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Der Israelit · 1931-08-20 · Heft 34 (20.8.1931) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
72 (1931)
Issue
Heft 34 (20.8.1931)
Date
1931-08-20
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 Nr. 17 D er Israelit Blätter 20. August 1931 Vorläufiger Bericht über die Nordwestdeutsche Gruppentagung der Agudas Jisroel in Hamburg, Schabbos und Sonntag, den 2. und 3. Ellul 5691 (15. und 16. August 1931.) Das Wagnis ist gelungen. Die Optimisten haben Recht behalten, die erste Gruppentagung der deutschen Agudas Jisroel war ein voller und schöner, hoffentlich auch in seinen Wirkungen nachhaltiger Erfolg. Neben der selbstverständlich Zahlreichen Beteiligung der Agudisten Hamburg- Altonas waren Freunde aus Hannover, Harburg, Kiel, Lüneburg, Lübeck, Oldenburg und Segeberg herbeigeeilt, um an dieser Asifo teilzunehmen, z. T. waren sie, insbesondere die Jugendlichen, schon unsere gern gesehenen Gäste über Schabbos. Durch ein angenehmes Zusammentreffen hatten wir auch die Freude, den Vorsitzenden der Dortmunder Agudo, Herrn Bronner, und Herrn Rabbiner Findling-Elberfeld als Gäste an unserer Tagung teilnehmen zu sehen. Den würdigen Auftakt bildete die S'udo Schlischis am Schabbos Nachmittag im Agudoheim, bei der unser lieber und verehrter Herr Rabbiner Rabbinow in seiner hinreißenden Art Worte der Erhebung und des Muffar an die sehr zahlreich Erschienenen richtete Die offizielle Eröffnung der Tagung fand am Sonntag Vormittag 10 Uhr durch den Vorsitzenden der Ortsgruppe Hamburg-Altona. Herrn Dr. Julius Möller, Altona, der die ganze Tagung in geschickter Weise leitete, statt. Nach herzlichen Begrüßungsworten durch Herrn Dr. Möller an die zahlreich Anwesenden, die fast vollzählig erschienenen Rabbiner Hamburgs, die Vertreter der drei Gemeinden und des Synw genverbandes und'an die verehrten Gäste, die agudistischen Führer Rabbiner Dr. Pinchas Kohu. und Dr. Nathan Birnbaum, nahm der Vorsitzende der Deutsch-Israelitischen Gemeinde, Herr Alfred Levy, Veranlassung, der Tagung namens der Deutsch-Israelitischen Gemeinde mit besonders freundlichen Worten ein recht glückliches Gelingen zu wünschen. Ihm folgten als Vertreter des Synagogenverbandes dessen Vorsteher, Herr Cäsar Cleve, als Vertreter der Landesorganisation und für ihren am Erscheinen verhinderten ehrwürdigen Vorsitzenden, der überdies seiner herzlichen Teilnahme an den Beratungen schriftlichen Ausdruck gegeben hatte, Herr Salomon Eschwege; namens des Zentralrats, besonders lebhaft begrüßt, Dr. Nathan Birnbaum, und im Namen des G. A. Herr Wolf S. Jacobson. Hierauf folgte das groß angelegte, meisterhafte Referat des Präsidenten der politischen Exekutive der Agudas Jisroel, des Herrn Rabbiner Dr. Pinchas Kohn-Wien, welcher sich in seinem Thema „Bei uns und um uns" mit den Strömungen der Zeit auseinandersetzte und die Frage beantwortete, was Agudas Jisroel zu ihnen zu sagen hat. (Das Referat wird in einer der nächsten Nummern dieser Blätter erscheinen.) Am Nachmittag fand von 4—7 Uhr im Agudoheim eine interne Aussprache der auswärtigen Gäste mit den hiesigen Agudisten statt, bei der die Herren Rabbiner Dr. Kohn und Wolf S. Jacobson über die gegenwärtige Lage in der Agudas Jisroel genauen Bericht erstatteten, und die Frage geprüft und hoffentlich ihrer Klärung ein gut Teil nähergebracht werden konnte, wie das jüdische (agudistische) Leben in den Mittelgemeinden und auf dem Land zu beleben ist. An der Diskussion beteiligten sich insbesondere neben Sprechern der Jugend die Herren Rabbiner Dr. Winter - Lübeck, Markus-Harburg, Vornstein- Segeberg, Weitz-Kiel und Bronner-Dortmund. Unsere rührige Frauengruppe sorgte durch Erfrischungen dafür, daß die Teilnehmer bei diesen ernsten Beratungen nicht allzusehr ermüdeten. Abends um 7 Uhr fand dann wieder ein großer öffentlicher Vortrag statt. Herr Landrabbiner Dr. de Haas-Oldenburg unternahm eine großzügige Auseinandersetzung mit dem Buch von r^ranz Matzke „Die Jugend von heute bekennt: So sind wir" und zeigte hierbei den Weg auf, den das gesetzestreue Judentum, und insbesondere die gesetzestreue Jugend, zu gehen hat. (Auch dieses Referat wird in Kürze in diesen Blättern wörtlich oder im Auszüge nach den Aufzeichnungen des verehrten Referenten erscheinen, so daß sich eine Inhaltsangabe, die auch in kurzen Worten kaum zu geben wäre, erübrigt.) Mit einer Schlußrede unseres Wolf S. Jacobson, der in meisterhaften Worten den Ideengehalt der Agudas Jisroel aus der Ellulstimmung nahezubringen wußte und tosenden Beifall erntete, wurde der offizielle Teil.der Tagung um 9 Uhr durch den Vorsitzenden geschlossen. Im Anschluß hieran fand zu Ehren der agudistischen Führer und auswärtigen Gäste ein Abendessen statt, bei welchem im engeren Kreise nochmals die Grundfrage, die alle beschäftigte: Wie ist das agudistische Leben in der Großstadt, aber vor allem in den Mittelgemeinden und auf dem Lande zu beleben? im Mittelpunkt der Aussprache stand und für die Aktivierung der Agudoidee ein festes Programm aufgestellt wurde. Das Fazit der Tagung: Auch in Norddeutschland ist starker agudistischer Wille lebendig. Daß ihm belangreiche Taten folgen, und daß er in immer wachsender agudistischer Organisation feinen/ entsprechenden Ausdruck finde, ist unser Wunsch. Bundestag des Esra. Nach einer Pause von zwei Jahren fand vom 29. Juli bis 2. August ds. Js. der Bundes- und Delegiertentag des Esra in Stecklenberg (Harz) statt. Sowohl in der Generaldebatte wie in den Kommissionssitzungen stand die Frage im Vordergrund, die den ganzen Bund schon länger beschäftigt (vgl. das Führerblatt Nr. 4, zu erhalten durch Josef Goldschmidt, Frankfurt a. M., Uhlandstr. 54), welche Rolle nämlich die Arbeit fü: Erez Jisroel in der Bundesarbeit spielen solle. Während eine Gruppe lediglich auf Intensivierung der Erziehungsarbeit in verschiedenen Richtungen drang, auf direkte Propagierung der Alijah im ganzen Bunde aber im Interesse der übrigen Arbeit glaubte verzichten zu müssen und unter den gegenwärtigen Verhältnissen auch zu dürfen (Josef"Goldschmidt) forderte eine andere Grupps, daß üüsr dis als unerläßlich zugestandene Erziehungsarbeit hinaus auch durch Erziehung zur Alijah praktische Arbeit für Erez Jisroel geleistet werde (Rudi Herz). Von einer Festlegung des ganzen Bundes auf eine dieser beiden Meinungen durch entsprechende Resolutionen wurde abgesehen. Durch die neugewählte Vundesleitung, der Dr. Lutz Feilchenf e l d , Berlin als Vundesleiter und außer ihm Awrohom Wolf, Berlin, Josef G o lösch m i d t, Jizchak Kaufmann, Isaak S. Lange, Frankfurt a. M., angehören, wurde jedoch beiden Richtungen die Möglichkeit gegeben, auf die Arbeit im Bunde in ihrem Sinne Einfluß zu nehmen. Die besonderen Fragen der Mädchenarbeit im Bunde werden von der neugewählten Mädchenleitung, bestehend aus Mathilde Rottenb e r g , Esther S t e i n b e r g und Stephanie Vodenheimer, Berlin behandelt werden. Von den sonstigen Arbeitsgemeinschaften und Aussprachen der Tagung sind besonders zu erwähnen: Das Referat von Awrohom Wolf, Berlin über den Derpflichtungsgrund der Gesetze der Chachomim in halachischer Ableitung und agadischer Begründung (erscheint in dem nächsten Führerblatt) und das Referat von Dr. Lutz Feilchenfeld, Berlin über den Begriff der Autorität im Judentum und die heutige Erziehungsarbeit. An beide Referate schloß sich eine fruchtbare Debatte. Der Besuch der Tagung war in Anbetracht der schweren wirtschaftlichen Lage mit etwa 200 Menschen ein guter, und der ganze Verlauf zeigte deutlich die starke Ueberzeugung aller, daß die Einheit des Buides trotz einzelner sachlicher Differenzen gewahrt werden könne. Spendenliste der Palästina-Zentrale der Agudas Iisroel Frankfurt am Main, Postscheck-Konto Frankfurt a. M. Nr. 53 900. > Keren Erez Jisroel. (Schulwerkfond) (Spenden vom 1. Juni 1931 bis 14. Juli 1931.) (Fortsetzung.) Schwabach: dch. Rabb. Dr. Mannes Graf 4, Feuchtwanger 3, Mannes 12, Otto Reis 2, Hermann Feuchtwanger 1, Siegfried Feuchtwanger 0.50, Otto Feuchtwanger 0.50, zuf. 23. dch. Rabb. Mannes: von H. Feuchtwanger 1, O. Feuchtwanger 0.50, Spenden in Burghaslach: L. Hammelburger 0.90, Karl Rosenblatt 0.75, Samuel Rosenblatt 0.75, Julius 0.75, Josef Eckmann 0.75, Sturm. 0.75, Massenbacher 0.75, Schapiro 1.50, Zentmann 1, Hellmann 0.60, Hangewitz 0.30, aus Schwabach NN. 1. Schweinfurt: dch. Rabb. Dr. Stein Samml. b. Hochzeit Brudenfohn-Zent 5.75, Samml. b. Hochzeit Sommer-Oppenheimer 9.40, Th. G. Heußinger 1, zus. ■ 15.15, dch. Rabb. Dr. Stein von Gemeinde Niederwörrn 30, von Gemeinde Schweinfurt 13, zuf. 43. Treuchtlingen: dch. Bernhard Fulder von Ortsgruppe 1 für Nissan und Jjar 12.! Trier: Rabb. Dr. Altmann anl. der Hochzeit seiner Toch- I ter 25, Synagogengemeinde 20. Wiener Neustadt: dch. L. Rosenberger 28.54. Würzburg: dch. N. Eldod: Samml. bei Hochzeit Frohlich-Schloß 12. . Schmittohfond. Aschbach: Israel. Kultusgemeinde 18. j Babenhausen: Julius Seewald 10. Bad Kifsingen: dch. Rabb. Dr. Bamberger 19. Berlin: Dr. rned. A. Witkowski 20. Fulda: dch. Rabb. Dr. Cahn von Herrn Kuh, Tiefenort 5. Hersfeld: dch. Josef Bacharach aus Gemeinde 54, Lehrer Emanusl 6. Jhringen: Erich Kahn 10. Kitzingen: Israel. Kulrusgemeinde 32. Marburg: dch. Rabb. Dr. Cohn v. S. C. 4. Oberdorf: dch. Oberlehrer Siegfried Erlebacher aus Synagogenspenden 34. Rhina: Lehrer S. Oppenheim 30. Schwabach: dch. Rabb. Dr. Mannes: Spende aus Hüttenbach 3. Schweinfurt: dch. Rabb. Dr. Stein: NN. 2.50, Ploni 1, zus. 3.80. Saukenai: Rabb. Faivelzonas 8.30. Antwerpen: d. Frl. Mirjam Bronner frs. 50. Babenhausen: Julius Seewald 10, drei Wochen-Aktion 10 Schewuausspende, zus. 20. Bad Schwalbach: H. Katz Ww. 3. Baisingen: Hermann Kahn für die Mädchenschule in Tiberias 20. Bechhofen: David Steindecker 10. Beelitz: Frau Direktor Bein 5, für Schmittohfond. Berlin: R.-A. Dr. Hugo Frank 10. Birkenau: Emanuel Löb 3. Borken: d. Paltyl Roth v. Jonas Haas 5, Erich Haas 6, Moses Haas 4, M. Grün 3, C. Heimann 3, - Frenkel 3, A. Gans 3, Rabb. Dr. Köhler 2, NN. 3, L. Jonas 1, Frau C. Gans 2, L. Hahn 1, M. Schwarz 1, B. Locker 1, B. Saffra 1, I. Braun 1, NN. 0.50, Paltyl Roth 0.50 v. Herrn O. Löwenstein Gemen für Schmittoh-Fond 3, zus. 43. Darmstadt: d. Arthur Dernburg 8, d. Rabb. Dr. Merzbach Monatsu. Gelegenhsitsspenden 25.50, dch. Josef Marx 6.50, Büchse israel. Religionsgef. 26, Büchse Meir Katzauer 27.60, zus. 85.60. I Dresden: d. Israel Wilder: 441 0.50, Tager 0.50, M. I Stockhammer 0.50, I. Ofelko 0.50, M. Langer 1, Großmann 1, Wilder 0.50, Rosenkranz 1, I. Landes 0.50, M. Kriege! 0.50, Nagler 0.50, Diamantenstem 0.50, Nagelberg 2, L. Kohn 0.50, L. Ehrlich 0.50, I. M. Asia 1. Düsseldorf: Dr. Mayer 2.50 drei Wochen-Aktion. Frankfurt a. M.: Simon Mugdan 20, A. Zimmer 3, anl. des Jahrzeitstages Dr. Siegfried Oppenheimer j 10, Jacob Besthoff anl. d. Jahrzeitstages 5, Julius Ehrentreu 2, H. Gunzenhäufer 3, Frau Rabb. Breuer anl. d. Iahrzeit v. Rabb. Salomon Breuer 5, Salomon Wertheimer anl. der Brismiloh seines Enkels Raphtali in Düsseldorf 5, anl. s. Iahrzeit 5, zus. 10. d. L. Löwenthal: R. CH. Sp. M. Mosbacher 5, L. Mosbacher 3, P. Mosbacher 1, Gustav Mosbacher 2, N Weis 2, L. Löwenthal 3, Leo Wrefchner 5, zuf. 21. Leo Wreschner 3. Fürth: d. Raphael Fellheimer 249.35 und 55.95, zus. 305.30. Fulda: d. Eduard Stiebe! 19.30. Gr. Strehlitz: Dr. S. König 10. Guxhagen: Jsaac Katzenberg aus Synagogenbüchse 40.90 Samml. 9.15, zus. 50.05. Halberstadt: d. Rabb. Dr. Schlesinger: Samml. der drei Wochen-Aktion 40.50, A. Tannenberg 10. Hardheim: Jacob Urspringer 10. Ichenhausen: d. Jakob Gradmann Telegr.-Ablös. 15, Samml. am Tischo B'Av 65, zus. 80. Jhringen: d. Lina Weil: 18.50. (Fortsetzung der Spendenliste folgt in der nächsten Ausgabe der „Blätter").

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