Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 33 (13.8.1931)
- Date
- 1931-08-13
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Nr. 16 Der Israelit Blätter 13. August 1931 keit entgegen einer oft gehörten pessimistischen Einstellung besonders reif. Das Charakteristikum unserer Gegenwart ist die Wirtschastsnot mit ihren alles zermalmenden, das Denken und Fühlen absorbierenden Wirkungen. Gestehen wir uns nur offen: Wir haben da, wo es galt, geldliche Leistungen für jüdische Zwecke zu erreichen vielfach ein oder zwei Augen zugedrückt, um den Geber nicht zu verstimmen. Wir haben, nur um ein Beispiel zu nennen, unseren „reichen Onkel aus Amerika" vielfach daran gewöhnt, ein Lösegeld für die Vernachlässigung jüdischer Wahrheit zu zahlen. Wir haben nicht den Mut gehabt, auch in unserer Armut stolz zu bleiben, lieber klein zu bleiben, als nicht mehr rein. Wenn nun stärker denn je Armut und Entsagung in allen Kreisen des jüdischen Volkes eingezogen ist, so mögen wir uns darauf besinnen, daß es auch unverkäufliche Werte gibt. Möge vor allem aber dieses einen Zwang dahin ausüben, daß die Eigenbrödelei der einzelnen kleinen Kreise gleicher Weltanschauung aushöre, daß diese vielmehr schon aus rein äußerlichen Gründen sich veranlaßt fühlen, bei Gefahr der Selbstausgabe den Anschluß an die Gleichgesinnten zu suchen. Ein konkretes Gebiet sei besonders beleuchtet: Die Mittel, welche in den letzten Jahren von Seiten der nichtzionistischen und nichtmisrachistischen Orthodoxie nach Erez Jisroel geflossen sind, betragen auf Grund genauer Unterlagen nicht viel weniger als eine Viertel Million Pfund. Zersplittert in Hunderten von Büros, gesondert verwaltet, hier eine Stelle, dort eine Stelle, hier ein Zuviel, dort ein Zuwenig Bürokratie kommt diese Summe nicht zur Geltung. Sie mehrt nicht die Einfluß-Sphäre der selbständigen Orthodoxie. ^Alle Bemühungen zu einer Vereinheitlichung scheiterten am Länderegoismus, scheiterten an dem gegenseitigen Mißtrauen und der Exklusivität der in Betracht kommenden Kreise. Sollte nicht jetzt die Stunde für eine orthodoxe Jewish Agency reif sein? Sollten nicht alle für Erez Jisroel interessierten orthodoxen Gruppen, die außerhalb der zionistischen und misrachistischen Organisation stehen, zunächst zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen werden können? Sollte nicht jetzt, getrieben von der berechtigten Sorge um das Versiegen der bisherigen Hilfsquellen, darauf Bedacht genommen werden können, alle Kosten der Verwaltung, Verteilung, Sammlung, zu zentralisieren, ohne daß dadurch der wirklich Bedürftige in Erez Jisroel, der bisher von den einzelnen Institutionen irgendwie bedacht wurde, auch nur um einen Piaster gekürzt würde? Ist denn der Zweck der Arbeit für das heilige Land etwas anderes, als möglichst restlos den alten Jischuw zu stützen? Und versteht man unter altem Jischuw etwas anderes als eben diesen Jischuw, dem Erez Jisroel nichts anderes bedeutet, als ein territoriales Werkzeug, um G'ttes Willen zu erfüllen? Glaubt man wirklich, diesem Jischuw dienen zu können, wenn beispielsweise in Berlin von 5 verschiedenen Seiten (wohlgemerkt mit Ausschluß des Zionismus und Misrachi) für Erez Jisroel-Zwecke gesammelt wird und 5 verschiedene Büros in Jerusalem die Verteilung der gesammelten Gelder übernehmen? Wenn inWarschauundganz Pole n mit Rücksicht auf andere Bestrebungen keine Keren Hajischuw-Vüchse auch in den agudistischen Häusern ausgestellt werden kann? Sollte nicht die Rot der Zeit hier alle uns sehr wohl bekannten Widerstände einer Zentralisierung beseitigen? Wer macht den Anfang? Wer wird einer Einladung zu einer Konferenz orthodoxer Erez Jisroel-Jnstitutionen Folge leisten? Und wieviele werden unter uns fein, die sich sagen, daß sie zwar mit ihrem Herzen und Wollen dabei wären, aber sich davor zurückscheuen, die Fülle persönlicher und sachlicher Gegnerschaft auf sich zu nehmen, welche notwendigerweise mit einer solchen Neuorientierung verknüpft wäre? Wie ganz anders wären die politischen Möglichkeiten einer solchermaßen geeinten Orthodoxie gegenüber der Mandatarmacht! Wieviel stärker aber wäre auch die Anziehungsmöglichkeit gegenüber denjenigen Teilen des Misrachi, die sich schon heute innerhalb des Zionismus nicht ganz wohl fühlen und lediglich in dem Gedanken leben, bei der zionistischen Organisation fraktionell verbleiben zu müssen, weil nirgends anders Tätigkeitsmöglichkeit für Erez Jisroel vorhanden sei! Alle Einzelheiten müßten natürlich von einer eigens dazu einberufenen Konferenz der in Betracht kommenden Institutionen geklärt werden. Aber im Prinzip gilt es zunächst, die Kräfte der Jugend, die Kräfte der verantwortungsbewußten leitenden und führenden Persönlichkeiten der Orthodoxie dafür zu gewinnen, daß eine Konferenz aller an Erez Jisroel interessierten orthodoxen Institutionen zum Zwecke einer Arbeitsgemeinschaft einberufen werden. Agudas Jisroel ist die gegebene Organisation, um eine solche Konferenz einzuberufen. Wird sie sich dazu entschließen können? Oder soll das große Kapitel der Tatenlosigkeit, der Versäumnisse, der Resignation und der Entschlußunfähigkeit in unseren Kreisen um.einen neuen Abschnitt bereichert werden? Wir sind überzeugt, daß die gesch. Redaktion dieser Zeitschrift bereit ist, der Stellungnahme agudistlscher Leser zu den obigen Ausführungen Raum zu gewähren. Lernkabelle für Mischnah Iaumis im Monak Ettul 5691. Datum Masechtoh Perek Mischnah 14. 8. 1. Ellul Demai 4 7. 15. 2. 5 1. 16. 3. n 5 2. 17. 4. 5 3. 18. 5. 5 4. 19. 6. 5 5. 20. 7. 5 6. 21. 8. " 5 7. 22. 9. 5 8. 23. 10. 6 9. 24. 11. 5 10. 25. 12. 5 11. 26. 13. 6 1. 27. 14. 6 2. 28. 15. n 6 3. 29. 16. 6 4. 30. 17. 6 5. 31. 18. „ 6 6. 1. 9. 19. 6 7. 2. 20. 6 8. 3. 21. 6 9. 4. 22. 6 10. 5. 23. 6 11. 6. 24. 6 12. 7. 25. 7 1. 8. 26. 7 2. 9. 27. 7 3. 10. 28. „ 7 4. 11. 29. „ 7 6. Der Mainzer Agudohtagung zum Gruß. Als die Aufforderung der zentralen Instanzen an uns erging, unter dem Tone des Ellulfchofar eine Gruppentagung nach der alten Kehilloh Magenzoh einzuberufen, da haben wir uns, trotz der Bedenken, die die Schwere der Zeit in mannigfacher Hinsicht wach werden ließ, freudig zur Verfügung gestellt, weil wir uns, so sehr auch auf dem Einzelnen wie der' Gesamtheit die wirtschaftlichen Sorgen lasten, der Verpflichtung bewußt waren, die unsere lokale jüdische Geschichte uns auserlegt. — Und wenn wir unserer Agudohtagung, zu der wir recht viele Freunde hier begrüßen zu können hoffen, ein Leitwort setzen sollen, so soll es das Wort der dieswöchentlichen Sidroh sein:—>vrr Vm nwy1? mawi Wir wollen den Worten unserer Führer und Lehrer lauschen und aus dem Geist, den Agudas Jisroel lehrt, die Kraft zur Tat schöpfen, zu ni'vv und n'v». — Aus berufener Feder ist uns an dieser Stelle bereits dargetan worden, welchen Nutzen der Einzelne und die Gesamtheit aus gemeinsamer Beratung und Belehrung, heute wichtiger denn je, ziehen mögen, welchen Antrieb zu jüdischem Denken und Tun wir von dem Zusammensein mit Gleichgesinnten erhoffen, welche Klarheit insbesondere wir für unsere Jugend erwarten, die so leicht geneigt ist, anderen Parolen zu folgen, als dem Worte der Tauroh, der man es allenthalben schmackhaft zu machen sucht, einer färb- und inhaltslosen Neutralität zu huldigen und die darum Gefahr läuft, die Richtung zu verlieren, die einzig zur Wahrheit führt. Agudas Jisroel soll uns den Weg zeigen, den Weg der vir-, und der n^ivrr den Weg, der von der unentwegten Treue unserer Vorfahren, von der Prinzipienklarheit unserer Väter zu dem Ziel führt, das allein für uns als cp-nrp erstrebenswert ist, zur Vollkommenheit als Menschen und Juden, damit wir die Forderung erfüllen: Spendenliste der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel Frankfurt am Main, Postscheck-Konto Frankfurt a. 21t. Nr. 53 900. Keren Erez Jisroel. (Schulwerkfond) (Spenden vom 1. Juni 1931 bis 14. Juli 1931.) (Fortsetzung.) Fulda: dch. Rabb. Dr. Cahn 10, v. Kultusgemeinde 14, bei Chinuch Habajis b. Jakob Rapp, zus. 24, dch. Rabb. Dr. Cahn: bei Hochzeit Simon ges. 9.65, NN. 20, NN. 10, NN. 6, NN. beim Bris 5, Menachem Rosenstock 2/ Frau G. 10, Chewras Chisuk Emuno 20, Kuh, Tiefenort 14.90, NN. 20, G. C. 1, Kuh, Tiefenort 5, zus. 118.55, Eduard Qtiebel R. CH. Sp. 17. Gelsenkirchen: Frau Louis Mayer 17.35. Gr. Krotzenburg: Julius Schuster s. Telegrammablösung 4, Albert Waller 5. Gr. Strehlitz: Dr. S. König 10. Halberstadt: dch. Rabb. Dr. Schlesinger: R. Eh. Sp. Siwan und Tamus von Rabb. Dr.' Auerbach, L. Ascher, Dr. med. Auerbach, Dr. Schlesinger, Dr. Frankl, Lehrer Lundner, Lehrer Eschwege, Siegmund Strauß, Justin Berliner, I. Bachmann, Jenny Kober, Grell Strauß, Rest Fränkel, Alfred Calm Frauengruppe, zus. 80.30. Hamburg: Salomon Eschwege 5, für Oberrabbiner Lerner Stiftung 50, anl. der Verlob, von Frl. Tillt Hirsch mit Herrn Max Lerner von NN. 30, von NN. anl. Jahrzeit zus. 80. Hannover: Agudas Jisroel-Orts- und Jugendgruppe 20. Heilbronn: dch. Kurt Flamm R. Eh. Sp. Juni-Juli 39. Hersfeld: dch. Lehrer Emanuel 42.70. Höchst: dch. Lehrer Hermann Kahn 10.44. Hofheim (Ufr.): dch. S. Blumenthal 18.50. Kassel: Berthold Katz 10, NN. 3, dch. Rabb. Dr. Wohlgemuth NN. 50. Kolomea: dch. Dr. Feßler 139.75. Königsbach: Helene Dreifus für Tiberias 2.60. Königstein: Max Lepehne 10. Külsheim: dch. Sally Scheuer: Mathilde Baum 1, Molchen Kahn Ww. 1, Sofie Kahn Ww. 1.50, Jettchen Hahn 2.50, Bertha Hahn II 1', Bertha Sjafyn I 1, Regina Staumann 1.50, Therese Brückheimer 1, Zerline Brückheimer 4.50, Fanny Brückheimer 2.50, Paula Stern 0.60, Bertha Baer 1.46, Recha Scheuer 1, Malchen Scheuer 2, Frau Reichert 0.50, Sofie Kahn 4, A. Stern 0.50, Samuel Stern 0.50, Samuel Baer 0.50, Bernhard Kahn 0.50, Moses Brückheimer 1, Max Brückheimer 0.50, Meier Neumann 1, S. Scheuer 0.50, Meier Neumann 0.60, Albert Stern 0.30, Max Brückheimer 0.50, Abraham Han 0.50, Max Brückheimer 1, Samuel Scheurer 1, zus. 35.86. Leipzig: NN. 100. Mannheim: Walter Marburg 31.50, dch. Rabb. Dr. Unna NN. 4, NN. 12. zus. 16. Marburg: dch. Abraham Ko: \ NN. 3, NN. 3, Frau Meta Str. 3, zus. 9. Mattersburg: dch. Josef Lampel 7.35. München: Arthur de Beer anl. der Geburt seiner Tochter Ester 5. Neckarbischossheim: Jsr. Gemeinde 8. Norden: dch. Ernst Wolfs 15. Nürnberg: NN. 42. Oberseemen: dch. Siegfried Strauß, Bella Grünebaum, Heingründau 7, Leop. Strauß 5, Sally Strauß 7.33, Isaak Strauß 1.50, Isaak Strauß-Halevy 2.50, Kaufmann Zimmermann 1, Nathan Zimmermann 1, David Zimmermann 2, Willi Goldschmidt 0.85, 5. Oppenheimer 2, Friedrich Adler 3.50, Simon Frank 2.50, Benno Bing 9, Levi Leopold Ww. 1, Hermann Sichel 2.37, Levy Löbenstein 1.50, Siegmund Halberstadt 1. Oldenburg: dch. Lehrer Meyberg 6.80. Oslo: Rabb. Lewitan 10. Rimbach: Bernhard Weichsel: für Hebron 3. Sprendlingen: A. Kaufmann 3. (Fortsetzung der Spendenliste folgt in der nächsten Ausgabe der „Blätter").