Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 30 (23.7.1931)
- Date
- 1931-07-23
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Nr. 30 Der Jjsraelit 23. Juli 1931 ganzen englischen Judentum und insbesondere der Gewissensfreiheit der Orthodoxie drohen würde, wenn mtfn. die Gelegenheit des Schechitogefetzes benüA, um ein ins'*- her nicht geintes Autöritätsmonopol in Die Hände des Thiefradbi zu legen.1 Es ist zu hoffen, däß der Kampf schließlich harmnnisch endet und die Bilt mit der von beiden Seiten gebilligten Klausel Gesetzeskraft erlangt, falls nicht im letzten Augenblick den Schechitagegnern irgendwelche neue Bundesgenossen erstehen. Australien. Die Fünftagewoche in Australien. Melbourne, 13. Juli. Die australische Regierung hat im gesamten Verwaltungsdienst die 5 Tage-Woche eingesührt, so daß mit Ausnahme von Post und Eisenbahn usw. in sämtlichen Staatsbetrieben die Arbeit an Sonnabenden und Sonntagen vollständig ruht. Der Verlust an Arbeitszeit wird durch früheren Arbeitsbeginn an den übrigen Wochentagen ausgeglichen. Personalien. Oslo, 20. Juli. Der bekannte, feit dem Kriege hier wirkende Rabbiner der ostjüdischen Gemeinde, Herr Rabbiner Sch. I. L e w i t a n, früher Raw in der litauischen Stadt Mayschadt, ist zum Rabbiner von Soeksna in Litauen gewaylt worden und beabsichtigt im Monat Elul sein neues Rabbinat anzutreten. Für die ostjüdischest .Kreise in der /norwegischen Hauptstadt ist das Schewön des rastlos tätigen, verdienstvollen Mannes, ein schwer zu überwindender Verlust. Alsfeld, 20. Juli. Im Alter von mehr als 84 Jahren ist am 6. Juli Frau Hannchen Steinberger geb. Jacob, nach kurzer Krankheit in die Ewigkeit eingezogen. Mit der Heimgegangenen ist aus unserer Gemeinde eine Frau von einfachem und bescheidenem Wesen geschieden, die, treu den altgeheiligten Idealen unseres Glaubens, ein Leben jüdischer Frömmigkeit und jüdischer Pflichterfüllung geführt hat. Mit ihrem Gatten, dem sie stets eine treue Lebensgefährtin gewesen ist und der ihr schon vor 13 Jahren in dem Tod vorausgegangen ist, hat sie ihr Haus zu einer Stätte reliaiöser Lebensführung uno Betätigung aller Mizwaus unserer hl. Religion gestaltet. Sie gehörte zu den eifrigsten Besuchern unseres G'tteshauses und hat bis in die letzten Tage ihres Lebens kaum eine Tefilöh versäumt. In seltenster Rüstigkeit des Geistes und Körpers verlebte sie ihren Lebensabend im Kreise ihrer Familie, getragen von der Liebe ihrer Angehörigen, aus deren Herzen das Andenken der lieben Mutter und Großmutter nie schwinden wird. Unter großer Beteiligung der jüdischen und christlichen Bevölkerung der hiesigen Stadt wurden ihre sterblichen Ueberreste am 8. Juli zu Grabe getragen, wobei Herr Lehrer Kahn in einer tiefempfundenen Grabrede die Tugenden der Heimgegangenen würdigte. Sprechsaal. Schaalnes. Im Sprechsaal des „Israelit" Nr. 29 schreibt Herr M. L.: „Auch wenn man Koscher-Zutaten zur Verarbeitung abgibt, besteht die Gefahr, daß für viele Nebenarbeiten trotzdem Schaatnes verwendet wird. Es würde zu weit, führen, diejeüigen Stellen anzugeben, bei denen auf den Werkstätten ohne jedes Bedenken Schaatnes noch mitverwendet wird." Die L e b en s m itte l k o mm isf i o n der Vereinigung traditionell - gesetzestreuer Rabbiner Deutschlands/hat ein Schaatnes- Mer.kblatt heryusgegeben, in welchem die Stellen, an denen Schaatnes Verwendung findet, und Ersatzmittel dafür angeführt sind. Das Merkblatt ist in beliebiger Zahl unter der Adresse: Rabb. S. Munk, Berlin N. 24, Linienstr. 147, gegen Erstattung der Portospesen zu beziehen. Die Woche. Jahrzeilsfeier für Rabbiner Dt. Salomon Breuer in der Iefchiwa. Sonntag Abend, dem Vorabend des 6. Aw, fand anläßlich des Jahrzeitstages von Rabbiner Dr. Salomon Breuers. A. in der bis auf den letzten Platz gefüllten Aula der Iefchiwa eine eindrucksvolle Gedenkfeier statt, deren Mittelpunkt eine Ansprache des Rektors der Jefchiwa, Herrn Rabbizttr Dr. Joseph Breuer, bildete. Halachische Ausführungen mit einem klaren Ausgleich zweier scheinbar sich widerivrechender Stellen in Mischne Thora des Maimonides leiteten zu einer kurzen gedrängten, aber plastischen Charakterstik der harmonisch in si^ geschlossenen Persönlichkeit des Gründers der Iefchiwa über. Im Anschluß an eine von dem Heimgegangenen gegebene Erklärung zu einem Midraschworte zu Echo verstand es der Redner, seine Zuhörer mit dem Bewußtsein dafür zu erfüllen, daß auch in der schweren Not unserer Zeit keine Müdigkeit und Resignation jüdischen Belangen gegenüber eintreten dürfe, daß vielmehr jetzt erst recht es gelte, jene ewigen, Werte zu pflegen, , die unabhängig. von aller Zeiten Konstellation ugs gereicht find und deren Pflege die Ausgabe der Iefchiwa ist. Die Ausführungen^ welche einen tiefen Eindruck auf die Anwesenden auHübten, gipfelten' in dem Entschluß, Leben und Wirkest im Geiste des Heimgegangenen fortzusetzen. Gemeindeverlrelung der Israelitischen Gemeinde. Sitzung am 21. Juli. Das Ereignis des kurzen Abends, wenn man von einem Ereignis sprechen will, war die Zuwahl des Herrn Jacob Wolfs in den Vorstand an Stelle des heimgeggngengn unvergeßlichen Herrn Fritz Sondheimer f. A. Die Wahl geschah auf Vorschlag der Volkspartei, die damit ihre Position weiter verstärkt hat. Herr Dränger, jung im Amt, ist aus der Gemeindevertretung ausgeschieden. An seine Stelle tritt ein altbewährter Veteran, Herr Sali Kaufmann. Frl. Studienrat E p - st e i n wird der Kommission für Erziehungs- und Unterrichtswesen ein Stück ihrer Tätigkeit widmen. — Eine sckon länger währende grundsätzliche Meinungsverschiedenheit hinsichlich des Beitrags zum Preußischen Landesverband, kommt zur Sprache. Ist- oder Soll-Etat — das ist hier die Frage,, könnte man mit einer Variation des Hamletwortes sägen, eine Frage, die übrigens mit dem Urtext „Sein oder Nichtsein" für die Gemeinde nicht ganz locker verknüpft ist. Der Landesverband fußt, juristisch wohl nicht unberechtigt, auf seinen Satzungen, die den/Soll-Etat, will sagen die änzufordernde und zu erwartende Kultussteuer zur Grundlage der Beitragsbemessung machen. Die Israelitische Gemeinde aber fußt auf ihrer Ist-Bilanz und möchte angesichts ihrer nicht eben rosigen Finanzlage die tatsächlichen Kultussteuereingänge als Basis ihres Beittags betrachten. Eine Kündigung Frankfurts an den Landesverband wäre, wie der Vorsitzende, Justizrat Dr/ B l a u, ausführt, ^gleichbedeutend mit dessen Zusammenbruch. Prozessieren wäre, wie andere meinen, unfair und wohl aussichtslos. Auch ein Schiedsgericht, von dem die Rede ist, böte kaum mehr Hoffnung. Der Vorstand wird schließlich ermächtigt, einen Vergleich auf ein Jahr abzuschließen. — Der Vorstand genehmigt verschiedene Etatbeschlüsse der Gemeindevertrettmg, die von seinen Vorschlägen damals abwichen, lehnt aber die gewünschte detaillierte Einstellung von Einnahmen und Ausgaben des Krankenhauses in den Haushaltsplan ab, da nur der Zuschußbetrag ein Recht habe, darin zu figurieren. — Neber die von der Volkspartei seinerzeit beantragte Umwandlung des Namens „Israelitische Gemeinde" in „Jüdische Gemeinde" scheinen sich die Gelehrten noch nicht einig zu sein. Wohl wurde im Vorstand daraus hingewiesen, daß bei der Festsetzung der jetzt in Kraft seienden „Verfassung" der Gemeinde dieser Vorschlag auch nicht genügende Gegenliebe fand, aber da doch noch Erwägungen schweben, so wird die Angelegenheit vertagt. — Der im letzten Gemeindeblatt veröffentlichte Aufruf für die Jüdische Wohlfahrtspflege, der in der Hauptsache zu Nutz und Frommen der Erwerbslosen gedacht ist, wird mit einem namhaft vergrößerten Unterschriftenmaterial auf der — jetzt blütenweißen — Titelseite der Septembernummer des Gemeindeblattes nochmals erscheinen, im Anschluß daran wird in erweitertem Kreise eine Besprechung über die Art der Durchführung einer Notstandsaktion stattfinden. — Das „Gemeindeblatt" hat im Juliheft zum ersten Male von seiner früher stets geübten Gepflogenheit Abstand genommen, alle in den Gemerndevertretungssitzungen gebaltenen Reden mit Namen der Sprecher und in ausgiebiger Breite rviederzugeben. Ersparnisgründe, böten den Anlaß, aber man kann ruhig auch objektiv und psychologisch dieser Entpersönlichung — wenn der gewagte Ausdruck, gestattet ist — und Hineinhebung ins rein Sachliche beipflichten. — Einige kleine Dinge füzialer Art zllm Schluß. Man bedauert, daß die Mitglieder der Kommission für s o z iaM Futtsor g e sich ' ZU ihren Sitzungen nicht gerade drängen. Und wir bedauern, daß die Not der Zeit, will hier sagen der'. Mangel ^/Mitteln dazu zwäng, das- D u r ch-w' a n d e r e r h e i m für Uebernachtung zu schließen, freuen uns aber, ^dah fein Verköstigungsbetrieb aufrecht erhalten wird. Hort für jüdische Mädchen. Der Hort lädt alle Freunde der Jugend herzlichst ein, seine Ferienspiele im Tivoligarten, Darmstädterlandstraße 234 (Endstation, der .Linie 4) zu besuchen. Die Kinder sind von Montag bis Freitag von morgens 9 Uhr bis nachm. 6 Uhr draußen Von 12.15 bis ca. 1 Uhr ift Mittagsspeisung, während dieser Zeit dürfte der Besuch besonders interessant sein. , Der Tischo b'Aw ist vorbei, man kann sich vom lästigen Bart befreien. Wer daran denkt, wie schwer es jederzeit die na» geschlossenen Betriebe hatten, wird wissen, daß es heute noch viel schwerer ist, und läßt sich seinem Bart entfernen, Haare schneiden üsw. im na» und ' streng geschlossenen Friseurgeschäft F. Weiß, Rechneigtabenstr 17. Auch ein Dämensalon ist dort vorhanden,, der u. a. Scheitelarbeiten sorgfältigst ausführt. In Brüssel ist unter Aufsicht des Rabbinaks der Machsike . HadaßfGemeinde, Rabbiner Höchstem, ein Restaurant ersten' Ranges, das Restaurant D e B r o u kk er e von Herrn Rotfchtajn eröffnet worden. Es befindet sich 161, Bd. Adolphe Max,'wird in Speise und Trank das Vorzüglichste bieten und hat einen großen Speisesaal für Hochzeiten und Banketts zur Verfügung des Publikums. Es wird auf guten Zuspruch gehofft. Briefkasten. Metz: Ffs. 25.— eingegangen. '' ' : H. C.: Der 2. August 1902 war 28/Tamus 5662. Bas Zion: Mk. 1.— eingegangen. li? >, . i>i<- r_ Frankfurter Veceinskalender. Verein Mekor Lhajim. Samstag morgen nach Schul U^rHörsaal^^Dinim, -Herr Dr. E. Posen. — nachnr % Stunde vor Mincho im Vereinslokal, Mitto. Herr Dr. W. Hofmann. — 3/4 Stunde vor Nacht im Hörsaal, Midrasch. Herr Studienrat Jos. Kaufmann. - Sonntag morgens nach Schul (ebenso Mittwoch) vi« "nvormittag 8 Uhr (ebenso Samstag 4 Uhr) Gemlöro Herr I. Soffer — vormittag 9y2 Uhr (ebenso Dienstag abends 6lj2 Uhr) Gemoro, Herr R. A. Gerson Posen. Montag (auch Donnerstag), nach Schul: Mischna Mitgliederlernen — abends 7 Uhr auch Mittwoch), Gemoro, Herr Rabb. Dr. Jöf. Breuer, abends 8 l/A Uhr (auch Donnerstag) Gemoro, Herr Dr. E. Posen. Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mischna, Herr Dr. E. Posen. . , , Von Montag bis einschl. Freitag morgens nach Schul, im Sitzungszimmer, Gemoro Herr Dr. S. Ehrmann. Jeden abend 8 3/4 Uhr, im Vereinslokal Schaßlernen, Herr H. Halpern. 5 Jahrrettrstiftunzen. na», 25. Juli: Lehrer Mathias Apelt-Stistung. Aguda» Iisroel-Iugend- und Mädchengruppe. j Sonntag, 9—11 Uhr, Gelegenheit zum Lernen unter Leitung des Herrn Halpern. 11—12 Uhr, Weltschiur Das Jaumi. Dozent: Herr Herz Halpern. 201/2 Uhr, Nach vorheriger Ankündigung Ausspracheabende. Montag bis einschließlich Freitag, 9—12 Uhr, Gelegenheit zum Lernen unter Leitung des Herrn Halpern. 12-13 Uhr, Weltschiur Das Jaumi. Dozent: Herr Herz Halpern.. 20—21 Uhr, Französischer Sprachunterricht. Dozent: Herr Studienrat I. Kaufmann (in der Wohnung des Dozenten). 20—21 Uhr, Sprechstunde der Stellenvermittlung. 20i/2—2172 Uhr, Schiur für Jugendliche (Bowo Kamo). Dozent: Herr Rabbiner Horovttz. 20*/2—22 Uhr, Hilchaus Schabbos, Herr Rachelsohn (Prioatwohnung Zeil 2). 203/4—22 Uhr, Mischna (Seder Mauöd) Herr Gers. Schnerb (Prioatwohnung Kantstr. 4). 21 Uhr, Arbeitsgemeinschaft I. Landau: „AgudasJisroel" (geschlosst Zirkel). Dienstag. 20ft4—21 Uhr, Bowo Kamo, Herr Dr. Willi Hofmann (Privatwohn. Mauerweg 34). 20l/2—2IV2 Uhr, Englischer Sprachunterricht. Dozentin: Frl. Dr. Studienrätin R. Labensky. 203/4—213/4 Uhr, Arbeitsgemeinschaft Dr. W. Hofmann, „Die Ideologie der Agudas Jisroel" (Privatwohn. Mauerweg 34), geschl. Zirkel. 21—22 Uhr, Brochaus, Herr Wollmann. Mittwoch, 11—13 Uhr, Sprechst. der Stellenvermittlung. 2072—2172 Uhr, Stenogrophieunterricht, Herr S. Adler. 2072—2172 Uhr, Schiur für Jugendliche (Bowo Kamo), Herr Rabbiner I. Horowitz. 21—22 Uhr, Schulchan Aruch, Herr L. Oppenheimer (Privatwohnung VLrenstraße 12). 21—22 Uhr, Makkaus. Herr Herm. Bing. mW, 774 Uhr, Frühminjan. 1072—IW2 Uhr, Schulchan Aruch, Herr Louis Kahn. 12—13 Uhr, Weltschiur, Das Jaumi. Herr Halpern. 15—16 Uhr, Bowo Kamo, Herr Dr. Hofmann. 15^.16:Uhx, Vrochaus, Herr Wöllmcyrn. 1572—1672 Uhr, Schulchan Aruch, Herr Th. Spiegel, (Prioatwohnung Ostendstraße 11). 21—22: Uhr, Tnüch, Arbeitsgemeinschaft Gerson Schnerb (in 'der WohnUng Kantsttaße 4).! Verändere Veranstaltungen der Mädchengpuppe. Mittwoch, 2OV2—211/a Uhr Dinim. Dozent: Herr. Könrekto'r Hirschberg (14tägig). '' - ';ij Schabbos, Y? Stunde nach Schul Melochim. Dozent: Herr. Julius Lewin. 16-7-17 Uhr Tauroh. Dozent: Herr Konrektor A. Hirschberg. 16—17 Uhr Jeschäjo. Dozent: Herr Studienrat Dr. Markus Lange (i. d. Wohnung Obermainanlage 16). Gebetzettei». pnnrri niw Freitag abend 7.30 Samstag 6.30 : Samstag morg. 7.45 “ Samstag nachm. 1.00 u. 5.00 Samstag abend 9.15 < Wochengottesdienst: Morgens 6.15 Nachmittags 7.15 Tefillin-Legen am Morgen 3.25 Verantwortlich für den allgemeinen Teil und das Feuilleton S. Sch achnowitz, Frankfurt a. M.; Inserate i. D.: S. Schach' nowttz, ebenda. — Lür die pädagogische Beilage: Lehrer «. Kaufmann, in Sprendlingen (Kr. Offenbach). - Verlag des Israelit und Hermon ©. m. b. H., Frankfurt a. M. — Drua- Hermon-Druckeret, Frankfurt a. M.