Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 27 (2.7.1931)
- Date
- 1931-07-02
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 ü£r. Der Israelit Blätter 2. Juli 1931 Widerspruch zu unserem Wissen und Empfinden stehn, so drängt sich an uns die Frage: was ist recht? Dieses Mal hat es die Frage, das Lieblingskind des menschlichen Geistes, nicht leicht. Eine Schwester der Frage hält uns ge,angen, es ist die Vorfrage. Erst wenn diese sich befriedigt von uns verabschiedet, kann die Frage zu ihrem Recht kommen. Die große und mächtige Vorfrage, die uns bestürmt angesichts der Neuerscheinungen, zu denen wir mit Verehrung ausblicken möchten, lautet: Vielleicht ist die eine der drei Eigenschaften, das baischanus, oder wie es,auch genannt wird, das zenius. die Eigenschaft der Schamhaftigkeit, uns jüdischen Menschen gar nicht angeboren? Vielleicht haben wir auch alles, was wir darüber gelernt haben, gar nicht recht aufgefaßt? Vielleicht ist der Begriff des zenius und mit ihm feine Form veränderlich? Was ein Geschlecht als schamlos abgelehnt hätte, darf das andere Geschlecht als schamhaft billigen? > Kaum hat die Vorfrage zu Ende gesprochen, so hebt sinnend die Urfrage ihr. Haupt, sie, die hinunter steigt in die Gründe des Geschehens und heraufholen muß, was zuzeiten unbewußt und deshalb sicher ruhen kann auf dem Grunde der Seele. Und die Urfrage lautet: Ist der Mensch das Maß der Dinge oder erkennt er über sich an den gütlichen Willen? Die Frage, was ist recht, die Vorfrage über das Verständnis des zenius, der Schamhaftigkeit im Kreise der Menschen, die Urfrage über das Richtunggebende beim Menschen, diese drei Fragen fassen sich bei den Händen. Sie treten heraus aus dem Seelenbereich des Einzelmenschen. Sie bitten um Einlaß in den Gedankenkreis des ganzen jüdischen Voltes. Sie wollen gehört werden vor "dem öffentlichen Gewissen, der jüdischen Gemeinschast. Zu diesen drei Fragen stehen die vielartig gerichteten Kreise des jüdischen Voltes in genau dem gleichen Verhältnis; erkennen doch weit über den Kreis des jüdischen Volkes hinaus alle Religionen die Berechtigung dieser Fragen an. Ein inächtiges Sehnen verbindet von jeher den Menschen mit dem Wasser. Die Köstlichkeit der Wassers erfleht tefillas tal. Die Anziehungskraft des Wassers besingen die Dichter, und Erfrischung und Heilung empfehlen die Aerzte durch das Wasser. Wie nie zuvor stellt die besorgte Voltshygiene heutzutage das Wasser in den Dienst der Menschheit Alle Schulen führen pflichtgemäß das Baden und Schwimmen ein. Verbindet sich mit dem Wasser die freie Luft und Sonne, so ist die Wirkung für die menschliche Gesundheit doppelt gut. Daher sind Badegelegenheiten an den Meeren, Flüssen. Seen und Bächen entstanden. Nun bleibt unserer Zeit die Neuerscheinung Vorbehalten, daß Väter ukL1 Mütter mit ihren Söhnen und Töchtern, daß Männer und Frauen, Jünglinge und junge Mädchen gemeinsam die See- und Strandbäder füllen. Unser Empfinden stutzt beim erstmaligen Hören von dieser Neuerscheinung. Wenn man es aber sieht, das lachende, vor Lust und Sonne strahlende Bild des Lebens, die leuchtenden Augen all der fröhlichen Menschen auf dem sauberen Sande der See, so findet man nichts mehr dabei, daß sie mit der Arbeit die Kleider vom Leibe. gestreift haben, daß sie nur eben leicht und kaum bedeckt ihre dem Wasser entstiegenen Körper dem kräftigenden Einfluß von Sonne und Licht aussetzen. Hier ist natürliche Reinheit. Der jezer Hora ist nicht bei diesen Menschen, auch nicht bei denen, die am malerischen Strand der Flüsse mit den Prachtbauten der Strandcafes ihre Körper gemeinsam durchsonnen. Auch nicht bei denen, die in geschlossenen Hallen der städtischen Schwimmbäder nach der Berufsarbeit gemeinsam in dem erquickenden Naß ihre Erholung suchen! Und noch einmal stutzt unser Empfinden, wenn wir hören, daß auch jüdische Menschen, daß unter diesen auch jereim uschelemim, Väter, die streng auf dem Boden der G'tteslehre stehen, Mütter, die ihr Haupthaar verhüllt tragen, daß auch sie, entsprechend der Gepflogenheit der Welt, genieinsam mit ihren Söhnen und Töchtern, mit Freunden und Bekannten in die See gehen, sich an den Flußufern gemeinsam erquicken und mit leichter Badekleidung bedeckt, sich gemeinsam dem Photographen stellen. Und wenn man es sieht, all das lachende Bild des frohen Lebens an Wassers Rand, so findet man nichts mehr dabei; und doch und dennoch drängt sich ob dieser Neuerscheinung an uns mit elementarer Wucht die Frage: Ist das recht? Und die Frage droht zu ersticken in den Gegenfragen: Wie könnte es denn nicht recht fein? Würden es denn Männer und Frauen tun, denen die peinliche Hut des g'ttlichen Willens Herzenssache ist? Würden sie es denn tun, wenn es gegen den Estteswillen, also gegen den din wäre? Vielleicht kann es nicht gegen den din sein, weil es über das gemeinsame Baden gar keinen din gibt? Oder es gibt hierüber einen din, und er ist nur nicht so bekannt wie andere dinim? Oder es gibt sine Anschauung der Weisen, die das gemeinsame Baden gestattet. uno eine andere, die es verbietet, sodaß es dem Ermessen des Einzelnen überlassen bleiben kann, wie er sich richten will? Oder aber, man weiß, wie unendlich groß die Neigung des Menschen für die herrliche See ist, und sie ist nun einmal überall nur gemeinsam zu genießen; man will deshalb kein gültiges, lautes, hörbares nein, man will kein „offur" aussprechen, aus daß an Stelle des fchogeg kein meifsid trete? Oder aber die Sitte des gemeinsamen Badens ist dem din nach glatt erlaubt? Es ist ein erlaubter Genuß, und es ist ein Unrecht. sich vor erlaubten Genüssen zurückzuziehen? Oder ist das gemeinsame Baden nur an der See erlaubt, nicht aber an den künstlich angelegten Strandbädern oder unter Dach? Ooer ist es überall erlaubt? Wir dürfen mittun fröhlichen und reinen Herzens. Das zenius billigt es, der göttliche Wille auch, es ist recht; und unser Empfinden ist nur unruhig gewesen, weil die Erscheinung neu, nicht also weil sie verboten ist? Oder also man steht der Neuerscheinung des gemeinsamen Badens unter freiem Himmel ooer im geschlossenen Raum als müßiger Betrachter gegenüber und nicht also denkender Mensch: und man ist der Frage und der Antwort enthoben?! Das mag bei einzelnen Menschen der Fall sein, niemals aber bei einein ganzen Volk. Dieses muß denken und ^fragen, will es leben! Wohlan, das jüdische Volk wählt heute wie ehedem das Leben, und es gewährt Einlaß der Frage: „W a s ist rech t." Ein heiteres, unschuldiges Kind verbreitet Sonnenschein um sich und zaubert ein Lächeln auf menschliches Gesicht. Eine heitere, reine Frage verbreitet nn:n um sich die chochmoh, die gebildet war, bevor die Welt ins Dasein trat, die tändelnd spielte zu Füßen der fchechinoh, ehe sich formten die Gipfel der Berge. Ein Schauer der Ewigkeit geht somit aus von der lauteren Frage; ein Ewigkeitsschauen zurück in die von g'ttlicher Kraft geschaffene Vergangenheit und hinaus in die von Menschen zu gestaltende Zukunft. Angesichts der unserer Zeit vorbehaltenen Neuerscheinungen des Familienbades tritt die laute Frage: „was ist r e ch 1", mit allen durch sie geweckten Fragen vor das Forum der jüdischen Menschen. Möge die Antwort, gleichviel ob sie erlaubend, oder verbietend ausfallen muß, so klar, und eindeutig fein, so voll Reinheit und überzeugender Macht, daß nach ihr sich richtet kol jisroel. Möge die Antwort die Seele von kol Jisroel von neuem mit Schwungkraft erfüllen, daß wir auch heute noch, in den Zeiten der hochentwickelten Kultur, in den neuen Formen, des gefellfchaftlichen Lebens der Aufgabe gerecht werden, die den: Urahnen und mit ihm den daurei dauraus gestellt wurde: „Werde ein Segen!" „Und es werden sich mit di: segnen alle Familien des Erbodens." Es fei die Art deines Familienlebens bis in die spätesten Zeiten mustergültig den Familien des Erdbodens. Kersn Hafchmitto 5691. Aschbach: Jsr. Kultusgemeinde 54. Babenhausen: Julius Seewald 10. Baisingen: d. Julius Erlebacher: Rabb. Dr. 'Schweizer, Horb 1, Hermann Kahn, Baisingen 3, Friedr. Kahn 1. Ludwig Haarburger 1, Sally Schweizer 1, Louis Marr 1, Siegfr. Wolf 1, Julius Erlebacher 1, zus. 10. Bad Schwalbach: N. Katz Ww. 3. Berlin: Dr. Brasch 5, Dr. med. Witkowski 20. Borken: d. Jonas Haas aus Gemeinde 36. Braunsbach: Salomon Pfeiffer 25. x Bremen: Jsr. Gemeinde 25. Breslau: Familie Koppenheim 10. Burgsteinfurt: d. M. E. Wertheim, Jüd. Gemeinde 20. Buttenwiesen: Oberlehrer Berlinger 5, Leo Reiter 10. Crumbach: Dolce Oettinger 3. Düsseldorf: Adaß Jeschurun durch Leo Schnerb 20. Frankfurrt a. Main: Syuagogengemeinde Israelitische Rekigionsgesellschaft 106, d. Israelit 10, Dr. Siegfr. Oppenheimer 6, Dr. Salomon Adler 3, Dr. Klau 10, RR. 3. Großkrotzenburg: Jsr. Gemeinde 24.30. Groß-Strehlitz: Dr. S. König 5. Hettenhausen: L. Kamm 1.50. Koblenz: Synagogen gemeinde 20. Ladenburg: Gebr. Kaufmann 10. Ludwigshafen: Jsr. Kultusgemeinde 25. Marburg: d. Rabb. Dr. Cohn 11. Mainz: Rabb. Dr. Bamberger 5. Melsungen: Jsr. Kultusgemeinde 6. München: Ohel Mosche 17. Oberglogau: Jüdische Gemeinde 22. Reinheim: Jsr. Gemeinde durch Lehrer Dorenberg 14, Hermann Frohmann 2, Dr. Goldmann 3. Sulzburg: d. I. Dukas: Eantor Jlperowitz 1, Louis Kahn 1, Berth. Dukas 2, zus. 4. Straubing: Jsr. Kulkusgemeinde 18. Tann: Jsr. Kultusgemeinde 21.50. Wiesbaden: d. Rabb. Dr. Ansbacher: A. Drachmann 1, B. Steinlauf 1, Salo Meyer 1, M. Sternbach 0.50, Synagogenspende 2, zus. 5.50. Lernkabelle für Mischnah jaumis vom IS. Tammns bis 28. Menachem Am. Spendenliste der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel Frankfurt am Main, Postfcheck-Sonlo Frankfurt a. M. Jlt. 53 900. Seren Hajifchuw. (Aufballfond) (Schluß.) Köln: d. Adolf Wallach aus Büchsen 68.50. König: d. Frau Johanna Zeilberger aus Büchsen 75.50. Kupiskis: Rabb. Z. Perzeauski 16.73. Kvedarnai: Rabb. F. Eavrenas!7. Mannheim: d. S. Würzburger: aus Büchse Jakob Dreysus 3.80. Memel: d. ip. Josseliowski: aus Büchse: A. M. Kaplan Lit 11.50, E. Rosenkowitz Lit. 34.70, Sch. Hannemann Lit 7.45, S. Katzenellenbogen Lit 1, Ch. Felder Lit 5.50, Gebr. Puhn Lit 1.05, Mordechai Joffe 5. S. Josseliowski Lit 4.05, B. Josseliowski Lit 5, Frau Karpus Lit 27.75, zus. Lit 103. München: d. Felir Feuchtwanger 5. Nürnberg: d. Mar Klugmann aus Büchsen 52.65. Seda: Rabb. M. Gras 9.62. Seduwa: Rabb. M. Ginkinas 21. Saukenai: I. B. Faivelzonas 25.95. Telsiai: d. Simon Ascher 252.50. Tverai: d. Rabb. B. Joffe 17. Vaiguva: d. M. A. Gurvieniai 34.50. Bainutas: d. Rabb. E. Mtsulerai 7.53. Baskai: L. Levinas 12. Bynita: Agudas Jisroel 24.95. Zagare: d. S. T. Reiwidel 104. Danzig: d. N. Nachmann von Viktoria Nachmann 6. : utum Mafechtoh Perek Mischnah 4 7 J. Tammus Peah 6 10. 20. 11. 21. 7 1. 7! 22. 7 2. 8. 23. 7 3. 9. 24. 7 4. 10. 25. 7 5. 11. 26. 7 6. 12. 27. 7 7. 13. 28. 7 8. 14. 29. 8 1. 15. 1. Aw 8 2. 16. 2. 8 3. 17. 3. 8 4. 18. 4. 8 5. 19. 5. 8 6. 20. 6. 8 7. 21. 7. 8 8. 22. 8. 8 9. 23. 9. — — — 24. 10. Dernai 1 1. 25. 11. 1 2. 26. 12. 1 3. 27. 13. 1 4. 28. 14. 2 1. 29. 15. 2 2 30. 16 2 3. 31. 17. 2 4. 1. 8. 18. 2 5. 2. 19. 3 1. 3. 20. „ 3 2. 4. 21. „ 3 3. 5. 22. 3 4. 6. 23. 3 5. 7. 24. 3 6. 8. 25. 4 1. 9. 26. „ 4 2. 10. 27. „ 4 3. 11. 28. 4 4. 12. 29. „ 4 5. GedenketdesKeren Hatorab PoslsrfiecR-Konlen r Hatorah in Deutschland Hamburg Nr. 24753 Keren Hatorah-Kommissariat Leipzig Nr. 70147 (P. Sch. A. Leipzig Keren Hatorah-Kommissariat Berlin, P. Sch. A. Berlin Nr. 73991 U Landeidirektorium det Keren (P. Sch. A. Hamburg). Keren Hatorah-Komminari&t Frankfurt a. M. Nr. 41666 (F. Sch. A. Frankfurt a.M Keren Hatorah-Kommiisariat Nürnberg Nr. 18440 (P. Sch. A. Nürnberg) Keren Hatorah-Komminariat Kilo Nr 50131 (P. Sch. A. Ktls) Salomon. Keren Hatorah-Komminariat Breilau, P. Sch, A. Breilau Nr. 60510 für Iwan MSUer. Keren Hatorah-Komminariat Hamburg P. Sch. A. Nr. 40953 für Dr. Julius Basel Keren Hatorah-Komminariat Kartiruhe Markus Stern Bankkonto Ignaz Ellern.