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Der Israelit · 1931-06-04 · Heft 23 (4.6.1931) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
72 (1931)
Issue
Heft 23 (4.6.1931)
Date
1931-06-04
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
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Seite 10 Nr. 23 Der Israelit 4. Juni 1931? ]■ für jeden Schüler 1865 50 RM., 1931 300 RM. betrug, daß 1877 in die Praris 92 Prozent übergingen, der Rest sein Studium fortsehte; 1931 letzten 66 Prozent aus Oberrealschulen, Realgymnasien, Oberlyzeen, Seminaren und Talmudhochschulen das Studium fort. Die bildhafte Aufmachung des Philanthropins orientiert über Aufbau und Gliederung, über die angegliederte Volks¬ und Frauenschule urtb über die Schulbücher. Ein sehr aufschlußreiches Blatt über ihre Ziele, Einrichtungen, Lehrkräfte, Besucher und Studienfächer hat die Thorat-Hochschule „Jeschiwa" ausgestellt. Auf die Dr. Hofmann'sche Jeschiwa ist an anderer Stelle hingewiesen. In städtischen höheren Knabenanstalten sind 7 Prozent, in den höheren Mädchenanstakten 11,7 Prozent Juden. Die Lehrkräfte sind nicht nach Konfessionen gegliedert ihr Prozentsatz aber sicher weit geringer als der der Schüler. An der Pädagogischen Akademie studierten von 1927 bis 1931 31 Israeliten. Bestand am 1. Mai 1931 18 Israeliten, 12 Herren, 6 Damen. Zu Ostern 1931 hatten sich unter 355 Bewerbern um Ausnahme 31 Israeliten gemeldet, von denen nur 10 Aufnahme finden konnten. Am Staatlichen Berufspävagogischen Institut, das der Ausbildung von Gewerbelehrern dient, find unter 360 Studierenden 2 jüdische Damen. Die Studentenschaft der Frankfurter Universität zeigt 9,7 Juden auf. 31 jüdische Lehrer und Lehrerinnen geben wöchentlich in 62 Schulen an 2383 Zöglinge 429 Stunden Religionsunterricht; die Stadt besoldet 5 männliche und 10 weibliche Lehrkräfte, den Rest die Israelitische Gemeinde. Unter den 8 Organisationen für Ausbildung von Schwestern lesen wir auch den Verein für jüdische Krankenpflege. unter den Wissenschaftlichen Gesellschaften die Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler mit ihrem Museum. Die Gruppe der Lehrervereine führt von jüdischer Seite nur die „Vereinigung Israelitischer Lehrer und Lehrerinnen" auf, nicht den „Bund gesetzestreuer Lehrer" (warum?). In der Koje, in der die Kirchen und sonstigen Religionsgemeinschaften ihre über den G'ttesdienst und das Seelsorgerische hinausgehende Bildungsarbeit zeigen, wird das Thema „Weltanschauung und Bildung" behandelt. Die jüdische Religionsgemeinschaft bietet nur einen Ausschnitt aus der jüdischen Bild.mgsarbeit dar, ich muß aber sagen, einen sehr willkürlichen Ausschnitt. Warum fehlt unter den Synagogenchören der Chor der Israelitischen Religionsgesellschaft, warum unter den Frauenvereinen die „Jüdische Frauenvereinigung", warum unter den Jugendvereinen der „Esra", warum in der Pressekoje der „Israelit"? Die Ausstellungsleitung, das möchte ich ganz besonders betonen, trifft dafür keine Schuld. Wo waren aber die jüdischen Berater? Da möge als vorbildlich für paritätische Behandlung die gleichzeitig im Schulmuseum veranstaltete Ausstellung über die geschichtliche Entwicklung und gegenwärtige Entfaltung des Frankfurter Schulwesens bezeichnet werden, für welche auf Wunsch des Herrn Direktor Ebert ein Lehrer der S. R. Hirsch-Schule das Material über die Entwicklung des jüdischen Schulwesens in der Stadt Frankfurt a. M. geliefert hat. Dort sind die Frankfurter jüdischen Schulen in ihrer geschichtlichen Gestaltung ohne Rücksicht auf ihre religiöse Einstellung gleichwertig behandelt. Aber alles in allem muß trotz dieser Aussetzung die Ausstellung als eine ausgezeichnete, ganz einzigartige bezeichnet werden. Der Gedanke Julius Ziehen's, einer „Volkswirtschaftslehre der ideellen Güter", ist in nicht zu übertreffender Weife verwirklicht worden. K, O. Hebräischer Vortrag im Verein zur Pflege der ho^äischen Sprache .*nnjn QV" Vergangenen Schabbos hielt der des Verbandes der yemenitischen Juden, Her- Gluska, ein Referat über die Lage der Juden im Genien. Der Inhalt wird sicher ^uch weitere Kreise mteressieren. unter der zirka 3 Millionen Araber mblenden Gerung des Yemen ungefähr 70 000 bilden Di-5> Zuden stehen in diesem Staate, der unabkiänä^' ö von der Außenwelt vollkommen abgeschlossen J ...rer drückenden Ausnahmegesetzen. Darunter spielen ."'Beispiel Zwangsbekehrungen zum Islam eine große Rolle. Ferner Beschränkungen in der Kleidung, sogar in der Bewegungsfreiheit auf der Straße. Besonders drückend ist die jetzt in Kraft getretene Bestimmung, daß jeder Jude, der den Jemen verläßt, seines Vermögens verlustig geht. Die materielle Lage ist außerordentlich schlecht. Die Juden üben fast allein sämtliche Zweige des Handwerks aus. Bekannt sind ja die Stickerei- und Silberarbeiten der palästinensischen Jemeniten. > Sämtliche Jemeniten sind streng orthodox. Eine Organisation fehlt vollkommen. Der Unterricht der Jugend geschieht in Chedarim. Die Sprache ist hebräisch und arabisch. Bis vor kurzem gab es nur geschriebene Bücher^ die von Hand zu Hand gingen und in Abschriften verbreitet wurden. Mit großer Wahrscheinlichkeit stammen die Jemeniten von Juden ab, die bei fivni-wu pmn nach dem Jemen kamen. Ihre Ueberlieferung berichtet, daß sie Esra öffentlich verflucht habe, weil sie zum Bau des zweiten Tempels nicht zurückkehrten. Interessant ist, daß sie nur den Talmud Jeruschalmi, nicht aber den Talmud Bawli lernen. Dagegen haben sie die Schrift des Q'Mö'i und des r>oi''N'2- Eine große Rolle spielt der mir. Ueber die Entwicklung in der letzten Zeit ist zu sagen, daß verschiedentlich Sendboten der zionistischen Exekutive mit großen Versprechungen nach dem Jemen kamen, und daß sich, zum Teil auch aus eigenem Antrieb, größere Gruppen bildeten, die nach Erez Jisroel auswanderten. Für die ausgewanderten Jemeniten, es leben heute zirka 14 000 in Erez Jisroel, wurde Erez Jisroel wirklich, trotzdem die zionistische Exekutive ihre Versprechungen aus Geldmangel nicht einhielt, eine neue Heimat, in der sie sich frei und glücklich fühlen. Vortrag über Erez Jisroel. Am Sonntag, den 7. Juni 1931, 20.30 Uhr, spricht in der Agudas Jisroel-Jugendgruppe (Schwanenftr. 12) Herr Direktor Dr. E. Fink über „Meine Reife durch Erez Jisroel". Gäste — Samen und fierren — willkommen. Ausflugsfahrt der Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Auf Einladung der „Freien Vereinigung" fährt die Agudas Jisroel-Jugendgruppe am Sonntag, den 14. Juni, zur Bezirkstagung nach Alzenau. Es ist vorgesehen, am Vormittag eine Wanderung nach dem Hahnenkamm zu unternehmen. Voraussichtlich werden die Teilnehmer durch einen Omnibus nach Alzenau befördert werden können. Anmeldungen bitte sofort an das Büro (Schwanenftr. 12) zu richten. Nähere Mitteilungen erfolgen nächste Woche. Iuslizral Dr. Blau 70 Jahre all. Herr Justizrat Dr. Blau, der Vorsitzende des Vorstands der Jsr. Gemeinde, feiert am 31. Mai, fern von Frankfurt seinen 7 0. Geburtstag. Seinem ausdrücklichen Wunsch entsprechend unterbleiben alle offiziellen Ehrungen. frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Lhajim. Samstag morgen nach Schul im Hörsaal: Dinim, Herr Dr. E- Posen. — nachm. 3U Stunde vor Mincho im Vereinslokal, Mikro. Herr Dr. W. Hofmann. — 3/4 Stunde vor Nacht im Hörsaal, Midrasch. Herr Jakob Landau. (Alle Schiurim wie üblich.) Jahrzeitsstiflungen. Sonntag, 7. Juni. Rabbiner Seligmann Fromm-Stiftung Montag, 8. Juni. Erna Weil-Stiftung. Donnerstag, 11. Juni. Susanne Marburger-Stiftung. Freitag, 12. Juni. Rektor Benjamin Falk-Stiftung. rQW, 13. Juni. Liebman Stern-Stiftung. Agudas Jisroel-Jugend- und Mädchengruppe. Sonntag, 9—11 Uhr, Gelegenheit zum Lernen unter Leitung des Herrn Holpern. 11—12 Uhr, Weltschiur Daf Iaumi. Dozent: Herr Herz Holpern. 207s Uhr, Nach vorheriger Ankündigung Ausspracheabende. Montag bis einschließlich Freitag, 9—12 Uhr, Gelegenheit zum Lernen unter Leitung des Herrn Holpern. 12-13 Uhr, Weltschiur Daf Iaumi. Dozent: Herr Herz Holpern. 20—21 Uhr, Französischer Sprachunterricht. Dozent: Herr Studienrat I. Kaufmann (in der Wohnung des Dozenten). 20—21 Uhr, Sprechstunde der StellenvermlMr»,g-20l/2—211/2 Uhr, Schiur für Jugendliche (Bowo Kamo). Dozent: Herr NavvMer Horoottz. 2Ö1/2—22 Uhr, Hilchaus Schabbos, .Herr Rachelsohn (Privatwohnung Zeil 2). 203l4—22 Uhr, Mischna (Seder Maued) Herr Gers. Schnerb (Privatwohnung Kantstr. 4). 21 Uhr, Arbeitsgemeinschaft I. Landau: „Agudas Jisroel" (gefchloff. Zirkel). Dienstag. 2074—21 Uhr, Bowo Kamo, Herr Dr. Willi Hofmann (Privatwohn. Mauerweg 34). 20'/2—214/2 Uhr, Englischer Sprachunterricht. Dozentin: Frl. Dr. Studienrätin R. Labensky. 203/4—213/4Uhr, Arbeitsgemeinschaft Dr. W. Hofmann, „Die Ideologie der Aqudas Jisroel" (Prioatwohn. Mauerweg 34), geschl. Zirkel. 21—22 Uhr, Brochaus, Herr Wollmann. Mittwoch, 11—13 Uhr- Sprechst. der Stellenvermittlung. 2072—21'/2 Uhr, Stenographieunterricht, Herr S. Adler. 2072—2172 Uhr, Schiur für Jugendliche (Bowo Kamo), Herr Rabbiner I. Horowitz. 21—22 Uhr, Schulchan Aruch, Herr L. Oppenheimer (Privatwohnung Bärenstraße 12). 21—22 Uhr, Makkaus. Herr Herm. Bing. 774 Uhr, Frühminjan. 1072—1172 Uhr, Schulchan Aruch, Herr Louis Kahn. 12—13 Uhr, Weltschiur, Das Iaumi. Herr Halpern. 15—16 Uhr, Bowo Kamo, Herr Dr. Hofmann. 15—16 Uhr, Brochaus, Herr Wollmann. 1672—1672 Uhr, Schulchan Aruch, Herr Th. Spiegel, (Privatwohnung Ostendstraße 11). 21—22 Uhr, Tnach, Arbeitsgemeinschaft Gerfon Schnerb (in der Wohnung Kantstraße 4). Besondere Veranstaltungen der Mädchengruppe. Montag, 201U—21^/4 Uhr Hebräischsprachliche Arbeitsgemeinschaft unter Leitung des Herrn Jacob Landau. 207» Uhr im Hörsaal Friedbergeranlage Tefillo. Dozent: Herr Jacob Rosenheim. Mittwoch, 201/2—211/2 Uhr Dinim. Dozent: Herr Konrektor Hirschberg (14tägig). Schabbos, % Stunde nach Schul Melochim. Dozent: Herr Julius Lewin. 16—17 Uhr Tauroh. Dozent: Herr Konrektor A. Hirschberg. 16—17 Uhr Ieschajo. Dozent: Herr Studienrät Dr. Markus Lange (i. d. Wohnung Obermainanlage 16). Der Aussprache-Abend der Agudas Jisroel- Mädchengruppe findet Sonntag, den 7. Juni, 21 Uhr im Heime Schwanenstraße 12 pt. statt. Frl. Erna F r i e d m a n n wird über die „Stellung der Frau im Judentum" sprechen. Gäste (Damen) herzlich willkommen. Agudistische Zrauen-Orlsgruppe Frankfurt a. M. Die Agudistische Frauen-Ortsgruppe und die Mädchengruppe der Agudas Jisroel geben geben bekannt, daß am Montag, 8. Juni, abends 203/4 Uhr, im Hörsaal der Israelitischen Religionsgesellschaft, Friedberger Anlage, Herr Jacob Rosenheim über Tefilloherläuterungen sprechen wird. Gäste Damen herzlich willkommen. Liwjath Chen. (Hörsaal Friedberger-Anlage.) Nach Mincho 574 Uhr Vortrag des Herrn S. Schachnowitz „Die Trompeter der Wüstenwanderung". -»insn uv„ wripn nssna man Ssiatp na xrsm Vw njwa ■jniVirna 7a nawn »hmv a’Tirpn "n« -:nn« pw 55 mm '"prt>nv myoa a*?i«a ai'3 D’mpnai mnoi *123 anasrn 20.30 nsrwm traipna ^awn 19.30 nswa »sram njpiKisn mm »p^t 'n bw rva ^awa ■nm xaV a^pana rnrnivnan 50 u. Verein zur Pflege der hebräischen Sprache /Haiti 0^// Samstag, den 6. Juni, spricht Herr Samuel Schwarz aus Jerusalem über: „Das Leben der Juden in Palästina". Ort: Pension „Rachelsohn", Langestr. 55. Die hebräischen Kurse sind jetzt bereits eingerichtet worden und finden statt jeden Mittwoch um 19.30 Uhr für Fortgeschrittene und 20.30 Uhr für Anfänger. Ort: Hanauerlandstr. 50 2 St. bei Salzmann. Interessenten wollen sich dort einfinden. Gebetzeiten •ptyna nnw Freitag abend 7.45 Samstag naaurn 6.30 Samstag morg. 7.45 Samstag nachm. 1.00 u. 5.00 Samstag abend 9.30 Wochengottesdienst: Morgens 6.15 Nachmittags 7.15 Tefillin-Legen am Morgen 2.35 Schiurim der Gemeinderabbiner». Talmud-Schiur für Fortgeschrittene, tmos 7oa Sonntag morg. 9.—, Dienstag und Donnerstag abends 20 V2 Uhr im Hörsaal Friedberger Anlage. Sefer Chinuch Arbeitsgemeinschaft für junge Leute, Samstag nachmittag nach nnaa für angemeldete Teilnehmer im Amtszimmer des Herrn Rabbiner. Ausgewählte Stücke aus Talmud und Pofkim. Schiur für Jugendliche im Alter von 16 bis 25 Jahren. Montag und Mittwoch 20^ Uhr im Vereinslokal der Agudas Jisroel- Jugendgruppe Schwanenftr. 12. Briefkasten. E. «&. in St. Der anja ist nur in nsiPN eingeführt im Osten kennt man ihn nicht. Er beschränkt sich nur auf dki 28. Wenn die Ferienzeit näher rückt, so entsteht für viele Familien, die selbst keine Möglichkeit haben, mit ihren Kindern in die Ferien zu gehen, die Frage: wie verchaffen wir unseren Kindern die ihnen so nötige Erholung? Frau Rosa Golde, Frankfurt a. M., unterhält seit Jahren in Norderney während der Ferienmonate eine Kinderkolonie, die den Kindern am schönen Strande all das bietet, was ein Kinderherz erfreuen kann. Bei bester Verpflegung und sachkundiger Behandlung sind die Preise relativ mäßig berechnet. Anmeldungen werden noch angenommen: Frau Rosa Golde, Frankfurt a. M., Obermainstraße 10. Wir machen unseren Lesern die Mitteilung, daß die Firma für Optik, Gebrüder Eschwege, hier, Petersstraße 1 (am Peterstor) (siehe Inserat) ihrer Großhandlung jetzt auch eine Kleinverkaufs-Abteilung angeglisdert hat. Bedient vorn geprüften Optiker, dem dis modernsten maschinellen Einrichtungen zur Verfügung tehen, findet jeder Kunde, ob mit oder ohne Rezept, ob Kassen- oder Privatkunde, die zuvorkommendste Aufmerksamkeit für seine Wünsche. Ein reichhaltiges Lager in allen einschlägigen Artikeln (siehe Inserat) ist vorhanden. Die Firma hält ihren Betrieb Schabbos und Iomtof streng geschlossen.

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