Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 24 (11.6.1931)
- Date
- 1931-06-11
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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11. Zum 1931 Die Woche. Die Autofahrt nach Worms.; Von.,der V er e j Mi g u mg h e m. Schüler mnd Schülerinnen d. Samson Raphael Hirsch- Schule zu Frankfurt a. M. wird uns geschrieben: Die Vereinigung veranstaltet am Sonntag, den 21. Juni, eine Autobusfahrt nach Worms zur Besichtigung der dortigen jüdischen Sehenswürdigkeiten (Rafchi-Kapelle, Synagoge,' Friedhof) unter der bewährten Führung des Herrn Schachnowitz. : Abfahrt 8.30 Uhr Friedberger Anlage 6. Hinfahrt über Darmstadt-7-Bergftraße, Rückfahrt am Rhein entlang, Gernsheim (daselbst Kafseepause) Gr. Gerau. Gesamtpreis Mk. 6.—,’ Mitglieder unter 20 Jahren 5 Mk. Einige Plätze sind noch zu vergeben. Anmeldungen hierfür, die nur nach der Reihenfolge ihres Einganges berücksichtigt werden können, sind zu richten an: Frau Leuna Offenbacher, Scheffelstraße 23. Vezirkstagungen der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums. Auf vielfachen Anfragen teilen wir mit, daß zur Bezirkstagung der Freien Bereinigung am Sonntag, den 14. Juni 1931 (29. Siwan 5691), folgende Reifeverdindüngen zu empfehlen sind: Frankfurt-Ost ab 11.36 Uhr, in Kahl an 12.36 Uhr; Kahl ab 12.42 Phr, in Alzenau an 13 Uhr. Für Teilnehmer an der Wanderung auf den Hahnenkamm empfiehlt sich der Zug: Frankfurt-Ost ab 7.12 Uhr, in Kahl an 8.08 Uhr; Kahl ab mit Omnibus 8.14, Alzenau an 8.30 Uhr. Sonntagskarte für den Zug 11.36 Uhr kostet 1.90 Mk. Sonntagskarte für den Zug 7.12 Uhr kostet 1.40 Mk. Omnibuszuschlagskarte Mk. —.40. Der Beginn der Tagung ist auf 13.30 Uhr festgefetzi im Restaurant Ludorf. Die Bezirkstagung in M i ch e l st a d t findet nicht am 21. Juni, sondern am 2 8. Juni statt. Außer den bereits genannten Referaten wird — auf speziellen Wunsch unserer Freunde im Odenwalds — Herr Redakteur Schachnowi tz >ün Michelstadt über das Thema „Dichtung und Wahrheit über den Baalfchem von Michelstadt" referieren. Vortragsabend der Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Am Sonntag, den 7. cr., sprach in der hiesigen A. I.- Jugend- und Mädchengruppe Herr Direktor F i n k über das Thema „Meine Reife durch Vsnv* ps". Redner schilderte zunächst die Hinreise, die ihn per Schiff von Marseille nach Alexandrien und von dort aus zunächst nach Kairo führte. Hier ist neben dem ägyptischen Museum mit den Schätzen des Tut-ench-amun vor allem interessant das Haus, in dem der D'ari wohnte und das «man ma des Jbn-Esra, ferner die Grube, in der yvi» gefangen war und die Stelle, an der angeblich ir'an m?a von seiner Mutter in den Nil ausgesetzt worden war. In Aegypten sah der Referent noch die Pyramiden, sowie die Sphinx. Von Kairo fuhr er mit der Bahn nach Haifa, um sich hier von der zionistischen Reisegesellschaft zu trennen. Redner besichtigte in Haifa das Technikum und das Realgymnasium, in denen aber durch die Ferien kein Unterricht stattfand, sowie die große Mazzoh-Bäckerei. Von Haifa aus besuchte er Tiberias mit den heißen Quellen, sowie das maa m mit den in der Nähe dieses 200 Meter unter dem Meeresspiegel liegenden Sees befindlichen Grabstätten vieler. D’san sowie des rnaan. Die nächsten interessanten Punkte waren Meron und Zefath, ebenfalls mit vielen nnap von berühmten Männern : -r rr^w. und ^oi?. n?2). Ferner . besuchte der' Referent das Waisenhaus der .A?- I. Ueber aav (Samaritaner) fühv er auf der von der englischen Besatzung angelegten Gebirgsstraße nach Jerusalem, wo er den nos in aller Weihe verbrachte, und wo, er vor allem die '215» i-nia sowie die vielen rvpoaa.vuj (Churna-Synagoge und nvvna rv>a besuchte. Ueber das n^an v' und in'-n begab sich Redner nach Tel-Awiw, um hier und in der Umgebung dieser Stadt das Leben und besonders den rav im neuen Palästina kennen zu lernen. Redner betonte, daß er den Eindruck gehabt habe, daß der nav überall — wenigstens offiziell — aufs strengste gehalten würde, wie z. B. alle Geschäfte geschlossen seien, wie auch jeder Verkehr ruhe und wie überall große Schilder aus den rav tn-n und auf das Verbot des Verkehrs in den Straßen Hinweisen. Ueberhaupt müsse man — so meinte der Redner — bei allen Fehlern des Zionismus auch die Vorteile beachten, und zwar vor allem die ungeheure Kolonifationsarbeit und das Verdienst der Einführung der hebräischen Sprache als Verkehrssprache. Referent schloß seine interessanten Ausführungen, die von dem zahlreich erschienenen Publikum mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurden, mit dem Wunsch, daß jeder nm» einmal die rvai haben möge, selbst nach ps zu kommen. Im Anschluß an die Rede des Herrn Dir. Fink verlas Herr Dr. Ehrmann ein Telegramm, das er als Leiter der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel kurz vor dem Referat erhalten hatte. Dieses Telegramm schilderte die Vorgänge, die sich am letzten nav bei einem Fußballspiel des Makkabi abgespielt haben, das dieser Verein trotz des schärfsten Protestes von R. Chajim Sonnenfeld veranstaltete. Dr. Ehrmann forderte nun seinerseits alle Agudisten und überhaupt alle d'ktp auf, Der Z s^r a.e l i t energisch gegen diesen offenen am b-6->n vorzugehen. Als ein Teil der Anwesenden gegen diese „Hetze gegen den Zionismus" (?) Widerspruch erhoben, bezeichnete Dr. Ehrmann das Vorgehen des Makkabi als ein Pogrom auf die nun, gegen das wir, mit allen Mitteln zu kämpfen, verpflichtet seien. Lebhafter,,-Beifall und Anerkennung von Seiten y?r jungen Agudisten zeigten, daß die agudistische Jugend'gewillt ist, mit allen möglichen Mitteln positive Arbeit für die Erhaltung der nun in prr i'rramzu arbeiten. Ein Schritt hierzu ist auch die Gründung einer neuen Talmud-Thora-Schule in Hebron auf den Namen der Agudas Jisroel. Sitzung der Gemeindevertretung der Israelitischen Gemeinde am 10. Juni. Abend- und Nachtsitzung. Haupt- und Kernstück: Etat des laufenden Geschäftsjahres 1. April 1931 bis 31. März 19 32. Direktor Eduard Oppenheim berichtet darüber für den Vorstand — kühl, gemessen, überlegt und überlegen. Die Finanzlage ist bis zum Rande gefüllt mit Ernst und Sorge. Aeußerste Sparsamkeit und Ausgabendrofselung ist erforderlich. Trotzdem und trotz einer fast ängstlichen, durch die harten Tatsachen aber begreiflichen Aufstellung des.Haushaltsplans ein Defizit von RM. 160 000 im Ordinarium, von RM. 3 5 0 0!0 im Extraordinarium. Bemerkenswert: schmerzlich empfundene und schmerzlich vollbrachte Kürzung der Subvention an die Jüdische Wohlfahrtspflege um RM. 6 0 000, von RM. 20 0 0.0 0 auf RM. 140 0 0 0. Späterhin — wir summieren zunächst nur summarisch ohne Einhaltung der chronologischen Reihenfolge — große Erregung und namhaft ausgedehnter Meinungsaustausch über diese Herabsetzung, so unerbittlich notwendig sie ist. Die Jüdische Wohlfahrtspflege ist vor dem Zusammenbruch — das ist ihr eigenes, schriftlich und mündlich ausgesprochenes Wort. Vielleicht erfährt der Etat eine Verbesserung um etwa RM. 30.000 durch die' Kürzungen, die die neue Notverordnung vorsieht, falls sie in Kraft tritt. Aber die Ersparnis dürfte wahrscheinlich nahezu ausgezehrt werden durch Mindereingänge des Israelitischen Krankenhauses infolge einer neuerlichen Verfügung der hiesigen Allgemeinen. Ortskrankenkasse, die die Pflegesätze herabzusetzen beabsichtigt, und durch Neuanschaffungen der Röntgen-Abteilung. Krankenhaus-Zuschuß: NM. 7 0 0 0 0. Bewilligte Philantropin-Subvention RM. 2 83 00 0. Das Philantropin ist ein Kapitel für sich, eine Spezialkommission zur Untersuchung seiner Verhältnisse und seiner Zukunft wird ihre Arbeiten bald beendet haben und dann berichten. Der Gesamtetät balanciert in Einnahmen und Ausgaben mit rund RM. 1.619,000, nicht einbegriffen ist in dieser Summe das Krankenhaus und das Philantropin. Sie würde sich sonst auf etwa RM. 2.500.000 erhöhen. — Eine Strömung zur radikalen Streichung aller Subventionen setzt sich nicht durch. — Näherer $3erid)t folgt. Synagoge der Israelitischen Männer- und Irauenkrankenkasse. Am vergangenen Schabbos inbrma 's wurde in der Synagoge der Israelitischen Männer- und Frauenkrankenkasse Herr Rabbiner Donath in sein neues Amt als Nachfolger des unvergeßlichen Herrn Simon Unna V'xt eingeführt. Im Aufträge der Verwaltungen beider Anstalten und IM besonderen namens des Synagogenkomitees begrüßte ihn Herr Rechtsanwalt Dr. Josef Frank, der in kurzen Worten die besondere Eigenart der Synagoge als die beste Trägerin des alten Frankfurter Minhag darstellte und damit zugleich hie Aufgabe zeichnete, die Herrn Rabbiner Donath dort erwartet. Er knüpfte daran den Wunsch und die Hoffnung, daß es ihm gelingen möge, das Werk feines von allen hochverehrten und geliebten Vorgängers in gleicher Weife fortzusstzen. Herr Rabbiner Donath dankte für die. Begrüßung und legte in Anlehnung an den Wochenabschnitt und die Haftarah dar, daß auch er hoffe, im SUiNe des auch von ihm hochgeschätzten Vorgängers als) *nxa in der vollen Bedeutung des Wortes wirken zu können, da es geräde ihm, der sich als Führer einer Gemeinde betätigen wolle, wertvoll sei, hier eine, wenn auch nur kleine Schar von Menschen gefunden zu haben, die gewillt seien, sich durch einen begeisterten Vortrag zu höherer Religiosität emportragen zu lassen. Agudas Jisroel-Jugendgruppe E. V. Die Restauration Grünbaum in Gersfeld gibt Mitgliedern der Agudas Jisroel-Jugendgruppe die Möglichkeit, statt für 5.50 Mk. für 5 Mk. täglich, .ihre Ferien bei ihnen zu verbringen. ' Ebenfalls gewährt die Restauration K a h n kn S u l zb u r g (füdl. Schwarzwald) Mitgliedern 'der A. J.-J. einen von 6 Mk. auf 5.40 Mk. ermäßigtem Pensionspreis für ihren Ferienaufenthalt. Der Ausspracheabend der Mädchengruppe, , der am vergangenen Sonntag ausfallen mußte, 'wird, am kommenden Sonntag, den 14. Juni, abends 21 Uhr, im Heime, Schwanenftraße 12, nachgeholt. Frl. Erna Friedmann wird über idie „Stellung der Frau im Judentum" sprechen. Gäste (Damen) sind. herzlichst willkommen. Gemeinnützige jüdische Eheanbahnungsstelle „EA". Um ihre Arbeit wirksamer erfüllen zu können, hat die gemeinnützige jüdische Eheanbahnungsstelle „EA" beschlossen, Zweigstellen in größeren Städten zu errichten. Diesbezügliche Verhandlungen sind bereits u. a. mit der Schwesternvereinigung der Henry Jones-Loge in Hamburg angeknüpft. Nr. 24 Seite 9 Damen und Herren, welche die gemeinnützige Mische Eheanbahnungsftelle „EA" in Anspruch zu nehmen beabsichtigen, wollen ihre Anmeldungen jedoch ausschließlich nach Frankfurt a. M> Eschersheimerlandstraße 29,1. gelangen lassen. V Josef Leoigard-n"V In tiefe- Trauer wurde eine achtbare Familie aus der religiösen Judenheit unsere Gemeinde versetzt. Familie Martin Leoigard hat den Tod eines hoffnungsvollen Sohnes zu beklagen. Josef Leoigard, der in Amerika in der. Filmbranche rasch Karriere machte und in überragender Stellung sich noch im weiteren Aufstiege' befand, starb plötzlich nach kurzer Krankheit im Alter von 28 Jahren. Den schwer getroffenen Eltern möge die tiefe Teilnahme eines großen Freundeskreises zum Tröste gereichen, n-xtsn Zum Tode von Professor Robert Dreifuß n-s Ueber den vor kurzem in Frankfurt Heimgegangenen Professor Dr. Robert Dreifuß wird uns geschrieben: Professor Dr. Robert Dreifuß war am 13. März 1866 in Gernsbach in Baden geboren, er habilitierte sich 1908 an der Universität Straßburg für Ohrenheilkunde und wurde bereits 1909 zum Professor ernannt. In Frankfurt a. M., wo er sich nach dem Kriege niederließ, erwarb er sich bald eine angesehene Stellung, er wurde städtischer Schul-Ohrenarzt und konnte noch auf dem internationalen medizinischen Kongreß in Kopenhagen 1928 sein Fachgebiet vertreten. Prof. Dreifuß gehörte seinerzeit in Strahburg dem Vorstand der Gemeinde an, war dort Präsident der Unitas-Loge und Vorsitzender der zionistischen Ortsgruppe. Auch in Frankfurt zeigte er reges Interesse für jüdische Angelegenheiten. Sehr oft sah man ihn früher bei den Geschichtsvortrügen des Mekor Chajim. Ein großer Kreis von persönlichen Freunden trauert neben der Familie und der Wissenschaft um den großen Gelehrten und guten Menschen. n-a»n Briefkasten. K. I. in M. Unseres Wissens existiert eine vollständige deutsche Übersetzung des Ajin Iacow nicht. Wenden Sie sich an eine jüdische Buchhandlung. M. 23. Mk. 50.— eingegangen. Familiennachrichten. Barmizwoh: Ernst, Sohn 0*2 Herrn Berthold Danzig, Breslau 18, Hohenzollernstraße 119/21. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Ehajim. Samstag morgen nach Schul im Hörsaal: Dinim, Herr Dr. E. Posen. — nachm. 3y4 Stunde vor Mincho im Vereinslokal, Mikro. Herr Dr. W. Hofmann. — 3/4 (Stunbe vor Nacht im Hörfaal, Midrasch. Herr Gerson Schnerb. Sonntag morgens nach Schul (ebenso Mittwoch) mit "m Herr Red. Schachnowitz — vormittag 8 Uhr (ebenso Samstag 4 Uhr) Gemoro Herr I. Soffer — vormittag 9V2 Uhr (ebenso Dienstag abends 6V2 Uhr) Gemoro, Herr R. A. Gerson Posen Montag (auch Donnerstag), nach Schul: Mifchna Mitgliederlernen— abends 7 Uhr auch Mittwoch), Gemoro, Herr Rabb. Dr. Iof. Breuer, abends 8 1/4 Uhr (auch Donnerstag) Gemoro, Herr Dr. E. Posen. Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mifchna, Herr Dr. E. Posen. Von Montag bis einschl. Freitag ^morgens nach Schul, im Sitzungszimmer, Gemoro Herr Dr. S. Ehrmann. Jeden abend 8 3/4 Uhr, im Vereknslokal Schaßlernen, Herr H. Holpern. Jahrzeitsstiftungen. Montag, 15. Juni. Ietta Kallmann geb. Moses. Dienstag, 16. Juni.' Joseph Erlanger, Luzern. Mittwoch, 17. Juni. Leopold Wallerstein. Donnerstag, 18. Juni. David Freund. Agudas Jisroel-Jugend- und Madchengruppe. Sonntag, 9—11 Uhr, Gelegenheit zum Lernen unter Leitung des Herrn Halpern. 11—12 Uhr, Weltfchiur Daf Jaumi. Dozent: Herr Herz Halpern. 20V2 Uhr, Nach vorheriger Ankündigung Ausspracheabende. Montag bis einschließlich Freitag, 9—12 Uhr, Gelegenheit zum Lernen unter Leitung des Herrn Halpern. 12-13 Uhr, Weltfchiur Daf Jaumi. Dozent: Herr Herz Halpern. 20—21 Uhr, Französischer Sprachunterricht. Dozent: Herr Studienrat I. Kaufmann (in der Wohnung des Dozenten). 20—21 Uhr, Sprechstunde der Stellenvermittlung. 201/2—2IV2 Uhr, Schiur für Jugendliche (Vowo Kamo). Dozent: Herr Rabbiner Horooitz. 201/2—22 Uhr, Hilchaus Schabbos, Herr Rachelfohn (Privatwohnung Zeil 2). 203/4—22 Uhr, Mifchna (Seder Maued) Herr Gers. Schnerb (Privatwohnung Kantstr. 4). 21 Uhr, Arbeitsgemeinschaft I. Landau: „Agudas Jisroel" (geschloff. Zirkel). Dienstag. 201/4—21 Uhr, Bowo Kamo, Herr Dr. Willi Hofmann (Privatwohn. Mauerweg 34). 20'/2—211/2 Uhr, Englischer Sprachunterricht. Dozentin: Frl. Dr. Studienrätin R. Labensky. 203/4—213/4Uhr, Arbeitsgemeinschaft Dr. W. Hofmann, „Die Ideologie der Agudas Jisroel"