den Feind anzuregen und Kriegs- und Siegestöne zu erheben. Nach dem Tode Moses, zur Zeit Josuas vernahm man auch nicht die Töne lieblicher Instrumente. Denn nichts als Kriege hatte Israel zu führen. Daher ist es begreiflich, daß uns aus dieser Zeit nur e i n Siegeslied erhalten geblieben ist, nämlich pini mim rn'v, ferner der Posaunenton des Gideon und der Paukenton der Tochter Jiphttachs. Aus der Geschichte der Tochter Jiphtachs läßt sich die Folgerung ziehen, daß es die Weife der hebräischen Frauen war, dem Siegesjubel durch das Spielen der Musikinstrumente nicht nur im Hause, sondern auch auf öffentlichen Straßen Ausdruck zu geben. In den Tagen des Propheten Samuel blühte die Musik wieder auf; denn es herrschte Friede im Lande. Samuel war es auch, der durch Musik und Gesang die Jugend in Israel an sich zu ziehen verstand, sie in dieser Kunst unterwies, dabei den Hauptzweck, die G'tteslehre zu verbreiten und zum Lerneifer immer mehr anzuspornen, nicht aus den Augen verlierend. David, von Samuel zum König über Israel gesalbt, war bald als Held und Musiker, als verständiger und mit g'ttlichem Geist begnadeter Mann im Lande bekannt. Sein Harsenspiel löste bei dem vom bösen Geist heimgesuchten Saul eine heitere Stimmung aus. Als David vor Saul fliehen und wie ein vom Nest gejagter Vogel umherirren mußte, da war es seine Harfe, die ihm Trost gewährte. Wenn Kümmernisse sein Herz betrübten, ergriff er die Harfe, die sein Mühsal und Elend vergessen machte. Wie man dem Freunde gegenüber das bekümmerte Herz ausgießt und leicht macht, so schüttete David gleichsam die Betrübnis seines Herzens mit dem Spile seiner Harfe aus und bei seinem G'ttoertrauen verwandelte sich die Furcht in Hoffnung, die Verzagtheit in Mut. Auch als David den Königsthron bestieg, pflegte er die Musik und alle Geschicke seines Lebens besang er in Liedern. Alles hatte David durchgekostet und jeder Gedanke, jede Empfindung gestaltete sich ihm zu einem von den Tönen seiner Harfe getragenen Liede. Gelegentlich der Ueberführung der Lade G'ttes vom Hause Abinadabs wird uns in m«'23 erzählt: D’VaMl »1113221 D'B?VM 'S» i>22 'S?3B*> ll'pNv» ^KH?’ N'2!-21 1111 v'bsbsai ll'3»3»2i D'smav „Und David und das ganze Haus Israel spielten vor dem Ewigen aus allerlei Zypressenhölzern, auf Zithern, Psaltern, Pauken und mit Schellen und Zimbeln. Drei Monate blieb die Lade G'ttes im Hause des Obed Edom. David ließ sie in das von ihm aüfgespannte Zelt brinegn. Darüber sagt die Schrift: ibw bix>2i nsnna m pi« ns &’V»a i-rns?' n’2 i»si 1111 „Und David und das ganze Haus Israel brachten die Lade G'ttes mit Jubel und Posaunenton hinauf. Wir sehen aus dieser Erzählung, daß von Samuels Zeiten bis dahin die Kunst der Musik in Israel sich sehr ausgebreitet hatte; denn viele Tausende konnten der Lade G'ttes zur Ehre die Instrumente ertönen lassen. Nachdem die G'tteslade in dem Heiligtum aufgestellt war, ließ König David zum Danke und Lobe G'ttes die von ihm verfaßten Psalmen durch die Leviten unter Begleitung mit Saiteninstrumenten singen. In omm mm wird die Zahl der Musiker auf 4000 angegeben.. Diese Jnstrumentalmustk wurde von den Söhnen Hemon, Asaf und Jedusun beaufsichtigt und verwaltet. Den Höhepunkt erreichte die Kunst der Musik zur Regierungszeit des weisesten der Könige. Die Pracht des Tempels stand im Einklang mit der Prachtkleidung der Sänger und Musiker für das Heiligtum. Die Instrumente, wie Psaltern und Harfen, ließ Salomo aus wertvollem Holze, das die Schiffe aus Ophir brachten, anfertigen. Das tat er, um die Kunst zu bessern und zu vervollkomm-